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| | * [[Nürnberg]] als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands; bei der [[Protestantenvertreibung]] [[1738]] blieben etliche Salzburger in dieser Stadt; | | * [[Nürnberg]] als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands; bei der [[Protestantenvertreibung]] [[1738]] blieben etliche Salzburger in dieser Stadt; |
| | * [[Würzburg]], 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des Erzherzogs [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand]], der zuvor (1803 - 1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war; | | * [[Würzburg]], 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des Erzherzogs [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand]], der zuvor (1803 - 1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war; |
| − | * [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur [[Salzburger Kirchenprovinz]] gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer | + | * [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur Salzburger Kirchenprovinz gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer |
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| | == Baiernherzöge in Salzburg == | | == Baiernherzöge in Salzburg == |
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| | Ab dem [[6. Jahrhundert]] gehörte der [[Salzburggau]] zum Herzogtum Bayern, ebenso der [[Pinzgau]] und der [[Pongau]] im Gebirge, die ab der Mitte des [[7. Jahrhundert]] bayerisch besiedelt wurden. Der [[Lungau]] war ursprünglich ein Teil Kärntens ([[Karantanien]]), das vom [[8. Jahrhundert]] bis [[976]] zum Herzogtum Bayern gehörte und in dieser Zeit teilweise bayerisch besiedelt wurde. Ab [[955]] besiedelten die Bayern auch das „Ostland“ ([[Niederösterreich]]) dauerhaft, das bis [[1156]] ein Teil des Herzogtums Bayern war. | | Ab dem [[6. Jahrhundert]] gehörte der [[Salzburggau]] zum Herzogtum Bayern, ebenso der [[Pinzgau]] und der [[Pongau]] im Gebirge, die ab der Mitte des [[7. Jahrhundert]] bayerisch besiedelt wurden. Der [[Lungau]] war ursprünglich ein Teil Kärntens ([[Karantanien]]), das vom [[8. Jahrhundert]] bis [[976]] zum Herzogtum Bayern gehörte und in dieser Zeit teilweise bayerisch besiedelt wurde. Ab [[955]] besiedelten die Bayern auch das „Ostland“ ([[Niederösterreich]]) dauerhaft, das bis [[1156]] ein Teil des Herzogtums Bayern war. |
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| − | Der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodo II.]] holte [[Rupert von Worms]] [[696]] nach Salzburg und beauftragte ihn mit der Missionierung seiner Untertanen und der Organisation der bayerischen Kirche. Als Grundausstattung seines Klosters [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] erhielt Rupert vom Herzog etwa ein Drittel der [[Saline Reichenhall]]. Im frühen [[Mittelalter]] war die [[Reichenhaller Saline]] die leistungsfähigste im [[Ostalpen]]<nowiki>raum</nowiki>. Sie bildete über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftliche Basis der Salzburger Kirche. Das kam auch durch den seit etwa [[755]] verwendeten deutschen Namen für ''Iuvavum'' zum Ausdruck: „Salzburg“ ist abgeleitet vom Salz aus den Reichenhaller Salinen und der Herzogsburg der Agilolfinger auf dem [[Festungsberg]], der [[Salzpurch]]. | + | Der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodo II.]] holte [[Rupert von Worms]] [[696]] nach Salzburg und beauftragte ihn mit der Missionierung seiner Untertanen und der Organisation der bayerischen Kirche. Als Grundausstattung seines Klosters [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] erhielt Rupert vom Herzog etwa ein Drittel der [[Saline Reichenhall]]. Im frühen [[Mittelalter]] war die [[Reichenhaller Saline]] die leistungsfähigste im [[Ostalpen]]<nowiki>raum</nowiki>. Sie bildete über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftliche Basis der [[Salzburger Kirche]]. Das kam auch durch den seit etwa [[755]] verwendeten deutschen Namen für ''Iuvavum'' zum Ausdruck: „Salzburg“ ist abgeleitet vom Salz aus den Reichenhaller Salinen und der Herzogsburg der Agilolfinger auf dem [[Festungsberg]], der [[Salzpurch]]. |
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| | Der bayerische Herzog Arnulf (* 911; † 937) ließ [[916]] in der [[Salzburger Münze]] Münzen nach [[Regensburg]]er Vorbild prägen. Es war die erste Münzprägung auf heute österreichischem Territorium. | | Der bayerische Herzog Arnulf (* 911; † 937) ließ [[916]] in der [[Salzburger Münze]] Münzen nach [[Regensburg]]er Vorbild prägen. Es war die erste Münzprägung auf heute österreichischem Territorium. |
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| | [[1540]] wurde [[Ernst Herzog von Bayern]] zum [[Administrator (Katholische Kirche)|Administrator]] von Salzburg, ohne eigentliche Wahl zum Bischof bzw. Erzbischof, gewählt. | | [[1540]] wurde [[Ernst Herzog von Bayern]] zum [[Administrator (Katholische Kirche)|Administrator]] von Salzburg, ohne eigentliche Wahl zum Bischof bzw. Erzbischof, gewählt. |
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| − | Im Jahr [[1583]] wurde ein [[Konkordat]] über kirchliche Angelegenheiten zwischen Bayern und dem Erzbistum Salzburg sowie den [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistümern]] geschlossen. | + | Im Jahr [[1583]] wurde ein [[Konkordat]] über kirchliche Angelegenheiten zwischen Bayern und dem Erzbistum Salzburg sowie den [[Suffraganbistum|Suffraganbistümern]] geschlossen. |
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| | Zwischen Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] und Herzog Maximilian I. von Bayern entbrannte [[1611]] der so genannte „[[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]]“ um die Dominanz im Salzhandel. Dieser Konflikt wurde mit gegenseitigen Wirtschaftsboykotten, Lebensmittel-Embargos und militärischen Operationen ausgetragen. Bayern konnte schließlich den Salzhandel zu seinen Gunsten steuern, nachdem Maximilian als Sieger aus dem Salzkrieg hervorgegangen war. | | Zwischen Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] und Herzog Maximilian I. von Bayern entbrannte [[1611]] der so genannte „[[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]]“ um die Dominanz im Salzhandel. Dieser Konflikt wurde mit gegenseitigen Wirtschaftsboykotten, Lebensmittel-Embargos und militärischen Operationen ausgetragen. Bayern konnte schließlich den Salzhandel zu seinen Gunsten steuern, nachdem Maximilian als Sieger aus dem Salzkrieg hervorgegangen war. |