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In der [[Salinenkonvention]] von [[1829]] werden die Holzbezugsrechte zwischen [[Bayern]] und Österreich endgültig geregelt.  
 
In der [[Salinenkonvention]] von [[1829]] werden die Holzbezugsrechte zwischen [[Bayern]] und Österreich endgültig geregelt.  
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Die Salzsiederechte bleiben bis um 1500 im Besitz der Bürger, dann gingen sie auf den Staat über. [[1834]] werden beim großen Stadtbrand 278 von 302 Gebäuden zerstört, darunter auch die Saline. König Ludwig I. ordnet die "monumentale" Neuerrichtung der "alten Saline" an. Bis zum Eisenbahnanschluss [[1866]] decken riesige Mengen Holz aus den Wäldern des Saalachtals und vom [[Untersberg]] den Energiebedarf der Saline. Dann wird mit Kohle geheizt. Allerdings waren schon um 1600 die meisten Wälder abgeholzt. Deshalb erbauter [[1617]] bis [[1619]] der herzogliche Hofbaumeister Simon Reifenstuel eine Leitung, in der die Sole von Reichenhall über [[Inzell]] nach [[Traunstein]] gepumpt wurde.  
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Die Salzsiederechte bleiben bis um 1500 im Besitz der Bürger, dann gingen sie auf den Staat über. [[1834]] werden beim großen Stadtbrand 278 von 302 Gebäuden zerstört, darunter auch die Saline. König Ludwig I. ordnet die "monumentale" Neuerrichtung der "alten Saline" an. Bis zum Eisenbahnanschluss [[1866]] decken riesige Mengen Holz aus den Wäldern des Saalachtals und vom [[Untersberg]] den Energiebedarf der Saline. Dann wird mit Kohle geheizt. Allerdings waren schon um 1600 die meisten Wälder abgeholzt. Deshalb erbauter [[1617]] bis [[1619]] der herzogliche Hofbaumeister Simon Reifenstuel eine Leitung, in der die Sole von Reichenhall über [[Inzell]] nach [[Traunstein]] gepumpt wurde. Vermessen wurde die Leitung vom Salzburger Geodät [[Tobias Volckmer]] und seinem Vater.
    
Dieses technische Meisterwerk galt im [[17. Jahrhundert]] als Weltwunder und war wohl die erste ''Pipeline'' der Welt. Eine Herausforderung an die damalige Ingenieurstechnik war die Überwindung der 238 Höhenmeter zwischen Reichenhall und Inzell. Die Baumeister Simon und Hans Reiffenstuel konstruierten Hebewerke mit sieben Meter hohen Wasserrädern und nutzten als Antriebskraft die Gebirgsbäche der Gegend. Auf der 31km langen Strecke bis Traunstein wurden 8.500 Rohre aus Holz (so genannte „Deicheln“) von je vier Metern Länge verlegt. Für die Steigleitung von den Pumpwerken zu den Hochbehältern benutzte man Bleiröhren.  
 
Dieses technische Meisterwerk galt im [[17. Jahrhundert]] als Weltwunder und war wohl die erste ''Pipeline'' der Welt. Eine Herausforderung an die damalige Ingenieurstechnik war die Überwindung der 238 Höhenmeter zwischen Reichenhall und Inzell. Die Baumeister Simon und Hans Reiffenstuel konstruierten Hebewerke mit sieben Meter hohen Wasserrädern und nutzten als Antriebskraft die Gebirgsbäche der Gegend. Auf der 31km langen Strecke bis Traunstein wurden 8.500 Rohre aus Holz (so genannte „Deicheln“) von je vier Metern Länge verlegt. Für die Steigleitung von den Pumpwerken zu den Hochbehältern benutzte man Bleiröhren.