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| − | Erzherzog '''{{PAGENAME}}''' (* [[18. Dezember]] [[1863]] in Graz; † [[28. Juni]] [[1914]] in Sarajevo, Serbien) war der österreichische Thronfolger, dessen Ermordung den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] auslöste. | + | [[Datei:Ferdinand Schmutzer - Franz Ferdinand von Österreich-Este, um 1914.jpg|thumb|Franz Ferdinand von Österreich-Este, um 1914.]] |
| | + | [[Datei:Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Herzogin Sophie von Hohenberg (Hofatelier Kosel).jpg|thumb|Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Herzogin Sophie von Hohenberg, etwa 1914.]] |
| | + | Erzherzog '''{{PAGENAME}}''' (* [[18. Dezember]] [[1863]] in Graz; † [[28. Juni]] [[1914]] in Sarajevo, [[Serbien]]) war der österreichische Thronfolger, dessen Ermordung den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] auslöste. |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| | Er wurde als ältester Sohn von Erzherzog Karl Ludwig (* [[1833]]; † [[1896]]) und dessen zweiter Frau Maria Annunziata von Neapel-Sizilien (* [[1843]]; † [[1871]]) in Graz geboren. Sein Onkel war Kaiser [[Franz Joseph I.]] (* 1830; † 1916). | | Er wurde als ältester Sohn von Erzherzog Karl Ludwig (* [[1833]]; † [[1896]]) und dessen zweiter Frau Maria Annunziata von Neapel-Sizilien (* [[1843]]; † [[1871]]) in Graz geboren. Sein Onkel war Kaiser [[Franz Joseph I.]] (* 1830; † 1916). |
| − | Franz Ferdinand hatte zwei Brüder Otto (* [[1865]]; † [[1906]]) und Ferdinand Karl (* [[1868]]; † [[1915]]), eine Schwester Margarethe Sophie (* [[1870]]; † [[1902]]) und zwei Halbschwestern Maria Annunziata (* [[1876]]; † [[1961]]) und Elisabeth Amalia (* [[1878]]); † [[1960]]), die aus der dritten Ehe seines Vaters mit Maria Theresia (* [[1855]]; † [[1944]]), stammten. | + | |
| | + | Franz Ferdinand hatte zwei Brüder, Otto (* [[1865]]; † [[1906]]) und Ferdinand Karl (* [[1868]]; † [[1915]]), eine Schwester Margarethe Sophie (* [[1870]]; † [[1902]]) und zwei Halbschwestern Maria Annunziata (* [[1876]]; † [[1961]]) und Elisabeth Amalia (* [[1878]]); † [[1960]]), die aus der dritten Ehe seines Vaters mit Maria Theresia (* [[1855]]; † [[1944]]), stammten. |
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| | [[1878]] begann der Erzherzog militärische Ausbildung, die er bei den oberösterreichischen Dragonern, der böhmischen Infanterie und den ungarischen Husaren erhielt. | | [[1878]] begann der Erzherzog militärische Ausbildung, die er bei den oberösterreichischen Dragonern, der böhmischen Infanterie und den ungarischen Husaren erhielt. |
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| | Nach dem Freitod des Kronprinzen [[Rudolf (Kronprinz)|Rudolf]] [[1889]] wurde er zum Thronfolger. [[1900]] heiratete er Gräfin Sophie Chotek (* 1. März 1868 in Stuttgart, [[Württemberg]]; † 28. Juni 1914 in Sarajewo, [[Bosnien und Herzegowina]]), die ab [[1909]] den Titel ''Fürstin von Hohenberg'' führte. Da die Verbindung nicht standesgemäß war, musste Franz Ferdinand auf den Thronanspruch seiner Nachkommen verzichten. Der Ehe entstammten vier Kinder (eine Tochter und drei Söhne, ein Sohn starb bei der Geburt). Die Familie hatte ihren Wohnsitz in Schloss Belvedere in Wien. | | Nach dem Freitod des Kronprinzen [[Rudolf (Kronprinz)|Rudolf]] [[1889]] wurde er zum Thronfolger. [[1900]] heiratete er Gräfin Sophie Chotek (* 1. März 1868 in Stuttgart, [[Württemberg]]; † 28. Juni 1914 in Sarajewo, [[Bosnien und Herzegowina]]), die ab [[1909]] den Titel ''Fürstin von Hohenberg'' führte. Da die Verbindung nicht standesgemäß war, musste Franz Ferdinand auf den Thronanspruch seiner Nachkommen verzichten. Der Ehe entstammten vier Kinder (eine Tochter und drei Söhne, ein Sohn starb bei der Geburt). Die Familie hatte ihren Wohnsitz in Schloss Belvedere in Wien. |
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| − | ==Kinder== | + | Ab [[1906]] begann sich Franz Ferdinand mit der Politik zu beschäftigen. Er entwarf Pläne für die Umgestaltung Österreich-Ungarns nach seiner Regierungsübernahme. Dabei plädierte er für den Umbau der Monarchie nach nationalen Gesichtspunkten unter Wahrung einer möglichst starken Zentralgewalt. Außenpolitisch trat er für ein enges Bündnis mit [[Deutschland]] und [[Russland]] sowie eine friedliche Balkanpolitik ein. |
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| | + | Am [[28. Juni]] 1914 fanden in Sarajevo Manöver statt, die Franz Ferdinand besuchen wollte. Obwohl Befürchtungen bestanden, dass es zu Unruhen kommen könnte, reiste der Thronfolger mit seiner Frau nach Bosnien. Das "Attentat von Sarajevo" beendete das Leben des Thronfolgerpaares und war der Anlass für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. |
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| | + | Zu Lebzeiten hatte Franz Ferdinand verfügt, dass er und seine Gemahlin in der Familiengruft des Schlosses Artstetten in der Nähe von Melk bestattet werden sollten. Heute befindet sich im Schloss Artstetten ein interessantes Museum über das Leben und Werk von Franz Ferdinand. Unter anderem kann man einen Nachbau des Fahrzeuges sehen, in dem der Thronfolger und seine Gattin erschossen wurden. Weiters zeigt das Museum eine wenig bekannte Liebe des Thronfolgers - die österreichische Kriegsmarine in der Adria. |
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| | + | ==Kinder<ref>Aichelburg, Wladimir, ''Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und Artstetten'', Wien u.a., 2000, Seite 46 und Seite 70</ref>== |
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| | | Totgeborener Sohn|| 8. November 1908|| 8. November 1908 | | | Totgeborener Sohn|| 8. November 1908|| 8. November 1908 |
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| − | <ref>Aichelburg, Wladimir, ''Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und Artstetten'', Wien u.a., 2000,
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| − | Seite 46 und Seite 70</ref>
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| − | Ab [[1906]] begann sich Franz Ferdinand mit der Politik zu beschäftigen. Er entwarf Pläne für die Umgestaltung Österreich-Ungarns nach seiner Regierungsübernahme. Dabei plädierte er für den Umbau der Monarchie nach nationalen Gesichtspunkten unter Wahrung einer möglichst starken Zentralgewalt. Außenpolitisch trat er für ein enges Bündnis mit [[Deutschland]] und [[Russland]] sowie eine friedliche Balkanpolitik ein.
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| − | Am [[28. Juni]] 1914 fanden in Sarajevo Manöver statt, die Franz Ferdinand besuchen wollte. Obwohl Befürchtungen bestanden, dass es zu Unruhen kommen könnte, reiste der Thronfolger mit seiner Frau nach Bosnien. Das "Attentat von Sarajevo" beendete das Leben des Thronfolgerpaares und war der Anlass für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges.
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| − | Zu Lebzeiten hatte Franz Ferdinand verfügt, dass er und seine Gemahlin in der Familiengruft des Schlosses Artstetten in der Nähe von Melk bestattet werden sollten. Heute befindet sich im Schloss Artstetten ein interessantes Museum über das Leben und Werk von Franz Ferdinand. Unter anderem kann man einen Nachbau des Fahrzeuges sehen, in dem der Thronfolger und seine Gattin erschossen wurden. Weiters zeigt das Museum eine wenig bekannte Liebe des Thronfolgers - die österreichische Kriegsmarine in der Adria.
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| | ==Salzburg-Bezug== | | ==Salzburg-Bezug== |
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| | === Sage === | | === Sage === |
| | Er wusste um die Sage vom Zlatorog, der weißen Gams mit dem goldenen Gehörn. Für Jäger war der Abschuss eines weißen Tieres ein Sakrileg. Wer das Geschöpf aus einer Laune heraus erlegt, stirbt selbst innerhalb eines Jahres eines unnatürlichen Todes, heißt es. Das hielt ihn nicht davon ab, das Tier – das im Übrigen im Salzburger [[Haus der Natur]] ausgestellt ist – zu schießen. Auf die Frage seiner Frau, warum er denn die weiße Gams geschossen habe, obwohl er doch wissen müsse, dass er damit seinen baldigen Tod heraufbeschworen habe, soll er gemäß den Aufzeichnungen in den Familienarchiven geantwortet haben: „''Na, wenn man sterben muss, stirbt man sowieso!''“ Am 28. Juni 1914 waren Franz Ferdinand und seine Frau Sophie dem Attentat in Sarajevo zum Opfer gefallen. Anita Hohenberg (* 18. August 1958 auf Schloss Berg, [[Oberbayern]]) Urenkelin von Franz Ferdinand, hat sich mit Igor Friedrich Petkovic, [[Georg Winding]] vom Haus der Natur und anderen Autoren im Buch „Das Franz Ferdinand Prinzip. Warum der Erste Weltkrieg wirklich begann“ auf Spurensuche begeben. | | Er wusste um die Sage vom Zlatorog, der weißen Gams mit dem goldenen Gehörn. Für Jäger war der Abschuss eines weißen Tieres ein Sakrileg. Wer das Geschöpf aus einer Laune heraus erlegt, stirbt selbst innerhalb eines Jahres eines unnatürlichen Todes, heißt es. Das hielt ihn nicht davon ab, das Tier – das im Übrigen im Salzburger [[Haus der Natur]] ausgestellt ist – zu schießen. Auf die Frage seiner Frau, warum er denn die weiße Gams geschossen habe, obwohl er doch wissen müsse, dass er damit seinen baldigen Tod heraufbeschworen habe, soll er gemäß den Aufzeichnungen in den Familienarchiven geantwortet haben: „''Na, wenn man sterben muss, stirbt man sowieso!''“ Am 28. Juni 1914 waren Franz Ferdinand und seine Frau Sophie dem Attentat in Sarajevo zum Opfer gefallen. Anita Hohenberg (* 18. August 1958 auf Schloss Berg, [[Oberbayern]]) Urenkelin von Franz Ferdinand, hat sich mit Igor Friedrich Petkovic, [[Georg Winding]] vom Haus der Natur und anderen Autoren im Buch „Das Franz Ferdinand Prinzip. Warum der Erste Weltkrieg wirklich begann“ auf Spurensuche begeben. |
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| − | == Weblink ==
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| − | * ''"'''Die Bluttat von Sarajevo'''"'' ein '''''Gedenkblatt''''' in: (Neuigkeits) Welt Blatt am [[2. Juli]] [[1914]] von Seite 9 bis 15, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19140702&seite=9&zoom=33&query=%22bluehnbach%2Bkapelle%22~20&ref=anno-search ANNO]
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| | ==Literatur== | | ==Literatur== |
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| | * Praschl-Bichler, Gabriele: ''Die Habsburger in Salzburg'', Graz, 1999 | | * Praschl-Bichler, Gabriele: ''Die Habsburger in Salzburg'', Graz, 1999 |
| | * Weissensteiner, Friedrich: ''Franz Ferdinand,'' Wien, 2007 | | * Weissensteiner, Friedrich: ''Franz Ferdinand,'' Wien, 2007 |
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| | + | == Weblink == |
| | + | * ''Die Bluttat von Sarajevo, ein Gedenkblatt'' in: (Neuigkeits) Welt Blatt am [[2. Juli]] [[1914]] von Seite 9 bis 15, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19140702&seite=9&zoom=33&query=%22bluehnbach%2Bkapelle%22~20&ref=anno-search ANNO] |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
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| | * {{Quelle SN|13. September 2011}} | | * {{Quelle SN|13. September 2011}} |
| | * {{Quelle TN|5. September 2012 und 25. September 2014}} | | * {{Quelle TN|5. September 2012 und 25. September 2014}} |
| − | == Einzelnachweis == | + | ==== Einzelnachweis ==== |
| | <references/> | | <references/> |
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