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| − | Die '''Tschechische Republik ''', auch '''Tschechien''', ist ein mitteleuropäischer Staat. Bis 1990 hieß sie ''Tschechoslowakische Sozialistische Republik'' ( ČSSR). | + | Die '''Tschechische Republik''', auch ''Tschechien'' genannt, ist ein mitteleuropäischer Staat. Bis 1990 hieß sie ''Tschechoslowakische Sozialistische Republik'' ( ČSSR, auch Tschechoslowakei). |
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| | ==Historische und Salzburgbezüge== | | ==Historische und Salzburgbezüge== |
| − | Böhmen war bis 1526 ein Hauptabnehmer für Halleiner Salz. Als es 1526 zum [[Habsburger]]<nowiki>reich</nowiki> kam, versuchten die Habsburger diese Fremdsalz durch extrem hohe Einfuhrzölle vom böhmischen Markt zu verdrängen und das Königreich nur durch ihre eigenen Salinen im [[Inneres Salzkammergut|Salzkammergut]] zu beliefern. | + | Böhmen war bis 1526 ein Hauptabnehmer für [[Salzbergwerk Dürrnberg|Halleiner Salz]], das über [[Salzach]], [[Inn]] und den [[Goldener Steig|Goldenen Steig]] nach Südböhmen transportiert wurde. Als es 1526 zum Habsburgerreich kam, versuchten die [[Habsburger]] dieses ''Fremdsalz'' durch extrem hohe Einfuhrzölle vom böhmischen Markt zu verdrängen und das Königreich nur durch ihre eigenen Salinen im [[Inneres Salzkammergut|Salzkammergut]] zu beliefern. |
| − | Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gehörte von 1526 bis [[1918]] zum Habsburgerreich, das heißt, von [[1804]] bis 1918 zum [[Österreich#Kaisertum Österreich|Kaisertum Österreich]] und von [[1867]] bis 1918 zur (österreichischen Hälfte der) Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Von 1918 bis 1938 und von 1945 bis 1992 bildete es mit dem der [[Slowakei]] den gemeinsamen Staat (Tschechoslowakei), in der [[NS]]-Zeit bildete das tschechischsprachige Kerngebiet das "''Protektorat Böhmen und Mähren''". Es wies bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] einen beträchtlichen [[Volksdeutsche|deutschsprachigen Bevölkerungsanteil]] auf, der besonders in den Grenzgebieten und den historischen Städten ansässig war. | + | |
| | + | Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gehörte von 1526 bis [[1918]] zum Habsburgerreich, das heißt, von [[1804]] bis 1918 zum [[Österreich#Kaisertum Österreich|Kaisertum Österreich]] und von [[1867]] bis 1918 zur (österreichischen Hälfte der) Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Von 1918 bis 1938 und von 1945 bis 1992 bildete es mit dem der [[Slowakei]] den gemeinsamen Staat (Tschechoslowakei), in der [[NS]]-Zeit bildete das tschechischsprachige Kerngebiet das "''Protektorat Böhmen und Mähren''". Es wies bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] einen beträchtlichen [[Volksdeutsche|deutschsprachigen Bevölkerungsanteil]] auf, der besonders in den Grenzgebieten und den historischen Städten ansässig war. Viele verließen freiwillig die Tschechoslowakei, viele unfreillig. Unter jenen, die das Land verließen war auch die [[Kongregation der Schwestern von der Heiligsten Eucharistie]] (CSSE), ein Frauenorden, der heute in der [[Herrnau]] im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Salzburg Süd]] beheimatet ist. |
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| | Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik umfasst die historischen Länder: | | Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik umfasst die historischen Länder: |
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| | === Persönlichkeiten mit Salzburgbezug aus Böhmen === | | === Persönlichkeiten mit Salzburgbezug aus Böhmen === |
| − | Ein Salzburger [[Erzbischof]] böhmischer Herkunft war [[Adalbert III. von Böhmen]]. [[Ferdinand Porsche]] stammte aus Maffersdorf in Böhmen. | + | * Ein Salzburger [[Erzbischof]] böhmischer Herkunft war [[Adalbert III. von Böhmen]]. |
| | + | * [[Wilhelm Ritter von Arlt]] (* 1853; † 1944 in [[Rauris]]) Agronom, Ökonomierat, [[Fremdenverkehrspionier|Fremdenverkehrs]]- und Skipionier, [[Österreichischer Alpenverein Sektion Rauris|Alpenverein-Gründer Sektion Rauris]] sowie Freund, Mentor und Mäzen [[Ignaz Rojacher]]s und [[Ehrenbürger der Marktgemeinde Rauris]]. |
| | + | * [[Heinrich Ignaz Franz Biber]] (* 1644; † 1704 in der [[Stadt Salzburg]] war ein in Salzburg tätiger Komponist und Violinvirtuose, sowie seit [[1684]] [[Hofkapellmeister]]. |
| | + | * [[Carl Demel]] l (* 1858; † 1915) war Lehrer an der [[Staatsgewerbeschule|Staatsgewerbeschule Salzburg]] und Erbauer des [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]]. |
| | + | * [[Anton Erben]] (* 1835; † 1905) war Realschulprofessor und Bezirksschulinspektor für die Stadt Salzburg. |
| | + | * [[Anton Fiebiger]] (* 1801; † 1872 in der Stadt Salzburg)] war Badearzt in der [[Kuranstalt Marienbad]]. |
| | + | * [[Gustav Gansl]] (* 1851; † 1914 in Lambach, [[OÖ]].) war [[Notar]] und [[Bürgermeister der Stadt Radstadt|Bürgermeister]] der Stadt [[Radstadt]]. |
| | + | * [[Ernst Holfeld-Weitlof]] (* 1926; † 2019) war Chefredakteur der Wochenzeitung „[[Salzburger Wirtschaft (Zeitung)|Salzburger Wirtschaft]]“ und Leiter der Presseabteilung der [[Wirtschaftskammer Salzburg]]. |
| | + | * Die Familie [[Kast von Ebelsberg]] besaß die dem [[Mirabellgarten]] benachbarte und nach ihr benannte [[Villa Kast]] in der Stadt Salzburg. |
| | + | * [[Leopold Kohr (Arzt)]] (* 1874; † 1949) war bis 1938 Gemeindearzt in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] im [[Flachgau]]. |
| | + | * [[Alfred Kubin]] (* 1877; † 1959 in Zwickledt, OÖ.) war ein bedeutender österreichischer Zeichner, Graphiker, Buchillustrator und Schriftsteller, der seine Kindheit und Jugendzeit in Salzburg verbracht hatte. |
| | + | * [[Ferdinand Porsche]] (* 1875; † 1951 in Stuttgart, [[Deutschland]]) stammte aus Maffersdorf in Böhmen. |
| | + | * [[Thomas Pöschl]] (* 1769; † 1837 in Wien) war Seelsorger und Irrlehrer in napoleonischer Zeit. |
| | + | * [[Gustav Edler von Pelikan]] (* 1840; † 1919 in der Stadt Salzburg) war ein österreichischer Offizier, Kartograf und Geoplastiker. |
| | + | * [[Georg Schmid]] (* 1844; † 1884 am Grünberg bei Eger) war Skriptor an der [[Salzburger Studienbibliothek|Studienbibliothek]] in der Stadt Salzburg. |
| | + | * [[Karl Sieber]] (* 1802; † 1874 in der Stadt Salzburg) war [[Akademisches Gymnasium Salzburg#Direktoren|Direktor]] des [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|k. k. Salzburger Staatsgymnasiums]]. |
| | + | * [[Otto Weissberger]] (* 1872; † 1943 in [[Konzentrationslager Auschwitz| Auschwitz]] ermordet) war ein aus [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] deportiertes [[NS-Opfer|Opfer]] des [[Nationalsozialismus]]. |
| | + | * [[Johann Gregor Wilczek]] erbte [[1929]] das [[Schloss Moosham]] in der [[Lungau]]er Gemeinde [[Unternberg]] von seinem Vater Hans Raphael [[Wilczek]]. |
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| | ==Mähren== | | ==Mähren== |
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| | === Persönlichkeiten mit Salzburgbezug aus Mähren === | | === Persönlichkeiten mit Salzburgbezug aus Mähren === |
| | * Ein Salzburger [[Fürsterzbischof]] schlesisch-mährischer Herkunft war [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]]. | | * Ein Salzburger [[Fürsterzbischof]] schlesisch-mährischer Herkunft war [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]]. |
| − | * [[Friedrich Graf Herberstein]] (* 1810 in Brünn, damals Hauptstadt der Markgrafschaft [[Mähren]], heute Brno; † 1861 in Graz) war von [[1850]] bis [[1852]] der erste [[Landeshauptmann#k.k. Landespräsidenten und Landeshauptleute des Kronlandes Salzburg|Statthalter]] | + | * [[Friedrich Graf Herberstein]] (* 1810 in Brünn, damals Hauptstadt der Markgrafschaft Mähren, heute Brno; † 1861 in Graz) war von [[1850]] bis [[1852]] der erste [[Landeshauptmann#k.k. Landespräsidenten und Landeshauptleute des Kronlandes Salzburg|Statthalter]] |
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| | ==Schlesien== | | ==Schlesien== |
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| | * Jägerndorf (tschechisch ''Krnov''). | | * Jägerndorf (tschechisch ''Krnov''). |
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| − | ==Quellen, Weblinks== | + | ==Quellen== |
| | * [[Benutzer:Karl Irresberger|Eigenartikel]], gestützt u. a. auf | | * [[Benutzer:Karl Irresberger|Eigenartikel]], gestützt u. a. auf |
| | : {{wikipedia-de|Tschechien|Tschechien}} | | : {{wikipedia-de|Tschechien|Tschechien}} |