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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| − | Ein achtbarer und engagierter Fürstlich Salzburgischer [[Pfleger|Landpfleger]] war Ludwig Gottfried von Moll, dem im [[1755]] bis [[1777]] errichteten Pflegegerichtsgebäude zu [[Thalgau]] seine Frau Leopoldine, geborene Freiin [[Hieronymus Christani von Rall|Christani von Rall]], den Sohn Carl Maria Ehrenbert gebar. Ludwig Gottfried von Moll wurde 1789 von Kaiser Josef II. in den Freiherrenstand erhoben. | + | Ein achtbarer und engagierter Fürstlich Salzburgischer [[Pfleger|Landpfleger]] war Ludwig Gottfried von Moll, dem im [[1755]] bis [[1757]] errichteten [[Bezirksgericht Thalgau|Pfleggerichtsgebäude zu Thalgau]] seine Frau Leopoldine, geborene Freiin [[Hieronymus Cristani von Rall|Christani von Rall]], den Sohn Carl Maria Ehrenbert gebar. Ludwig Gottfried von Moll wurde 1789 von Kaiser Josef II. in den Freiherrenstand erhoben. |
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| | Seine Jugend verbrachte Carl Ehrenbert im [[Zillertal]]. Ab [[1773]] erhielt er eine Ausbildung an der Ritterakademie [[Kremsmünster]], [[Oberösterreich]], wo er auch einer der begabtesten Schüler von [[Placidus Fixlmillner]], Wart der [[Sternwarte Kremsmünster]] war. Ab 1780 studierte von Moll dann an der [[Universität Salzburg]] Rechtswissenschaften. | | Seine Jugend verbrachte Carl Ehrenbert im [[Zillertal]]. Ab [[1773]] erhielt er eine Ausbildung an der Ritterakademie [[Kremsmünster]], [[Oberösterreich]], wo er auch einer der begabtesten Schüler von [[Placidus Fixlmillner]], Wart der [[Sternwarte Kremsmünster]] war. Ab 1780 studierte von Moll dann an der [[Universität Salzburg]] Rechtswissenschaften. |
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| | ====Aufklärerische Jugendschriften==== | | ====Aufklärerische Jugendschriften==== |
| − | [[1783]] veröffentlichte er die anonyme Schrift „So machs ich mit den Mönchen“, in der er die Volksverdummung und Geschäftemacherei mit dem Verkauf von Gegenmitteln gegen Hexerei durch die Tamsweger Kapuzinermönche angriff. [[1784]] erschien seine Schmähschrift wider die Contravertisten, die einen Hirtenbrief des Fürsterzbischofs Hieronymus Graf Colloredo kritisierten. | + | [[1783]] veröffentlichte er die anonyme Schrift „So machs ich mit den Mönchen“, in der er die Volksverdummung und Geschäftemacherei mit dem Verkauf von Gegenmitteln gegen Hexerei durch die [[Tamsweg]]er Kapuzinermönche angriff. |
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| | + | [[1784]] erschien seine Schmähschrift wider die Contravertisten, die einen Hirtenbrief des Fürsterzbischofs Hieronymus Graf Colloredo kritisierten. |
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| | ====Moll als Naturforscher ==== | | ====Moll als Naturforscher ==== |
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| − | 1783 ließ Moll seine zweibändige Studie über Insekten nach dem Linneeschen Vorbild erscheinen. Durch diese Arbeit wurde er Mitglied der angesehenen Berliner „Gesellschaft Naturforschender Freunde" und auf die Empfehlung [[Lorenz Hübner|Hübners]], gemeinsam mit [[Judas Thaddäus Zauner|Zauner]], Mitglied in der Burghausener „Sittlich-Ökonomischen Sozietät“. | + | 1783 ließ Moll seine zweibändige Studie über Insekten nach dem Linnéschen Vorbild erscheinen. Durch diese Arbeit wurde er Mitglied der angesehenen Berliner „Gesellschaft Naturforschender Freunde" und auf die Empfehlung [[Lorenz Hübner|Hübners]], gemeinsam mit [[Judas Thaddäus Zauner|Zauner]], Mitglied in der Burghausener „Sittlich-Ökonomischen Sozietät“. |
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| | Moll war eng mit dem bayerischen Botaniker und Insektenforscher Franz von Paula Schrank befreundet. Gemeinsam publizierten sie [[1785]] die zweibändigen „Naturhistorischen Briefe über Oesterreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden“. Moll beschrieb darin Teile des Erzstifts, vor allem auch das ihm vertraute Zillertal. Das Werk fand auch im Ausland große Anerkennung und gab den Anstoß zur Erforschung der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Salzburger Landeskunde]]. | | Moll war eng mit dem bayerischen Botaniker und Insektenforscher Franz von Paula Schrank befreundet. Gemeinsam publizierten sie [[1785]] die zweibändigen „Naturhistorischen Briefe über Oesterreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden“. Moll beschrieb darin Teile des Erzstifts, vor allem auch das ihm vertraute Zillertal. Das Werk fand auch im Ausland große Anerkennung und gab den Anstoß zur Erforschung der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Salzburger Landeskunde]]. |
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| | Moll war auch ein eifriger Sammler. | | Moll war auch ein eifriger Sammler. |
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| − | In den [[1790er]]-Jahren war Molls naturhistorische Sammlung SO umfangreich geworden, dass er zu ihrer Unterbringung das [[Schloss Neudeck|Landgut Neudeck]], ein dreistöckiges Haus im äußeren [[Nonntal]], ankaufen musste. Die Sammlung war damals schon viel besucht und so berühmt, dass selbst Persönlichkeiten wie [[Alexander von Humboldt]] und Erzherzog Johann nach Salzburg kamen, um Molls Naturalienkabinett zu besichtigen. Der Erzherzog wurde beim Besuch der Sammlung angeregt, ein ähnliches Naturkundemuseum zu errichten. Die Sammlung umfasste u.a. ein aus 2000 Arten bestehendes Herbarium, eine Mineraliensammlung, heimische und fremde Hölzer, eine große Insektensammlung, Skelette tierischer und menschlicher Missbildungen sowie eine kulturhistorischen Abteilung. | + | In den [[1790er]]-Jahren war Molls naturhistorische Sammlung so umfangreich geworden, dass er zu ihrer Unterbringung das [[Schloss Neudeck|Landgut Neudeck]], ein dreistöckiges Haus im äußeren [[Nonntal]], ankaufen musste. Die Sammlung war damals schon viel besucht und so berühmt, dass selbst Persönlichkeiten wie [[Alexander von Humboldt]] und Erzherzog Johann nach Salzburg kamen, um Molls Naturalienkabinett zu besichtigen. Der Erzherzog wurde beim Besuch der Sammlung angeregt, ein ähnliches Naturkundemuseum zu errichten. Die Sammlung umfasste u.a. ein aus 2000 Arten bestehendes Herbarium, eine Mineraliensammlung, heimische und fremde Hölzer, eine große Insektensammlung, Skelette tierischer und menschlicher Missbildungen sowie eine kulturhistorischen Abteilung. |
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| − | Nachdem im Dezember 1800 die Franzosen Salzburg besetzt hatte, musste Moll seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. | + | Nachdem im Dezember 1800 die Franzosen Salzburg besetzt hatten, musste Moll seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. |
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| | Nachdem Moll 1804 nach München übersiedelt war, verbrachte er 1805 seine Sammlungen – 80.000 Bücher und 5000 Mineralienstücke, ein Herbarium von 2000 Exponaten, eine 62-bändige Porträtsammlung und 269 Kupfer – nach München. In den Jahren 1807 bis 1824 übersiedelte er sie in Teilen in das von ihm gepachteten aufgehobenen Kloster Fürstenfeldbruck (südwestlich von München). | | Nachdem Moll 1804 nach München übersiedelt war, verbrachte er 1805 seine Sammlungen – 80.000 Bücher und 5000 Mineralienstücke, ein Herbarium von 2000 Exponaten, eine 62-bändige Porträtsammlung und 269 Kupfer – nach München. In den Jahren 1807 bis 1824 übersiedelte er sie in Teilen in das von ihm gepachteten aufgehobenen Kloster Fürstenfeldbruck (südwestlich von München). |