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| | Der Salzburger '''Fischmarkt-Brunnen''', auch als '''Wilder-Mann-Brunnen''' bekannt, ist ein Brunnen auf [[Max-Reinhardt-Platz]] in der Salzburger [[Altstadt]]. | | Der Salzburger '''Fischmarkt-Brunnen''', auch als '''Wilder-Mann-Brunnen''' bekannt, ist ein Brunnen auf [[Max-Reinhardt-Platz]] in der Salzburger [[Altstadt]]. |
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| − | ==Brunnenfigur== | + | ==Geschichte== |
| − | Die Brunnenfigur stellt einen "Wilden Mann"<ref>nach diesem Brunnen ist das [[Gasthaus zum wilden Mann]] benannt</ref>, eine Art Wassermann dar, der das Stadtwappen trägt. Diese aus Kupferblech getriebene Plastik stammt aus dem Jahr [[1620]]. Von November 2011 bis Mai 2012 wurde sie in der Werkstatt der Metallrestauratorin Elisabeth Krebs in Wien um 100.000 Euro restauriert. 35.000 Euro zahlte das Bundesdenkmalamt, 65.000 Euro die Stadt Salzburg. Die Übersiedlungen (siehe unten) der Plastik hatte ihr im Laufe der Zeit zugesetzt: viele Blätter des Kleides des Wilden Mannes waren abgebrochen, ein Fuß war zur Fixierung am Steinsockel kurzerhand plattgedrückt worden und drei Zehen fehlten. Während der Restaurierung wurde die überraschende Entdeckung gemacht, dass die Plastik einst bunt bemalt gewesen war.
| + | Der erste nachweisbare Fischmarkt wurde am Löchlplatz, jetzt [[Hagenauerplatz]], abgehalten, wofür man 1548 einen hölzernen Brunnen errichtet hatte. [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] ließ ihn 1599 durch einen viereckigen Röhrenbrunnen ersetzen, der mit einer Maria-Immaculata-Statue bekrönt, und mit Fischbehältern umgeben war. Die Anlage war insgesamt aus Untersberger Marmor gefertigt gewesen, sie wurde 1873 abgetragen, die Marienstatue ist im Garten des [[Herz-Jesu-Heim]]es erhalten geblieben.<ref>Herbert Dorn: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg'', Salzburg 1996, S. 7.</ref> |
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| | + | Als Anfang des 17. Jahrhunderts der Löchlplatz für die Abhaltung des Fischmarktes zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg<ref>Unter Bürgermeister Kaspar Hahn (1611–1636) [Liste der Bürgermeister der Stadt Salzburg#Bürgermeister von 1511 bis 1741|Liste der Bürgermeister 1511–1741]</ref> den Fischmarkt an den ''Gries'', dem heutigen [[Ferdinand-Hanusch-Platz]], vor die ''[[Alte Thürnitz]]'', wobei der Brunnen mit den alten Fischbecken am Löchlplatz verblieb. Die neuen Fischbecken mit einem dazugehörigen Brunnen entwarf vermutlich Santino Solari, die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister Martin Pfenninger aus Himmelreich. Dieser schuf 1620 das quadratische Marmorbecken, in dessen Mitte eine Marmorsäule steht, aus deren Basis vier Speier fließendes Wasser sprudeln lassen. Weitere Wasserspeier sind an den Beckenwänden vorhanden und lassen das Wasser in tiefer liegende Flachbecken rinnen. Auf der Säule steht eine Brunnenfigur, ein furchteinflößender '''Wappenhüter''', der in seiner Rechten drohend eine an einen Dreizack erinnernde lange Keule hält, mit seiner Linken stolz das ''Recht der Stadt über den Fischmarkt'' ausdrückende Salzburger Stadtwappen. <ref>Herbert Dorn: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg'', Salzburg 1996, S. 8f.</ref> |
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| − | ==Geschichte==
| + | [[1872]] wurde der Fischmarkt vorübergehend wieder auf den Hagenauerplatz, wo noch der Fischmarktbrunnen aus dem Jahre 1599 stand, abgehalten, während der ''Wilde-Mann-Brunnen'' vor der [[Hofmarstall|alten Reitschule]], gleich neben dem heutigen Bühnenhaus des [[Haus für Mozart|alten Festspielhauses]], aufgebaut wurde. [[1937]] versetzte man ihn abermals, er steht seither am Rand des [[Furtwänglerpark]]s.<ref>Quelle Buch [[Salzburger Fotografien 1880–1918]]</ref>. |
| − | Der Brunnen stammt vermutlich aus der Regierungszeit von Fürsterzbischof [[Markus Sittikus]] ([[1612]] - [[1619]]). Er stand ursprünglich am [[Hagenauerplatz]] an der [[Getreidegasse]] gegenüber von [[Mozarts Geburtshaus]], vor dem von [[1599]] bis [[1641]] Fisch verkauft wurde. Die Fische kamen aus den umliegenden Seen und Flüssen, aber auch von den [[Lieferinger Fischer]]n.
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| − | 1641 wurde der [[Salzburger Fischmarkt|Fischmarkt]] samt Brunnen vor die "[[Alte Thürnitz]]" an den ''Gries'' (heute [[Ferdinand-Hanusch-Platz]]) verlegt. Als die Thürnitz abgerissen wurde, verlegte man [[1872]] den Fischmarkt samt Brunnen abermals auf den Hagenauerplatz, später zur [[Hofmarstall|alten Reitschule]], gleich neben dem heutigen Bühnenhaus des [[Haus für Mozart|alten Festspielhauses]]. Der Fischbrunnen wanderte stets mit, er blieb aber, als [[1925]] der Fischmarkt erneut verlegt wurde, gegenüber dem [[Haus für Mozart|Festspielhaus]] am Max-Reinhardt-Platz stehen. [[1937]] wurde er an den Rand des [[Furtwänglerpark]]s versetzt. Dabei wurden die [[Marmor|marmornen]] Kalter, Stufen und Bassins entfernt<ref>Quelle Buch [[Salzburger Fotografien 1880 - 1918]]</ref>.
| + | ==Brunnenfigur== |
| | + | Die Brunnenfigur stellt einen "Wilden Mann" dar,<ref>nach diesem Brunnen ist das [[Gasthaus zum wilden Mann]] benannt</ref> ein '''Wappenhüter''' des Salzburger Stadtwappens. Diese aus Kupferblech getriebene Plastik stammt aus dem Jahr [[1620]]. Von November 2011 bis Mai 2012 wurde sie in der Werkstatt der Metallrestauratorin Elisabeth Krebs in Wien um 100.000 Euro restauriert. 35.000 Euro zahlte das Bundesdenkmalamt, 65.000 Euro die Stadt Salzburg. Die Umsetzungen der Plastik hatte ihr im Laufe der Zeit zugesetzt: viele Blätter des Kleides des Wilden Mannes waren abgebrochen, ein Fuß war zur Fixierung am Steinsockel kurzerhand plattgedrückt worden und drei Zehen fehlten. Während der Restaurierung wurde die überraschende Entdeckung gemacht, dass die Plastik einst bunt bemalt gewesen war. |
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| | ==Fußnoten== | | ==Fußnoten== |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | + | * [[Herbert Dorn|Dorn, Herbert]]: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg''. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten, hg. vom [[Salzburg Museum|SMCA]], Salzburg 1996, ISBN 3-901014-49-7, S. 7–12. |
| | * [[Lieselotte Eltz-Hoffmann|Eltz-Hoffmann, Lieselotte]]: Salzburger Brunnen, Schriftenreihe Stadtverein Salzburg, 1979 | | * [[Lieselotte Eltz-Hoffmann|Eltz-Hoffmann, Lieselotte]]: Salzburger Brunnen, Schriftenreihe Stadtverein Salzburg, 1979 |
| | * [[Barbara Kutschera|Kutschera Barbara]]: Brunnen in Salzburg, Verlag Salzburger Druckerei, Salzburg 1980 | | * [[Barbara Kutschera|Kutschera Barbara]]: Brunnen in Salzburg, Verlag Salzburger Druckerei, Salzburg 1980 |