Großglockner Hochalpenstraße: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Grossglockner_Panorama.jpg|thumb|400px|ein Panorama-Bild von der Großglockner Hochalpenstraße, gefunden als Ausflugstipp beim [[Salzbergwerk Dürrnberg]]]]
[[Bild:Grossglockner_Panorama.jpg|thumb|400px|ein Panorama-Bild von der Großglockner Hochalpenstraße, gefunden als Ausflugstipp beim [[Salzbergwerk Dürrnberg]]]]
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Die '''Großglockner Hochalpenstraße''' ist ein [[Alpen]]übergang im Bereich der [[Zentralalpen]] der [[Ostalpen]] in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], der vom [[Pinzgau]] nach [[Kärnten]] führt und ist ein [[Landschaftsschutzgebiet]].
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[[Bild:GROHAG 01.jpg|thumb|300px|links im Hintergrund der [[Großglockner (Berg)|Großglockner]]]]
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[[Bild:GROHAG 06.jpg|thumb|300px|Museum Alpine Naturschau]]
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[[Bild:GROHAG 07.jpg|thumb|Großglockner Hochalpenstraße - das Logo]]
[[Bild:GROHAG 07.jpg|thumb|Großglockner Hochalpenstraße - das Logo]]
Die '''Großglockner Hochalpenstraße''' ist ein [[Alpenübergänge|Alpenübergang]] der [[Ostalpen]]  in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] im Bereich der [[Zentralalpen]] zwischen dem [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] vom [[Pinzgau]] nach [[Kärnten]]. Sie führt durch ein [[Landschaftsschutzgebiet]].


==Die Panoramastraße==
==Die Panoramastraße==
Der [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] ist für viele Menschen der Inbegriff eines faszinierenden Naturerlebnisses: Hier werden Größe und Macht spürbar, hier erliegt man der Faszination des ewigen Eises und der Urgewalt der Natur. Eine Million Besucher jährlich zählt die Großglockner Hochalpenstraße, mehr als 50 Millionen Menschen haben seit der Eröffnung der Straße von ihr aus eine einzigartige Landschaft im [[Nationalpark Hohe Tauern]] beobachten können.
Der [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] ist für viele Menschen der Inbegriff eines faszinierenden Naturerlebnisses: Hier werden Größe und Macht spürbar, hier erliegt man der Faszination des ewigen Eises und der Urgewalt der Natur. Eine Million Besucher jährlich zählt die Großglockner Hochalpenstraße, mehr als 50 Millionen Menschen haben seit der Eröffnung der Straße von ihr aus eine einzigartige Landschaft im [[Nationalpark Hohe Tauern]] beobachten können.


Kultur und Natur sind Bindeglieder der Großglockner Hochalpenstraße. Errichtet anstelle eines antiken und mittelalterlichen [[Saumpfad]]es, der - wie Archäologen mit Funden bewiesen haben - bereits in vorchristlicher Zeit als [[Handel (historisch)|Handelsweg]] benützt wurde, ist diese Straße ein Lehrweg von vier Jahrtausenden alpiner Kulturgeschichte. Ein Stück österreichischer Identität wurde sie schon durch den mühevollen Bau in der Zeit der Weltwirtschaftskrise zwischen den beiden Weltkriegen, als der junge Staat damit wenigstens einen Teil der vielen Arbeitslosen beschäftigen konnte.
Diese Ausflugsstraße folgt dem Verlauf antiker und mittelalterlicher [[Saumpfad]]e, die - wie Archäologen mit Funden bewiesen haben - bereits in vorchristlicher Zeit als [[Handel (historisch)|Handelsweg]] benützt wurde. Diese Straße ein Lehrweg von vier Jahrtausenden alpiner Kulturgeschichte. Aber auch ein Stück österreichischer Identität, wurde sie doch durch den mühevollen Bau in der Zeit der Weltwirtschaftskrise zwischen den beiden Weltkriegen errichtet, als der junge Staat damit wenigstens einen Teil der vielen Arbeitslosen beschäftigen konnte.


==Bauliche Meisterleistung in den 1930er Jahren==
==Bauliche Meisterleistung in den 1930er Jahren==
: ''Hauptartikel: [[Baugeschichte|Die Geschichte ihres Baues]]''
: ''Hauptartikel: [[Baugeschichte|Die Geschichte ihres Baues]]''


Als im Jahr [[1924]] eine Gruppe österreichischer Experten Pläne für eine Straße über das [[Hochtor]] vorlegte, erntete sie vorwiegend Spott. In einer Zeit, in der es in Österreich, Deutschland und Italien erst 154.000 Pkw, 92.000 Motorräder und knapp 2.000 km asphaltierte Überlandstraßen gab, durchlitt Österreich die wirtschaftlich katastrophalen Folgen der Niederlage im Ersten Weltkrieg.
Als im Jahr [[1922]] eine Gruppe österreichischer Experten Pläne für eine Straße über das [[Hochtor]] vorlegte, erntete sie vorwiegend Spott. In einer Zeit, in der es in Österreich, Deutschland und Italien erst 154.000 Pkw, 92.000 Motorräder und knapp 2.000 km asphaltierte Überlandstraßen gab, durchlitt Österreich die wirtschaftlich katastrophalen Folgen der Niederlage des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]].
 
Selbst der bescheidene Entwurf eines drei Meter breiten Schottersträßchens mit Ausweichen auf Sichtweite mutete wie Luftschlossarchitektur an. Den Anstoß zum Bau einer Straße, die karge Alpentäler dem automobilen Tourismus erschließen sollte, gab [[1929]] der New Yorker Börsenkrach. Diese Katastrophe traf das ohnehin ärmliche Österreich mit verheerender Wucht.


Binnen drei Jahren sackte die Wirtschaftsleistung um ein Viertel ab, und die Arbeitslosigkeit erreichte horrende 26 Prozent. Jetzt holte die Regierung die Pläne für die Glocknerstraße aus der Schublade, um wenigstens 3.200 von durchschnittlich 520.000 Arbeitslosen zu beschäftigen. Mittlerweile war das Projekt auch schon auf sechs Meter Breite für den Bedarf des "internationalen Großverkehrs" und zur allgemein bespöttelten Berechnung gediehen, dass jährlich gewiss 120.000 Besucher kämen.  
Selbst der bescheidene Entwurf eines drei Meter breiten Schottersträsschens mit Ausweichen auf Sichtweite mutete wie Luftschlossarchitektur an. Den Anstoß zum Bau einer Straße, die karge Alpentäler dem automobilen Tourismus erschließen sollte, gab [[1929]] der New Yorker Börsenkrach. Diese Katastrophe traf das ohnehin ärmliche Österreich mit verheerender Wucht. Binnen drei Jahren sackte die Wirtschaftsleistung um ein Viertel ab, und die Arbeitslosigkeit erreichte horrende 26 Prozent. Jetzt holte die Regierung die Pläne für die Glocknerstraße aus der Schublade, um wenigstens 3.200 von durchschnittlich 520.000 Arbeitslosen zu beschäftigen. Mittlerweile war das Projekt auch schon auf sechs Meter Breite für den Bedarf des "internationalen Großverkehrs" und zur allgemein bespöttelten Berechnung gediehen, dass jährlich gewiss 120.000 Besucher kämen (1936 waren es 146.427 und 1938 schon 374.465 Personen).  


Am [[30. August]] [[1930]] um 9.30 Uhr krachte der erste Sprengschuss in [[Ferleiten]]. Vier Jahre später lieferten die treibenden Kräfte dieses Straßenbaues, der Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl]] und der Techniker [[Franz Friedrich Wallack|Franz Wallack]], eine Sensation. Mit einem adaptierten "Steyr 100" Wagen gelang ihnen auf der Bautrasse die erste Alpenüberquerung in einem Pkw. Nochmals ein Jahr später wurde die Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1935]] eröffnet und tags darauf mit einem [[Großglockner Automobil- und Motorradrennen|internationalen Auto- und Motorradrennen]] zünftig in Betrieb genommen.
Am [[30. August]] [[1930]] um 9.30 Uhr krachte der erste Sprengschuss in [[Ferleiten]]. Vier Jahre später lieferten die treibenden Kräfte dieses Straßenbaues, der Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl]] und der Techniker [[Franz Friedrich Wallack|Franz Wallack]], eine Sensation. Mit einem adaptierten "Steyr 100" Wagen gelang ihnen auf der Bautrasse die erste Alpenüberquerung in einem Pkw. Nochmals ein Jahr später wurde die Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1935]] eröffnet und tags darauf mit einem [[Großglockner Automobil- und Motorradrennen|internationalen Auto- und Motorradrennen]] zünftig in Betrieb genommen.