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| | Der Auftakt der Zivilbesitznahme erfolgte am [[11. Februar]] [[1803]] in Wien: Der in Wien residierende Salzburger Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] unterzeichnete seine Abdankungsurkunde, Ferdinand die Besitznahmsurkunde für Salzburg, Passau und Berchtesgaden sowie die Instruktion für den Besitznahmskommissär Freiherrn von Crumpipen. Mit diesen Dokumenten reiste Crumpipen nach Salzburg, wo er am [[15. Februar]] 1803 eintraf. | | Der Auftakt der Zivilbesitznahme erfolgte am [[11. Februar]] [[1803]] in Wien: Der in Wien residierende Salzburger Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] unterzeichnete seine Abdankungsurkunde, Ferdinand die Besitznahmsurkunde für Salzburg, Passau und Berchtesgaden sowie die Instruktion für den Besitznahmskommissär Freiherrn von Crumpipen. Mit diesen Dokumenten reiste Crumpipen nach Salzburg, wo er am [[15. Februar]] 1803 eintraf. |
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| − | Am darauffolgende [[16. Februar]] 1803 legte der Crumpipen der scheidenden fürsterzbischöflichen Statthalterschaft die Originale der Abdankungs- und Besitznahmsurkunden vor und erließ an die Landesstellen ein Dekret, in dem diesen die Änderung der Regierungsverhältnisse mitgeteilt und ihnen aufgetragen wurde, allen untergeordneten Behörden davon Mitteilung zu machen sowie die feierliche Bekanntmachung bei den Untertanen zu veranlassen. | + | Am darauffolgende [[16. Februar]] 1803 legte Crumpipen der scheidenden fürsterzbischöflichen Statthalterschaft die Originale der Abdankungs- und Besitznahmsurkunden vor und erließ an die Landesstellen ein Dekret, in dem diesen die Änderung der Regierungsverhältnisse mitgeteilt und ihnen aufgetragen wurde, allen untergeordneten Behörden davon Mitteilung zu machen sowie die feierliche Bekanntmachung bei den Untertanen zu veranlassen. |
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| | Am [[17. Februar]] 1803 wurde die fürsterzbischöfliche Statthalterschaft, die dabei den Dank des abgedankten Fürsterzbischofs erhielt, für aufgelöst erklärt. | | Am [[17. Februar]] 1803 wurde die fürsterzbischöfliche Statthalterschaft, die dabei den Dank des abgedankten Fürsterzbischofs erhielt, für aufgelöst erklärt. |
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| | Am [[18. Februar]] 1803 nahm der Besitznahmskommissär die Erbhuldigung der [[Salzburger Landstände]] entgegen. | | Am [[18. Februar]] 1803 nahm der Besitznahmskommissär die Erbhuldigung der [[Salzburger Landstände]] entgegen. |
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| − | Am [[20. Februar]] setzte Crumpipen an Stelle der Statthalterei eine Regierungskonferenz, wobei aber der Besitznahmskommissär bis zur Beendigung der provisorischen Verhältnisse auch nach Ankunft des Landesherrn den Mittelpunkt der Regierungsgeschäfte bilden sollte. | + | Am [[20. Februar]] setzte Crumpipen an Stelle der Statthalterei eine Regierungskonferenz ein, wobei aber der Besitznahmskommissär bis zur Beendigung der provisorischen Verhältnisse auch nach Ankunft des Landesherrn den Mittelpunkt der Regierungsgeschäfte bilden sollte. |
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| | Während der neue weltliche Staat für die bisher in der Statthalterei vertretenen Repräsentanten der geistlichen Herrschaft - den [[Bistum Chiemsee| Chiemseer Fürstbischof]] [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg|Christof Sigmund Graf Zeil-Trauchburg]] und den Domdechanten Grafen Waldstein - keine Verwendung in Regierungsfunktionen mehr hatte, berief Crumpipen auch in die neue provisorische Regierungskonferenz die bisherigen weltlichen, beamteten Mitglieder der Statthalterei: | | Während der neue weltliche Staat für die bisher in der Statthalterei vertretenen Repräsentanten der geistlichen Herrschaft - den [[Bistum Chiemsee| Chiemseer Fürstbischof]] [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg|Christof Sigmund Graf Zeil-Trauchburg]] und den Domdechanten Grafen Waldstein - keine Verwendung in Regierungsfunktionen mehr hatte, berief Crumpipen auch in die neue provisorische Regierungskonferenz die bisherigen weltlichen, beamteten Mitglieder der Statthalterei: |
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| | * den Generaleinnehmer Freiherrn Johann Nepomuk von [[Rehlingen]], | | * den Generaleinnehmer Freiherrn Johann Nepomuk von [[Rehlingen]], |
| − | * den Hofkanzler [[Johann Heinrich Reichsfreiherr von Bleul|Ritter von Bleul]], | + | * den Hofkanzler [[Johann Heinrich Reichsfreiherr von Bleul|Freiherrn von Bleul]], |
| | * den Hofratsdirektor [[Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn]] sowie | | * den Hofratsdirektor [[Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn]] sowie |
| − | * den Hofkammerdirektor [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll| Freiherrn von Moll]]. | + | * den Hofkammerdirektor [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll|Freiherrn von Moll]]. |
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| | Weniger förmlich als in Salzburg wurde in der bisherigen [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] vorgegangen: Am [[26. Februar]] 1803 dankte Fürstpropst Josef Konrad ab, mit landesfürstlicher Entschließung vom [[11. April]] 1803 übertrug Ferdinand alle bisher von der Berchtesgadischen Regierung verwalteten Agenden auf die Landesstellen in Salzburg. | | Weniger förmlich als in Salzburg wurde in der bisherigen [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] vorgegangen: Am [[26. Februar]] 1803 dankte Fürstpropst Josef Konrad ab, mit landesfürstlicher Entschließung vom [[11. April]] 1803 übertrug Ferdinand alle bisher von der Berchtesgadischen Regierung verwalteten Agenden auf die Landesstellen in Salzburg. |
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| | Die Huldigung der passauischen Untertanen nahm Crumpipen am [[20. April]] 1803 in Waldkirchen ([[Bayern]]) entgegen. Auch die passauischen Regierungsagenden wurden in der Folge nach Salzburg übertragen. | | Die Huldigung der passauischen Untertanen nahm Crumpipen am [[20. April]] 1803 in Waldkirchen ([[Bayern]]) entgegen. Auch die passauischen Regierungsagenden wurden in der Folge nach Salzburg übertragen. |
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| − | Obwohl Kurfürst Ferdinand „schon“ im Juli 1803 in Salzburg einzog und sich ab August ständig hier aufhielt, entband er erst am [[10. Oktober]] 1803 Crumpipen von seiner Funktion als oberster Leiter der Staatsregierung in allen vier Entschädigungsländern. | + | Obwohl Kurfürst Ferdinand „schon“ am 29. April 1803 in Salzburg einzog und sich ab August 1803 ständig hier aufhielt, entband er erst am [[10. Oktober]] 1803 Crumpipen von seiner Funktion als oberster Leiter der Staatsregierung in allen vier Entschädigungsländern. |
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| | ==Crumpipens Vorleben== | | ==Crumpipens Vorleben== |
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| − | Baron Henri Herman Werner François Antoine de Crumpipen (Hendrik Herman Werner Frans Anton van Crumpipen) entstammte einer urspünglich aus Westfalen (Deutschland) stammenden Familie des Beamtenadels der österreichischen Niederlande (also des heutigen Belgiens). | + | Baron '''Henri Herman''' Werner François Antoine '''de Crumpipen''' (Hendrik Herman Werner Frans Anton van Crumpipen) entstammte einer urspünglich aus Westfalen (Deutschland) stammenden Familie des Beamtenadels der österreichischen Niederlande (also des heutigen Belgiens). |
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| − | Er bekleidete von 1769 bis 1787 das Amt des Staats- und Kriegsrates der österreichischen Niederlande, der auch dem Staatsrat des Generalstatthalters der österreichischen Niederlande angehörte. – In diesem Amt war er seinem Vater Henri de Crumpipen gefolgt. Auch sein Bruder Joseph Ambroise de Crumpipen gehörte als Kanzler von Brabant zu den führenden Staatsmännern der damaligen österreichischen Niederlande. <ref>http://bibliotheque.livrel.eu/belgique_autr/bel_aut_fr.pdf Hasquin, Hervé (Hrsg.): La Belgique autrichienne 1713-1794 , Les Pays-Bas méridionaux sous les Habsbourg d'Autriche. Bruxelles, Crédit Communal, 1987. S. 94, 100, 424 ua. </ref> | + | Er bekleidete von 1769 bis 1787 das Amt des Staats- und Kriegsrates der österreichischen Niederlande, der auch dem Staatsrat des Generalstatthalters der österreichischen Niederlande angehörte. – In diesem Amt war er seinem Vater Henri de Crumpipen (dem Älteren) gefolgt. Auch sein Bruder Joseph Ambroise de Crumpipen gehörte als Kanzler von Brabant zu den führenden Staatsmännern der damaligen österreichischen Niederlande. <ref>http://bibliotheque.livrel.eu/belgique_autr/bel_aut_fr.pdf Hasquin, Hervé (Hrsg.): La Belgique autrichienne 1713-1794 , Les Pays-Bas méridionaux sous les Habsbourg d'Autriche. Bruxelles, Crédit Communal, 1987. S. 94, 100, 424 ua. </ref> |
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| − | Henri de Crumpipen war 1790 bis 1793 auch Präsident des geheimen Rates der österreichischen Niederlande. Wegen der unbedingten Treue, die er dem Herrscherhaus durch 36 Jahre in wichtigen Ämtern, insbesondere auch in dessen Konflikt mit den Ständen erwiesen hatte, war er bei der Bevölkerung verhasst und wurde schließlich, als Zeichen des herrscherlichen Entgegenkommens, aus diesem Amt abberufen.<ref>http://www.archive.org/stream/erzherzogcarlvo00zeisgoog/erzherzogcarlvo00zeisgoog_djvu.txt Heinrich Ritter von Zeissberg: Erzherzog Carl von Oesterreich. 1. Band, 1. Hälfte. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1895. S. 35, 108.</ref> | + | Henri de Crumpipen (der Jüngere) war 1790 bis 1793 auch Präsident des geheimen Rates der österreichischen Niederlande. Wegen der unbedingten Treue, die er dem Herrscherhaus durch 36 Jahre in wichtigen Ämtern, insbesondere auch in dessen Konflikt mit den Ständen erwiesen hatte, war er bei der Bevölkerung verhasst und wurde schließlich, als Zeichen des herrscherlichen Entgegenkommens, aus diesem Amt abberufen.<ref>http://www.archive.org/stream/erzherzogcarlvo00zeisgoog/erzherzogcarlvo00zeisgoog_djvu.txt Heinrich Ritter von Zeissberg: Erzherzog Carl von Oesterreich. 1. Band, 1. Hälfte. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1895. S. 35, 108.</ref> |
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| | Als im Jahr 1794 die österreichischen Niederlande vom revolutionären Frankreich überrannt wurden und für das Haus Habsburg endgültig verloren waren, ging Crumpipen außer Landes und fand sich schließlich in Wien wieder. Über die Anerkennung geleisteter treuer Dienste durch das Herrscherhaus sind bittere Worte aus seiner Feder erhalten.<ref>[http://books.google.at/books?id=U30MdDaYxwEC&pg=PA101&lpg=PA101&dq=%22de+Crumpipen%22 L'hospitalité au XVIIIe siècle Von Alain Montandon, Christian Cajus Lorenz Hirschfeld, Université de Clermont-Ferrand II. Centre de recherches sur les littératures modernes et contemporaines S. 101] </ref> | | Als im Jahr 1794 die österreichischen Niederlande vom revolutionären Frankreich überrannt wurden und für das Haus Habsburg endgültig verloren waren, ging Crumpipen außer Landes und fand sich schließlich in Wien wieder. Über die Anerkennung geleisteter treuer Dienste durch das Herrscherhaus sind bittere Worte aus seiner Feder erhalten.<ref>[http://books.google.at/books?id=U30MdDaYxwEC&pg=PA101&lpg=PA101&dq=%22de+Crumpipen%22 L'hospitalité au XVIIIe siècle Von Alain Montandon, Christian Cajus Lorenz Hirschfeld, Université de Clermont-Ferrand II. Centre de recherches sur les littératures modernes et contemporaines S. 101] </ref> |
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