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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Alois Rohrmoser begann [[1950er]]-Jahren in Wagrain mit der Herstellung von Alpinski. Die Skierzeugung steigerte sich von 40 Paaren im Jahr [[1955]] auf 5000 Paare Anfang der [[1960er]] Jahre. [[1967]] wurden 17 000 Paare produziert, mit 36.000 Paaren im Jahr darauf fast doppelt soviel, und [[1969]] stieg die Produktion noch einmal um 100 Prozent auf 72 000 Paare an. In den Jahren [[1991]] und [[1992]] ist mit 831 000 Paaren ein Höhepunkt erreicht worden. | + | Alois Rohrmoser begann [[1950er]]-Jahren in Wagrain mit der Herstellung von Alpinski. Die Skierzeugung steigerte sich von 40 Paaren im Jahr [[1955]] auf 5 000 Paare Anfang der [[1960er]]-Jahre. [[1967]] wurden 17 000 Paare produziert, mit 36 000 Paaren im Jahr darauf fast doppelt soviel, und [[1969]] stieg die Produktion noch einmal um 100 Prozent auf 72 000 Paare an. In den Jahren [[1991]] und [[1992]] ist mit 831 000 Paaren ein Höhepunkt erreicht worden. |
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| | Zu den Skitechniken, die bei Atomic entwickelt wurden, zählen das Bionic-System ([[1979]]), die HY-Vitronic-Bauweise ([[1980]]). [[1987]] geht die modulare Konstruktionstechnik in Produktion. Auch bei der Entwicklung der Carving Ski hat Atomic Ende des [[20. Jahrhundert]]s die Nase vorn. Seit [[1996]] fährt der Gesamtweltcupsieger der Herren durchgehend Atomic. | | Zu den Skitechniken, die bei Atomic entwickelt wurden, zählen das Bionic-System ([[1979]]), die HY-Vitronic-Bauweise ([[1980]]). [[1987]] geht die modulare Konstruktionstechnik in Produktion. Auch bei der Entwicklung der Carving Ski hat Atomic Ende des [[20. Jahrhundert]]s die Nase vorn. Seit [[1996]] fährt der Gesamtweltcupsieger der Herren durchgehend Atomic. |
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| − | Der Durchbruch gelang Alois Rohrmoser im Jahr [[1968]]: Die Tirolerin Olga Pall gewann in Grenoble auf seinen Brettln die begehrte olympische Goldmedaille in der Abfahrt. Der Atomic-Ski war fortan eine fixe Größe im internationalen Skigeschäft. Mit der Ausnahmekönnerin [[Annemarie Moser-Pröll]] aus dem benachbarten [[Kleinarl]] hatte Rohrmoser später über Jahre die beste Skirennläuferin der Welt in seinem Rennstall. | + | Der Durchbruch gelang Alois Rohrmoser im Jahr [[1968]]: Die Tirolerin Olga Pall gewann in Grenoble, Frankreich, auf seinen Brettln die begehrte olympische Goldmedaille in der Abfahrt. Der Atomic-Ski war fortan eine fixe Größe im internationalen Skigeschäft. Mit der Ausnahmekönnerin [[Annemarie Moser-Pröll]] aus dem benachbarten [[Kleinarl]] hatte Rohrmoser später über Jahre die beste Skirennläuferin der Welt in seinem Rennstall. |
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| | Atomic begann rasant zu wachsen. Zwei Mal wurde die Fabrik in Wagrain vergrößert, [[1971]] baute Rohrmoser das große Werk in [[Altenmarkt]]. [[1977]] erwarb er die französische Skifabrik Dynamik, später den Schuhhersteller Koflach ([[1989]]) und den Bindungsproduzenten ess ([[1988]]) und avancierte so zum Komplettanbieter. Auch in Bulgarien begann Atomic zu produzieren. Im [[Pongau]] war Rohrmoser bald einer der größten Arbeitgeber. Bis zu tausend Menschen waren bei Atomic beschäftigt. | | Atomic begann rasant zu wachsen. Zwei Mal wurde die Fabrik in Wagrain vergrößert, [[1971]] baute Rohrmoser das große Werk in [[Altenmarkt]]. [[1977]] erwarb er die französische Skifabrik Dynamik, später den Schuhhersteller Koflach ([[1989]]) und den Bindungsproduzenten ess ([[1988]]) und avancierte so zum Komplettanbieter. Auch in Bulgarien begann Atomic zu produzieren. Im [[Pongau]] war Rohrmoser bald einer der größten Arbeitgeber. Bis zu tausend Menschen waren bei Atomic beschäftigt. |
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| | === Atomic Konkurs=== | | === Atomic Konkurs=== |
| − | 1994 dann der Zusammenbruch: Am [[16. September]] [[1994]] musste Atomic Konkurs anmelden. Der finnische Amer-Konzern kaufte die Skifabrik um knapp 124 Millionen Euro. Der Konkurs beschäftigte bis [[2003]] die Gerichte, im endgültigen Urteil konnte der Hausbank [[BAWAG]] aber kein Fehlverhalten vorgeworfen werden, wiewohl die rasche Konkurseröffnung und vor allem die hohe Konkursquote von über 93% Zweifel an der Notwendigkeit des Konkursverfahrens aufkommen ließen. Im Zuge des Untersuchungsausschusses zum Thema BAWAG-Skandal wurden die Umstände des Konkurses [[2007]] nochmals durchleuchtet. | + | 1994 dann der Zusammenbruch: Am [[16. September]] [[1994]] musste Atomic Konkurs anmelden. Der finnische Amer-Konzern kaufte die Skifabrik um knapp 124 Millionen Euro. Der Konkurs beschäftigte bis [[2003]] die Gerichte, im endgültigen Urteil konnte der Hausbank [[BAWAG]] aber kein Fehlverhalten vorgeworfen werden, wiewohl die rasche Konkurseröffnung und vor allem die hohe Konkursquote von über 93 % Zweifel an der Notwendigkeit des Konkursverfahrens aufkommen ließen. Im Zuge des Untersuchungsausschusses zum Thema BAWAG-Skandal wurden die Umstände des Konkurses [[2007]] nochmals durchleuchtet. |
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| | Das Konkursverfahren wurde im März [[2006]] mit einer unüblich hohen Quote für die Gläubiger abgeschlossen. Der Firmenkonkurs erbrachte 73,8 Prozent, die beiden Hauptgläubiger [[BAWAG]] und Invest Kredit erhielten zudem weitere 20 Prozent aus dem Zwangsausgleich gegen die Privatperson Alois Rohrmoser. Rund 7,25 Mill. Euro betrugen die Gerichtskosten. Immer wieder gab es Gerüchte und Verdachtsmomente, der Sportartikelhersteller sei von der BAWAG zu Unrecht in Konkurs geschickt worden, um Verluste bei undurchsichtigen Karibik-Spekulationsgeschäften zu verschleiern. Mehr als 50 Mal beschäftigte die ''Causa Atomic'' bisher alle Gerichtsinstanzen. | | Das Konkursverfahren wurde im März [[2006]] mit einer unüblich hohen Quote für die Gläubiger abgeschlossen. Der Firmenkonkurs erbrachte 73,8 Prozent, die beiden Hauptgläubiger [[BAWAG]] und Invest Kredit erhielten zudem weitere 20 Prozent aus dem Zwangsausgleich gegen die Privatperson Alois Rohrmoser. Rund 7,25 Mill. Euro betrugen die Gerichtskosten. Immer wieder gab es Gerüchte und Verdachtsmomente, der Sportartikelhersteller sei von der BAWAG zu Unrecht in Konkurs geschickt worden, um Verluste bei undurchsichtigen Karibik-Spekulationsgeschäften zu verschleiern. Mehr als 50 Mal beschäftigte die ''Causa Atomic'' bisher alle Gerichtsinstanzen. |
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| | [[Markus Kahr]] ist in [[Altenmarkt]] Sprungskientwickler. | | [[Markus Kahr]] ist in [[Altenmarkt]] Sprungskientwickler. |
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| | + | === 2019: Verkauf an chinesische Besitzer === |
| | + | Am [[8. März]] [[2019]] wurde bestätigt, dass der Amer-Konzern - zu dem neben Atomic auch Marken wie Salomon oder Wilson zählen - für mehr als vier Milliarden Euro nach China verkauft wird. Das chinesische Käuferkonsortium unter Führung des Sportartikelriesen Anta Sports gab bekannt, dass ihm vorläufig 94,38 Prozent der Amer-Aktien angedient wurden. Damit ist die nötige Quote von 90 Prozent übertroffen worden. Endgültige Ergebnisse soll es zwar erst am 12. März 2019 geben. Die Entscheidung sei damit aber gefallen, sagte Amer-Präsident Michael Schineis am 8. März im Altenmarkt. |
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| | + | Um den Standort im Pongau mit 800 Mitarbeitern mache er sich keine Sorgen. Im Gegenteil: "''Allein in den kommenden zwei Jahren werden hier 20 Millionen Euro investiert.''" Das sei auch mit den künftigen chinesischen Eigentümern bereits besprochen, sagt Schineis. Die Hälfte der Summe werde in Forschung und Entwicklung investiert sowie in Digitalisierung und Automatisierung der Produktion. |
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| | + | Mit der anderen Hälfte des Gelds soll Altenmarkt zum Logistikzentrum für den gesamten Amer-Wintersportbereich ausgebaut werden. Das Behördenverfahren für den Ausbau lauft bereits, im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. Neben der Fabrik in Altenmarkt erzeugt der Amer-Konzern auch in [[Bulgarien]] Ski der Einsteigermodelle, in [[Rumänien]] werden Skischuhe und Bindungen hergestellt. All diese Produkte werden künftig in Altenmarkt gesammelt und dann ausgeliefert. "''Die Logistik wird für uns immer wichtiger, weil gerade im Wintersportbereich ein unglaublich enges Auslieferungsfenster besteht, in dem wir alle Märkte rasch bedienen müssen''", erklärt Schineis. 50 neue Jobs bedeute das für den Standort Altenmarkt. Saisonale Schwankungen auszugleichen, darin sei man mittlerweile mit Schichtmodellen und Leiharbeit geübt, sagt Schineis. "''Zudem können wir Mitarbeiter zwischen Produktion und Logistik verschieben.''" Grob gesagt beginne die Skiproduktion nach Eingängen der Order für die nächste Saison jetzt und erreiche im Sommer den Höhepunkt. In der Auslieferung sei man ab September gefordert. |
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| | + | Wirtschaftlich sei Atomic gut aufgestellt. "''Der Wintersportbereich der Amer-Gruppe ist im Vorjahr um acht Prozent gewachsen, bei Atomic war der Zuwachs zweistellig''", sagt Schineis. Neben Atomic zählen auch die Skimarken Salomon und Armada zum Amer-Konzern. Atomic erreiche einen Anteil von etwa 40 Prozent. |
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| | + | Dass sich in China das Wachstum deutlich verlangsamt hat und viele Unternehmen damit ihre großen Hoffnungen in den dortigen Markt deutlich zurückschrauben mussten, macht Schineis keine Sorgen. "''Von der Wintersportseite her haben wir keine überzogenen Erwartungen in den chinesischen Markt. Dass alle 1,4 Milliarden Chinesen jetzt Skifahren lernen, ist kaum zu erwarten.''" Kernmarkt bleibe Europa und Amerika. "''Ein zusätzliches Potenzial gibt es aber in Asien, das wollen wir nutzen.''"<ref>Quelle [https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/atomic-wird-jetzt-chinesisch-66924850 www.sn.at], Atomic wird jetzt chinesisch, 8. März 2019</ref> |
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| | ==Atomic-Sportler== | | ==Atomic-Sportler== |
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| | ==Weblinks== | | ==Weblinks== |
| | {{Homepage|http://www.atomic.com}} | | {{Homepage|http://www.atomic.com}} |
| | + | == Fußnote == |
| | + | <references/> |
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| | + | [[Kategorie:Wirtschaft]] |
| | [[Kategorie:Unternehmen]] | | [[Kategorie:Unternehmen]] |
| | + | [[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]] |
| | [[Kategorie:Pongau]] | | [[Kategorie:Pongau]] |
| | [[Kategorie:Wagrain]] | | [[Kategorie:Wagrain]] |
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| | [[Kategorie:Sport (Geschichte)]] | | [[Kategorie:Sport (Geschichte)]] |
| | [[Kategorie:Wintersport]] | | [[Kategorie:Wintersport]] |
| | + | [[Kategorie:Wintersport (Geschichte)]] |