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| − | '''Eberhard II. von Regensberg''' (* um [[1170]]; † [[1. Dezember]] [[1246]] in [[Friesach]], [[Kärnten]]) war jener [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischof]] von Salzburg mit der längsten Regentschaft ([[1200]] - 1246). Wegen seiner außergewöhnlichen Leistungen wird er zu Recht als '''''Vater des Landes Salzburgs''''' bezeichnet. | + | '''Eberhard II. von Regensberg''' (* um [[1170]]; † [[1. Dezember]] [[1246]] in [[Friesach]], [[Kärnten]]) war jener [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischof]] von Salzburg mit der längsten Regentschaft ([[1200]]–1246). Wegen seiner außergewöhnlichen Leistungen wird er zu Recht als '''''Vater des Landes Salzburgs''''' bezeichnet. |
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| | == Leben == | | == Leben == |
| | Eberhard wurde als Sohn des Adeligen Luitold II. von Regensberg aus dem Geschlecht der Freiherren von Regensberg geboren. Seine Mutter stammte aus dem Geschlecht derer von Vatz. Sein Onkel Diethelm, Bischof von Konstanz, berief ihn in das Konstanzer Domkapitel und förderte auch die Wahl Eberhards zum [[Bischof von Brixen|Bischof]] von [[Bistum Brixen|Brixen]]. Seine Wahl zum Erzbischof von Salzburg anerkannte Papst Innozenz III. zuerst nicht, da er dem Mann in seinem bekannt eigenständigen kritischen Denken und Handeln misstraute. Nach einer erneuten Wahl zum Erzbischof fuhr Eberhard selbst nach Rom und konnte dort "''mit viel Mühe und Schweiß''" seine Anerkennung samt der Verleihung des Palliums doch noch durchsetzen. Als Gegenleistung musste sich Eberhard offensichtlich verpflichten, im Thronstreit des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen]] Reiches die Partei des Papstes zu ergreifen, welcher Otto IV. zum König erklärt wissen wollte. | | Eberhard wurde als Sohn des Adeligen Luitold II. von Regensberg aus dem Geschlecht der Freiherren von Regensberg geboren. Seine Mutter stammte aus dem Geschlecht derer von Vatz. Sein Onkel Diethelm, Bischof von Konstanz, berief ihn in das Konstanzer Domkapitel und förderte auch die Wahl Eberhards zum [[Bischof von Brixen|Bischof]] von [[Bistum Brixen|Brixen]]. Seine Wahl zum Erzbischof von Salzburg anerkannte Papst Innozenz III. zuerst nicht, da er dem Mann in seinem bekannt eigenständigen kritischen Denken und Handeln misstraute. Nach einer erneuten Wahl zum Erzbischof fuhr Eberhard selbst nach Rom und konnte dort "''mit viel Mühe und Schweiß''" seine Anerkennung samt der Verleihung des Palliums doch noch durchsetzen. Als Gegenleistung musste sich Eberhard offensichtlich verpflichten, im Thronstreit des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen]] Reiches die Partei des Papstes zu ergreifen, welcher Otto IV. zum König erklärt wissen wollte. |
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| − | Aber schon im September [[1201]] war Eberhard beim gewählten König Philipp, der dem Salzburger [[Erzstift Salzburg|Erzstift]] für seine Treue die Reichsabteien [[Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth|Frauenchiemsee]] und [[Benediktinerkloster Seeon|Seeon]] schenkte. In der Folge verhielt sich Eberhard im Streit Ottos und Philipps um die Königswürde weiterhin betont diplomatisch und letztendlich neutral. Die ausdrückliche Unterstützung Ottos unterließ Eberhard trotz mehrmaliger Ermahnungen, worauf Otto in einem Gewaltstreich Eberhard gefangen setzte und erst frei ließ, nachdem dieser sich schriftlich und durch Eid verpflichtet hatte, dem König Treue und Gehorsam gegen jedermann zu leisten. Dieser Gewaltakt des jähzornigen Königs gegen den sehr angesehenen Kirchenmann hat dem König und dessen Ansehen aber keineswegs geholfen. | + | Aber schon im September [[1201]] war Eberhard beim gewählten König Philipp, der dem Salzburger [[Erzstift Salzburg|Erzstift]] für seine Treue die Reichsabteien [[Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth|Frauenchiemsee]] und [[Benediktinerkloster Seeon|Seeon]] schenkte. In der Folge verhielt sich Eberhard im Streit Ottos und Philipps um die Königswürde weiterhin betont diplomatisch und letztendlich neutral. Die ausdrückliche Unterstützung Ottos unterließ Eberhard trotz mehrmaliger Ermahnungen, worauf Otto in einem Gewaltstreich Eberhard gefangen setzte und erst frei ließ, nachdem dieser sich schriftlich und durch Eid verpflichtet hatte, dem König Treue und Gehorsam gegen jedermann zu leisten. Dieser Gewaltakt des jähzornigen Königs gegen den sehr angesehenen Kirchenmann hatte dem König und dessen Ansehen aber keineswegs geholfen. |
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| | Eberhard verhielt sich in der Folge weiterhin diplomatisch neutral. Der nach einer Revolte gegen den gebannten Kaiser Otto von etlichen Reichsfürsten und mit Unterstützung von Innozenz III. gewählte Staufer Friedrich II. bedankte sich beim Erzbischof mit der Schenkung der reichseigenen Güter im [[Lungau]] und bestätigte die Rechte des Erzbischofs über das [[Bistum Gurk]] und die Errichtung eines eigenen [[Bistum Chiemsee|Bistums]] nächst der Abtei Frauenchiemsee. [[1214]] bestätigte er zudem die erzbischöflichen Rechte über das [[Bistum Seckau]]. Das Bistum Chiemsee sollte nun seinen Sitz im [[Kloster Herrenchiemsee]] erhalten. [[1216]] schenkte der Erzbischof dem Bistum Chiemsee Grund in [[Arnsdorf]] in der [[Wachau]]. | | Eberhard verhielt sich in der Folge weiterhin diplomatisch neutral. Der nach einer Revolte gegen den gebannten Kaiser Otto von etlichen Reichsfürsten und mit Unterstützung von Innozenz III. gewählte Staufer Friedrich II. bedankte sich beim Erzbischof mit der Schenkung der reichseigenen Güter im [[Lungau]] und bestätigte die Rechte des Erzbischofs über das [[Bistum Gurk]] und die Errichtung eines eigenen [[Bistum Chiemsee|Bistums]] nächst der Abtei Frauenchiemsee. [[1214]] bestätigte er zudem die erzbischöflichen Rechte über das [[Bistum Seckau]]. Das Bistum Chiemsee sollte nun seinen Sitz im [[Kloster Herrenchiemsee]] erhalten. [[1216]] schenkte der Erzbischof dem Bistum Chiemsee Grund in [[Arnsdorf]] in der [[Wachau]]. |
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| | Der Beauftragte des Papstes Albert Beham exkommunizierte damals in eher grotesker Weise zahlreiche Kirchenführer und Fürsten in Deutschland, weil diese die Exkommunikation des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen]] Kaisers seiner Meinung nach nicht oder nicht ausreichend kundmachen wollten, erreichte damit aber nur Unverständnis und allgemeine Verunsicherung. Der sonst stets besonnene greise Eberhard verlor angesichts der Eskapaden des päpstlichen Agenten die Beherrschung, trat die Exkommunionsurkunde, die ihm während einer feierlichen Priesterweihe im Dom überbracht worden war, demonstrativ mit Füßen und ohrfeigte den Überbringer. Eberhard ließ zudem die [[Alpenübergänge|Gebirgspässe]] für Alberts Beauftragte sperren, um eine Zustellung seiner Urkunden zu erschweren, worauf Albert Kinder und alte Frauen als heimliche Briefträger beauftragen musste. | | Der Beauftragte des Papstes Albert Beham exkommunizierte damals in eher grotesker Weise zahlreiche Kirchenführer und Fürsten in Deutschland, weil diese die Exkommunikation des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen]] Kaisers seiner Meinung nach nicht oder nicht ausreichend kundmachen wollten, erreichte damit aber nur Unverständnis und allgemeine Verunsicherung. Der sonst stets besonnene greise Eberhard verlor angesichts der Eskapaden des päpstlichen Agenten die Beherrschung, trat die Exkommunionsurkunde, die ihm während einer feierlichen Priesterweihe im Dom überbracht worden war, demonstrativ mit Füßen und ohrfeigte den Überbringer. Eberhard ließ zudem die [[Alpenübergänge|Gebirgspässe]] für Alberts Beauftragte sperren, um eine Zustellung seiner Urkunden zu erschweren, worauf Albert Kinder und alte Frauen als heimliche Briefträger beauftragen musste. |
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| − | Es ist eine Ironie der Geschichte, dass der Leichnam dieses überaus großen Kirchenfürsten und Staatsmannes, der im Kirchenbann gestorben war und daher nicht beerdigt werden durfte, 40 Jahre unbestattet über dem Gewölbe der Kirche von [[Radstadt]] (der heutigen Altenmarkter Kirche) liegen musste. Wegen seines Bannes fand sich auch kein zeitgenössischer Chronist, der eine gesammelte und umfassende Würdigung niedergeschrieben hätte. | + | Es ist eine Ironie der Geschichte, dass der Leichnam dieses überaus großen Kirchenfürsten und Staatsmannes, der im Kirchenbann gestorben war und daher nicht beerdigt werden durfte, 40 Jahre unbestattet über dem Gewölbe der Kirche von [[Altenmarkt im Pongau]] (der heutigen [[Pfarrkirche Maria Geburt Altenmarkt|Altenmarkter Kirche]]) liegen musste. Wegen seines Bannes fand sich auch kein zeitgenössischer Chronist, der eine gesammelte und umfassende Würdigung niedergeschrieben hätte. Erst nach der Aufhebung des Bannes konnte Eberhards Leichnam [[1288]] im [[Salzburger Dom]] begraben werden. |
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| | == Leistungen als Landesherr == | | == Leistungen als Landesherr == |
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| | Da der Erzbischof im Bann verstorben war, gibt es wohl auch deshalb keinen Biographen. Die zahlreichen Urkunden und erzählenden Quellen kann man über das Aussehen des Bischofs nichts entnehmen, doch machen sie klar, dass er entschlossen, tatkräftig, zielbewusst und konsequent war. Er war ein herausragender Vertreter der Personen, die sowohl ihr Hirtenamt ernst genommen haben als auch als weltliche Fürsten Herausragendes geleistet haben. Er nutzte hierbei alle Mittel aus, mit Bann und Interdikt ging er nicht nur gegen Feinde der Kirche vor, sondern auch gegen sein eigenes Domkapitel. Alle seine Leistungen sind umso höher einzuschätzen als dass sie in einer politisch schwierigen Zeit erbracht wurden. ([[Heinz Dopsch]]: Geschichte Salzburgs S. 335) | | Da der Erzbischof im Bann verstorben war, gibt es wohl auch deshalb keinen Biographen. Die zahlreichen Urkunden und erzählenden Quellen kann man über das Aussehen des Bischofs nichts entnehmen, doch machen sie klar, dass er entschlossen, tatkräftig, zielbewusst und konsequent war. Er war ein herausragender Vertreter der Personen, die sowohl ihr Hirtenamt ernst genommen haben als auch als weltliche Fürsten Herausragendes geleistet haben. Er nutzte hierbei alle Mittel aus, mit Bann und Interdikt ging er nicht nur gegen Feinde der Kirche vor, sondern auch gegen sein eigenes Domkapitel. Alle seine Leistungen sind umso höher einzuschätzen als dass sie in einer politisch schwierigen Zeit erbracht wurden. ([[Heinz Dopsch]]: Geschichte Salzburgs S. 335) |
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| − | == Literatur == | + | == Quellen == |
| | * Dopsch, Heinz: ''Erzbischof Eberhard II. und die Anfänge des Salzburger Landesfürstentums''. In: Geschichte Salzburgs-Stadt und Land, Gesamtherausgeber Dopsch, Heinz; [[Hans Spatzenegger (Publizist)|Spatzenegger, Hans]]; Bd.I/1, hg. von Dopsch, Heinz, 2. Aufl. 1983, S. 308 - 336. | | * Dopsch, Heinz: ''Erzbischof Eberhard II. und die Anfänge des Salzburger Landesfürstentums''. In: Geschichte Salzburgs-Stadt und Land, Gesamtherausgeber Dopsch, Heinz; [[Hans Spatzenegger (Publizist)|Spatzenegger, Hans]]; Bd.I/1, hg. von Dopsch, Heinz, 2. Aufl. 1983, S. 308 - 336. |
| − | | + | * [[Das Erzbistum Salzburg in seiner Geschichte]], Teil 2, Seite 17 (wo Leichnam 40 Jahre aufbewahrt wurde und wann Beisetzung im Salzburger Dom erfolge) |
| − | ==Quelle==
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| − | * siehe Literatur | |
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