| − | Von 1799 bis 1801 unternahm Woelfl von Wien aus umfangreiche Konzertreisen. Im Frühjahr 1799 konzertierte er in Prag, im April in Leipzig und danach in Dresden, wo sich eine viel kolportierte Geschichte zutrug: Wegen eines Gewitters konnte der Flügel nicht rechtzeitig in den Saal gebracht werden, und als er ankam, stand er einen halben Ton zu tief. Um die Hofkapelle nicht mit einer langwierigen Klavierstimmung aufzuhalten, erklärte sich Woelfl bereit, seinen Solopart adhoc um einen halben Ton höher zu spielen, was ihm trotz des hochvirtuosen Soloparts perfekt gelang. Am 14. Mai erreichte Woelfl Berlin, wo er als Pianist und Komponist brillierte. Zudem erwarb er sich einflussreiche Freunde. Von Juli bis November hielt sich Woelfl in Hamburg auf und konzertierte mit zahlreichen Prominenten, u. a. mit dem Ehepaar Righini. Von Dezember 1799 bis Februar 1800 kam er erneut nach Berlin; zuvor war er kurz in Lübeck aufgetreten. Danach kehrte er nach Hamburg zurück, wo er an seiner Oper „Das trojanische Pferd“ arbeitete. Im Sommer 1800 reiste Woelfl nach Halle, Magdeburg, Weimar, Leipzig und Breslau, kehrte nach Wien zurück, um im Herbst wieder in Breslau, Leipzig, Dresden und Berlin aufzutreten. Hier kam es in der Freimaurerloge Royal York am 10. Dezember zu jener denkwürdigen Badinage im Stile Abbé Voglers, in welcher Woelfl über Naturereignisse wie Sturm und Gewitter frei improvisierte und trotzdem der Improvisation eine fassbare musikalische Form zu geben verstand, wie die AmZ berichtete <ref>AmZ., Bd. III, No 14 vom 1. Januar 1801, S. 237f.</ref>. Ein weiterer häufig erwähnter Vorfall trug sich bei einem Konzert in Mainz zu, wo Woelfl während eines Klavierabends durch eine vorüberziehende Militärkapelle gestört wurde. Woelfl unterbrach sein Spiel, ging auf den Militärmarsch ein und improvisierte zum Erstaunen des Publikums über seine Melodie virtuose Variationen. | + | Von 1799 bis 1801 unternahm Woelfl von Wien aus umfangreiche Konzertreisen. Im Frühjahr 1799 konzertierte er in Prag, im April in Leipzig und danach in Dresden, wo sich eine viel kolportierte Geschichte zutrug: Wegen eines Gewitters konnte der Flügel nicht rechtzeitig in den Saal gebracht werden, und als er ankam, stand er einen halben Ton zu tief. Um die Hofkapelle nicht mit einer langwierigen Klavierstimmung aufzuhalten, erklärte sich Woelfl bereit, seinen Solopart adhoc um einen halben Ton höher zu spielen, was ihm trotz des hochvirtuosen Soloparts perfekt gelang. Am 14. Mai erreichte Woelfl Berlin, wo er als Pianist und Komponist brillierte. Zudem erwarb er sich einflussreiche Freunde. Von Juli bis November hielt sich Woelfl in Hamburg auf und konzertierte mit zahlreichen Prominenten, u. a. mit dem Ehepaar Righini. Von Dezember 1799 bis Februar 1800 kam er erneut nach Berlin; zuvor war er kurz in Lübeck aufgetreten. Danach kehrte er nach Hamburg zurück, wo er an seiner Oper „Das trojanische Pferd“ arbeitete. Im Sommer 1800 reiste Woelfl nach Halle, Magdeburg, Weimar, Leipzig und Breslau, kehrte nach Wien zurück, um im Herbst wieder in Breslau, Leipzig, Dresden und Berlin aufzutreten. Hier kam es in der Freimaurerloge Royal York am 10. Dezember zu jener denkwürdigen Badinage im Stile Abbé Voglers, in welcher Woelfl über Naturereignisse wie Sturm und Gewitter frei improvisierte und trotzdem der Improvisation eine fassbare musikalische Form zu geben verstand, wie die AmZ berichtete <ref>AmZ., Bd. III, No 14 vom 1. Jänner 1801, S. 237f.</ref>. Ein weiterer häufig erwähnter Vorfall trug sich bei einem Konzert in Mainz zu, wo Woelfl während eines Klavierabends durch eine vorüberziehende Militärkapelle gestört wurde. Woelfl unterbrach sein Spiel, ging auf den Militärmarsch ein und improvisierte zum Erstaunen des Publikums über seine Melodie virtuose Variationen. |