Schach-Landesverband Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Arbeiterschach und Salzburger Vororte''' | '''Arbeiterschach und Salzburger Vororte'''<br /> | ||
Vielleicht stärkere Spieler aus dem Arbeiterstand hätten sich damals die teuren Standes-Cafés, hohe Klubgebühren, oder teure Schach-Literatur, aber gar nicht leisten können. Von denen wurde noch eher lose in Gasthäusern gespielt.<br /> | Vielleicht stärkere Spieler aus dem Arbeiterstand hätten sich damals die teuren Standes-Cafés, hohe Klubgebühren, oder teure Schach-Literatur, aber gar nicht leisten können. Von denen wurde noch eher lose in Gasthäusern gespielt.<br /> | ||
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Anfang Juli 1910 wird in Hallein der Arbeiter-Turn-und Sportverein "Freiheit", Hallein, gegründet (nach Zusammenkünften ab 1908), der eine der Keimzellen der Arbeitersportbewegung in Salzburg wurde. <br /> | Anfang Juli 1910 wird in Hallein der Arbeiter-Turn-und Sportverein "Freiheit", Hallein, gegründet (nach Zusammenkünften ab 1908), der eine der Keimzellen der Arbeitersportbewegung in Salzburg wurde. <br /> | ||
1919 Gründung des ATSV-Bischofshofen, wo um 1923 der B´hofer Schachspieler A. Maggi hervortritt. 1926 ATSV-Itzling.<br /> | 1919 Gründung des ATSV-Bischofshofen, wo um 1923 der B´hofer Schachspieler A. Maggi hervortritt. 1926 Gründung des ATSV-Itzling.<br /> | ||
Im Rahmen dieser Sportvereine wurde auch gelegentlich in kleineren Zirkeln Schach gespielt. In Itzing wurde schon seit 1900 gelegentlich beim Gasthof zum Aignherr (Gasthaus zur Westbahn), von zumeist armen Eisenbahnern gespielt.<br /> | Im Rahmen u. Umfeld dieser Sportvereine mit mehreren Sparten wurde auch gelegentlich in kleineren Zirkeln Schach gespielt. In Itzing wurde schon seit 1900 gelegentlich beim Gasthof zum Aignherr (Gasthaus zur Westbahn), von zumeist armen Eisenbahnern gespielt.<br /> | ||
Später wird 1935 der Schachklub Itzling offiziell gegründet. Auch da wird wieder dieser Gasthof Aignherr erwähnt, neben dem Gärtnerwirt und Auerhahn.).<br /> | Später wird intensiver ab 1926 und 1935 wird der Schachklub Itzling offiziell gegründet. Auch da wird wieder dieser Gasthof Aignherr als Spiellokal erwähnt, neben dem Gärtnerwirt und GH Auerhahn.).<br /> | ||
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Damals wurden auch gern Korrespondenz-(Beratungs)-Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt. So 1910/11 Salzburg gegen Innsbruck 2:2.<br /> | Damals wurden auch gern Korrespondenz-(Beratungs)-Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt. So 1910/11 Salzburg gegen Innsbruck 2:2.<br /> | ||
'''1911: Bayrischer Meister''':<br /> | '''1911: Bayrischer Meister''':<br /> | ||
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Anmerkung: Die folgenden Salzburger Einzel-Landesmeister sind im online Archiv der SLV-Homepage abgebildet. | Anmerkung: Die folgenden Salzburger Einzel-Landesmeister sind im online Archiv der SLV-Homepage abgebildet. | ||
'''Motzko''': Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der [[1920er]] Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist [[Franz Motzko]] (* 1868, † 1929); Motzko Variante im Offenen Spanier.<br /> | '''Motzko''': Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der [[1920er]] Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist [[Franz Motzko]] (* 1868, † 1929); Motzko Variante im Offenen Spanier.<br /> | ||
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'''Nach dem 1. Weltkrieg: Landes-Vergleichskämpfe mit OÖ'''<br /> | '''Nach dem 1. Weltkrieg: Landes-Vergleichskämpfe mit OÖ'''<br /> | ||
'''1921''': 1. Wettkampf gegen Oberösterreich<br /> | '''1921''': '''1. Wettkampf gegen Oberösterreich'''<br /> | ||
Am 23. Okt. 1921 gab es in Vöcklabruck den ersten Wettkampf gegen Oberösterreich auf 16 Bretter (Linzer Tagespost v. 25.10.1921)<br /> | Am 23. Okt. 1921 gab es in Vöcklabruck den ersten Wettkampf gegen Oberösterreich auf 16 Bretter (Linzer Tagespost v. 25.10.1921)<br /> | ||
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'''1926:''' gibt es ein lokales 17-rundiges Turnier beim sogenannten "Athletik-Sportklub", das (der Zöllner?) und Mitglied der Schachgesellschaft, Kahler gewinnt. (Quelle: Mozart Chronik).<br /> | '''1926:''' gibt es ein lokales 17-rundiges Turnier beim sogenannten "Athletik-Sportklub", das (der Zöllner?) und Mitglied der Schachgesellschaft, Kahler gewinnt. (Quelle: Mozart Chronik).<br /> | ||
Es ist etwas unklar, ob der SAK 1914, | Es ist etwas unklar, ob der SAK 1914, die Vorwärts-Maxglaner (ATV), oder doch die Itzlinger Arbeiter "Athleten“ gemeint waren.<br /> | ||
Da der ATSV-Itzling 1926 gegründet wurde, spricht das doch sehr für dieses Turnier bei dessen Gründungsfest, zumal ja die Itzlinger dann Mitte der 1930er als eigener Schachverein hervortreten.<br /> | Da der ATSV-Itzling 1926 gegründet wurde, spricht das doch sehr für dieses Turnier bei dessen Gründungsfest, zumal ja die Itzlinger dann Mitte der 1930er als eigener Schachverein hervortreten.<br /> | ||
Ein Gregor Wagner ist 1926 für die Organisation des Arbeiterschach in Salzburg zuständig. Ansonst ist dazu kaum etwas bekannt.<br /> | Ein Gregor Wagner ist 1926 für die Organisation des Arbeiterschach in Salzburg zuständig. Ansonst ist dazu kaum etwas bekannt.<br /> | ||
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1931: Freundschaftskampf in Linz: 6:6.<br /> | 1931: Freundschaftskampf in Linz: 6:6.<br /> | ||
Durchschnittlich waren 30 Spieler täglich im Mozart. | Durchschnittlich waren 30 Spieler täglich im Mozart. | ||
1933 u. 1935 Weltklassespieler | '''1933 u. 1935''': Weltklassespieler Erich Eliskases in Salzburg. | ||
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Diese Klubs in den Salzburger Stadtteilen, bzw. Umlandgemeinden, Schachklub [[Lehen]] gegründet 1933, [[Maxglan]] gegründet 1934, [[Itzling]] 1935.<br /> | Diese Klubs in den Salzburger Stadtteilen, bzw. Umlandgemeinden, Schachklub [[Lehen]] gegründet 1933, [[Maxglan]] gegründet 1934, [[Itzling]] 1935.<br /> | ||
Einige Jahre zuvor wurde aber in Maxglan und vor allem im damals noch selbständigen Arbeiter-und Eisenbahnerort Itzling-Gnigl bereits in losen Spielzirkeln, bzw. im Rahmen des ATSV (Arbeiterturn- und Sportverein) gespielt. <br /> | Einige Jahre zuvor wurde aber in Maxglan (im Mühringerbräu) und vor allem im damals noch selbständigen Arbeiter-und Eisenbahnerort Itzling-Gnigl bereits in losen Spielzirkeln, bzw. im Rahmen des ATSV (Arbeiterturn- und Sportverein) gespielt. <br /> | ||
Auch ein Schachzirkel, zumindest Anfang der [[1930er]], in [[St. Johann im Pongau]] im damaligen Café Moser, und später beim Taxenbacherwirt an der Wagrainerstraße, folgen, mit den späteren Pongauer Spielern Andraske, Rechberger, Leitner, Holleis, …<br /> | Auch ein Schachzirkel, zumindest Anfang der [[1930er]], in [[St. Johann im Pongau]] im damaligen Café Moser, und später beim Taxenbacherwirt an der Wagrainerstraße, folgen, mit den späteren Pongauer Spielern Andraske, Rechberger, Leitner, Holleis, …<br /> | ||
Im November [[1909]] wird sogar schon in [[Tamsweg]] im [[Lungau]] eine Schachvereinsgründung beim Gast-und Kaffeehaus Brandl mit vielen Spielern zeitungsmäßig erwähnt (Obmann Dr. Franz Schierl). Im Jan. 1912 findet bereits in Hallein mit 7 TN (oder Runden?) ein kleines lokales Turnier statt. <br /> | Im November [[1909]] wird sogar schon in [[Tamsweg]] im [[Lungau]] eine Schachvereinsgründung beim Gast-und Kaffeehaus Brandl mit vielen Spielern zeitungsmäßig erwähnt (Obmann Dr. Franz Schierl). Im Jan. 1912 findet bereits in Hallein mit 7 TN (oder Runden?) ein kleines lokales Turnier statt. <br /> | ||
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A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den (geteilten) österreichischen Staatsmeister, den Wiener Siegfried R. Wolf, immerhin ein beachtliches remis (WSZ 1926).<br /> | A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den (geteilten) österreichischen Staatsmeister, den Wiener Siegfried R. Wolf, immerhin ein beachtliches remis (WSZ 1926).<br /> | ||
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'''1937''': Wettkampf Salzburg gegen Steyr (OÖ) 9,5:5,5 | '''1937''': Wettkampf Salzburg gegen Steyr (OÖ) 9,5:5,5 | ||
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'''In der ersten Republik gab es noch keinen Salzburger Landesverband.'''<br /> | '''In der ersten Republik gab es noch keinen Salzburger Landesverband.'''<br /> | ||
Dieser wurde 1927 von der SG zwar angedacht, aber dann wurde diese Koordinationsfunktion Mitte der 1930er mittels einer Arbeitsgemeinschaft der drei Vereine, der Schachgesellschaft, SK Maxglan und SK Itzling erledigt.<br /> | Dieser wurde 1927 von der SG zwar angedacht, aber dann wurde diese Koordinationsfunktion Mitte der 1930er mittels einer Arbeitsgemeinschaft der drei Vereine, der Schachgesellschaft, SK Maxglan und SK Itzling erledigt.<br /> | ||
=== Schach in den 1940ern === | === Schach in den 1940ern === | ||
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Der Materialstand war gleich null. Das Mozart war vorher noch ein Offizierscasino, das Café Posthof arg bombenbeschädigt. Dennoch findet bereits 1946/47 eine Stadtmeisterschaft statt, die Dr. Walchshofer gewinnt. Etliche Spieler sind umgekommen oder noch in Kriegsgefangenschaft. Einige displaced people, auch [[Volksdeutsche]] aus dem Osten, füllen wiederum die entstandenen Lücken. <br /> | Der Materialstand war gleich null. Das Mozart war vorher noch ein Offizierscasino, das Café Posthof arg bombenbeschädigt. Dennoch findet bereits 1946/47 eine Stadtmeisterschaft statt, die Dr. Walchshofer gewinnt. Etliche Spieler sind umgekommen oder noch in Kriegsgefangenschaft. Einige displaced people, auch [[Volksdeutsche]] aus dem Osten, füllen wiederum die entstandenen Lücken. <br /> | ||
=== Entwicklung ab den 1950ern === | === Entwicklung ab den 1950ern === | ||