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Am Wochenende [[22. Februar|22.]]-[[23. Februar]] 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und [[Venetien]] auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registriert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.  
 
Am Wochenende [[22. Februar|22.]]-[[23. Februar]] 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und [[Venetien]] auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registriert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.  
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=== In Österreich ===
 
Ab [[11. März]] führte Österreich an allen Grenzübergängen zu Italien (Gesundheits)Grenzkontrollen durch. Es kam zu Kilometer langen Staus in der Abfertigung von Lkw.  Weiters wurde der Personenzugverkehr der [[ÖBB]] von und nach Italien eingestellt.
 
Ab [[11. März]] führte Österreich an allen Grenzübergängen zu Italien (Gesundheits)Grenzkontrollen durch. Es kam zu Kilometer langen Staus in der Abfertigung von Lkw.  Weiters wurde der Personenzugverkehr der [[ÖBB]] von und nach Italien eingestellt.
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Am Freitag, den 13. März, wurden das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt (rund 9 500 Personen), am Samstag, den 14. März, folgte [[Heiligenblut]]. In allen Orten und Gebieten wurden die ausländischen Touristen zur Abreise in ihre Heimatländer aufgefordert und registriert, um bei weiteren Infektionen den Kontakt aufnehmen zu können.
 
Am Freitag, den 13. März, wurden das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt (rund 9 500 Personen), am Samstag, den 14. März, folgte [[Heiligenblut]]. In allen Orten und Gebieten wurden die ausländischen Touristen zur Abreise in ihre Heimatländer aufgefordert und registriert, um bei weiteren Infektionen den Kontakt aufnehmen zu können.
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== Auswirkungen auf das Leben ==
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=== International ===
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Der internationale Flugverkehr brach Anfang März um die Hälfte ein. Der Luftfahrt-Branchenverband IATA erwartet durch das Virus für die Fluggesellschaften insgesamt einen Umsatzverlust zwischen 63 und 113 Mrd. Dollar, umgerechnet 56 bis 102 Mrd. Euro. Das entspricht dem Wegfall von bis zu 19 Prozent der Gesamtumsätze im Passagiergeschäft (Stand 6. März 2020). Die weltweit größte Ferienmesse, die Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) Berlin, die Anfang März hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt (erwartet waren rund 10 000 Aussteller und 120 000 Fachbesucher aus aller Welt). Auch in der Sportwelt kam es zu Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Finalwochenende im Skirennsport, des ersten Laufs zu Moto-GP oder bei Radsportklassikern in Oberitalien.
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Italien wurde von dem Virus am stärksten betroffen. Zunächst wurden in den betroffenen norditalienischen Regionen wurden teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. In Folge schlossen zahlreiche Schulen sowie Universitäten und das öffentliche Leben in diesen italienischen Regionen kam weitgehend zum Erliegen. Am [[10. März]] schloss Italien seine Grenzen für den Personenverkehr. Diese Maßnahme soll bis [[25. März]] gelten. Die österreichischen Bundesbahnen stellten den Zugverkehr nach Italien ein. Am [[11. März]] wurde der Flughafen Mailand-Linate geschlossen, für österreichische Flugzeuge wurde ein Landeverbot auf allen italienischen Flughäfen ausgesprochen. Am [[12. März]] mussten dann alle Bars und Restaurants sowie der gesamte Handel mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken und Zeitungskiosken auf Anordnung der Regierung geschlossen werden. Am 12. März waren in Italien mehr als 12 400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben.
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Die Woche vom 9. bis 15. März brachte die erste großen wirtschaftlichen Veränderungen. Deutsche und italienische Reedereien ließen ihre Kreuzfahrtschiffe ankern und für mindestens zwei Wochen keine Kreuzfahrten mehr durchführen. Die [[Deutsche Lufthansa AG]] überlegte ein Ansuchen um Staatshilfe zu stellen und die [[Vereinigte Staaten von Amerika|Vereinigten Staaten von Amerika]] erließen ein Einreiseverbot für Europäer.
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Aufgrund von positiv getesteten Mitarbeitern des Formel-1-Teams McLaren wurde am Donnerstag, 12. März, der erste Formel-1-Lauf in Australien abgesagt und zwei folgende Termine verschoben. Der Staffellauf des Olympischen Feuers wurde am Freitag, [[13. März]] in Griechenland abgebrochen. Trotz des Aufrufs, wegen der Coronavirus-Epidemie zuhause zu bleiben, hatten sich Hunderte Einwohner der griechischen Kleinstadt Sparta am Straßenrand versammelt. Wie das griechische Olympische Komitee weiter mitteilte, werde der Fackellauf nach diesem Abbruch in Griechenland endgültig nicht fortgesetzt.
      
=== Im Bundesland Salzburg ===
 
=== Im Bundesland Salzburg ===
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„''Für die Rettungsdienste gibt es klare Vorgaben für Krankentransporte''“, sagt Oberfeld. „''So wie bei ähnlichen Fällen wie etwa der Vogelgrippe sind wir in der Lage, binnen einer Woche eine Quarantänestation einzurichten. Zur Zeit wird die weitere Vorgehensweise des Bundes in Wien besprochen. Danach werden wir uns richten''“, beschreibt Markus Kurcz vom Katastrophenschutz des Landes die Möglichkeiten, auf eine große Zahl von Erkrankten zu reagieren.
 
„''Für die Rettungsdienste gibt es klare Vorgaben für Krankentransporte''“, sagt Oberfeld. „''So wie bei ähnlichen Fällen wie etwa der Vogelgrippe sind wir in der Lage, binnen einer Woche eine Quarantänestation einzurichten. Zur Zeit wird die weitere Vorgehensweise des Bundes in Wien besprochen. Danach werden wir uns richten''“, beschreibt Markus Kurcz vom Katastrophenschutz des Landes die Möglichkeiten, auf eine große Zahl von Erkrankten zu reagieren.
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=== Wichtige Tipps für die Bevölkerung ===
   
Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion fasst im Interview mit dem [[Landes-Medienzentrum]] (LMZ) die wichtigsten Fakten und Tipps zusammen.
 
Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion fasst im Interview mit dem [[Landes-Medienzentrum]] (LMZ) die wichtigsten Fakten und Tipps zusammen.
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''Auf der Landes-Website unter www.salzburg.gv.at/corona-virus finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie Vorgaben zu Meldepflichten. Neben den Hausärzten steht die telefonische Gesundheitsberatung unter 1450 rund um die Uhr und die Telefon-Hotline der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621 von Montag bis Freitag von 09 bis 17 Uhr zur Verfügung.
 
''Auf der Landes-Website unter www.salzburg.gv.at/corona-virus finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie Vorgaben zu Meldepflichten. Neben den Hausärzten steht die telefonische Gesundheitsberatung unter 1450 rund um die Uhr und die Telefon-Hotline der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621 von Montag bis Freitag von 09 bis 17 Uhr zur Verfügung.
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=== International ===
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Der internationale Flugverkehr brach Anfang März um die Hälfte ein. Der Luftfahrt-Branchenverband IATA erwartet durch das Virus für die Fluggesellschaften insgesamt einen Umsatzverlust zwischen 63 und 113 Mrd. Dollar, umgerechnet 56 bis 102 Mrd. Euro. Das entspricht dem Wegfall von bis zu 19 Prozent der Gesamtumsätze im Passagiergeschäft (Stand 6. März 2020). Die weltweit größte Ferienmesse, die Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) Berlin, die Anfang März hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt (erwartet waren rund 10 000 Aussteller und 120 000 Fachbesucher aus aller Welt). Auch in der Sportwelt kam es zu Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Finalwochenende im Skirennsport, des ersten Laufs zu Moto-GP oder bei Radsportklassikern in Oberitalien.
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Italien wurde von dem Virus am stärksten betroffen. Zunächst wurden in den betroffenen norditalienischen Regionen wurden teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. In Folge schlossen zahlreiche Schulen sowie Universitäten und das öffentliche Leben in diesen italienischen Regionen kam weitgehend zum Erliegen. Am [[10. März]] schloss Italien seine Grenzen für den Personenverkehr. Diese Maßnahme soll bis [[25. März]] gelten. Die österreichischen Bundesbahnen stellten den Zugverkehr nach Italien ein. Am [[11. März]] wurde der Flughafen Mailand-Linate geschlossen, für österreichische Flugzeuge wurde ein Landeverbot auf allen italienischen Flughäfen ausgesprochen. Am [[12. März]] mussten dann alle Bars und Restaurants sowie der gesamte Handel mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken und Zeitungskiosken auf Anordnung der Regierung geschlossen werden. Am 12. März waren in Italien mehr als 12 400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben.
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Die Woche vom 9. bis 15. März brachte die erste großen wirtschaftlichen Veränderungen. Deutsche und italienische Reedereien ließen ihre Kreuzfahrtschiffe ankern und für mindestens zwei Wochen keine Kreuzfahrten mehr durchführen. Die [[Deutsche Lufthansa AG]] überlegte ein Ansuchen um Staatshilfe zu stellen und die [[Vereinigte Staaten von Amerika|Vereinigten Staaten von Amerika]] erließen ein Einreiseverbot für Europäer.
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Aufgrund von positiv getesteten Mitarbeitern des Formel-1-Teams McLaren wurde am Donnerstag, 12. März, der erste Formel-1-Lauf in Australien abgesagt und zwei folgende Termine verschoben. Der Staffellauf des Olympischen Feuers wurde am Freitag, [[13. März]] in Griechenland abgebrochen. Trotz des Aufrufs, wegen der Coronavirus-Epidemie zuhause zu bleiben, hatten sich Hunderte Einwohner der griechischen Kleinstadt Sparta am Straßenrand versammelt. Wie das griechische Olympische Komitee weiter mitteilte, werde der Fackellauf nach diesem Abbruch in Griechenland endgültig nicht fortgesetzt.
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==== Europa am 13. und 14. März 2020 ====
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Am selben Tag streicht Lufthansa 70 Prozent ihrer, muss der Flugverkehr mit der [[Türkei]] eingestellt werden und tags darauf ruft Spanien den Notstand und ein Ausgangsverbot aus.
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Die Zahl der Corona-Virus-Fälle stieg in [[Spanien]] seit Tagen sprunghaft an - Bilanz des Gesundheitsministeriums vom Samstagabend: mehr als 6 000 Infektionen und über 190 Todesfälle.
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In [[Frankreich]] wurde 4 500 Infektionen gezählt. Die Zahl der Toten stieg von Freitag auf Samstag um 12 auf 91.
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Italien war nach wie vor das am stärksten betroffene europäische Land. Die Zahl der Todesfälle stieg in Italien auf 1 441, teilte der Zivilschutz am Samstag in Rom mit. Die Infektionen kletterten um 2 795 auf 17 750 Fälle. Die Lombardei war mit 966 Todesopfern die am stärkste betroffen Region. Circa 2.000 Sanitäter sind entweder infiziert worden, oder unter Quarantäne zu Hause, schätzte der italienische Ärzteverband. Laut Gallera sind zwölf Prozent aller Infizierten in Italien Sanitäter. Die meisten von ihnen sind in norditalienischen Krankenhäusern im Einsatz. Wegen des zunehmenden Bedarfs an Medizinern, wurden auch pensionierte Ärzte reaktiviert. Italien stellte Sardinien unter kompletter Quarantäne, nachdem Tausende Italiener vom Festland dorthin geflohen waren. Auch wurde die Reisefreiheit innerhalb Italiens aufgehoben, da zahlreiche Italiener aus dem Norden in den Süden des Landes gereist waren und noch reisen wollten.
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In [[Deutschland]] waren bis zum Samstagnachmittag, 14. März, nach Zählungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 3 795 laborbestätigte Covid-19-Fälle registriert worden - 733 mehr als am Vortag. Acht Menschen seien bisher an der Krankheit gestorben, teilte das RKI am Abend auf seiner Internetseite mit. Die meisten Fälle (1 154) meldete weiterhin Nordrhein-Westfalen, wo vor allem der Landkreis Heinsberg betroffen ist.
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==