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| | [[Datei:HMW letztes Moped.jpg|thumb|das letzte in Hallein gefertigte Moped im August 1958.]] | | [[Datei:HMW letztes Moped.jpg|thumb|das letzte in Hallein gefertigte Moped im August 1958.]] |
| | [[Datei:Österreichische Motorradgeschichte im fahrtraum Mattsee 03.JPG|thumb|[[Österreichische Motorradgeschichte im fahrtraum Mattsee]], die HMW Mopeds: HMW Supersport 50 cm³, Baujahr 1957, HMW 50 Z, Baujahr 1954 und eine Foxinette, Baujahr 1952.]] | | [[Datei:Österreichische Motorradgeschichte im fahrtraum Mattsee 03.JPG|thumb|[[Österreichische Motorradgeschichte im fahrtraum Mattsee]], die HMW Mopeds: HMW Supersport 50 cm³, Baujahr 1957, HMW 50 Z, Baujahr 1954 und eine Foxinette, Baujahr 1952.]] |
| − | [[Datei:125 Jahre Automobilismus Motorräder 2019 02.jpg|thumb|[[125 Jahre Automobilismus]] im [[Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Besucherzentrum ]] auf der [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] der [[Großglockner Hochalpenstraße]] in [[Kärnten]]. Bild vom Sommer 2019, ein [[HMW]]-Moped mit einem Eiswagen.]] | + | [[Datei:125 Jahre Automobilismus Motorräder 2019 02.jpg|thumb|[[125 Jahre Automobilismus]] im [[Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Besucherzentrum]] auf der [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] der [[Großglockner Hochalpenstraße]] in [[Kärnten]]. Bild vom Sommer 2019, ein [[HMW]]-Moped mit einem Eiswagen.]] |
| | Das '''Halleiner Motorenwerk''' (HMW) wurde im [[November]] [[1948]] als "Motorenwerk Fuchs-Königer-Aktiengesellschaft Salzburg-Hallein" gegründet. Es bestand bis [[1958]] in [[Hallein]] und dann bis [[1962]] in Kottingbrunn in [[Niederösterreich]]. | | Das '''Halleiner Motorenwerk''' (HMW) wurde im [[November]] [[1948]] als "Motorenwerk Fuchs-Königer-Aktiengesellschaft Salzburg-Hallein" gegründet. Es bestand bis [[1958]] in [[Hallein]] und dann bis [[1962]] in Kottingbrunn in [[Niederösterreich]]. |
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| | Die Firma änderte dann ihren Firmennamen, sie nannte sich "Halleiner Motorenwerk Hinterberger, Schreitl & Co. vormals Halleiner Motorenwerk AG" und hieß schließlich '''Halleiner Motorenwerk AG''' (HMW). In den Jahren [[1955]]/[[1956|56]] begann man auf Grund der guten Verkaufsergebnisse nach einem neuen Standort Ausschau zu halten. Aber auch interne Streitereien und ein Copyright-Rechtsstreit mit "Victoria" in Nürnberg gab es zu bewältigen. Dazu kam, dass [[Eugen Grill]], Besitzer der Grill-Werke, aufgrund des österreichischen Staatsvertrages die gesamte Liegenschaft zurück bekommen sollte. | | Die Firma änderte dann ihren Firmennamen, sie nannte sich "Halleiner Motorenwerk Hinterberger, Schreitl & Co. vormals Halleiner Motorenwerk AG" und hieß schließlich '''Halleiner Motorenwerk AG''' (HMW). In den Jahren [[1955]]/[[1956|56]] begann man auf Grund der guten Verkaufsergebnisse nach einem neuen Standort Ausschau zu halten. Aber auch interne Streitereien und ein Copyright-Rechtsstreit mit "Victoria" in Nürnberg gab es zu bewältigen. Dazu kam, dass [[Eugen Grill]], Besitzer der Grill-Werke, aufgrund des österreichischen Staatsvertrages die gesamte Liegenschaft zurück bekommen sollte. |
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| − | Im August 1958 verließ das letzte von 107 053 in Hallein gefertigten Mopeds die Montagehallen und die Produktion wurde nach Kottingbrunn, NÖ., verlegt. 500 Personen verloren in Hallein ihre Arbeit<ref>Es dürfte der erste größere Personalabbau in Hallein gewesen sein, weitere Firmen folgten dann in den [[1970er]]- und [[1980er]]-Jahren</ref>. Aber noch während der Umsiedlung begann sich ein Absatzrückgang abzuzeichnen. [[1960]] wurde nur mehr ein Zehntel der Produktion von 1956 erreicht<ref>Wie übrigens auch bei anderen österreichischen Fahrrad- und Motorenherstellern wie [[KTM]] oder Puch</ref>. Erst im September 1958, bereits nach der Schließung, begann man auch in den Zeitungen darüber zu berichten. Der Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Josef Klaus]] versuchte dann im Dezember vergeblich, [[KTM]] zur Ansiedlung in Hallein unter Beteiligung von Grill zu bewegen. Es scheiterte daran, dass Grill nicht die Freigabe der Entschädigungssumme vom Finanzminister erhielt. | + | Im August 1958 verließ das letzte von 107 053 in Hallein gefertigten Mopeds die Montagehallen und die Produktion wurde nach Kottingbrunn, NÖ., verlegt. 500 Personen verloren in Hallein ihre Arbeit<ref>Es dürfte der erste größere Personalabbau in Hallein gewesen sein, weitere Firmen folgten dann in den [[1970er]]- und [[1980er]]-Jahren</ref>. Aber noch während der Umsiedlung begann sich ein Absatzrückgang abzuzeichnen. [[1960]] wurde nur mehr ein Zehntel der Produktion von 1956 erreicht<ref>Wie übrigens auch bei anderen österreichischen Fahrrad- und Motorenherstellern wie [[KTM]] oder Puch</ref>. Erst im September 1958, bereits nach der Schließung, begann man auch in den Zeitungen darüber zu berichten. Der Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Josef Klaus (Politiker)|Josef Klaus]] versuchte dann im Dezember vergeblich, [[KTM]] zur Ansiedlung in Hallein unter Beteiligung von Grill zu bewegen. Es scheiterte daran, dass Grill nicht die Freigabe der Entschädigungssumme vom Finanzminister erhielt. |
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| | Mittlerweile besaß die Österreichische Länderbank das Unternehmen, das das Werk Ende [[1960]] an das Stahlbauunternehmen Waagner-Biró übergab. [[1961]] konnte man bei der Wiener Frühjahrsmesse zum letzten Mal ein HMW-Modell bestaunen. Am [[16. Mai]] [[1962]] verließ das letzte der insgesamt 128 175 gebauten HMW-Mopeds das Werk. | | Mittlerweile besaß die Österreichische Länderbank das Unternehmen, das das Werk Ende [[1960]] an das Stahlbauunternehmen Waagner-Biró übergab. [[1961]] konnte man bei der Wiener Frühjahrsmesse zum letzten Mal ein HMW-Modell bestaunen. Am [[16. Mai]] [[1962]] verließ das letzte der insgesamt 128 175 gebauten HMW-Mopeds das Werk. |
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| | Ein anderes Moped war das "Glockner Moped". Die "Glockner 50 Z" wurde von der Tiroler Firma Nuruhrer, Fietz & Co in Bieberwier in geringer Stückzahl ab 1954 erzeugt. Der 49,8-cm³-Motor mit 2,2 PS wurde in Hallein bei HMW hergestellt. Scheinwerfer, Rücklicht, Sattel und Vorderbremse wurden in [[Deutschland]] produziert. Erste Produktion war noch 1953 (in Hallein?) und es gab die ''Glockner'' bis 1958. | | Ein anderes Moped war das "Glockner Moped". Die "Glockner 50 Z" wurde von der Tiroler Firma Nuruhrer, Fietz & Co in Bieberwier in geringer Stückzahl ab 1954 erzeugt. Der 49,8-cm³-Motor mit 2,2 PS wurde in Hallein bei HMW hergestellt. Scheinwerfer, Rücklicht, Sattel und Vorderbremse wurden in [[Deutschland]] produziert. Erste Produktion war noch 1953 (in Hallein?) und es gab die ''Glockner'' bis 1958. |
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| − | ==HMW Sportergebnisse == | + | == HMW Splitter == |
| | + | === HMW Sportergebnisse === |
| | Bei der am [[28. Mai|28.]]–[[29. Mai]] 1954 stattgefundenen Non-Stop-Fahrt "Quer durch Österreich" mit Startort Salzburg gewannen Golser, Köstler, E. Steiner und Schnöll eine Goldmedaille auf HMW 50 cm³<ref>"[[Austro-Motor]]", internationale Auto- und Motorrundschau, Wien, 7/1954, Seite 281</ref> | | Bei der am [[28. Mai|28.]]–[[29. Mai]] 1954 stattgefundenen Non-Stop-Fahrt "Quer durch Österreich" mit Startort Salzburg gewannen Golser, Köstler, E. Steiner und Schnöll eine Goldmedaille auf HMW 50 cm³<ref>"[[Austro-Motor]]", internationale Auto- und Motorrundschau, Wien, 7/1954, Seite 281</ref> |
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| | [[1957]] gewann HMW die schwerste Moped-Wertungsfahrt des Jahres in [[Belgien]]. Die Fahrt über 1 000 Kilometer endete mit einem sensationellen Sieg für die Moped-Markt HMW, die unter 40 Teilnehmern die ersten drei Plätze belegt.<ref>"Austro Motor", internationale Auto- und Motorrundschau, Wien, Ausgabe 3/1957</ref> | | [[1957]] gewann HMW die schwerste Moped-Wertungsfahrt des Jahres in [[Belgien]]. Die Fahrt über 1 000 Kilometer endete mit einem sensationellen Sieg für die Moped-Markt HMW, die unter 40 Teilnehmern die ersten drei Plätze belegt.<ref>"Austro Motor", internationale Auto- und Motorrundschau, Wien, Ausgabe 3/1957</ref> |
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| − | ==HMW Treffen 2010== | + | === 60 000 km durch Asien und Afrika auf einem 50 cm³-HMW-Moped === |
| | + | Am [[26. März]] [[1954]] startete in Wien der 22jährige Wiener Student Alexander Waigand zu einer nicht alltäglichen Fahrt mit einem serienmäßigen HMW-Moped auf. Die Reise führte ihn durch die Länder des Orients, durch Asien, Afrika und, erstmalig in der Geschichte des Mopeds, auch durch die Zentral-Sahara. Am [[23. Dezember]] [[1955]] kehrte Waigand wieder nach Wien zurück, wo er offiziell auf dem Schwarzenbergplatz empfangen wurde.<ref>"[[Austro-Motor]]", Ausgabe 1/1956, Seite 3 im Jugend-Motor-Teil</ref> |
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| | + | === HMW Treffen 2010=== |
| | :''Hauptartikel [[HMW Treffen]] | | :''Hauptartikel [[HMW Treffen]] |
| | [[Peter Frohnwieser junior]] vom [[Technologie-Sammler- und Museumsverein]] organisierte am Samstag, den [[25. September]] [[2010]], das erste HMW-Treffen "Zu den Halleinern kommen". | | [[Peter Frohnwieser junior]] vom [[Technologie-Sammler- und Museumsverein]] organisierte am Samstag, den [[25. September]] [[2010]], das erste HMW-Treffen "Zu den Halleinern kommen". |