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| | Mit dem Bau der Pfarrkirche, des Pfarrhofs und der Errichtung der Volksschule um das Jahr 1900 hatte die Jahrhunderte lang bestehende bäuerliche Siedlung Itzling einen neuen Mittelpunkt bekommen und dieses bauliche Ensemble bildet zusammen mit dem Gasthaus ("Kirchenwirt zu Itzling") bis heute den Mittelpunkt des Stadtteils. | | Mit dem Bau der Pfarrkirche, des Pfarrhofs und der Errichtung der Volksschule um das Jahr 1900 hatte die Jahrhunderte lang bestehende bäuerliche Siedlung Itzling einen neuen Mittelpunkt bekommen und dieses bauliche Ensemble bildet zusammen mit dem Gasthaus ("Kirchenwirt zu Itzling") bis heute den Mittelpunkt des Stadtteils. |
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| − | An dieses lokale Zentrum schließt im Norden ein Wohnbereich (Einfamilienhäuser, mehrgeschoßige Wohnhäuser) zwischen Kirchenstraße, Sportplatzstraße und Rauchenbichlerstraße an, dessen natürliche Grenze der Alterbach bildet. Richtung Westbahn überwiegt eine lockerere Verbauung mit Einfamilienhäusern und Gärten (Zweigstraße, Alterbachstraße). | + | An dieses lokale Zentrum schließt im Norden ein Wohnbereich (Einfamilienhäuser, mehrgeschossige Wohnhäuser) zwischen [[Kirchenstraße]], [[Sportplatzstraße]] und [[Rauchenbichlerstraße]] an, dessen natürliche Grenze der Alterbach bildet. Richtung Westbahn überwiegt eine lockerere Verbauung mit Einfamilienhäusern und Gärten ([[Zweigstraße]], [[Alterbachstraße]]). |
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| − | Der Bereich im Osten der Kirche wurde erst ab den 1970-er Jahren verbaut (Seniorenheim Itzling, Gehörlosenheim). Der ursprünglich von der Schule zum ehemaligen Arbeiterheim führende Pfarrweg wurde im Verlauf dieser Neustrukturierung nach Osten verlegt und führt heute am Rande eines Spielplatzes vorbei Richtung Seniorenheim. An der Kirchenstraße befindet sich das Pfarrzentrum Itzling mit Antoniussaal und Pfarrsaal und das Arbeiterbegegnungszentrum (ABZ). Richtung Westbahn liegt die Obuskehre Pflanzmann der [[Stadtbus|Stadtbuslinie]] {{Symbol-Obuslinie|3}}. Der Name Pflanzmann stammt von einem Gasthaus und einer Landwirtschaft, die aber vor etwa einem halben Jahrhundert eingestellt wurden. Der Name hat sich aber bis heute erhalten. Östlich der Obuskehre befinden sich die so genannten Pflanzmann-Gründe, die seit 2004 dicht verbaut werden sollten, was aber auf Grund von massiven Einwänden wegen vermuteter Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nähe des Tanklagers (im drüberen Itzling) und der damit verbundenen Gefährdung (nach der EU-Seveso-Richtlinie<ref>siehe [Richtlinie 96/82/EG (Seveso-II-Richtlinie) Wikipedia Deutschland Seveso-II-Richtlinie]</ref>) bisher nicht möglich war. | + | Der Bereich im Osten der Kirche wurde erst ab den [[1970er]] Jahren verbaut (Seniorenheim Itzling, Gehörlosenheim). Der ursprünglich von der Schule zum ehemaligen Arbeiterheim führende Pfarrweg wurde im Verlauf dieser Neustrukturierung nach Osten verlegt und führt heute am Rande eines Spielplatzes vorbei Richtung Seniorenheim. An der Kirchenstraße befindet sich das Pfarrzentrum Itzling mit Antoniussaal und Pfarrsaal und das Arbeiterbegegnungszentrum (ABZ). Richtung Westbahn liegt die Obuskehre Pflanzmann der [[Stadtbus|Stadtbuslinie]] {{Symbol-Obuslinie|3}}. Der Name Pflanzmann stammt von einem Gasthaus und einer Landwirtschaft, die aber vor etwa einem halben Jahrhundert eingestellt wurden. Der Name hat sich aber bis heute erhalten. Östlich der Obuskehre befinden sich die so genannten Pflanzmann-Gründe, die seit 2004 dicht verbaut werden sollten, was aber auf Grund von massiven Einwänden wegen vermuteter Fliegerbomben aus dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und der Nähe des Tanklagers (im drüberen Itzling) und der damit verbundenen Gefährdung (nach der EU-Seveso-Richtlinie<ref>siehe [Richtlinie 96/82/EG (Seveso-II-Richtlinie) Wikipedia Deutschland Seveso-II-Richtlinie]</ref>) bisher nicht möglich war. |
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| − | Der Bereich südlich der Pfarrkirche an der Kirchenstraße ist die Heimat der Freiwilligen Feuerwehr Itzling. Weiter südlich befindet sich noch eine größere unverbaute Fläche gegenüber dem Müllauer-Bauern und der Müllauer-Kapelle, nicht weit von der Einmündung der Kirchenstraße in die Itzlinger Hauptstraße. | + | Der Bereich südlich der Pfarrkirche an der Kirchenstraße ist die Heimat der [[Freiwilligen Feuerwehr Itzling]]. Weiter südlich befindet sich noch eine größere unverbaute Fläche gegenüber dem Müllauer-Bauern und der Müllauer-Kapelle, nicht weit von der Einmündung der Kirchenstraße in die Itzlinger Hauptstraße. |
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| − | Die größte städtebauliche Veränderung der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bildet jedoch die Goethesiedlung, die ab 1970 westlich der Pfarrkirche errichtet wurde. Die Wohnraumnot jener Jahre zwang die Stadtpolitik zur Errichtung einer Großwohnanlage, die im Westen bis zur Itzlinger Hauptstraße im Bereich der Plainbrücke reicht. Zu ihr gehört auch die Reimsstraße, die nach Salzburgs Partnerstadt Reims in Frankreich benannt ist. Hier befindet sich das Postamt 5022 Salzburg. Im südwestlichen Teil führt die Gorlicegasse wieder zur Itzlinger Hauptstraße. Gorlice war ein Schlachtenort im Ersten Weltkrieg (Mai 1915) und liegt heute in der Wojwodschaft Kleinpolen im Süden des Landes. | + | Die größte städtebauliche Veränderung der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bildet jedoch die Goethesiedlung, die ab [[1970]] westlich der Pfarrkirche errichtet wurde. Die Wohnraumnot jener Jahre zwang die Stadtpolitik zur Errichtung einer Großwohnanlage, die im Westen bis zur Itzlinger Hauptstraße im Bereich der [[Plainbrücke]] reicht. Zu ihr gehört auch die [[Reimsstraße]], die nach Salzburgs Partnerstadt Reims in Frankreich benannt ist. Hier befindet sich das Postamt 5022 Salzburg. Im südwestlichen Teil führt die [[Gorlicegasse]] wieder zur Itzlinger Hauptstraße. Gorlice war ein Schlachtenort im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] im Mai [[1915]] und liegt heute in der Wojwodschaft Kleinpolen im Süden Polens. |
| − | Den städtebaulich beabsichtigten Mittelpunkt der Goethesiedlung bildet der Veronaplatz mit seinem Brunnen. In den folgenden Jahren ist geplant, die Kirchenstraße vom Durchzugsverkehr zu entlasten (Knoten Hagenau, neue Schillerstraße) und den Veronaplatz zusammen mit dem neu gestalteten Vorplatz vor der Stadtpfarrkirche zu einem neuen sozialen und kulturellen Treffpunkt und Begegnungsplatz für die eher inhomogen zusammen gesetzte Itzlinger Bevölkerung zu machen. | + | |
| | + | Den städtebaulich beabsichtigten Mittelpunkt der Goethesiedlung bildet der Veronaplatz mit seinem Brunnen. In den folgenden Jahren ist geplant, die Kirchenstraße vom Durchzugsverkehr zu entlasten ([[Knoten Hagenau]], neue [[Schillerstraße]]) und den Veronaplatz zusammen mit dem neu gestalteten Vorplatz vor der Stadtpfarrkirche zu einem neuen sozialen und kulturellen Treffpunkt und Begegnungsplatz für die eher inhomogen zusammen gesetzte Itzlinger Bevölkerung zu machen. |
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| | === Die Goethesiedlung === | | === Die Goethesiedlung === |
| − | Die Goethesiedlung, benannt nach der zuerst weitestgehend unbebauten Goethestraße, wurde in den Jahren nach [[1970]] als damals größtes Wohnbauvorhaben in der Stadt errichtet. Die Siedlung zählt zu den dichtest verbauten Wohnsiedlungen der Stadt Salzburg: Auf etwa 13 ha leben hier 2500 Bewohner. | + | Die Goethesiedlung, benannt nach der zuerst weitestgehend unbebauten [[Goethestraße]], wurde in den Jahren nach 1970 als damals größtes Wohnbauvorhaben in der Stadt errichtet. Die Siedlung zählt zu den dichtest verbauten Wohnsiedlungen der Stadt Salzburg: Auf etwa 13 Hektar leben hier 2500 Bewohner. |
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| | === Die Grabenbauernsiedlung === | | === Die Grabenbauernsiedlung === |
| | [[Bild:Alterbach.JPG|thumb|right|Der Alterbach am Beginn des Grabenbauernwegs, Blick gegen den Gaisberg]] | | [[Bild:Alterbach.JPG|thumb|right|Der Alterbach am Beginn des Grabenbauernwegs, Blick gegen den Gaisberg]] |
| − | Die Grabenbauernsiedlung am rechten Ufer des Alterbaches liegt bereits in der Katastralgemeinde Bergheim II. Sie entwickelte sich aus einzelstehenden Häusern, etwa dem Schachermayerhaus ([[Grabenbauernweg]] 1, gebaut um [[1900]]) sowie etlichen Häusern der Zwischenkriegszeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Siedlung entlang des Grabenbauernweges weiter nach Osten. Auch der Siedlungsteil am [[Gaglhamerweg]] stammt wesentlich aus dieser Zeit. Im Zuge der Errichtung der Goethesiedlung in den 1970-er Jahren wurde die Brücke beim Grabenbauern abgerissen und ca. 150 m bachaufwärts neu gebaut. Längs des Alterbachs verläuft ein Fuß- und Radweg von der Alterbachmündung bis zum Beginn der Samstraße. | + | Die Grabenbauernsiedlung am rechten Ufer des Alterbaches liegt bereits in der [[Katastralgemeinde Bergheim II.]] Sie entwickelte sich aus einzelstehenden Häusern, etwa dem Schachermayerhaus ([[Grabenbauernweg]] 1, gebaut um [[1900]]) sowie etlichen Häusern der Zwischenkriegszeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Siedlung entlang des Grabenbauernweges weiter nach Osten. Auch der Siedlungsteil am [[Gaglhamerweg]] stammt wesentlich aus dieser Zeit. Im Zuge der Errichtung der Goethesiedlung in den 1970-er Jahren wurde die Brücke beim Grabenbauern abgerissen und ca. 150 m bachaufwärts neu gebaut. Längs des Alterbachs verläuft ein Fuß- und Radweg von der Alterbachmündung bis zum Beginn der [[Samstraße]]. |
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| | ===Das Gleisdreieck (Itzling Ost) === | | ===Das Gleisdreieck (Itzling Ost) === |
| | Dieser Siedlungsraum wurde nach dem Bau der Bahnlinie bald auch östliches Itzling oder "Drüberes Itzling" (jenseits der Westbahn gelegen) genannt. | | Dieser Siedlungsraum wurde nach dem Bau der Bahnlinie bald auch östliches Itzling oder "Drüberes Itzling" (jenseits der Westbahn gelegen) genannt. |
| − | Den westlichen Ast des Gleisdreiecks bildet die Bahnlinie von Salzburg Hauptbahnhof nach Linz - Wien ([[Westbahn]], ehemals Kaiserin-Elisabeth-Bahn), den östlichen die Verbindung vom Güterbahnhof [[Gnigl]] Richtung Abzweigung [[Kasern]] (zur Westbahn). Dieser Streckenabschnitt wird vor allem von Güterzügen befahren. Im Jahr [[2004]] wurde die Straßen-Engstelle in der Ziegeleistraße bei der Bahnhunterführung beseitigt, die Bahntrasse nordwestlich der S-Bahn-Station Salzburg-Sam tiefer gelegt und eine neue, breitere Straßenunterführung errichtet. | + | |
| − | Die Verbindung zwischen diesen beiden Gleis-Ästen bildet die Schleife von Gnigl zum [[Hauptbahnhof]] (als Teil der Salzburg-Tiroler-Bahn). Hier gibt es einen zweigleisigen Abschnitt für den Regional- und Schnellzugverkehr und eine parallel dazu verlaufende Strecke vom/zum Güterbahnhof Gnigl. | + | Den westlichen Ast des Gleisdreiecks bildet die Bahnlinie von Salzburg Hauptbahnhof nach Linz - Wien ([[Westbahn]], ehemals [[Kaiserin-Elisabeth-Bahn]]), den östlichen die Verbindung vom Güterbahnhof [[Gnigl]] Richtung Abzweigung [[Kasern]] (zur Westbahn). Dieser Streckenabschnitt wird vor allem von Güterzügen befahren. Im Jahr [[2004]] wurde die Straßen-Engstelle in der [[Ziegeleistraße]] bei der Bahnunterführung beseitigt, die Bahntrasse nordwestlich der [[S-Bahn-Station Salzburg-Sam]] tiefer gelegt und eine neue, breitere Straßenunterführung errichtet. |
| | + | Die Verbindung zwischen diesen beiden Gleis-Ästen bildet die Schleife von Gnigl zum Hauptbahnhof (als Teil der [[Salzburg-Tiroler-Bahn]]). Hier gibt es einen zweigleisigen Abschnitt für den Regional- und Schnellzugverkehr und eine parallel dazu verlaufende Strecke vom/zum [[Güterbahnhof Gnigl]]. |
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| | Das so genannte Drübere Itzling wird durch den Alterbach in zwei Gebiete unterteilt. | | Das so genannte Drübere Itzling wird durch den Alterbach in zwei Gebiete unterteilt. |
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| − | Der nördliche Teil ist hauptsächlich Siedlungsgebiet an der Landstraße, Samstraße und der Maxstraße. Die Namensgebung Negrellistraße verweist auf den österreichischen Techniker und Eisenbahn-, Brücken- und Wasserbauingenieur Alois Negrelli von Moldelbe (1799-1858), der die Pläne für den Bau des Suezkanals entwarf. In diesem Siedlungsgebiet sind in den letzten Jahrzehnten auch die schienengleichen Bahnübergänge in der Landstraße (ehemals Richtung Autobahnauffahrt Salzburg-Nord) und in der Negrellistraße verschwunden. Die Landstraße wurde damit im Norden zu einer Sackgasse. Ein Fuß- und Radweg bildet die Verbindung zum ehemaligen Gasthaus Grüner Wald, heute Hotel Ibis. An den Bahnstrecken wurden ab 2005 Lärmschutzwände errichtet. | + | Der nördliche Teil ist hauptsächlich Siedlungsgebiet an der [[Landstraße]], [[Samstraße]] und der [[Maxstraße]]. Die Namensgebung [[Negrellistraße]] verweist auf den österreichischen Techniker und Eisenbahn-, Brücken- und Wasserbauingenieur Alois Negrelli von Moldelbe ([[1799]] - [[1858]]), der die Pläne für den Bau des Suezkanals entwarf. In diesem Siedlungsgebiet sind in den letzten Jahrzehnten auch die schienengleichen Bahnübergänge in der Landstraße (ehemals Richtung Autobahnauffahrt Salzburg-Nord) und in der Negrellistraße verschwunden. Die Landstraße wurde damit im Norden zu einer Sackgasse. Ein Fuß- und Radweg bildet die Verbindung zum ehemaligen [[Gasthaus Grüner Wald]], heute Hotel Ibis. An den Bahnstrecken wurden ab [[2005]] Lärmschutzwände errichtet. |
| − | Ein wichtiger Verkehrsknoten ist die Kreuzung Landstraße - Vogelweiderstraße/Salzburger Bundesstraße. Neben der [[Itzlinger Hauptstraße]] befindet sich hier die wichtigste Ausfallstraße im Norden der Stadt Salzburg. Im Baubestand der Landstraße sind schräg gegenüber vom Gasthaus zur Kapelle noch Betriebsanlagen der im September 1957 eingestellten [[Ischlerbahn]] zu erkennen. Diese Gebäude befinden sich heute auf dem Gelände eines Automobilunternehmens. Die Ischlerbahn befuhr zwischen [[1891]] und [[1957]] die Strecke Landstraße - Samstraße - Richtung Söllheim - Eugendorf - Thalgau - Mondse - Bad Ischl. Das Viadukt in der Samstraße ist noch original erhalten. Die Kapelle in der Landstraße, deren Namen das daneben befindliche Gasthaus trägt, musste wegen der Erfordernisse des Straßenverkehrs vom ursprünglichen Standort weichen und führt derzeit - um 90 Grad gedreht - eher ein Schattendasein. | + | Ein wichtiger Verkehrsknoten ist die Kreuzung Landstraße - Vogelweiderstraße/Salzburger Bundesstraße. Neben der [[Itzlinger Hauptstraße]] befindet sich hier die wichtigste Ausfallstraße im Norden der Stadt Salzburg. |
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| | + | Im Baubestand der Landstraße sind schräg gegenüber vom Gasthaus zur Kapelle noch Betriebsanlagen der im September [[1957]] eingestellten [[Ischlerbahn]] zu erkennen. Diese Gebäude befinden sich heute auf dem Gelände eines Automobilunternehmens. Die Ischlerbahn befuhr zwischen [[1891]] und [[1957]] die Strecke Landstraße - Samstraße - Richtung Söllheim - Eugendorf - Thalgau - Mondse - Bad Ischl. Das Viadukt in der Samstraße ist noch original erhalten. Die Kapelle in der Landstraße, deren Namen das daneben befindliche Gasthaus trägt, musste wegen der Erfordernisse des Straßenverkehrs vom ursprünglichen Standort weichen und führt derzeit - um 90 Grad gedreht - eher ein Schattendasein. |
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| − | Im südlichen Teil des Gleisdreiecks zwischen Alterbach und Eisenbahnschleife befindet sich ein Tanklager an der Ziegeleistraße bzw. an der Rettenlackstraße. Längs des regulierten Alterbachs verläuft die Verlängerung eines Geh- und Radweges, der bei der Mündung des Alterbachs in die [[Salzach]] beginnt. 2005 wurde die Eisenbahnbrücke in der Vogelweiderstraße um Geh- und Radwege erweitert und eine Ampelanlage für die Zu- und Abfahrt zum/vom Tanklager in der Rettenlackstraße installiert. | + | Im südlichen Teil des Gleisdreiecks zwischen Alterbach und Eisenbahnschleife befindet sich ein Tanklager an der Ziegeleistraße bzw. an der [[Rettenlackstraße]]. Längs des regulierten Alterbachs verläuft die Verlängerung eines Geh- und Radweges, der bei der Mündung des Alterbachs in die [[Salzach]] beginnt. 2005 wurde die Eisenbahnbrücke in der Vogelweiderstraße um Geh- und Radwege erweitert und eine Ampelanlage für die Zu- und Abfahrt zum/vom Tanklager in der Rettenlackstraße installiert. |
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| | ===Die Austraßensiedlung=== | | ===Die Austraßensiedlung=== |
| − | Der Name der Siedlung erinnert an den schmalen Auwaldstreifen, der sich nach der Regulierung der Salzach westlich der Itzlinger Hauptstraße bildete. Die Verbauung dieses Austreifens erfolgter beiderseits der Austraße bereits in den Jahren [[1926]] - [[1928]]. Ein wesentlicher Teil dieser Siedlung wurde darauf in der Zeit des zweiten Weltkrieges in den Jahren [[1939]] bis [[1945]] verbaut. Die heute weitgehend geschlossene und durchgehende Verbauung der noch unbebauten Siedlungsteile erfolgte vor allem in der Zeit zwischen [[1960]] und [[1980]]. Heute ist in diesen Siedlungsraum auch ein Sportplatz integriert. | + | Der Name der Siedlung erinnert an den schmalen Auwaldstreifen, der sich nach der Regulierung der Salzach westlich der Itzlinger Hauptstraße bildete. Die Verbauung dieses Austreifens erfolgter beiderseits der [[Austraße]] bereits in den Jahren [[1926]] bis [[1928]]. Ein wesentlicher Teil dieser Siedlung wurde darauf in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in den Jahren [[1939]] bis [[1945]] verbaut. Die heute weitgehend geschlossene und durchgehende Verbauung der noch unbebauten Siedlungsteile erfolgte vor allem in der Zeit zwischen [[1960]] und [[1980]]. Heute ist in diesen Siedlungsraum auch ein Sportplatz integriert. |
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| | ===Die Wasserfeldsiedlung=== | | ===Die Wasserfeldsiedlung=== |
| − | Diese Siedlung mit der zentralen Wasserfeldstraße erinnert an das nächstgelegene frühere Wasserfeld, das direkt am Ufer der unregulierten Salzach gelegen war. Der Raum der heutigen Siedlung war vor der Salzachregulierung Teil des Flussbettes der Salzach und danach noch längere Zeit im [[Hochwasser]]abflussbereich dieses Flusses. Das wohl älteste Haus ([[Wasserfeldstraße]] 22) wurde erst in der Zeit des zweiten Weltkrieges errichtet. Fast alle übrigen Wohnobjekte wurden in der Nachkriegszeit in der Zeit zwischen 1960 und 1980 errichtet. An den Siedlungswohnbau schließt nördlich das Gelände des [[Fernheizwerk Nord|Fernheizwerks Nord]] der [[Salzburg AG]] an. | + | Diese Siedlung mit der zentralen [[Wasserfeldstraße]] erinnert an das nächstgelegene frühere Wasserfeld, das direkt am Ufer der unregulierten Salzach gelegen war. Der Raum der heutigen Siedlung war vor der [[Salzachregulierung]] Teil des Flussbettes der Salzach und danach noch längere Zeit im [[Hochwasser]]abflussbereich dieses Flusses. Das wohl älteste Haus (Wasserfeldstraße 22) wurde erst in der Zeit des Zweiten Weltkrieges errichtet. Fast alle übrigen Wohnobjekte wurden in der Nachkriegszeit in der Zeit zwischen 1960 und 1980 errichtet. An den Siedlungswohnbau schließt nördlich das Gelände des [[Fernheizwerk Nord|Fernheizwerks Nord]] der [[Salzburg AG]] an. |
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| | == Das Itzlinger Moos == | | == Das Itzlinger Moos == |
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| | Bis ins frühe [[17. Jahrhundert]] blieben die weiten Moorflächen, die sich rechts der Salzach ausdehnten, weitgehend unberührt. Im Raum südlich und nördlich des historischen kleinen Ortskerns von Itzling verzahnten sich Auwald und das Moor (hier Schallmoos genannt), ineinander. Die Moorflächen waren dabei mit dem randlichen [[Gnigler Moor]] verbunden. Durch den [[Alterbach]] getrennt breitete sich östlich desselben das Langmoos mit dem [[Nussdorfer Moos]] aus. Zwischen [[Plainberg]] und [[Hallwang]]-Berg (heute Berg-[[Sam]]) verband des [[Kasernmoos]] die Moorlandschaft mit dem Flachmoor an der [[Fischach]]. Unweit davon lag das kleine [[Radeckermoos]]. Im Süden bildete das [[Parscher Moor]] eine vorgeschobene Zunge. | | Bis ins frühe [[17. Jahrhundert]] blieben die weiten Moorflächen, die sich rechts der Salzach ausdehnten, weitgehend unberührt. Im Raum südlich und nördlich des historischen kleinen Ortskerns von Itzling verzahnten sich Auwald und das Moor (hier Schallmoos genannt), ineinander. Die Moorflächen waren dabei mit dem randlichen [[Gnigler Moor]] verbunden. Durch den [[Alterbach]] getrennt breitete sich östlich desselben das Langmoos mit dem [[Nussdorfer Moos]] aus. Zwischen [[Plainberg]] und [[Hallwang]]-Berg (heute Berg-[[Sam]]) verband des [[Kasernmoos]] die Moorlandschaft mit dem Flachmoor an der [[Fischach]]. Unweit davon lag das kleine [[Radeckermoos]]. Im Süden bildete das [[Parscher Moor]] eine vorgeschobene Zunge. |
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| − | [[Paris Graf Lodron]] errichtete dann mit Hilfe der hier zahlreichen stationierten Soldaten den Fürstenweg, (heute [[Vogelweiderstraße]] genannt) als zentrale Entwässerungsachse (vergl. die Achse der [[Moosstraße]] quer durch [[Leopoldskroner Moos]]), um die sich allmählich einzelne Herrenhöfe ansiedelten. Einen weiteren Entwässerungsgraben bildete der vermutlich ebenfalls während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] angelegte [[Lämmerbach]] (auch Lämmererbach genannt). Am Rand dieses Entwässerungsgrabens wurde vor [[1648]] der [[Robinighof]] errichtet. Erst allmählich wuchs am Rande des schrittweise immer weiter kultivierten Moores dann die kleine Ortschaft [[Gnigl]]. Ein letzter erhaltener Rest der weiten Landschaft des Itzlinger Mooses ist das [[Samer Mösl]]. | + | [[Paris Graf Lodron]] errichtete dann mit Hilfe der hier zahlreichen stationierten Soldaten den Fürstenweg, (heute [[Vogelweiderstraße]] genannt) als zentrale Entwässerungsachse (vergl. die Achse der [[Moosstraße]] quer durch [[Leopoldskroner Moos]]), um die sich allmählich einzelne Herrenhöfe ansiedelten. Einen weiteren Entwässerungsgraben bildete der vermutlich ebenfalls während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] angelegte [[Lämmerbach]] (auch Lämmererbach genannt). Am Rand dieses Entwässerungsgrabens wurde vor [[1648]] der [[Robinighof]] errichtet. Erst allmählich wuchs am Rande des schrittweise immer weiter kultivierten Moores dann die kleine Ortschaft Gnigl. Ein letzter erhaltener Rest der weiten Landschaft des Itzlinger Mooses ist das [[Samer Mösl]]. |
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| | == Die Itzlinger Au == | | == Die Itzlinger Au == |
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| | Zur alten Gemeinde Itzling zählt bzw. zählte aber nicht nur das Itzlinger Moos mit Schallmoos und Langmoos, sondern auch die mächtige breite "Itzlinger Au", die bereits am linken Salzachufer liegt, da meist als Grenze für eine Gemeinde früher nicht die kaum kartographisch vermessbare Flussmitte gewählt wurde, sondern die Grenze in den Auwald am rechten oder linken Flussufer hinein verlegt wurde. An die Itzlinger Au schloss dabei nördlich die Lieferinger Au und die Bergheimer Au an und südlich die Lehenau. In der heutigen Katastralgemeinde Itzling liegt in der Stadt Salzburg heute folgerichtig auch das wirtschaftlich sehr bedeutende Ausstellungszentrum ([[Messezentrum Salzburg]]). | | Zur alten Gemeinde Itzling zählt bzw. zählte aber nicht nur das Itzlinger Moos mit Schallmoos und Langmoos, sondern auch die mächtige breite "Itzlinger Au", die bereits am linken Salzachufer liegt, da meist als Grenze für eine Gemeinde früher nicht die kaum kartographisch vermessbare Flussmitte gewählt wurde, sondern die Grenze in den Auwald am rechten oder linken Flussufer hinein verlegt wurde. An die Itzlinger Au schloss dabei nördlich die Lieferinger Au und die Bergheimer Au an und südlich die Lehenau. In der heutigen Katastralgemeinde Itzling liegt in der Stadt Salzburg heute folgerichtig auch das wirtschaftlich sehr bedeutende Ausstellungszentrum ([[Messezentrum Salzburg]]). |
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| − | Der Begriff "Itzlinger Au" wurde im Zuge einer Unterschutzstellung vor einigen Jahren in Erinnerung an frühere Gegebenheiten wiederbelebt. Darunter ist nun ein kleinräumiger Auwaldrest vor dem Messezentrum zu verstehen, der ein wertvoller Reliktstandort für Vögel, Fledermäuse und vor allem holzbewohnende Käfer ist und samt seinen heute sehr seltenen Schwarzpappeln als Geschützter Landschaftsteil unter Schutz gestellt wurde. | + | Der Begriff "Itzlinger Au" wurde im Zuge einer Unterschutzstellung vor einigen Jahren in Erinnerung an frühere Gegebenheiten wiederbelebt. Darunter ist nun ein kleinräumiger Auwaldrest vor dem Messezentrum zu verstehen, der ein wertvoller Reliktstandort für Vögel, Fledermäuse und vor allem Holz bewohnende Käfer ist und samt seinen heute sehr seltenen Schwarzpappeln als Geschützter Landschaftsteil unter Schutz gestellt wurde. |
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| | == Itzling heute == | | == Itzling heute == |
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| | Heute ist Itzling ein in weiten Bereichen dicht verbautes Wohngebiet und entlang der [[Schillerstraße|Schiller-]] und [[Raiffeisenstraße]] mit dem parallel dazu verlaufenden Gleisen der [[Salzburger Lokalbahn]] ein pulsierendes Gewerbegebiet. Dort befindet sich viele große Betriebe, vor allem der [[Salzburger Milchhof]] und der Getreidesilo des Raiffeisenverbandes an der Itzlinger Hauptstraße. Hier befindet sich aber auch das "[[Techno-Z]]". | | Heute ist Itzling ein in weiten Bereichen dicht verbautes Wohngebiet und entlang der [[Schillerstraße|Schiller-]] und [[Raiffeisenstraße]] mit dem parallel dazu verlaufenden Gleisen der [[Salzburger Lokalbahn]] ein pulsierendes Gewerbegebiet. Dort befindet sich viele große Betriebe, vor allem der [[Salzburger Milchhof]] und der Getreidesilo des Raiffeisenverbandes an der Itzlinger Hauptstraße. Hier befindet sich aber auch das "[[Techno-Z]]". |
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| − | Im Herbst 2006 wurde mit dem radikalen Umbauprojekt Raiffeisenstraße - Schillerstraße begonnen und sämtliche bahnseitigen Häuser der Schillerstraße abgrissen. In einem Großbauprojekt soll die Schillerstraße und die ÖMV Tankstelle an die Bahn verlegt werden um so die Expandierung des Salzburger Michhofes, der wegen einer dringenden Expansion eine Abwanderung erwägte, zu ermöglichen. Im Zuge dessen entsteht mehr Platz für das Techno-Z. | + | Im Herbst 2006 wurde mit dem radikalen Umbauprojekt Raiffeisenstraße - Schillerstraße begonnen und sämtliche bahnseitigen Häuser der Schillerstraße abgrissen. In einem Großbauprojekt soll die Schillerstraße und die ÖMV Tankstelle an die Bahn verlegt werden um so die Expandierung des [[Salzburger Michhof]]es, der wegen einer dringenden Expansion eine Abwanderung erwägte, zu ermöglichen. Im Zuge dessen entsteht mehr Platz für das Techno-Z. |
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| − | Das Groteske dabei: Bei den Jahre langen Planungen zu diesem Projekt, hatte man vergessen, den Mietvertrag des kleinen Würstelstandes *Würstel Wolf* zu überprüfen, der über einen unbefristeten Mietvertrag mit dem Besitzer des Grundstückes verfügt, wodurch langwierige Verzögerungen bei diesem Projekt auftraten. Daher steht im April 2007 noch immer das Gebäude der ehemaligen Tischlerei Nußdorfer und der besagte Würstelstand.
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| − | ==Erwähnenswert==
| + | Das Groteske dabei: Bei den Jahre langen Planungen zu diesem Projekt, hatte man vergessen, den Mietvertrag des kleinen Würstelstandes *Würstel Wolf* zu überprüfen, der über einen unbefristeten Mietvertrag mit dem Besitzer des Grundstückes verfügt, wodurch langwierige Verzögerungen bei diesem Projekt auftraten. Daher stand im Oktober 2008 noch immer der besagte Würstelstand. |
| − | * [[Techno-Z]] | |
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| | ==Fußnote== | | ==Fußnote== |