Der Republikanische Schutzbund war die paramilitärische Organisation der österreichischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP).

Geschichte

Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg entstanden in einigen österreichischen Bundesländer unter verschiedenen Namen para- militärische Formationen (Ortswehren, Bürgergarden, Kameradschafts-, Frontkämpfer- und überparteiliche Selbstschutzverbände ) Diese Verbände wurden bald unter dem Namen "Heimwehren" zusammengefasst. Unterstützung erhielten sie von Seiten der Großindustrie aber auch vom faschistischen Italien, die in den Heimwehren einen Gegenpol zur erstarkenden Arbeiterbewegung sahen.

Die Arbeiterbewegung reagierte darauf mit der Bildung einer Arbeiterwehr, die "Republikanischer Schutzbund genannt wurde. (1923) Ursprünglich als Schutz für sozialdemokratische Veranstaltungen gedacht, entwickelte er sich immer mehr zu einer Organisation, dessen primäres Ziel die Verteidigung der Errungenschaften der Republik war. Mitbegründer und Obmann war Julius Deutsch, zu seinen Mitarbeitern zählten Theodor Körner (1945–51 Bürgermeister von Wien, 1951–57 Bundespräsident) und der Heeresoffizier Alexander Eifler. Der Schutzbund hatte 1928 ca. 80 000 Mitglieder, vor allen in Wien und den Industriegebieten Nieder- und Oberösterreichs und der Steiermark.

Nach der Etablierung der Diktatur 1933 wurde der Republikanische Schutzbund (ebenso wie KPÖ und NSDAP) verboten. Der Schutzbund blieb aber weiterhin illegal bestehen. Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands der österreichischen Arbeiter im Februar 1934 wurde der Schutzbund zerschlagen und die SDAP verboten. Viele ehemalige Schutzbündler tarten zur ebenfalls illegalen KPÖ über.


Quellen

  • Wikipedia
  • WEB-Lexikon der Wiener Sozialdemokratie (Stichwort:Republikanischer Schutzbund