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, 17:14, 30. Mär. 2020
Die '''Chronologie''' des [[Gasteinertal]]s erfasst Daten aus der Geschichte dieses Tals.
== Vor Christi Geburt ==
; 3570 v. Chr
Ein Fintbeil, das etwa aus der ersten Hälfte des 4. Jahrtausend vor Christi stammt, wird [[1961]] in der Nähe der [[Fledermausquelle]] in [[Bad Gastein]] von V. Gemeiner gefunden.
; 1600 v. Chr.
Durch eine Pollenanalyse kann eine erste Waldweidenutzung um diese Zeit nachgewiesen werden.
; 1100 v. Chr.
[[2006]] findet man im [[Anlauftal]] das Fragment eines spät[[bronzezeit]]lichen Kammhelms (volkstümlich als ''[[Kelten]]<nowiki>helm</nowiki>'' bezeichnet).
== 1. Jahrtausend nach Christi Geburt ==
; 150–180 n. Chr.
Die [[Römer]] bauen Straßen über den [[Korntauern]] und den [[Mallnitzer Tauern]].
; [[400]]
Um diese Zeit ziehen römische Almbauern vom Süden kommend ins [[Nassfeldtal]]. Es wurden auch [[Kastanien]]-Pollen aus dieser Zeit im Nassfeldtal gefunden.
; [[678]]
Zwei Jäger, die einen weidwunden [[Hirsche|Hirsch]] verfolgen, entdecken warme Quellen im Tal. Dabei handelt es sich jedoch um eine Sage, deren Wahrheitsgehalt nicht verbürgt ist.
; [[680]]
Diesmal werden in einer Sage Jäger angeführt, die vier warme Quellen finden, von denen eine der [[St. Preims Brunnen]] sein soll.
; [[696]]
Der Legende nach wird eine [[Preimskirche]] als ''Kirche bei dem Bad'' erbaut.
; [[719]]
In diesem Jahr soll der von den Römern verlassene Bergbau nördlich des Nassfelds wieder aufgenommen worden sein. Doch bei dieser Information handelt es sich nachweislich um eine Fälschung aus dem späten [[18. Jahrhundert]].
; [[890]]
Der deutsche König Arnuf ([[887]]–[[896]]) soll dem [[Erzstift Salzburg]] neben anderen Besitzungen auch das Gasteinertal geschenkt haben. Auch dies stellt sich als Fälschung um oder kurz nach dem Jahr [[977]] heraus.
; [[894]]
Markt und Kirche ''zu Hof'' ([[Hofgastein]]) werden erbaut, wobei diese Information unverbürgt aber möglich ist.
; [[963]]
Die [[Gasteiner Ache]] bei ihrer Mündung in die [[Salzach]] als Grenzfluss in einer Tauschurkunde der "Edlen" (Adeligen) Rosmuot genannt. Rosmuot ist die Frau des Reginbert, der vermutlich aus einer Nebenlinie der frühen [[Herren von Goldegg]] stammte.
== 11. Jahrhundert ==
; [[1005]]
Eine Legende berichtet vom Besuch von Kaiser Heinrich II. ''der Heilige'', der aus [[Italien]] kommend, in Gastein Station gemacht und dabei ein Amulett mit Reliquientasche der hl. [[Erentrudis]] verlegt haben soll.
; [[1020]]
'''Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde, die nicht nur den Namen, sondern auch Details zu "Gastein" anführt.''' Diakon Friedrich II. und sein Bruder Sighard VI. Graf im [[Salzburggau]] aus dem Geschlecht der [[Sighardinger]] (später [[Peilsteiner]]) erhalten bei einem Besitztausch die Kirche von Hofgastein und deren Grundbesitz.
== 12. Jahrhundert ==
; [[1122]]
Und wieder berichtet eine Legende von dem angeblichen Umbau einer älteren Kapelle in die Preimskirche.
; [[1138]]
Ita Gräfin von [[Burghausen]] aus dem Haus der Sighardinger besitzt in [[Luggau]] eine [[Schwaige]]. Später geht der Besitz an die [[Benediktinerabtei Michaelbeuern]].
; [[1164]]
Sophie von Burghausen (Sighardinger) übergibt das Gut ''Predium Remsaren'' ([[Remsach]]) an das [[Augustinerorden|Augustiner]]<nowiki>kloster</nowiki> in Ranshofen im [[Innviertel]].
; [[1167]]
Markward von Gastein, ein [[Ministeriale]], wird als Zeuge in einer Urkunde genannt. Weitere Nennungen von ihn in Urkunden gibt es in den Jahren [[1168]], [[1170]], [[1180]] und [[1188]]. In dieser Person ist '''der erste Mensch zu sehen, der höchstwahrscheinlich in Gastein wohnt oder zumindest hier seinen Stammsitz hat und mit Namen genannt wird.
; [[1170]]
Um diese Zeit dürfte wahrscheinlich die [[Burg Klammstein]] errichtet worden sein. Eindeutige urkundliche Belege fehlen allerdings.
; [[1198]]
Im Weiler Stein-Wieden, westlich des Marktzentrums von Hofgastein, lebt Adelheid, eine Freie, also keinem Grundherrn dienstpflichtig (ihm unteran). In diesem Jahr allerdings übergibt sie sich und ihre Kinder dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstift St. Peter]], wird also unfrei. Adelheid ist die '''erste (!) in Gastein angesessene Person, über deren Familie Details bekannt sind.''' So kennt man die Namen ihrer Kinder: Luitold, Arnold, Dietmar, Liebmann, Ellenburg, Diemuot, Uville und Siburg. Die Vornamen der mitunterschreibenden Urkundenzeugen sind Kuonrad, Richolf, Friedrich, Heinrich, Luitold, Waldmann, Ruedolf, Aribo, Raffold und Gottschalk.
== 13. Jahrhundert ==
; [[1200]]
Aus dieser Zeit ist ein als "''Landbuch von Österreich''" bezeichnetes Abgabenverzeichnis erhalten. Darin heißt es, dass der [[Bayernherzöge in Salzburg|Herzog von Bayern]] das Recht auf, "''alle Jahr zwanzigtausend Käse und dreihundert Klafter langes wollenes Tuch,...''" hat. Nach [[Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld|Koch-Sternfeld]] sind das kleine, höchstwahrscheinlich Schafskäselaibchen von 0,5 bis einen Kilo gewesen. Die Tuchlänge kann nicht genau bestimmt werden, wohl um 500 Meter Länge.
; [[1203]]
Ein ''Luitpold'' wird als [[Pfarrer von Bad Hofgastein|Pfarrer von Hofgastein]] genannt.
; [[1208]]
Euphemia von Peilstein schenkt Güter an das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno]] in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]].
; [[1212]]
Am [[20. Jänner]] kommen Propst Pabo des Augustinerchorherrenstifts St. Zeno und ein Mitbruder am Tage des heiligen Sebastian in der [[Gasteiner Klamm]] bei einem [[Lawine]]<nowiki>nunglück ums Leben</nowiki> An dieses Ereignis erinnert die [[St. Sebastians-Kapelle]] beim Parkplatz Klammstein.
(wird fortgesetzt)
== Quelle ==
* [[Fritz Gruber]]: ''[[Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung. Bergbau - Badewesen - Bauwerke - Ortsnamen - Biografien - Chronologie]]
[[Kategorie:Pongau]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Gasteinertal]]
[[Kategorie:Geschichte]]
{{Chronologien}}