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'''Großherzog Ferdinand III. von Toskana''' (* [[6. Mai]] [[1769]] Florenz, Italien, † [[16. Juni]] [[1824 ]] ebenda) war von [[1803]] bis [[1805]] [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]].
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Erzherzog '''Ferdinand''' von Österreich, (* [[6. Mai]] [[1769]] Florenz, Italien, † [[16. Juni]] [[1824 ]] ebenda) war den Großteil seines Lebens '''Großherzog von Toskana''' – als solcher '''Ferdinand III.''' –, jedoch von [[1803]] bis [[1805]] [[Kurfürstentum Salzburg|'''Kurfürst von Salzburg''']].
    
==Leben==
 
==Leben==
Ferdinand wurde als Sohn des damaligen Großherzogs Leopold – des späteren Kaisers Leopold II. – und dessen Gattin Maria Ludovika in Florenz, Italien, geboren. Er war ein Bruder von [[Kaiser Franz II./I.]], Enkel von Kaiserin Maria Theresia und Neffe von Kaiser Joseph II. und wuchs in Florenz im Palazzo Pitti auf. Seine Brüder Franz und Karl wie auch er, als er fünf Jahre alt war, wurden von [[Marchese Federigo Manfredini]] als Lehrer und Erzieher betreut; Manfredini wurde später sein Obersthofmeister und übte auch de facto die Regierung für Ferdinand aus.  
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Ferdinand wurde als Sohn des damaligen Großherzogs Leopold – des späteren Kaisers Leopold II. – und dessen Gattin Maria Ludovika in Florenz, Italien, geboren. Er war ein Bruder von [[Kaiser Franz II./I.]], Enkel von Kaiserin Maria Theresia und Neffe des römisch-deutschen Kaisers Joseph II. und wuchs in Florenz im Palazzo Pitti auf. Seine Brüder Franz und Karl wie auch er, als er fünf Jahre alt war, wurden von [[Marchese Federigo Manfredini]] als Lehrer und Erzieher betreut; Manfredini wurde später sein Obersthofmeister und übte auch de facto die Regierung für Ferdinand aus.  
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Ferdinand sollte der Nachfolger seines Vaters Leopold in der Toskana werden. Doch der frühe Tod von Kaiser Joseph II. von Österreich brachte seinen Vater Leopold auf den Kaiserthron nach Wien, und Ferdinand wurde [[1791]] Regent in der Toskana. 1791 bis [[1799]] setzte Ferdinand als Großherzog von Toskana die ererbte Neutralitätspolitik fort, blieb aber erfolglos: Im März 1799 marschierten die Franzosen in die Toskana ein, was Ferdinand zur Emigration nach Wien zwang. Er verließ das Land, obwohl er bei den Toskanern sehr beliebt war – er hatte nämlich einige Reformen der Französischen Revolution vorweggenommen; dadurch waren die Toskaner nicht wirklich in Revolutionsstimmung.  
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Ferdinand sollte der Nachfolger seines Vaters Leopold in der Toskana werden. Doch der frühe Tod Kaiser Josephs II. brachte seinen Vater Leopold auf den Kaiserthron nach Wien, und Ferdinand wurde [[1791]] regierender Großherzog der Toskana. 1791 bis [[1799]] setzte Ferdinand die ererbte Neutralitätspolitik fort, konnte aber sein Land nicht vor dem Krieg bewahen: Im März 1799 marschierten die Truppen des revolutionären Frankreich in die Toskana ein, was Ferdinand zur Emigration nach Wien zwang. Er musste das Land verlassen, obwohl er bei den Toskanern sehr beliebt war – er hatte nämlich einige Reformen der Französischen Revolution vorweggenommen; dadurch waren die Toskaner nicht wirklich in Revolutionsstimmung.  
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Von 1803 bis 1805 war er dann Kurfürst von [[Altstadt|Salzburg]], wo er im [[Schloss Mirabell]] wohnte. Am [[11. Februar]] 1803 unterzeichnete der in Wien residierende Salzburger Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] seine Abdankungsurkunde, Ferdinand III. die Besitznahmsurkunde für Salzburg, Passau und Berchtesgaden sowie die Instruktion für den Besitznahmskommissär [[Heinrich Freiherr von Crumpipen|Freiherrn von Crumpipen]]. Am [[29. April]] 1803 zog Ferdinand III. in Salzburg ein. Sein Kurfürstentum umfasste Salzburg, [[Berchtesgaden]], einen Teil des Fürstentums Passau und Eichstätt (beide Bayern).  
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Von 1803 bis 1805 war Ferdinand Kurfürst von [[Altstadt|Salzburg]], wo er im [[Schloss Mirabell]] wohnte. Am [[11. Februar]] 1803, an dem der in Wien residierende Salzburger Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] seine Abdankungsurkunde unterzeichnete, unterfertigte Ferdinand III. die Besitznahmsurkunde für Salzburg, Passau und Berchtesgaden sowie die Instruktion für den Besitznahmskommissär [[Heinrich Freiherr von Crumpipen|Freiherrn von Crumpipen]]. Am [[29. April]] 1803 zog Ferdinand III. in Salzburg ein. Sein neues Herrschaftsgebiet umfasste vier bisher geistliche Territorien: des Fürsterzbistums Salzburg, der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], einen Teil des Fürstbistums Passau (Grenzgebiet Mühlviertel/Niederbayern) und jenes des Fürstbistums Eichstätt (heute zu Bayern gehörig).  
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Anfangs war Ferdinand gar nicht von Salzburg begeistert. Der ''höhere Beamte'' Josef Felner schrieb in seinen Aufzeichnungen, dass Ferdinand es sehr bedauere, ''... seine südliche Heimat mit einem nördlichen Kirchengute und einem norischen Bärenland und deutschen Sibirien mit den paradisischen Gefilden Hesperiens zu vertauschen...''<ref>Quelle Büchlein ''Salzburger Volkskultur'', Mai 2004, Beitrag ''Vom Krummstab unter das Scepter eines weltlichen Fürsten'' von Mag. Dr. Sabine Veits-Falk, Seiten&nbsp;22&nbsp;ff</ref>.
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Durch einen Geheimvertrag band sich Ferdinand außenpolitisch und militärisch ganz an seinen kaiserlichen Buder, der ihn im Jahr [[1804]] für sieben Tage in Salzburg besuchte.
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[[1804]] besuchte ihn sein Bruder, Kaiser Franz, für sieben Tage in Salzburg.
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Ferdinand III. wurde 1805 aus Salzburg von den einfallenden Franzosen vertrieben. Er verließ Salzburg am [[18. Oktober]] 1805 und floh nach Wien an den Kaiserhof. Als Entschädigung erhielt er Würzburg als Großherzogtum, wo er ebenfalls nur kurz regierte ([[1806]] - [[1814]]). Durch den bayerisch-österreichischen Staatsvertrag vom [[3. Juni]] [[1814]] (Pariser Konvention) verlor er seine Besitzungen an Bayern. Jedoch erhielt er sein Großherzogtum Toskana zurück, das er sodann bis zu seinem Tode regierte.
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Ferdinand III. wurde dann aber 1805 aus Salzburg von den einfallenden Franzosen vertrieben. Er verließ Salzburg am [[18. Oktober]] 1805 und floh nach Wien an den Kaiserhof. Als Entschädigung erhielt er Würzburg als Großherzogtum, wo er ebenfalls nur kurz regierte ([[1806]] - [[1814]]). Durch den bayerisch-österreichischen Staatsvertrag vom [[3. Juni]] [[1814]] (Pariser Konvention) verlor er seine Besitzungen an Bayern. Er kehrte in das Großherzogtum Toskana zurück.
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Ferdinand war in erster Ehe mit seiner Cousine 1. Grades Marie Louise von Neapel-Sizilien ([[27. Juli]] [[1772]] - [[19. September]] [[1802]]) verheiratet, mit der er sechs Kinder hatte, darunter Großherzog Leopold II. Die zweite Ehe mit Maria Anna von Sachsen  ([[27. Mai]] [[1795]] - [[3. Jänner]] [[1865]]) blieb kinderlos.
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==Ferdinand, persönlich==
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Anfangs war Ferdinand gar nicht von Salzburg begeistert. Er bedauerte es, „seine südliche Heimath mit einem nördlichen Kirchengute, und ein norisches Bärenland und deutsches Sibirien mit den paradiesischen Gefilden Hesperiens zu vertauschen.“<ref> So berichtete Staatsratssekretär [[Josef Felner]] in seiner Denkschrift (Bd. I S. 125 und 125’), hier zitiert nach Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S.^s114. Vgl. die Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Hesperien „Hesperien”]und [http://de.wikipedia.org/wiki/Sibirien „Sibirien”.]</ref>
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Ferdinand zeigte sich leutselig und freundlich gegen jedermann.<ref> Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S. &nbsp;114.</ref>
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Sein Hauptaugenmerk war „auf ... Gerechtigkeitspflege, ... Hebung der Finanzen, des Verkehres, ... Förderung der Wissenschaften und Künste gerichtet. Selbst aufgeklärt und duldsam, suchte er die Parteien zu versöhnen und handhabte auf das gelindeste die Zensur.“<ref>Wurzbach, Constant von; Biographisches Lexicon des Kaiserthums Österreich, VI. Theil (Wien 1867), S.&nbsp;197.</ref>
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Er bemühte sich unermüdlich, sich von Land und Leuten gründliche Kenntnis zu verschaffen und alle Fragen möglichst schnell zu erledigen.<ref>Felner, hier zitiert nach Hintner, ''Josef Felner ''(1997) S.&nbsp;114.</ref>
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Allen Zweigen der Staatsverwaltung schenkte er seine wohltätige Aufmerksamkeit, förderte Kunst und Wissenschaft und erhöhte die Besoldung der Beamten.<ref>[[Benedikt Pillwein]], hier zitiert nach Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S.&nbsp;114.</ref>
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Ferdinand war in erster Ehe mit seiner Cousine 1. Grades Marie Louise von Neapel-Sizilien ([[27. Juli]] [[1772]] - [[19. September]] [[1802]]) verheiratet, mit der er sechs Kinder hatte, darunter Großherzog Leopold II. Die zweite Ehe mit Maria Anna von Sachsen  ([[27. Mai]] [[1795]] - [[3. Jänner]] [[1865]]) blieb kinderlos.
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Ferdinand unmilitärisch, jedoch naturwissenschaftlich interessiert und musisch, liebte die Musik und die Jagd.  
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Ferdinand war naturwissenschaftlich interessiert und musisch, aber unmilitärisch. Obwohl er zeitlebens zurückhaltend war, konnte er doch beim Verfolgen seiner Ansprüche sehr beharrlich sein.
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Obwohl er zeitlebens zurückhaltend war, konnte er doch beim Verfolgen seiner Ansprüche sehr beharrlich sein.
    
== Kinder ==
 
== Kinder ==
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<tr><td>Franz Leopold <td> [[15. Dezember]] [[1794]] <td> Florenz <td> [[18. Mai]] [[1800]]  <td> Wien
 
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<tr><td>Leopold Joseph Johann Franz Ferdinand Karl "Leopold&nbsp;II." <td> [[3. Oktober]] [[1797]]  <td> Florenz <td> [[29. Jänner]] [[1870]]  <td> Rom
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<tr><td>Leopold Joseph Johann Franz Ferdinand Karl „Leopold&nbsp;II.<td> [[3. Oktober]] [[1797]]  <td> Florenz <td> [[29. Jänner]] [[1870]]  <td> Rom
    
<tr><td>Maria Luisa Josepha Christina Rosa <td>  [[30. August]] [[1799]]  <td> Florenz <td> [[15. Juni]] [[1857]]  <td> Florenz
 
<tr><td>Maria Luisa Josepha Christina Rosa <td>  [[30. August]] [[1799]]  <td> Florenz <td> [[15. Juni]] [[1857]]  <td> Florenz
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* [http://www.kaisergruft.at/anhang/ferdi3.htm Kaisergruft Wien]
 
* [http://www.kaisergruft.at/anhang/ferdi3.htm Kaisergruft Wien]
 
* [http://www.kaisergruft.at/kaisergruft/linietoskana.htm Nebenlinie der Toskana]
 
* [http://www.kaisergruft.at/kaisergruft/linietoskana.htm Nebenlinie der Toskana]
* ''Salzburg Chronik'', Pert Peternell, [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], Salzburg - Stuttgart
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* ''Salzburg Chronik'', Pert Peternell, [[Verlag "Das Bergland-Buch]], Salzburg - Stuttgart
 
* Salzburgwiki-Artikel [[Heinrich Freiherr von Crumpipen]]
 
* Salzburgwiki-Artikel [[Heinrich Freiherr von Crumpipen]]
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* Hanna Hintner: Joseph Philipp Felner (1769-1850) als Staatsmann, Historiker und Mensch, Phil. Diss., Wien 1967. S.&nbsp;114–116: Charakterskizzen von Kurfürst Ferdinand und Minister Manfredini.
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*Büchlein ''Salzburger Volkskultur'', Mai 2004, Beitrag ''Vom Krummstab unter das Scepter eines weltlichen Fürsten'' von Sabine Veits-Falk, S.&nbsp;22&nbsp;ff.
 
* [http://genealogy.euweb.cz/habsburg/habsburg5.html Genealogie der Habsburger]
 
* [http://genealogy.euweb.cz/habsburg/habsburg5.html Genealogie der Habsburger]