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| | Franz Anton wurde in Madrid geboren. Seine Familie stammt aus altem böhmisch-oberösterreichischem Adel, die Eltern waren der kaiserliche Obersthofmeister Ferdinand Bonaventura Graf Harrach und Johanna Theresia Gräfin Lamberg. | | Franz Anton wurde in Madrid geboren. Seine Familie stammt aus altem böhmisch-oberösterreichischem Adel, die Eltern waren der kaiserliche Obersthofmeister Ferdinand Bonaventura Graf Harrach und Johanna Theresia Gräfin Lamberg. |
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| − | Er studierte am Collegium Germanicum in Rom, wurde [[1685]] [[Domherr]] in Passau, [[Bayern]], und erhielt schließlich [[1687]] ein Salzburger Kanonikat, [[1692]] wurde er [[Domdechant]], [[1702]] Ernennung durch Kaiser Leopold I. zum Bischof von Wien. | + | Er studierte am Collegium Germanicum in Rom, wurde [[1685]] [[Domherr]] in Passau, [[Bayern]], und erhielt schließlich [[1687]] ein Salzburger Kanonikat, [[1692]] wurde er [[Domdechant]] von Passau. [[1702]] folgte die Ernennung durch Kaiser Leopold I. zum Bischof von Wien. |
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| | Am [[19. Oktober]] [[1705]] wurde er Koadjutor des Erzbischofs [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]]. Nach dem Tod von Graf Thun trat er am [[29. Mai]] [[1709]] die Regierung als Salzburger Landesfürst an. | | Am [[19. Oktober]] [[1705]] wurde er Koadjutor des Erzbischofs [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]]. Nach dem Tod von Graf Thun trat er am [[29. Mai]] [[1709]] die Regierung als Salzburger Landesfürst an. |
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| | Unter seiner Herrschaft wurde das [[Schloss Mirabell]] so gründlich erneuert, dass nichts mehr vom ursprünglichen Bau [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrichs]] zu erkennen war. Hervorzuheben ist die vom Bildhauer Georg Raphael Donner herrührende Rokokostiege im Schloss Mirabell. Die pittoresken Zwerge, ursprünglich im barocken "Zwergerlgarten" vor Schloss Mirabell, heute auf der nebenliegenden Wasserbastei aufgestellt, wurden ebenfalls von Harrach in Auftrag gegeben. [[Bild:Zwergerlgarten.jpg|thumb|Ein pittoreker Zwerg, im Auftrag von Harrach angefertigt]] In den Jahren [[1710]] und [[1711]] wurde die [[Alte Residenz]] renoviert. | | Unter seiner Herrschaft wurde das [[Schloss Mirabell]] so gründlich erneuert, dass nichts mehr vom ursprünglichen Bau [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrichs]] zu erkennen war. Hervorzuheben ist die vom Bildhauer Georg Raphael Donner herrührende Rokokostiege im Schloss Mirabell. Die pittoresken Zwerge, ursprünglich im barocken "Zwergerlgarten" vor Schloss Mirabell, heute auf der nebenliegenden Wasserbastei aufgestellt, wurden ebenfalls von Harrach in Auftrag gegeben. [[Bild:Zwergerlgarten.jpg|thumb|Ein pittoreker Zwerg, im Auftrag von Harrach angefertigt]] In den Jahren [[1710]] und [[1711]] wurde die [[Alte Residenz]] renoviert. |
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| − | Außenpolitisch unterstützte er den Kaiser in den Auseinandersetzungen um die Spanische Erbfolge. Das Salzburger Infanterieregiment in der Stärke von 1500 Mann kam bei Freiburg zum Einsatz und marschierte dann zusammen mit dem kaiserlichen Bataillon und einem Hildesheimer Regiment gegen Neuburg am Rhein. Die salzburger Truppen konnten erst nach dem Frieden von Baden/Aargau nach neuneinhalb Jahren Dienst in die Heimat zurückkehren. | + | Außenpolitisch unterstützte er den Kaiser in den Auseinandersetzungen um die Spanische Erbfolge. Das Salzburger Infanterieregiment in der Stärke von 1500 Mann kam bei Freiburg zum Einsatz und marschierte dann zusammen mit dem kaiserlichen Bataillon und einem Hildesheimer Regiment gegen Neuburg am Rhein. Die salzburger Truppen konnten erst nach dem im Jahr [[1714]] geschlossenen Frieden von Baden im Aargau nach neuneinhalb Jahren Dienst in die Heimat zurückkehren. |
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| | Harrach stärkte den Handel mit dem Mittelmeer und ließ Straßen und Handelswege ausbauen. Kaiser Karl VI. trachtete danach, Wien, seit jeher Teil der Salzburger Kirchenprovinz, zum Erzbistum zu erheben. Ein dahin lautender Antrag wurde [[1721]] vom Papst positiv entschieden. | | Harrach stärkte den Handel mit dem Mittelmeer und ließ Straßen und Handelswege ausbauen. Kaiser Karl VI. trachtete danach, Wien, seit jeher Teil der Salzburger Kirchenprovinz, zum Erzbistum zu erheben. Ein dahin lautender Antrag wurde [[1721]] vom Papst positiv entschieden. |
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| | In der [[Salzburger Münze]] ließ er [[1710]] das erste Druckwerk, eine Prägemaschine mit Spindelpresse, aufstellen. Die [[Universität|Salzburger Universität]] hatte regen Zugang, sie wies 836 Hörer auf. Im Jahre [[1711]] kam es allerdings aufgrund der Bestrafung eines Studenten wegen einer Schmähschrift zu einem Studentenstreik gegen den Rektor. Im Mai [[1718]] wurde die erste Jahrhundertfeier der Universität begangen. Gegen Alchemie und Versuche, aus unedlem Metall Gold zu machen, erging ein strenges Mandat. | | In der [[Salzburger Münze]] ließ er [[1710]] das erste Druckwerk, eine Prägemaschine mit Spindelpresse, aufstellen. Die [[Universität|Salzburger Universität]] hatte regen Zugang, sie wies 836 Hörer auf. Im Jahre [[1711]] kam es allerdings aufgrund der Bestrafung eines Studenten wegen einer Schmähschrift zu einem Studentenstreik gegen den Rektor. Im Mai [[1718]] wurde die erste Jahrhundertfeier der Universität begangen. Gegen Alchemie und Versuche, aus unedlem Metall Gold zu machen, erging ein strenges Mandat. |
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| − | Harrach zeichnete sich durch seinen, dem Rokoko zugeneigten Kunstsinn aus und war wegen seiner Leutseligkeit und Wohltätigkeit überaus beliebt. So kam es immer wieder vor, dass er sich, auf den Bänken der Residenz sitzend, mit Bürgern unterhielt. Die Kardinalwürde für seine Person, für die sich König Johann von Polen beim Papst eingesetzt hatte, schlug er aus. Franz Anton war der erste Salzburger Erzbischof, der eine Perücke trug, die vorher Geistlichen verboten war. Sein Wahlspruch war bezeichnend für seine Persönlichkeit. Gerechtigkeit und Güte gaben einander den Bruderkuss. | + | Harrach zeichnete sich durch seinen dem Rokoko zugeneigten Kunstsinn aus und war wegen seiner Leutseligkeit und Wohltätigkeit überaus beliebt. So kam es immer wieder vor, dass er sich, auf den Bänken der Residenz sitzend, mit Bürgern unterhielt. Die Kardinalswürde für seine Person, für die sich König Johann von Polen beim Papst eingesetzt hatte, schlug er aus. Franz Anton war der erste Salzburger Erzbischof, der eine Perücke trug, die vorher Geistlichen verboten war. |
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| | + | Sein Wahlspruch war bezeichnend für seine Persönlichkeit. Gerechtigkeit und Güte gaben einander den Bruderkuss. |
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| | Am [[30. Mai]] [[1721]] bestätigte Harrach die Stiftung eines Benefiziums auf dem [[Radstädter Tauernpass]] im [[Tauernkirchlein]]. | | Am [[30. Mai]] [[1721]] bestätigte Harrach die Stiftung eines Benefiziums auf dem [[Radstädter Tauernpass]] im [[Tauernkirchlein]]. |