Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg ist eine weisungsfreie Einrichtung des Landes Salzburg, die sich - auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention - für die Rechte der Kinder und Jugendlichen im Bundesland Salzburg einsetzt und diese berät und unterstützt.
Geschichte
Im Jahr 1989 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Kinderrechtskonvention, ein Jahr später trat sie in Kraft. Im September 1992 ratifizierte Österreich die Konvention. Damit war der Grundstein gelegt, um in jedem Bundesland Österreichs eine Kinder- und Jugendanwaltschaft zu errichten.
Gesetzliche Grundlage
Die juristische Basis der Kinder- und Jugendanwaltschaft ist die Kinderrechtskonvention. Diese besteht aus 54 Artikeln, die die Rechte der Kinder regeln, beispielsweise das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Bildung oder das Recht auf Schutz vor Gewalt. Die kija Salzburg ist an das Sozialreferat des Landes Salzburg angegliedert, die Paragrafen 13 und 14 der Salzburger Jugendwohlfahrtsordnung schreiben die Weisungsfreiheit der kija Salzburg fest. 2005 wurde die UN-Kinderrechtskonvention in die Landesverfassung des Bundeslandes Salzburg aufgenommen, trotz mehrjähriger Bemühungen der österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaften wurde sie aber noch nicht in der Bundesverfassung verankert.
Aufgaben
Die kija Salzburg hat den gesetzlichen Auftrag, die Rechte und Interessen von Minderjährigen im Einzelfall zu vertreten, sowie auf gesellschaftlicher Ebene verbesserte Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. In diesem Sinne ist sie zwar ebenso Anlaufstelle für Eltern und LehrerInnen, der Fokus liegt jedoch bei den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Bei der einzelfallberatung informiert das ExpertInnen-Team der kija salzburg die KlientInnen über ihre Möglichkeiten. In weiterer Folge wird z.B. ein Therapieplatz organisiert odre ein vermittlungsgespräch zwischen den jungen Menschen und ihrern Eltern, behörden oder INstitutionen organisieert - immer nach Absprache mit dem/der Betroffenen. Kommt ein Problem gehäuft vor, versucht die kija Salzburg dieses nicht nur im Einzelfall zu bewältigen, sondern durch gesetzliche Schritte aus der Welt zu schaffen. Auch die Prüfung und Begutachtung künftiger Gesetze und Verordnungen bezüglich ihrer Kinder- und Jugendverträglichkeit ist Aufgabe einer Interessensvertretung. Durch Informationskampagnen, öffentliche Stellungnahmen sowie Dialoge mit EntscheidungsträgerInnen wird der gesellschaftliche Diskurs zu den Kinderrechten angeregt.
Team
Das Team der kija Salzburg, an dessen Spitze die Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt steht, setzt sich aus ExpertInnen aus den Bereichen Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologie und Recht zusammen. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin aus dem bereich der Öffentlichkeitsarbeit und dem Sekretariat bilden die Beraterinnen das Kernteam. Außerdem engagieren sich zahlreiche freie MitarbeiterInnen im Rahmen von Projekten für die kija Salzburg. Die kija salzburg hat 2,2 Vollzeit-Dientposten, aufgeteilt auf Teilzeit-Anstellungen, zur Verfügung.
Zahlen/Fakten
Die Anfragen von Kindern und Jugendlichen an die kija Salzburg umfassen Themen von Arbeitslosigkeit bis Zwangsverheiratung, wobei rund die Hälfte der Fälle den familiären Bereich, insbesondere Scheidung und Trennung, betreffen. Rund 40 Prozent der Anfragen kommen von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die Anzahl der Mädchen und Jungen ist nahezu ausgeglichen. Seit der Gründung der kija salzburg ist die Zahl der Anfragen stark angestiegen: Waren es im Jahr 1993 138 Anfragen, die die kija Salzburg bearbeitete, so beriet sie im Jahr 2009 3.235 Kinder und Jugendliche.
Projekte
Die kija Salzburg setzt parallel zu ihren laufenden Tätigkeiten themenbezogene Schwerpunkte. Das Projekt "MutMachen" stellt Kindern und Jugendlichen in schwierigen lebenslagen ehrenamtliche MutMacherInnen zur Seite, die ihnen Halt geben und Aufmerksamkeit schenken. "Call and Mail" ist ein Projekt, bei welchem Jugendliche via Internet (Skype, E-mail) Jugendliche beraten. Die Niedrigschwelligkeit und Anonymität des Internets macht diese Beratung für Jugendliche besonders attraktiv.
Quellen
- Caritasarchiv Salzburg
- Diözesanarchiv Salzburg
- Max Effenberger, „Brucker Heimatbuch“,
- Josef Lahnsteiner Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben., Hollersbach, Pinzgau, Selbstverlag 1960
- Artikel in Pöllinger Briefe Nr. 40/94, Christina Nöbauer
- Begleitpublikation zur Ausstellung der Laube sozialpsychiatrische Aktivitäten GmbH „Lebensunwert, NS-Euthanasie im Land Salzburg“, Walter Reschreiter, Mitarbeit Johannes Hofinger und Christina Nöbauer