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| − | [[Datei:Neptunsbrunnen am Max-Reinhard-Platz.jpg|thumb|Wilde-Mann-Brunnen, um 1620]] | + | [[Datei:Neptunsbrunnen am Max-Reinhard-Platz.jpg|thumb|Wilde-Mann-Brunnen, um 1620]]{{googlemapsort|Max-Reinhard-Platz+5020+Salzburg}} |
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| | [[Datei:Wilde Mann Plastik mit Wappen der Stadt Salzburg am Wilde-Mann-Brunnen.jpg|thumb|Wilde Mann Plastik mit dem [[Wappen der Stadt Salzburg]]]] | | [[Datei:Wilde Mann Plastik mit Wappen der Stadt Salzburg am Wilde-Mann-Brunnen.jpg|thumb|Wilde Mann Plastik mit dem [[Wappen der Stadt Salzburg]]]] |
| | [[Datei:Neptun Brunnen Wilder Mann.jpg|thumb|Brunnenfigur (gestaltet um 1620, heute nächst dem [[Max-Reinhardt-Platz]]]] | | [[Datei:Neptun Brunnen Wilder Mann.jpg|thumb|Brunnenfigur (gestaltet um 1620, heute nächst dem [[Max-Reinhardt-Platz]]]] |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Als Anfang des [[17. Jahrhundert]]s der [[Hagenauerplatz|Löchlplatz]] für die Abhaltung des [[Salzburger Fischmarkt|Fischmarktes]] zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg<ref>unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister (1611 – 1636)]] [[Kaspar Hahn]] († 1636)</ref> den Fischmarkt an den [[Gries]], dem heutigen [[Ferdinand-Hanusch-Platz]], vor die [[Alte Thürnitz]], wobei der [[Löchlbrunnen]] mit den alten Fischbecken zuerst noch am Löchlplatz verblieb, dann aber im Raum des heutigen Hanuschplatzes aufgestellt wurde. | + | Als Anfang des [[17. Jahrhundert]]s der [[Hagenauerplatz|Löchlplatz]] für die Abhaltung des [[Salzburger Fischmarkt|Fischmarktes]] zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg<ref>unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister (1611–1636)]] [[Kaspar Hahn]] († 1636)</ref> den Fischmarkt an den [[Gries]], dem heutigen [[Ferdinand-Hanusch-Platz]], vor die [[Alte Thürnitz]], wobei der [[Löchlbrunnen]] mit den alten Fischbecken zuerst noch am Löchlplatz verblieb, dann aber im Raum des heutigen Hanuschplatzes aufgestellt wurde. |
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| | Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen Brunnen entwarf vermutlich [[Santino Solari]], die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister [[Martin Pfenninger]] aus [[Himmelreich]]. Dieser schuf [[1620]] das quadratische Marmorbecken, in dessen Mitte eine Marmorsäule steht, aus deren Basis vier Speier fließendes Wasser sprudeln lassen. Weitere Wasserspeier sind an den Beckenwänden vorhanden und lassen das Wasser in tiefer liegende Flachbecken rinnen. Auf der Säule steht eine Brunnenfigur, ein furchteinflößender ''Wappenhüter'', der in seiner Rechten drohend eine an einen Dreizack erinnernde lange Keule hält, mit seiner Linken stolz das ''Recht der Stadt über den Fischmarkt'' ausdrückende [[Salzburger Stadtwappen]].<ref>Herbert Dorn: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg'', Salzburg 1996, S. 8f</ref> | | Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen Brunnen entwarf vermutlich [[Santino Solari]], die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister [[Martin Pfenninger]] aus [[Himmelreich]]. Dieser schuf [[1620]] das quadratische Marmorbecken, in dessen Mitte eine Marmorsäule steht, aus deren Basis vier Speier fließendes Wasser sprudeln lassen. Weitere Wasserspeier sind an den Beckenwänden vorhanden und lassen das Wasser in tiefer liegende Flachbecken rinnen. Auf der Säule steht eine Brunnenfigur, ein furchteinflößender ''Wappenhüter'', der in seiner Rechten drohend eine an einen Dreizack erinnernde lange Keule hält, mit seiner Linken stolz das ''Recht der Stadt über den Fischmarkt'' ausdrückende [[Salzburger Stadtwappen]].<ref>Herbert Dorn: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg'', Salzburg 1996, S. 8f</ref> |
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| | == Brunnenfigur == | | == Brunnenfigur == |
| | Die Brunnenfigur stellt einen „Wilden Mann“ dar,<ref>nach diesem Brunnen ist auch das [[Gasthaus zum wilden Mann]] benannt</ref> einen ''Schildhalter'' oder ''Hüter'' des Salzburger Stadtwappens. Diese aus Kupferblech getriebene Plastik stammt aus dem Jahr [[1611]]. Einige deuten ihn als Tattermann, | | Die Brunnenfigur stellt einen „Wilden Mann“ dar,<ref>nach diesem Brunnen ist auch das [[Gasthaus zum wilden Mann]] benannt</ref> einen ''Schildhalter'' oder ''Hüter'' des Salzburger Stadtwappens. Diese aus Kupferblech getriebene Plastik stammt aus dem Jahr [[1611]]. Einige deuten ihn als Tattermann, |
| − | <ref>http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19370508&query=%22wilde-mann%22+%22brunnen%22&ref=anno-search&seite=16 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 8. Mai 1937 Der Salzburger Fischbrunnen</ref>, andere sehen eine keltische Gottheit, möglichweise den Flussgott ''[[Iuvavum#Name|Iuvarus]].'' | + | <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19370508&query=%22wilde-mann%22+%22brunnen%22&ref=anno-search&seite=16 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 8. Mai 1937, Der Salzburger Fischbrunnen</ref>, andere sehen eine keltische Gottheit, möglicherweise den Flussgott ''[[Iuvavum#Name|Iuvarus]].'' |
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| | Von November 2011 bis Mai 2012 wurde sie in der Werkstatt der Metallrestauratorin Elisabeth Krebs in Wien um 100.000 Euro restauriert. 35.000 Euro zahlte das Bundesdenkmalamt, 65.000 Euro die Stadt Salzburg. Das mehrmalige Umsetzen der Plastik im Laufe der Zeit hatten Spuren hinterlassen: viele Blätter des ‚Kleides‘ des Wilden Mannes waren abgebrochen, ein ‚Fuß‘ war zur Fixierung am Steinsockel flachgedrückt gewesen und drei ‚Zehen‘ fehlten ihm überhaupt. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde die überraschende Entdeckung gemacht, dass der ''Wilde Mann'' einst bunt bemalt gewesen sein muss. | | Von November 2011 bis Mai 2012 wurde sie in der Werkstatt der Metallrestauratorin Elisabeth Krebs in Wien um 100.000 Euro restauriert. 35.000 Euro zahlte das Bundesdenkmalamt, 65.000 Euro die Stadt Salzburg. Das mehrmalige Umsetzen der Plastik im Laufe der Zeit hatten Spuren hinterlassen: viele Blätter des ‚Kleides‘ des Wilden Mannes waren abgebrochen, ein ‚Fuß‘ war zur Fixierung am Steinsockel flachgedrückt gewesen und drei ‚Zehen‘ fehlten ihm überhaupt. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde die überraschende Entdeckung gemacht, dass der ''Wilde Mann'' einst bunt bemalt gewesen sein muss. |
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| | * {{Quelle Heimatkunde Hübl}} | | * {{Quelle Heimatkunde Hübl}} |
| | * {{Quelle SN|11. Mai 2012}} | | * {{Quelle SN|11. Mai 2012}} |
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| | == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |
| | <references/> | | <references/> |