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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Dr. [[Eduard Paul Tratz]] gründete [[1924]] das ''Haus der Natur'' als "Erlebniswelt". Somit wird das Museum in wenigen Jahren sein hundertjähriges Jubiläum feiern. Zunächst war das ''Haus der Natur'' in einem Teil des heutigen [[Haus für Mozart|Hauses für Mozart]] untergebracht gewesen. Historisch bedeutsam sind aber die sieben Jahr dauernde [[NS-Zeit]]. Daher wird auf die Jahrzehnte des Aufbaues abseits der NS-Zeit hier nicht näher eingegangen. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] leitete [[1945]] bis [[1949]] interimistisch [[Maximilian Piperek]] das ''Haus der Natur'', bis wieder Eduard Paul Tratz die Leitung übernahm. Aufgrund des Baus des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] musste [[1956]] das ''Haus der Natur'' von den Räumen an der [[Hofstallgasse]] in ein Gebäude umziehen, das ursprünglich zum alten [[Ursulinenkloster]] nahe der [[Salzach]] gehörte. [[1976]] wurde [[Professor|Prof]]. DDr. h.c. [[Eberhard Stüber]] zum Leiter bestellt. Mit [[1. Juli]] [[2009]] übernahm [[Norbert Winding]] dieses Amt. [[2008]] begann man mit einem Umbau der ehemaligen Räume des Salzburger Museums Carolino-Augusteum (jetzt: [[Salzburg Museum]]). Am [[26. Juni]] [[2009]] wurde das neu gestaltete und erweiterte Haus der Natur wieder eröffnet. Der Umbau führte [[2010]] zu einem Besucherrekord von 366 678 Besuchern. In den Jahren davor waren es zwischen 250 000 und 300 000 gewesen. | + | Dr. [[Eduard Paul Tratz]] gründete [[1924]] das ''Haus der Natur'' als "Erlebniswelt". Somit wird das Museum in wenigen Jahren sein hundertjähriges Jubiläum feiern. Zunächst war das ''Haus der Natur'' in einem Teil des heutigen [[Haus für Mozart|Hauses für Mozart]] untergebracht gewesen. Historisch bedeutsam sind aber die sieben Jahr dauernde [[NS-Zeit]]. Daher wird auf die Jahrzehnte des Aufbaues abseits der NS-Zeit hier nicht näher eingegangen. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] leitete [[1945]] bis [[1949]] interimistisch [[Maximilian Piperek]] das ''Haus der Natur'', bis wieder Eduard Paul Tratz die Leitung übernahm. Aufgrund des Baus des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] musste [[1956]] das ''Haus der Natur'' von den Räumen an der [[Hofstallgasse]] in ein Gebäude umziehen, das ursprünglich zum alten [[Ursulinenkloster]] nahe der [[Salzach]] gehörte. [[1976]] wurde [[Professor|Prof]]. DDr. h.c. [[Eberhard Stüber]] zum Leiter bestellt. Mit [[1. Juli]] [[2009]] übernahm [[Norbert Winding]] dieses Amt. [[2008]] begann man mit einem Umbau der ehemaligen Räume des Salzburger Museums Carolino-Augusteum (jetzt [[Salzburg Museum]]). Am [[26. Juni]] [[2009]] wurde das neu gestaltete und erweiterte Haus der Natur wieder eröffnet. Der Umbau führte [[2010]] zu einem Besucherrekord von 366 678 Besuchern. In den Jahren davor waren es zwischen 250 000 und 300 000 gewesen. |
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| | === Das Haus der Natur in der NS-Zeit === | | === Das Haus der Natur in der NS-Zeit === |
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| | Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von 1939 bis 1945 untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß daher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu indentifizieren.</ref>. | | Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von 1939 bis 1945 untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß daher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu indentifizieren.</ref>. |
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| − | Tratz als Museumsleiter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem auch drei Quellen genutzt, um zu neuen Objekten für Salzburg zu kommen: Er nutzte beschlagnahmte Bestände kirchlicher Einrichtungen, beteiligte sich an Raubzügen in besetzten Gebieten und profitierte von Arisierungen naturwissenschaftlicher Sammlungen. So wurde 1938 die Schulbibliothek des kirchlichen Salzburger [[Borromäum]]s enteignet, 1939 die Missionsschwestern Hl. Petrus Claver Sodalität (Maria Sorg), die in Salzburg eine kleine Afrikaammlung besaßen. Im Jahr 1939 nahm Tratz am "Kommando Paulsen" des Ahnenerbes in Krakau und Warschau teil. Einige Objekte des Anatomischen Instituts und des Naturhistorischen Museums in Warschau gingen nach Salzburg. | + | Tratz als Museumsleiter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem auch drei Quellen genutzt, um zu neuen Objekten für Salzburg zu kommen: Er nutzte beschlagnahmte Bestände kirchlicher Einrichtungen, beteiligte sich an Raubzügen in besetzten Gebieten und profitierte von Arisierungen naturwissenschaftlicher Sammlungen. So wurde 1938 die Schulbibliothek des kirchlichen Salzburger [[Borromäum]]s enteignet, 1939 die [[Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver]] ([[Missionshaus Maria Sorg der St. Petrus Claver Sodalität|Missionshaus Maria Sorg]]), die in Salzburg eine kleine Afrikasammlung besaßen. Im Jahr 1939 nahm Tratz am "Kommando Paulsen" des Ahnenerbes in Krakau und Warschau teil. Einige Objekte des Anatomischen Instituts und des Naturhistorischen Museums in Warschau gingen nach Salzburg. |
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| | Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der Ukraine, in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem Zweiten Weltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums. | | Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der Ukraine, in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem Zweiten Weltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums. |