Städtische Freibank
Die Städtische Freibank befand sich zuletzt in der Stadt Salzburg, Linzergasse 72. In ihr erfolgte der Verkauf von minderwertigem Fleich und Wurstwaren, deren Genuß aber nicht gesundheitlich bedenklich war.
Geschichte
Bereits ab dem 15. Jahrhundert scheint geschichtlichen Aufzeichnungen zufolge in Salzburg das Thema von der Verwendung von „unbankmäßigen Fleisch“ auf. Es handelte sich um den Vertrieb von minderwertigem, aber nicht gesundheitsschädlichem Fleisch, das in der Fleischbeschau als „bedingt tauglich“ eingestuft wurde. Die Berichte hatten ihren Grund, denn die Flesichversorgung unterlag auch in Salzburg stets einer aufmerksamen Kontrolle, weil man um die Gefahren wußte - die bis zur Entstehung von Seuchen reichten - wenn man hier zuwenig Sorgfalt walten gelassen hätte.
Im Jahr 1616 wurden für die auswärtigen Metzger “freie Bänke hergerichtet“ und es wird angenommen, dass es sich um die sogenannte „Rote Hütte“ handelte, in der die Möglichkeit bestand, neben bei den etablierten Metzgern auch von äuswärtigen Metzgern Fleisch zu bekommen. Dabei war festgelegt, dass das Fleisch gegenüber den bodenständigen Metzgern verbilligt abgegeben werden mußte. Die Rote Hütte mußte außerhalb des Stadttores liegen und befand sich zuerst beim heutigen Hanuschplatz. In der Roten Hütte fanden auch Schlachtungen statt. Im Jahr 1799 wurden dort 798 Großtiere, 1521 Kälber, 355 Kleintire und 150 Schweine geschlachtet. Einen Teil der Schlachtabfälle wurde durch den dortigen Kanal mit Wasserschwall entsorgt. Wegen des Übelgeruches hatte es offensichtlich öfters Ärgernis gegeben.
Die Position der auswärtigen Metzger war nicht zuletzt auch dadurch gestärkt, weil sie an ihren Höfen am Lande vor der Stadt einen größeren Lebendviehvorrat angelegt hatten, was von der Stadtregierung zur Versorgungssicherheit sehr wertgeschätzt wurde.
Damals hatte die Stadtpolizei sehr weitreichende Kompetenzen, wozu auch die „Verproviatisierung“ (Nahrungsversorgung) der Bevölkerung zählte. Die Aufzeichnungen über das damalige Wirken des Polizeidirektors Theodor Konrad Hartleben läßt viel Einschau in das damalige „Fleischversorgungssystem“ gewähren.
Die Bezeichnung „Freibank“ wurde erst ab dem Zeitraum 1801 bis 1816 verwendet, in der Salzburg durch die politischen Veränderungen sieben Verwaltungen (u. a. durch Bayern und OÖ) über sich ergehen lassen mußte. Es bedurfte später öfterer Suche nach einem geeigneten Platz für diese Instution, bis sie schließlich zum Standort Linzergasse 72 gelangte.
Diese Thema war Gegenstand eines Sonderdruckes aus dem Heft 6, 48. Jahrgang von 1961 der "Wiener Tierärztlichen Monatsschrift". Siehe PDF Teil des Artikels.
Quellen
- Salzburger Stadtarchiv
- Salzburger Nachrichten