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| | ==Lage== | | ==Lage== |
| − | Kasern liegt am rechten [[Salzach]]ufer im äußersten Norden der Stadt Salzburg, wobei hier die Stadtgrenze zwischen den Gemeinden [[Bergheim|Bergheim]] und [[Hallwang]] verläuft. Die Grenze gegen [[Itzling]] hin bildet die [[Westautobahn|Autobahn]]. Kasern setzt sich außerhalb der Stadt in der [[Lengfeldensiedlung]] der Gemeinde Bergheim fort. | + | Kasern liegt am rechten [[Salzach]]ufer im äußersten Norden der Stadt Salzburg, wobei hier die Stadtgrenze zwischen den Gemeinden [[Bergheim]] und [[Hallwang]] verläuft. Die Grenze zum Salzburger Stadtteil [[Itzling]] hin bildet die [[Westautobahn]]. Kasern setzt sich außerhalb der Stadt in der [[Lengfeldensiedlung]] der Gemeinde Bergheim fort. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | | + | [[Bild:Radeck Kapelle.jpg|thumb|Kapelle in Radeck]] |
| − | [[Bild:Radeck Kapelle.jpg|thumb|250px|Kapelle in Radeck]] | |
| | [[Datei:Radeck Pano 21.10.09.jpg|thumb| Radeck Kapelle und ehem. Schloss]] | | [[Datei:Radeck Pano 21.10.09.jpg|thumb| Radeck Kapelle und ehem. Schloss]] |
| | [[Datei:Radeckblick nach Söllheim.jpg|thumb|Ansicht des Gewerbegebietes Kasern von Radeck aus]] | | [[Datei:Radeckblick nach Söllheim.jpg|thumb|Ansicht des Gewerbegebietes Kasern von Radeck aus]] |
| | [[Datei:Gewerbegebiet Kasern.jpg|thumb|Gewerbegebiet Kasern (Bildmitte), vom Gaisberg aus fotografiert]] | | [[Datei:Gewerbegebiet Kasern.jpg|thumb|Gewerbegebiet Kasern (Bildmitte), vom Gaisberg aus fotografiert]] |
| − | Zum Namen: Kasern leitet sich von einem indogermanischen Stammwort ab, der auch im lateinischen casa = Haus erhalten ist. | + | Zum Namen: Kasern leitet sich von einem indogermanischen Stammwort ab, der auch im lateinischen ''casa = Haus'' erhalten ist. |
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| − | Bis ins späte [[19. Jahrhundert]] standen in dem heutigen Industrieareal nur wenige verstreute Bauerngüter am Hangfuß des [[Plainberg]]es, vor allem das Stroblgut und das Reitgütl. Am Weg nach [[Elixhausen]] lag am Rand eines großen Waldes das „Jägergütl“, der heutige Jägerwirt. Im heutigen Siedlungszentrum von Kasern befanden sich am Rand des Moores die beiden „Kaserngüter“ und das kleine Weberhäusel. Östlich schloss hier ein großer Wald, das „Kasernholz“ an. | + | Bis ins späte [[19. Jahrhundert]] standen auf dem heutigen Industrieareal nur wenige verstreute Bauerngüter am Hangfuß des [[Plainberg]]es, vor allem das „Stroblgut“ und das „Reitgütl“. Am Weg nach [[Elixhausen]] lag am Rand eines großen Waldes das „Jägergütl“, der heutige [[Gasthof Jägerwirt]]. Im heutigen Siedlungszentrum von Kasern befanden sich am Rand eines Moores die beiden „Kaserngüter„ und das kleine „Weberhäusel„. Östlich schloss hier ein großer Wald, das „Kasernholz“ an. |
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| − | Oberhalb von Kasern - auf einem Ausläufer des Plainberges - lag die alte ''Burg Radeck'', von der nur die Kapelle und ein Portal mit dem Wappen der Grafen von Königsegg aus dem Jahr [[1690]] erhalten sind. Diese Burg war ursprünglich im Eigentum von Salzburger Ministerialen, der Herren von Radeck und ist erstmals im frühen [[13. Jahrhundert]] erwähnt. [[1273]] geht die Burg ins Eigentum des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbischofs]] über und war danach lange Sitz eines Pflegegerichtes. [[1525]] wurde die Burg im Zug der [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauernkriege]] niedergebrannt und bald danach wiederaufgebaut. Nach [[1808]] verfiel die Burg allmählich. | + | Oberhalb von Kasern - auf einem Ausläufer des Plainberges - lag die alte [[Burg Radeck]], von der nur die Kapelle und ein Portal mit dem Wappen der[[ Grafen von Königsegg]] aus dem Jahr [[1690]] erhalten sind. |
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| − | Kasern entstand als Stadtteil im [[20. Jahrhundert]]. Als erster Gewerbebetrieb siedelte sich [[1919]] hier die [[Glockengießerei Oberascher]] an, die zuvor neben dem [[Bruderhof]] nächst dem [[Kapuzinerberg]] in der Linzergasse arbeitete und von dort wegen der mit dem Betrieb verbundenen Brandgefahr weichen musste. Zur eigenen Sicherheit legte der Betrieb in Kasern einen großen Feuerlöschteich an, der als Tümpel in Kasern erhalten ist. | + | Kasern entstand als Stadtteil im [[20. Jahrhundert]]. Als erster Gewerbebetrieb siedelte sich [[1919]] hier die [[Glockengießerei Oberascher]] an, die zuvor neben dem [[Bruderhof]] nächst dem [[Kapuzinerberg]] in der [[Linzer Gasse]] arbeitete und von dort wegen der mit dem Betrieb verbundenen Brandgefahr weichen musste. Zur eigenen Sicherheit legte der Betrieb in Kasern einen großen Feuerlöschteich an, der als Tümpel in Kasern erhalten ist. |
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| − | [[1939]] wurde Kasern samt dem gesamten Plainberg in die Stadt Salzburg eingemeindet. [[1950]] wurde der [[Plainberg]] aber wieder der Gemeinde [[Bergheim]] übergeben. Dafür kam das Areal des [[Salzburger Schlachthof]]s zur Stadtgemeinde. Kasern blieb - entgegen dem ursprünglichen Konzept - auch nach [[1950]] bei der Stadt Salzburg, weil die Siedlung mit ihrer Glockengießerei und den dort beschäftigten vielen Arbeitern damals den rein dörflichen Charakter des Ortes Bergheim beeinträchtigt hätte. | + | [[1939]] wurde Kasern samt dem gesamten Plainberg in die Stadt Salzburg eingemeindet. [[1950]] kam dann der [[Plainberg]] aber zur Gemeinde [[Bergheim]], das Areal des [[Salzburger Schlachthof]]s zur Stadtgemeinde Salzburg. Kasern blieb - entgegen dem ursprünglichen Konzept - auch nach [[1950]] bei der Stadt Salzburg, weil die Siedlung mit ihrer Glockengießerei und den dort beschäftigten vielen Arbeitern damals den rein dörflichen Charakter des Ortes Bergheim beeinträchtigt hätte. |
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| | == Der Naturraum Kasern == | | == Der Naturraum Kasern == |
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| − | Heute sind die einstigen Moore, die den Talboden des Raumes Kasern bedeckten, verschwunden. Sogar beim Bau der Westautobahn stieß man auf gut erhaltene fossile Torfschichten, was auf die Größe der einstigen Moorlandschaft schließen lässt. Das große [[Kasernmoos]] mit seinem südlichen Ausläufer, dem Langenmoos und das Radeckermoos, die einst die Landschaft prägten, sind entwässert und in wesentlichen Teilen bebaut. Der erhaltene Grünraum der Talniederung ist nur kleinräumig als Wiese erhalten und teilweise als Campingplatz und Kleingartensiedlung genutzt. Der kleine Moorrest "Moorwäldchen und Waldkuppen in Kasern" musste 2002 infolge der immer weiter fortschreitenden Isolierung und Entwertung durch umgebendes Gewerbegebiet als Geschützter Landschaftsteil aufgelassen werden. | + | Heute sind die einstigen Moore, die den Talboden des Raumes Kasern bedeckten, verschwunden. Sogar beim Bau der Westautobahn stieß man auf gut erhaltene fossile Torfschichten, was auf die Größe der einstigen [[Moore|Moorlandschaft]] schließen lässt. Das große [[Kasernmoos]] mit seinem südlichen Ausläufer, dem [[Langenmoos]] und das [[Radecker Moos]], die einst die Landschaft prägten, sind entwässert und in wesentlichen Teilen bebaut. Der erhaltene Grünraum der Talniederung ist nur kleinräumig als Wiese erhalten und teilweise als Campingplatz und Kleingartensiedlung genutzt. Der kleine Moorrest "Moorwäldchen und Waldkuppen in Kasern" musste [[2002]] infolge der immer weiter fortschreitenden Isolierung und Entwertung durch umgebendes Gewerbegebiet als Geschützter Landschaftsteil aufgelassen werden. |
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| − | Bemerkenswert sind heute der erhaltene Tümpel in Kasern und seine umgebende artenreiche Streuwiese, sowie jene Lindenallee, die heute Wickenburg-Allee genannt wird. Der Tümpel in Kasern und die Wickenburg-Allee (Lindenallee in Kasern) stehen heute als Geschützte Landschaftsteile unter [[Naturschutz]]. | + | Bemerkenswert sind heute der erhaltene Tümpel in Kasern und seine umgebende artenreiche Streuwiese, sowie jene Lindenallee, die heute Wickenburg-Allee genannt wird. Der Tümpel in Kasern und die [[Wickenburg-Allee]] (Lindenallee in Kasern) stehen heute als [[geschützte Landschaftsteile]] unter [[Naturschutz]]. |
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| | == Kasern heute == | | == Kasern heute == |