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| | Am [[23. Oktober]] [[1868]] kam ihre Tochter [[Adelaide Baronin v. Löwenstern|Adelaide Josephine Georgine]] (der Vorname seiner geliebten Mutter), genannt ''Lilly'', zur Welt. | | Am [[23. Oktober]] [[1868]] kam ihre Tochter [[Adelaide Baronin v. Löwenstern|Adelaide Josephine Georgine]] (der Vorname seiner geliebten Mutter), genannt ''Lilly'', zur Welt. |
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| − | === Oberalmer Unternehmer "Freiherr v. Löwenstern`sche Glas-Marmor-Waaren-Fabrik" === | + | === Oberalmer Unternehmer "Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken" === |
| | Nachdem sein Schwiegervater 1868 einen Schlaganfall erlitten hatte, in dessen Folge er physisch immer schwächer wurde, übernahm Friedrich die Leitung des Betriebes, der [[k. k. privilegierte chemische Produktenfabrik Robert & Companie|k. k. privilegierten chemischen Produktenfabrik Robert & Companie]] in Oberalm, noch im selben Jahr. Sein Schwiegervater Justin Robert starb im Jahr 1870. Mit großer Energie kümmerte sich nun Friedrich um dem weiteren Ausbau des Unternehmens in Oberalm. Kaufangebote des Robertschen Unternehmens scheiterten zunächst an den horrenden Preisvorstellungen, die Florent Robert, der Bruder seines Schwiegervaters Justin Robert, hegte. Doch schließlich erhielt Friedrich ein äußerst günstiges Kaufangebot. Dass es dazu noch gekommen war, dürfte auf den Umstand zurückzuführen sein, dass der älteste Bruder Louis bereits schon seit 1860 tot und Florent Justin, selbst über 80 Jahre, inzwischen sehr krank war. Friedrich hatte das Unternehmen in Oberalm [[1870]] mit sämtlichem Eigentum in Salzburg vom Großhandelshauses Robert & Companie in Wien für 46.528 [[Gulden]] erworben, für einen Pappenstiel, wie er begeistert meinte. | | Nachdem sein Schwiegervater 1868 einen Schlaganfall erlitten hatte, in dessen Folge er physisch immer schwächer wurde, übernahm Friedrich die Leitung des Betriebes, der [[k. k. privilegierte chemische Produktenfabrik Robert & Companie|k. k. privilegierten chemischen Produktenfabrik Robert & Companie]] in Oberalm, noch im selben Jahr. Sein Schwiegervater Justin Robert starb im Jahr 1870. Mit großer Energie kümmerte sich nun Friedrich um dem weiteren Ausbau des Unternehmens in Oberalm. Kaufangebote des Robertschen Unternehmens scheiterten zunächst an den horrenden Preisvorstellungen, die Florent Robert, der Bruder seines Schwiegervaters Justin Robert, hegte. Doch schließlich erhielt Friedrich ein äußerst günstiges Kaufangebot. Dass es dazu noch gekommen war, dürfte auf den Umstand zurückzuführen sein, dass der älteste Bruder Louis bereits schon seit 1860 tot und Florent Justin, selbst über 80 Jahre, inzwischen sehr krank war. Friedrich hatte das Unternehmen in Oberalm [[1870]] mit sämtlichem Eigentum in Salzburg vom Großhandelshauses Robert & Companie in Wien für 46.528 [[Gulden]] erworben, für einen Pappenstiel, wie er begeistert meinte. |
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| − | Zum Besitz gehörten die Fabrik, die [[Villa Löwenstern|Villa]] samt Garten und Nebengebäuden sowie verschiedene [[Marmor]]<nowiki>brüche</nowiki> in [[Adnet]] und Waldparzellen. Fritz wollte das Marmor-Mosaik herstellen. Deshalb kaufte er die [[Adneter Marmor|Adneter Steinbrüche]] und von Prinz Leopold von Bayern den [[Untersberg]] mit 2680 ha Grund und den drei Marmorbrüchen. Auch das Quellgrundstück für die Wasserversorgung Salzburgs war dabei. Seine Fabrik nannte er ''Freiherr v. Löwenstern`sche Glas-Marmor-Waaren-Fabrik'' zu Oberalm. Er restrukturierte und modernisierte die technische Marmorgewinnungs-Methode. Drei Jahre später, 1873, verkaufte Baron Friedrich v. Löwenstern die Oberalmer Marmorfabrik ''Freiherr v. Löwenstern'sche Glas Mosaik-Marmor Waaren Fabrik zu Oberalm'' für 550.000 Gulden an die Österreichische Bergbahn-Gesellschaft − jedoch ohne die Marmorbrüche und Waldungen. Es war die Zeit der Bankenkrache und Konkurse. Der Käufer konnte die Ratenzahlungen nicht mehr leisten und Fritz kaufte alles wieder für 175.000 Gulden zurück, einschließlich eines Warenlagers im Wert von 158.000 Gulden sowie neu angekaufter Steinbrüche, Waldparzellen und Arbeiter-Wohnungen. Durch die 1871 erfolgte Eröffnung der [[Salzburg-Halleiner-Bahn]] verbesserte sich die verkehrsmäßige Anbindung Oberalms entscheidend. Schon während der Planung dieser Eisenbahnstrecke hatte Friedrich das Projekt tatkräftig unterstützt und schließlich den Baugrund für den [[Hallein Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof]] zu einem günstigen Preis an die Stadt [[Hallein]] verkauft. An dieses Mäzenatentum erinnernd wurde eine Straße beim Bahnhof in Hallein und in Oberalm „[[Baron-Löwenstern-Straße (Hallein)|Baron-Löwenstern-Straße]]“ genannt. Der Gemeinderat von Hallein ernannte ihn zum [[Ehrenbürger der Stadt Hallein|Ehrenbürger]] von Hallein. | + | Zum Besitz gehörten die Fabrik, die [[Villa Löwenstern|Villa]] samt Garten und Nebengebäuden sowie verschiedene [[Marmor]]<nowiki>brüche</nowiki> in [[Adnet]] und Waldparzellen. Fritz wollte das Marmor-Mosaik herstellen. Deshalb kaufte er die [[Adneter Marmor|Adneter Steinbrüche]] und von Prinz Leopold von Bayern den [[Untersberg]] mit 2680 ha Grund und den drei Marmorbrüchen. Auch das Quellgrundstück für die Wasserversorgung Salzburgs war dabei. Seine Fabrik nannte er ''Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken'' zu Oberalm. Er restrukturierte und modernisierte die technische Marmorgewinnungs-Methode. Drei Jahre später, 1873, verkaufte Friedrich Baron v. Löwenstern die Oberalmer Marmorfabrik für 550.000 Gulden an die Österreichische Bergbahn-Gesellschaft − jedoch ohne die Marmorbrüche und Waldungen. Es war die Zeit der Bankenkrache und Konkurse. Der Käufer konnte die Ratenzahlungen nicht mehr leisten und Fritz kaufte alles wieder für 175.000 Gulden zurück, einschließlich eines Warenlagers im Wert von 158.000 Gulden sowie neu angekaufter Steinbrüche, Waldparzellen und Arbeiter-Wohnungen. Durch die [[1871]] erfolgte Eröffnung der [[Salzburg-Halleiner-Bahn]] verbesserte sich die verkehrsmäßige Anbindung Oberalms entscheidend. Schon während der Planung dieser Eisenbahnstrecke hatte Friedrich das Projekt tatkräftig unterstützt und schließlich den Baugrund für den [[Hallein Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof]] zu einem günstigen Preis an die Stadt [[Hallein]] verkauft. An dieses Mäzenatentum erinnernd wurde eine Straße beim Bahnhof in Hallein und in Oberalm „[[Baron-Löwenstern-Straße (Hallein)|Baron-Löwenstern-Straße]]“ genannt. Der Gemeinderat von Hallein ernannte ihn zum [[Ehrenbürger der Stadt Hallein|Ehrenbürger]] von Hallein. |
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| | Die außerordentlichen Leistungen der Oberalmer Werke waren nicht nur im In-, sondern auch im Ausland bekannt geworden. [[Kaiser Franz Joseph]] verlieh ihm, da Baron Friedrich v. Löwenstern Marmor aus österreichischen Steinbrüchen verarbeitete, den hohen Orden der Eisernen Krone. Fritz besaß, neben den Steinbrüchen in Adnet und Untersberg, weitere Steinbrüche. An Großbauten, an denen Baron Friedrich v. Löwenstern mit seiner Fabrik beteiligt war, sind folgende auszugsweise zu nennen: | | Die außerordentlichen Leistungen der Oberalmer Werke waren nicht nur im In-, sondern auch im Ausland bekannt geworden. [[Kaiser Franz Joseph]] verlieh ihm, da Baron Friedrich v. Löwenstern Marmor aus österreichischen Steinbrüchen verarbeitete, den hohen Orden der Eisernen Krone. Fritz besaß, neben den Steinbrüchen in Adnet und Untersberg, weitere Steinbrüche. An Großbauten, an denen Baron Friedrich v. Löwenstern mit seiner Fabrik beteiligt war, sind folgende auszugsweise zu nennen: |
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| − | Wien: Parlament, Justiz-Palast, Universität, Burgtheater, Neues Museum. Bukarest: Moschee. Pest: Stadthaus. Bayern: Schloß Linderhof (König Ludwig II). Ferner: Kirchen, Schlösser, Krankenhäuser, Bäder, Banken, Innen-Einrichtungen unter anderem in Österreich, Deutschland, England ... | + | Wien: Parlament, Justiz-Palast, Universität, Burgtheater, Neues Museum. Bukarest: Moschee. Pest: Stadthaus. Bayern: Schloss Linderhof (König Ludwig II). Ferner: Kirchen, Schlösser, Krankenhäuser, Bäder, Banken, Innen-Einrichtungen unter anderem in Österreich, Deutschland, England ... |
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| | 1887 verkaufte Friedrich Baron v. Löwenstern das gesamte Unternehmen samt den zugehörigen Steinbrüchen an die [[Marmor-Industrie Kiefer GmbH|Marmorindustrie Kiefer AG]] im deutschen Kiefersfelden um 540.000 Mark. | | 1887 verkaufte Friedrich Baron v. Löwenstern das gesamte Unternehmen samt den zugehörigen Steinbrüchen an die [[Marmor-Industrie Kiefer GmbH|Marmorindustrie Kiefer AG]] im deutschen Kiefersfelden um 540.000 Mark. |