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| − | [[Datei:Städtisches Leihhaus Stadt Salzburg Makartplatz.jpg|thumb|Das Städtische Leihhaus vor der Dreifaltigkeitskirche, eine Aufnahme von [[Karl Hintner (Fotograf)|Karl Hintner]] aus dem Jahr 1908]] | + | [[Datei:Städtisches Leihhaus Stadt Salzburg Makartplatz.jpg|thumb|Das Städtische Leihhaus vor der [[Dreifaltigkeitskirche]], eine Aufnahme von [[Karl Hintner (Fotograf)|Karl Hintner]] aus dem Jahr 1908]] |
| | [[Datei:Städtisches Leihhaus Stadt Salzburg Makartplatz Portal.jpg|thumb|Das Portal des Städtischen Leihhauses ist heute das Portal der Hauptanstalt der [[Salzburger Sparkasse]] am [[Alter Markt|Alten Markt]]]] | | [[Datei:Städtisches Leihhaus Stadt Salzburg Makartplatz Portal.jpg|thumb|Das Portal des Städtischen Leihhauses ist heute das Portal der Hauptanstalt der [[Salzburger Sparkasse]] am [[Alter Markt|Alten Markt]]]] |
| − | Das '''Städtische Leihhaus''' (auch '''Hochfürstliches Versatzhaus''') war ein Gebäude, das sich von etwa [[1750]] bis [[1907]] auf [[Makartplatz]] in [[Salzburg]] befand. | + | Das '''Städtische Leihhaus''', auch '''Hochfürstliches Versatzhaus''', war ein Gebäude, das sich von etwa [[1750]] bis [[1907]] auf [[Makartplatz]] in [[Salzburg]] befand. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
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| | === Baugeschichte === | | === Baugeschichte === |
| − | Die Leihhaus-Stiftung erwarb [[1749]] um 7.500 Gulden ein älteres Gebäude, das sich ''[[Hannibalplatz|Hannibalgarten]]'' (heute: [[Makartplatz]]) - unmittelbar vor der [[Dreifaltigkeitskirche]] befand und bereits [[1680]] errichtet worden war. Das baufällige Gebäude wurde um 4.000 Gulden in Stand gesetzt, um einen Stock erhöht und für den neuen Zweck baulich adaptiert. | + | Die Leihhaus-Stiftung erwarb [[1749]] um 7.500 Gulden ein älteres Gebäude, das sich am ''[[Hannibalplatz|Hannibalgarten]]'' (heute [[Makartplatz]]) unmittelbar vor der [[Dreifaltigkeitskirche]] befand und bereits [[1680]] errichtet worden war. Das baufällige Gebäude wurde um 4.000 Gulden in Stand gesetzt, um einen Stock erhöht und für den neuen Zweck baulich adaptiert. |
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| − | Das ''neue'' "Hochfürstliche Versatzhaus" oder "Milde Leihhaus" wurde im Jänner [[1751]] bezogen und damit das mildtätige Werk tatsächlich begonnen. Der erste Leihhaus-Verwalter war [[Franz Jenner]]. | + | Das ''neue'' "Hochfürstliche Versatzhaus" oder "Milde Leihhaus" wurde im Jänner [[1751]] bezogen. Der erste Leihhaus-Verwalter war [[Franz Jenner]]. |
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| | === Leihhaus-Stiftung === | | === Leihhaus-Stiftung === |
| − | Aus dem Jahr [[1785]] ist von [[Judas Thaddäus Zauner]] eine Leihhaus-Ordnung überliefert. <ref>[https://books.google.at/books?id=xwhTAAAAcAAJ&pg=PA118&dq=Leihhaus+salzburg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjI6oPn1qzgAhVz8OAKHU3dCvMQ6AEIKDAA#v=onepage&q=Leihhaus%20salzburg&f=false books.google.at/Auszug der wichtigsten hochfürstl. Salzburgischen Landesgesetze, 1785, Seite 115]</ref> | + | Aus dem Jahr [[1785]] ist von [[Judas Thaddäus Zauner]] eine Leihhaus-Ordnung überliefert.<ref>[https://books.google.at/books?id=xwhTAAAAcAAJ&pg=PA118&dq=Leihhaus+salzburg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjI6oPn1qzgAhVz8OAKHU3dCvMQ6AEIKDAA#v=onepage&q=Leihhaus%20salzburg&f=false books.google.at/Auszug der wichtigsten hochfürstl. Salzburgischen Landesgesetze, 1785, Seite 115]</ref> |
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| − | [[1808]] und [[1822]] war [[Christian Pauernfeind]] der Leihhaus-Verwalter. | + | [[1808]] und [[1822]] war [[Christian Pauernfeind]] der Leihhaus-Verwalter, [[Vinzenz Maria Süß]] dann von [[1841]] bis [[1863]]. |
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| − | [[Vinzenz Maria Süß]] war von [[1841]] bis [[1863]] städtischer Leihhausverwalter.
| + | Die Leihhaus-Stiftung unterstand dem [[Bischof von Chiemsee]] und dem [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] und hatte einen Verwalter. Nach dem Untergang des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] ging die Zuständigkeit auf das [[Herzogtum Salzburg]] über. Der [[Landesausschuss]] für das Herzogtum Salzburg stellte mit Beschluss vom [[24. März]] [[1875]] fest, dass das Leihhaus als "Städtische Anstalt" anzusehen ist. |
| − | Die Leihhaus-Stiftung unterstand unter der Direktion des jeweiligen [[Bischof von Chiemsee]] und des jeweiligen [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] und hatte einen Verwalter. Nach dem Untergang des [[Erzstift Salzburg]] ging die Zuständigkeit auf das [[Herzogtum Salzburg]] über. Der [[Landesausschuss]] für das Herzogtum Salzburg stellte mit Beschluss vom [[24. März]] [[1875]] fest, dass das Leihhaus als "Städtische Anstalt" anzusehen ist. | |
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| | == Demolierung == | | == Demolierung == |
| − | Anfang des [[20. Jahrhundert]]s stand das Leihhaus dem zunehmenden Verkehr im Weg. Für die [[Straßenbahn]] vom [[Mirabellplatz]] Richtung [[Schwarzstraße]] war die Kurve zu eng. [[1907]] wurde das Gebäude abgerissen und damit auch der ein verbesserter Blick auf die Dreifaltigkeitskirche möglich. Die Architektur dieses Gebäudes war aber auf die [[Dreifaltigkeitsgasse]] hin ausgerichtet, durch Entfernung des Leihhauses (und die Erhöhung der Türme) wirkt sie vielfach nicht sehr schlüssig. | + | Anfang des [[20. Jahrhundert]]s stand das Leihhaus dem zunehmenden Verkehr im Weg. Für die [[Straßenbahn]] vom [[Mirabellplatz]] Richtung [[Schwarzstraße]] war die Kurve zu eng. [[1907]] wurde das Gebäude abgerissen und damit auch der freie Blick auf die Dreifaltigkeitskirche möglich. Die Architektur dieses Gebäudes war aber auf die [[Dreifaltigkeitsgasse]] hin ausgerichtet, durch Entfernung des Leihhauses (und die Erhöhung der Türme) wirkt sie vielfach nicht sehr schlüssig. |
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| − | Das Städtische Leihhaus übersiedelte in einen [[Städtisches Leihhaus Neubau|Neubau]] in der [[Linzer Gasse]] 72 und wurde dort [[1943]] bedingt durch den [[Zweiten Weltkrieg|Zweiter Weltkrieg]] eingestellt. | + | Das Städtische Leihhaus übersiedelte in einen [[Städtisches Leihhaus Neubau|Neubau]] in der [[Linzer Gasse]] 72 und wurde dort [[1943]], bedingt durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], eingestellt. |
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| | == Portal == | | == Portal == |
| − | Vom dem Gebäude übrig geblieben ist alleine das prächtige [[Rokoko]]-Portal aus rosa [[Marmor]] mit dem [[Wappen der Fürsterzbischöfe|Wappen]] von Fürsterzbischof Liechtenstein und der Inschrift "''Mons pietatis, quem Jac. Ern. Archiep. et Princ. Salisb. ex comit. de Liechtenstein etc. fundavit Ao. MDCCXLVII."''. | + | Vom dem Gebäude übrig geblieben ist alleine das prächtige [[Rokoko]]-Portal aus rosa [[Marmor]] mit dem [[Wappen der Fürsterzbischöfe|Wappen]] von Fürsterzbischof Liechtenstein mit der Inschrift "''Mons pietatis, quem Jac. Ern. Archiep. et Princ. Salisb. ex comit. de Liechtenstein etc. fundavit Ao. MDCCXLVII."''. |
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| | Unter dem geschwungenen Türsturz ist ein kunstvoll geschmiedetes Gitter eingefügt, das einen Pelikan zeigt, der sich die Brust aufreißt, um mit seinem Blut die Jungen zu ernähren. Das Pelikanmotiv sollte - dem Motto der Barmherzigkeit gleich - über dem Eingang stehen und gleichzeitig auf das Wappentier des Stifters Fürsterzbischof Jakob Ernst Graf von Liechtenstein hindeuten. | | Unter dem geschwungenen Türsturz ist ein kunstvoll geschmiedetes Gitter eingefügt, das einen Pelikan zeigt, der sich die Brust aufreißt, um mit seinem Blut die Jungen zu ernähren. Das Pelikanmotiv sollte - dem Motto der Barmherzigkeit gleich - über dem Eingang stehen und gleichzeitig auf das Wappentier des Stifters Fürsterzbischof Jakob Ernst Graf von Liechtenstein hindeuten. |
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| − | Das Portal wurde zuerst [[1908]] im Gebäude [[Rudolfskai]] 42 ([[Gewerbeschule Salzburg|Gewerbeschule]], heute [[Universität Salzburg|Universität]], Institutsgebäude für Gesellschaftswissenschaften) eingemauert. | + | Das Portal wurde zuerst [[1908]] im Gebäude [[Rudolfskai]] 42 ([[Gewerbeschule Salzburg|Gewerbeschule]], heute [[Universität Salzburg|Universität]], Institutsgebäude für [[Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg|Gesellschaftswissenschaften]]) eingemauert. |
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| | Seit [[1952]] ist es das Portal der [[Salzburger Sparkasse]] am [[Alter Markt|Alten Markt]] Nr. 3. | | Seit [[1952]] ist es das Portal der [[Salzburger Sparkasse]] am [[Alter Markt|Alten Markt]] Nr. 3. |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * Dorn, Herbert: ''Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten.'' SMCA 1997 | + | * [[Herbert Dorn|Dorn, Herbert]]: ''Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten.'' SMCA 1997 |
| | * [http://www.salzburg.com/sn/stj/artikel/225036.html www.salzburg.com] | | * [http://www.salzburg.com/sn/stj/artikel/225036.html www.salzburg.com] |
| | * Salzburgwiki-Artikel [[Vinzenz Maria Süß]] | | * Salzburgwiki-Artikel [[Vinzenz Maria Süß]] |
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| | {{SORTIERUNG: Leihhaus, Städtisches}} | | {{SORTIERUNG: Leihhaus, Städtisches}} |
| − | [[Kategorie:Geschichte]]
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| − | [[Kategorie:Nicht mehr existierende Gebäude]]
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