| − | Die Geschichte mit den Zeller Seeknödeln hat ihre eigene Bewandtnis und auch die alten Zeller werden sich dieser Dinge nicht mehr recht erinnern können, denn es ist schon sehr lange her, dass die letzten in unserer Gegend gefunden wurden. Gefunden wurden sie am Ufer des Zeller Sees. Kam da eines Sonntags, es war im Sommer 1830, ein junger, städtisch gekleideter Mann an das sumpfige, verschilfte Südwestufer des Zeller Sees, fischte etwas Grünliches aus dem Wasser, drückte es aus, langte nach einer länglichen Blechdose und gab das Zeug hinein. Dann bückte er sich wieder und wieder und es hatte den Anschein, als wollt sich der spaßige Herr den Behälter damit anfüllen. „Was ist das nachher?“, fragte ihn ein Bauer, den die Neugier geplagt hatte, der auf den Fremdling zugegangen war. „Ich sammle Wasserpflanzen, weil ich Botaniker bin.“ „Das ist mir zu gescheit“, erwiderte treuherzig der Einheimische und zog enttäuscht von dannen. Der junge Gelehrte aber, denn ein solcher wollte er zumindest werden, war niemand anderer als der Student der Medizin [[Anton Sauter|Anton Eleutherius Sauter]], der sich auf der Studienreise durch unser Heimatland befand. Zu einer Zeit, in der auch der berühmte Maler [[Friedrich Gauermann]] in Zell weilte und Skizzen für sein bekanntes Bild „Der Zeller Marktplatz“ anfertigte. | + | Die Geschichte mit den Zeller Seeknödeln hat ihre eigene Bewandtnis und auch die alten Zeller werden sich dieser Dinge nicht mehr recht erinnern können, denn es ist schon sehr lange her, dass die letzten in unserer Gegend gefunden wurden. Gefunden wurden sie am Ufer des Zeller Sees. Kam da eines Sonntags, es war im Sommer 1830, ein junger, städtisch gekleideter Mann an das sumpfige, verschilfte Südwestufer des Zeller Sees, fischte etwas Grünliches aus dem Wasser, drückte es aus, langte nach einer länglichen Blechdose und gab das Zeug hinein. Dann bückte er sich wieder und wieder und es hatte den Anschein, als wollt sich der spaßige Herr den Behälter damit anfüllen. „Was ist das nachher?“, fragte ihn ein Bauer, den die Neugier geplagt hatte, der auf den Fremdling zugegangen war. „Ich sammle Wasserpflanzen, weil ich Botaniker bin.“ „Das ist mir zu gescheit“, erwiderte treuherzig der Einheimische und zog enttäuscht von dannen. Der junge Gelehrte aber, denn ein solcher wollte er zumindest werden, war niemand anderer als der Student der Medizin [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Eleutherius Sauter]], der sich auf der Studienreise durch unser Heimatland befand. Zu einer Zeit, in der auch der berühmte Maler [[Friedrich Gauermann]] in Zell weilte und Skizzen für sein bekanntes Bild „Der Zeller Marktplatz“ anfertigte. |