Flusskraftwerk Bärenwerk
Das Fuscher Bärenwerk ist das erste und älteste Kraftwerk des früheren Landesversorgers SAFE. Es liegt im Fuschertal direkt neben der Fuscher Ache und der Großglockner Hochalpenstraße. Es nützt die Gefällsstufe der Fuscher Ache von Ferleiten nach Fusch. Genutzt werden die Fuscher Ache, Höllbach, Weichselbach, Teufenbach und die Fürstenquelle. Der Name kommt von der Bärenquelle und der Bärenschlucht.
Allgemeines
Das Kraftwerk Bärenwerk in Fusch wurde von 1920 bis 24 errichtet, wobei 1922 und 1923 die Bauarbeiten wegen Kapitalmangel fast vollständig zum Erliegen kamen. Der damalige Bundeskanzler Dr. Ignaz Seipel war ein gefinkelter Geldaufreißer so dass doch noch fertig gebaut werden konnte. Initiator des Kraftwerkes war der damalige Landeshauptmann Rehrl.
Kraftwerk Bärenwerk
Am 22. September 1924 gingen die Siemens-Generatoren das erste Mal ans Netz. Diesen Anlass feierten die fünf Beteiligten mit einer Flasche Wein welche in der Warte getrunken wurde. Ab den 20. Dezember sollte es Strom ins Netz liefern. Weltweit das erste Mal wurden Teile der Druckrohrleitung verschweißt, der Rest wurde genietet. Für den Bau des Stollens wurden 60 000 kg Dynamit verbraucht, die letzte Sprengung löste die kleine Tochter vom Landeshauptmann Rehrl aus. Die anwesenden Elektrofachleute hatten wegen der offenen Kontakte und er blanken Drähte der Zündanlage um das Mädchen Angst.
Am 1. Jänner 1925 übergab die Bau-Arbeitsgemeinschaft das Kraftwerk an den Kunden. Am 24. Jänner 1925 ging das Kraftwerk offiziell in Betrieb was im Grand Hotel Bad Fusch gefeiert wurde. Die Festgäste speisten Leberreissuppe, Lungenbraten mit Tunke und Beilagen, Jungschweinsbraten mit Beilagen, Torten und Mokka.
Noch im selben Jahr wurde durch einen zu schnellen Stopp ein Druckanstieg ausgelöst und ein 700 mm-Rohr platzte auf. Man musste eben erst lernen wie ein Kraftwerke zu Betreiben ist. Die Absatzmöglichkeiten für der Strom waren damals im Pinzgau gering, großteils wurde er zu Minimalpreisen nach Oberösterreich verkauft. 1929 wurde neben dem Werk ein Personalhaus errichtet. Erst mit Beginn des Wirtschaftswunders nach dem 2. Weltkrieg wurde die Wichtigkeit der Anlage bestätigt, man musste ausbauen und andere Werke errichten.
1954/56 wurden größere Umbauten am Werk vorgenommen, Die Wehranlage und die Fallhöhe wurden erhöht, ein Tagesspeicher geschaffen und das Werk im Schwellbetrieb eingesetzt. Durch die Beileitung des Weichselbaches und den Einbau eines stärkeren Maschinensatzes stieg die Leistung deutlich.
Seit 1992 kann das Kraftwerk vollautomatisch von der Kraftwerks-Einsatzzentrale in Salzburg gesteuert werden.
Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich (Salzburg AG).
Technische Daten
- Kraftwerkstype: Ausleitungskraftwerk im Schwellbetrieb
- Gesamteinzugsgebiet: 82,1 km²
- durchschnittl. Jahreserzeugung: 56.900 MWh
- Engpassleistung: 9.840 kW
- Turbinen: 2 Peltonturbinen mit horizontalen Wellen
- Turbine 1 2-düsig, 4.480 kW
- Turbine 2, Zwillingsturbine 4-düsig, 5.194 kW
- Bruttofallhöhe: 291,16/291,19 m
- Speicher Ferleiten, Nutzinhalt: 14.500 m³
- Stauziel: 1131,54 m ü. N.N.
- Tagesspeicher Ferleiten, Nutzinhalt 14.500 m³
- Triebwasserweg: 1.510 m
- Ausbaudurchfluss: 4,3 m³/s
- Bauzeit: 1921/1924
- Generatorleistung 6.000 bezw. 7.500 kVA
- Ableitung über 2 Leitungen 30 kV in das Netz der Salzburg AG
Quelle
- SAFE Nachrichten
- Salzburg AG, Kraftwerksgruppe Mitterpinzgau