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=== 2018-2019 ===
 
=== 2018-2019 ===
2018 hatte es 3,141 Millionen Übernachtungen in der Stadt Salzburg gegeben (ein Plus von 3,2 Prozent). Bei den Ankünften wurden 1,8 Millionen gezählt (plus 3,6 Prozent). Bis einschließlich Juli liegen die Zahlen für 2019 ebenso vor: 1&nbsp;033&nbsp;604 Ankünfte (+3,1 %) und 1&nbsp;780&nbsp;193 Übernachtungen (+3,8 %). Die Bettenauslastung stieg auf 60 Prozent.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/politik/salzburg-politstreit-wegen-neuer-rekordzahlen-im-staedtischen-tourismus-75354298  27. August 2019]</ref>
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2018 hatte es 3,141&nbsp;005 Übernachtungen in der Stadt Salzburg gegeben (ein Plus von 3,2 Prozent). Bei den Ankünften wurden 1,821&nbsp;303 gezählt (plus 3,6 Prozent). Bis einschließlich Juli liegen die Zahlen für 2019 ebenso vor: 1,033&nbsp;604 Ankünfte (+3,1 %) und 1,780&nbsp;193 Übernachtungen (+3,8 %). Die Bettenauslastung stieg auf 60 Prozent.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/politik/salzburg-politstreit-wegen-neuer-rekordzahlen-im-staedtischen-tourismus-75354298  27. August 2019]</ref>
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Seit 2002 hat sich die Zahl der Nächtigungen in der Stadt Salzburg fast verdoppelt. Die Zahl der Hotelbetten stieg um 31 Prozent. Die Auslastung lag zuletzt bei 61 Prozent.<ref>Salzburger Nachrichten, Lokalteil, 18.01.2019, siehe Grafik 2000-2018</ref>
    
== Bettenzahl ==  
 
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== Gesamtjahresdaten ==
 
== Gesamtjahresdaten ==
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* 2015: 2,710&nbsp;471
 
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* 2016: 2,828&nbsp;871
* 2018: 3,141 Mio.
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* 2018: 3,141&nbsp;005
 
Quelle: Tourismus Salzburg GmbH "Tourismus in Zahlen"
 
Quelle: Tourismus Salzburg GmbH "Tourismus in Zahlen"
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2012 kam dann noch die [[Altstadtsperre]] hinzu, die die Gemüter sehr erhitzte.
 
2012 kam dann noch die [[Altstadtsperre]] hinzu, die die Gemüter sehr erhitzte.
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=== ''Overtourism'' ===
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==== Was ist ''Overtourism''? ====
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Das Überfluten eines Ortes mit Touristen, so genannter ''Overtourism'' - ''Überfremdenverkehr'', ist seit etwa 2017 ein großes Thema für die Tourismusbranche. Dass sich Einheimische über ''Overtourism'' aufregen, tritt mittlerweile immer häufiger auf. So wehrt sich zunehmend die Bevölkerung im spanischen Barcelona, im portugiesischen Lissabon, im kroatischen Dubrovnik oder im italienischen Venedig, ja sogar im oberösterreichischen [[Hallstatt]] gegen das Anschwellen von Touristenströmen.
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Bei ''Overtourism'' geht es darum, dass eine immer größere Anzahl von Besuchern in eine Stadt kommt, bevorzugt nur in die Innen- oder Altstadt, und nur kurz bis sehr kurz dort verweilt. Meist haben sie keine Zeit, um größere Geldbeträge auszugeben und kaufen Dinge, die ihnen entlang der Hauptwege angeboten werden. Auch Instagram, Facebook &amp; Co. sorgen für Unmut bei der heimischen Bevölkerung, da viele für ein "besonderes" Foto keinen Halt mehr kennen und über Absperrungen klettern oder dafür in private Bereiche eindringen.
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Eine 2019 veröffentlichte Studie der Internationalen Hochschule IUBH in Bad Honnef (bei Bonn), Deutschland, hatte herausgefunden, dass eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten sagte, auch wenn ein Urlaubsziel von ''Overtourism'' betroffen ist, würden sie sich nicht davon abhalten lassen, dorthin zu reisen.<ref>Quelle [https://www.fvw.de/destination/news/hochschulstudie-overtourism-schreckt-urlauber-nicht-ab-203018 www.fvw.de/destination/news/hochschulstudie www.fvw.de], fvw, 2019, nur für Abonnenten abrufbar</ref>
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==== ''Overtourism'' in der Stadt Salzburg ====
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Schaut man in das Archiv der [[Salzburger Nachrichten]], so findet man bereits mehr als 60 Artikel, die sich mit ''Overtourisme'' befassen, vor allem in der Stadt Salzburg. Unter anderen Beiträgen ging die SN-Journalistin [[Birgitta Schörghofer]] in ihrem Beitrag vom 2. Juli 2019 unter dem Titel "Stinkefinger gegen Touristen - was man dagegen tun kann" diesem Problem nach.<ref>Quelle Salzburger Nachrichten vom [https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/stinkefinger-gegen-touristen-was-man-dagegen-tun-kann-72858265 2. Juli 2019]</ref> Für andere Beiträge muss nun dieses Wort auch herhalten, wie im Beitrag von [[Gerald Stoiber]] am 26. Juli 2019 unter dem Titel "Eine Ouverture mit Overtourism". Er schreibt darin über einen Festspielabend in der ausverkauften Salzburger [[Kollegienkirche]]. Das Konzert hatte schon begonnen, als eine Gruppe von Asiaten hinten noch aus der Kirche gelotst wurde. Und er hatte beobachtet, dass unmittelbar vor der Pause schon die Ersten wieder da, die mit ihren Handys gleich filmten. Abschließend fragt Stoiber, ob man sich als zahlender Besucher fragt, ob man das in einer Tourismusstadt auch noch hinnehmen muss?<ref>Quelle Salzburger Nachrichten vom [https://www.sn.at/kolumne/spitze-feder/eine-ouverture-mit-overtourism-73954648 26. Juli 2019]</ref>
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Ein Leserbriefschreiber meint gar ''Overtourism'' auch außerhalb der vielbesuchten Städtedestinationen zu finden, wie man anhand verstopfter Autobahnen, knapper werdender Flughafenkapazitäten oder überfüllter Strände und Skipisten leicht ausmachen kann.<ref>Quelle Salzburger Nachrichten vom [https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/overtourism-im-snowspace-75666991 31. August 2019], "Overtourism im Snowspace"</ref>
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Von der Zunahme von Aggressionen gegen Besucher berichtete SN-Journalistin [[Stefanie Schenker]] in der Ausgabe vom 2. Juli 2019. Touristengruppen blockieren Brücken, Gassen oder Plätze. Inez Reichl-de Hoogh, Sprecherin der [[Fremdenführer|Salzburger Fremdenführer]], berichtet von einem Radfahrer, der mit gestrecktem Mittelfinger durch eine Gruppe italienischer Schüler gerast sei.
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Es waren 2019 politische Stimmen laut geworden, die nach einer Eintrittsgebühr für jeden Besucher in die Innenstadt von Salzburg gerufen hatten. Einerseits ist dies wohl organisatorisch nicht umsetzbar, andererseits meinen Fremdenverkehrsexperten, dass sich so alleine die Besucherströme nicht verhindern ließen.
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==== Salzburg soll seine Gäste mehr lieben ====
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Das meint [[Erich Egger]], Chef der [[Zell am See|Zeller]] [[Schmittenhöhebahn AG|Schmittenhöhebahnen]]  und warnt vor "Gäste-Bashing". Er möchte nicht, dass die Gäste glauben, dass wir sie nicht wollen. Jeder einzelne Gast ist bei ihnen im [[Pinzgau]] herzlich willkommen. ''Bashing''  ist ein englisches Wort und bedeutet „öffentliche Beschimpfung".<ref>Quelle {{wikipedia-de|Bashing|Bashing}}</ref> 150 Millionen Euro investierten Salzburgs Seilbahnunternehmen 2019 in neue Lifte und die Verbesserung und Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur. In den Gebirgsgauen sei noch Bedarf an neuen Betten und zusätzlichen Hotels, was neue Arbeitsplätze schaffen würde, so Egger. Hier prallen also bereits wirtschaftliche Interessen mit der Forderung nach mehr Lebensqualität für Einheimische aufeinander.<ref>Quelle Salzburger Nachrichten vom 24. September 2019</ref>
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== Siehe auch ==
 
== Siehe auch ==
 
* [[Diskussion:Fremdenverkehr Stadt Salzburg]]
 
* [[Diskussion:Fremdenverkehr Stadt Salzburg]]