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| | == Zu den Begriffen Mauer und Wall == | | == Zu den Begriffen Mauer und Wall == |
| − | Die vorrömischen und [[Römer|römischen]] Wehranlagen bestanden vielfach aus einem tiefen Graben, der teilweise von Palisaden gestützt wurde mit einem hinter dem Graben liegenden steil geböschten Wall. Auch der bekannte Limes war ein solcher Wall. Bekannt sich auch viele jung[[steinzeit]]lichen, [[bronzezeit]]lichen, germanischen, [[Kelten|keltischen]] und römischen Ringwälle. Sie dienten der Verteidigung einer provisorischen Feldbefestigung oder einer kleinen Wallburg, vielleicht auch eines religiösen Versammlungsortes. Solche Anlagen wurden bis ins Mittelalter um Dörfer oder Märkte oder um kleine Wehranlagen herum gebaut. | + | Die vorrömischen und [[Römer|römischen]] Wehranlagen bestanden vielfach aus einem tiefen Graben, der teilweise von Palisaden gestützt wurde mit einem hinter dem Graben liegenden steil geböschten Wall. Auch der bekannte Limes war ein solcher Wall. Bekannt sich auch viele jung[[steinzeit]]liche, [[bronzezeit]]liche, germanische, [[Kelten|keltische]] und römische Ringwälle. Sie dienten der Verteidigung einer provisorischen Feldbefestigung oder einer kleinen Wallburg, vielleicht auch eines religiösen Versammlungsortes. Solche Anlagen wurden bis ins Mittelalter um Dörfer oder Märkte oder um kleine Wehranlagen herum gebaut. |
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| | Charakteristisch war in allen diesen Anlagen ein wehrhafter Wall. Oft war er eine einfache Erdaufschüttung mit beidseitig steilen Böschungen, oder auch eine Erdkonstruktion, die mit Holz oder Fratten oder Palisaden zusätzlich gesichert war, auch Mauerteile waren im untergeordneten Ausmaß nicht selten vorhanden. (Die einstigen Gräben sind heute kaum mehr sichtbar erhalten, sichtbar bleiben aber oft undeutliche Erdwälle.) Nicht selten bestanden mehrere konzentrische Ringwälle hintereinander. | | Charakteristisch war in allen diesen Anlagen ein wehrhafter Wall. Oft war er eine einfache Erdaufschüttung mit beidseitig steilen Böschungen, oder auch eine Erdkonstruktion, die mit Holz oder Fratten oder Palisaden zusätzlich gesichert war, auch Mauerteile waren im untergeordneten Ausmaß nicht selten vorhanden. (Die einstigen Gräben sind heute kaum mehr sichtbar erhalten, sichtbar bleiben aber oft undeutliche Erdwälle.) Nicht selten bestanden mehrere konzentrische Ringwälle hintereinander. |
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| | In der Stadt Salzburg sind solche frühen Wälle nicht dokumentiert. Die mittelalterliche Stadt besaß Wehrmauern, aber keine Wälle. | | In der Stadt Salzburg sind solche frühen Wälle nicht dokumentiert. Die mittelalterliche Stadt besaß Wehrmauern, aber keine Wälle. |
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| − | Fürsterzbischof Paris Lodron ließ vor allem in der Neustadt große Bollwerke errichten, die bis etwa acht Meter hoch gemauert ausgeführt waren. Um diese im Grundriss polygonalen Mauern herum bestand ein ringförmiger Weg zur Beobachtung und für Geschütze. Auf dieser Basis befand sich ein bis acht Meter hoher massiver und allseitig steil geböschter Erdwall, dem oben noch ein 1,4 m hoher schmaler Schutzwall aus Erde aufgesetzt war. Hinter diesem kleine Wall stand der Großteil der Geschütze. Diese Form der Wehranlagen mit aufgesetzten Wällen führten dazu, dass oft die gesamten Wehranlagen einer Stadt - oder Teile davon - als Wälle bezeichnet wurden- unabhängig von ihrem Aussehen. | + | Fürsterzbischof Paris Lodron ließ vor allem in der Neustadt große Bollwerke errichten, die bis etwa acht Meter hoch gemauert ausgeführt waren. Um diese im Grundriss polygonalen Mauern herum bestand ein fast ringförmiger Weg zur Beobachtung und für Geschütze. Auf dieser Basis befand sich ein bis acht Meter hoher massiver und allseitig steil geböschter Erdwall, dem oben noch ein 1,4 m hoher schmaler Schutzwall aus Erde aufgesetzt war. Hinter diesem kleine Wall stand der Großteil der Geschütze. Diese Form der Wehranlagen mit aufgesetzten Wällen führten dazu, dass oft die gesamten Wehranlagen einer Stadt - oder Teile davon - als Wälle bezeichnet wurden- unabhängig von ihrem Aussehen. |
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| | Solche historischen Bezeichnungen der Wehranlagen als Wälle sind in der Stadt Salzburg mehrfach bekannt. Die Wälle wurden einfach zu einem Metapher der Wehrhaftigkeit. Auch etwa Heinrich von Kleist verwendet den Begriff in seinem Lustspiel "''Der zerbrochene Krug''" sehr allgemein, wenn Rupert am Schluss bereit ist in Utrecht "''ein Jahr lang auf den Wällen Schildwacht''" zu stehen (auch wenn es damals keine ritterlichen Schilder mehr gab). Ein weiteres Beispiel ist auch der angebliche "Schutzwall gegen den Faschismus, den die [[DDR]] entlang der seinerzeitigen Zonengrenze baute, der aber keineswegs mehr einen Wall enthielt. In diesem Sinn sind oft auch verschiedene Zeitungsbeiträge der Jahre nach 1920 zu verstehen. | | Solche historischen Bezeichnungen der Wehranlagen als Wälle sind in der Stadt Salzburg mehrfach bekannt. Die Wälle wurden einfach zu einem Metapher der Wehrhaftigkeit. Auch etwa Heinrich von Kleist verwendet den Begriff in seinem Lustspiel "''Der zerbrochene Krug''" sehr allgemein, wenn Rupert am Schluss bereit ist in Utrecht "''ein Jahr lang auf den Wällen Schildwacht''" zu stehen (auch wenn es damals keine ritterlichen Schilder mehr gab). Ein weiteres Beispiel ist auch der angebliche "Schutzwall gegen den Faschismus, den die [[DDR]] entlang der seinerzeitigen Zonengrenze baute, der aber keineswegs mehr einen Wall enthielt. In diesem Sinn sind oft auch verschiedene Zeitungsbeiträge der Jahre nach 1920 zu verstehen. |