Schach-Landesverband Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Schach-geometrische (später auch Mosaik) Formen finden sich zudem schon früh in Äypten und Kreta, oder z. B. wurde jüngst in Rom bei einer Kaserne von Kaiser Hadrian (Anf. [[2. Jahrhundert|2. Jhd.]]) nahe der Aurelianischen Mauer in 9 Metern Tiefe eine Art Riesen-Schachmosaik mit weiß-dunkelgrauen Feldern ausgegraben. (Kämpften darauf die Gladiatoren?)<ref>Quelle: Antike Welt, Nr 4, S 5. 2016. Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte.</ref> | Schach-geometrische (später auch Mosaik) Formen finden sich zudem schon früh in Äypten und Kreta, oder z. B. wurde jüngst in Rom bei einer Kaserne von Kaiser Hadrian (Anf. [[2. Jahrhundert|2. Jhd.]]) nahe der Aurelianischen Mauer in 9 Metern Tiefe eine Art Riesen-Schachmosaik mit weiß-dunkelgrauen Feldern ausgegraben. (Kämpften darauf die Gladiatoren?)<ref>Quelle: Antike Welt, Nr 4, S 5. 2016. Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte.</ref> | ||
Die Venafro-Schachfiguren (Italien) des abstrakten, arabischen Typs (aus Tierknochen) sollen | Die Venafro-Schachfiguren (Italien) des abstrakten, arabischen Typs (aus Tierknochen) sollen vom Ende des [[10. Jahrhundert]]s stammen und sind damit wohl unter den ältesten Figuren in Europa. Überraschend war aber, dass der Fund 1932 eigentlich in einem Etruskergrab geschah, was sie wiederum verdächtig machte.<br /> | ||
Um Persien und die alten Karawanenstädte gibt es einige Funde. Viele Funde aus Bein und Holz gibt es aus dem Spätmittelalter bis in das [[16. Jahrhundert]] um Novgorod an der Ostsee, der Komtur der Hanse und früheren Wikinger (Waräger)-Stadt.<br /> | |||
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Viele Funde aus Bein und Holz gibt es aus dem Spätmittelalter bis in das [[16. Jahrhundert]] um Novgorod an der Ostsee, der Komtur der Hanse und früheren Wikinger (Waräger)-Stadt.<ref>I. | Lindner, I.: '' The Art of chess pieces''. Moskau 1994.</ref> | ||
Frühe Araber hatten die Perser und auch Byzantiner als Erfinder angeführt. Der Moslem und persische Chronist und Dichter Firdausi setzt um 1000 die Problemlösung im Iran (und den Übergang des Rätselspiels) durch einen | Frühe Araber hatten die Perser und auch Byzantiner als Erfinder angeführt. Der Moslem und persische Chronist und Dichter Firdausi setzt um 1000 die Problemlösung im Iran (und den Übergang des Rätselspiels) durch einen Weisen (Berater des Schah) in die vorislamisch- zaratostrische Zeit (in das [[6. Jahrhundert]] n. Chr.). Es soll aus (Nord?)-Indien her stammen.<br /> | ||
Natürlich war (ist) in Salzburg das Schach-Buch (ein belehrendes Traktat) von Jacobus de Cessollis "über die Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen, abgeleitet vom Schachspiel", aus dem Spätmittelalter vorhanden. | Leider gibt es zur Bergkristallschleiferei in Salzburg keine/kaum zuordenbar bekannte Stücke. Stammen die Osnabrücker Figuren des Domschatzes (ca. [[12. Jahrhundert]]) etwa vom Alpen-Bergkristall und wurden abstrakten Typs geschliffen?<br /> | ||
Natürlich war (ist) in Salzburg das "Schach"-Buch (ein belehrendes Traktat) von Jacobus de Cessollis "über die Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen, abgeleitet vom Schachspiel", aus dem Spätmittelalter (Titel in lat.) vorhanden.<br /> | |||
Der Bregenzer Jakob Mennel (ca. 1460-1525), späterer Hofhistoriker von Kaiser [[Maximilian I.]], kürzt schon 1507 als Jurist das riesige Konvolut des Traktates von Amannhausen radikal auf das schachlich Wesentliche zusammen. Wenngleich er in der Schachliteratur, doch etwas unterbewertet, nicht als der Innovative hervortritt. <br /> | Der Bregenzer Jakob Mennel (ca. 1460-1525), späterer Hofhistoriker von Kaiser [[Maximilian I.]], kürzt schon 1507 als Jurist das riesige Konvolut des Traktates von Amannhausen radikal auf das schachlich Wesentliche zusammen. Wenngleich er in der Schachliteratur, doch etwas unterbewertet, nicht als der Innovative hervortritt. <br /> | ||
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Im ersten Drittel des 16. Jahrhundert findet der Übergang vom alten zum neuen, beschleunigten Schach (nach welscher [=romanischer, meist: italienischer] Art) statt.<br /> | Im ersten Drittel des 16. Jahrhundert findet der Übergang vom alten zum neuen, beschleunigten Schach (nach welscher [=romanischer, meist: italienischer] Art) statt.<br /> | ||
Es war damit (3. Auflage, 1536, mit Ergänzungen) das spanisch-italienische Schach gemeint.<br /> | |||
"Wills du das Spiel behalten, zieh den ersten (Bauern) vor dem Alten (Läufer).<br /> | "Wills du das Spiel behalten, zieh den ersten (Bauern) vor dem Alten (Läufer).<br /> | ||
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"Hut gegen Hut tut stets gut." <br /> | "Hut gegen Hut tut stets gut." <br /> | ||
Anmerkung: Diese guten Tips (erweiterte 3. Aufl. 1536) deuten bereits auf die Eröffnungen 1. c4 und 1.d4 und eine gesicherte Königsstellung | Anmerkung: Diese guten Tips (erweiterte 3. Aufl. 1536) deuten bereits auf die Eröffnungen 1. c4 und 1.d4 und eine gesicherte Königsstellung hin. Oder die Umsicht beim Spiel.<br /> | ||
Schach findet sich bei den vielen europäischen und deutschsprachigen Spielbüchern meistens immer an vorderster Stelle. Viele Schach-Schriften und Bücher werden aber, dem damaligen Trend der Zeit entsprechend, anonym, bzw. mit Pseudonym verfasst. Daher sind manche Autoren letztlich nicht absolut gesichert oder eruierbar.<br /> | Schach findet sich bei den vielen europäischen und deutschsprachigen Spielbüchern meistens immer an vorderster Stelle. Viele Schach-Schriften und Bücher werden aber, dem damaligen Trend der Zeit entsprechend, anonym, bzw. mit Pseudonym verfasst. Daher sind manche Autoren letztlich nicht absolut gesichert oder eruierbar.<br /> | ||
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Speziell Österreichische Schachbücher folgen mit Allgaier 1795 und Kindermann 1796 (siehe: M. Ehn und Prof. W. Sauberer´s Artikel dazu).<br /> | Speziell Österreichische Schachbücher folgen mit Allgaier 1795 und Kindermann 1796 (siehe: M. Ehn und Prof. W. Sauberer´s Artikel dazu).<br /> | ||
Der [[Salzburger Fürstenhof|Salzburger Hof]] des bedeutenden Fürsterzbistums (bis [[1803]]) war architektonisch sehr italienisch beeinflusst. Eigenartigerweise findet man aber in Salzburg sehr wenig konkrete Schach-Quellen. Spiele wurden einfach gespielt und früher wurde meist nichts aufgezeichnet. | Der [[Salzburger Fürstenhof|Salzburger Hof]] des bedeutenden Fürsterzbistums (bis [[1803]]) war architektonisch sehr italienisch beeinflusst. Eigenartigerweise findet man aber in Salzburg sehr wenig konkrete Schach-Quellen. Spiele wurden einfach gespielt und früher wurde meist nichts aufgezeichnet.<br /> | ||
Im [[Schatz-Durchhaus]] in der [[Getreidegasse]] wurden bei Bauarbeiten einige Holz-Schachfiguren aus dem 16./[[17. Jahrhundert]] gefunden.<ref>[[SN]] 20. April 1996, [[Salzburg Museum]]</ref> Das [[Festungsmuseum]] zeigt ein altes Spielbrett. Auch zur [[Mozart]]zeit wird in Salzburg Schach gespielt<ref>Siehe: chessbase-Artikel</ref>. Im Weiteren geht es aber nur um organisiertes Turnierschach, Klubschach, und wird somit ein Zeitsprung vollzogen. <br /> | Im [[Schatz-Durchhaus]] in der [[Getreidegasse]] wurden bei Bauarbeiten einige Holz-Schachfiguren aus dem 16./[[17. Jahrhundert]] gefunden.<ref>[[SN]] 20. April 1996, [[Salzburg Museum]]</ref> Das [[Festungsmuseum]] zeigt ein altes Spielbrett. Auch zur [[Mozart]]zeit wird in Salzburg Schach gespielt<ref>Siehe: chessbase-Artikel</ref>. Im Weiteren geht es aber nur um organisiertes Turnierschach, Klubschach, und wird somit ein Zeitsprung vollzogen. <br /> | ||
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'''In den 1970ern''' bis Anfang der 1980er prägen die vielen guten Mozartler wie ÖM Walter Klimitschek und die Ranshofner Staatsligaspieler IM Arne Dür (aus Tirol), J. Ager, oder ÖM Prameshuber das Salzburger Schach. Um nur einige zu nennen. <br /> | '''In den 1970ern''' bis Anfang der 1980er prägen die vielen guten Mozartler wie ÖM Walter Klimitschek und die Ranshofner Staatsligaspieler IM Arne Dür (aus Tirol), J. Ager, oder ÖM Prameshuber das Salzburger Schach. Um nur einige zu nennen. <br /> | ||
'''1975''' Mozart wird 2. bei den österreichischen Vereins-Staatsmeisterschaften (Vorgänger der Staats-nun Bundesliga), nach Hietzing Wien und siegt im 1. österr. Schach-Cup.<br /> | '''1975''' Mozart wird 2. bei den österreichischen Vereins-Staatsmeisterschaften (Vorgänger der Staats-nun Bundesliga), nach Hietzing Wien und siegt im 1. österr. Schach-Cup.<br /> | ||
'''1975/76:''' Der engagierte Werksportverein-ATSV Ranshofen war 1971 von OÖ zum Salzburger Verband gestoßen.<br />Obmann Wolfgang Hackbarth wollte der damals wohl sehr starken VÖEST-Linz ausweichen und witterte in Salzburg offenbar mehr Beute. Zudem war es auch leichter erreichbar. Er hatte großen Anteil an der Gründung der neuen Staatsliga 1975/76 (seit 2003 Bundesliga), die den früheren Vereinsstaatsmeisterschaften (seit 1953) nachgefolgt war.<br /> | '''1975/76:''' Der engagierte Werksportverein-ATSV Ranshofen war 1971 von OÖ zum Salzburger Verband gestoßen.<br />Obmann Wolfgang Hackbarth wollte der damals wohl sehr starken VÖEST-Linz ausweichen und witterte in Salzburg offenbar mehr Beute. Zudem war es auch leichter erreichbar. Er hatte großen Anteil an der Gründung der neuen Staatsliga 1975/76 (seit 2003 Bundesliga), die den früheren Vereinsstaatsmeisterschaften (seit 1953) nachgefolgt war.<br /> | ||
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Der ESV-Bischofshofen (1967) mit dem jungen Josef Klinger (dem späteren Großmeister), das 4x um 1980 Landescup-Finalist, 1980/81 Westligameister und 2x zweiter war, SC Inter-Salzburg (1973), Salzburg Süd (1979),....<br /> | Der ESV-Bischofshofen (1967) mit dem jungen Josef Klinger (dem späteren Großmeister), das 4x um 1980 Landescup-Finalist, 1980/81 Westligameister und 2x zweiter war, SC Inter-Salzburg (1973), Salzburg Süd (1979),....<br /> | ||
1978: Auf fast 60 Bretter Massen-Länderkämpfe gegen OÖ in Mayrwies (am 25.5.) und auf 40 Bretter LK geg. Tirol | 1978-1983: Auf fast 60 Bretter Massen-Länderkämpfe gegen OÖ in Mayrwies (am 25.5.1978) und auf 40 Bretter LK geg. Tirol, 1983 LK geg. STmk. <br /> | ||
Bischofshofen (Saison 1980/81), Mozart(79/80 und 81/82), Inter(82/83, 84/85 u. 89/90), ASK (85/86), die Spielgemeinschaft SIR (2000/1, und 2001/2 (Meister Mitte), 2009/10 und 2012/13), wurden mehrfach Meister der Bundesliga B (frühere Westliga, bzw. Staatsliga B-West | Bischofshofen (Saison 1980/81), Mozart(79/80 und 81/82), Inter (82/83, 84/85 u. 89/90), ASK (85/86), die Spielgemeinschaft SIR (2000/1, und 2001/2 (2x Meister BL-B-Mitte), 2009/10 und 2012/13), wurden mehrfach Meister der Bundesliga B (frühere Westliga, bzw. Staatsliga B-West und -Mitte).<br /> | ||
'''1985''' Der 18jährige Josef Klinger wird österr. Herren-Staatsmeister.<br /> | '''1985''' Der 18jährige Josef Klinger wird österr. Herren-Staatsmeister.<br /> | ||
In den | In den 1980/90ern wirkte der USK Uttendorf sogar in der Westliga (spätere Bundesliga-B), mit seinen Spitzen Hahn und Feichtner. <br /> | ||
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'''Das Schachhaus:''' Vom Herbst '''1984 bis 1996''' gab es ein eigenes Schach-Haus des Verbandes in Lehen, in der Strubergasse, das im Oktober 1984 mit einem Simultan des "Zauberers von Riga", dem Kombinationskünstler Ex WM Michael Tal eingeweiht wurde. Betriebsmeisterschaften und Turniere wurden dort abgehalten. Zuletzt wurde allerdings mehr gewürfelt, bis es mangels Geld für Investitionen eingestellt wurde.<br /> | '''Das Schachhaus:''' Vom Herbst '''1984 bis 1996''' gab es ein eigenes Schach-Haus des Verbandes in Lehen, in der Strubergasse, das im Oktober 1984 mit einem Simultan des "Zauberers von Riga", dem Kombinationskünstler Ex WM Michael Tal eingeweiht wurde. Betriebsmeisterschaften und Turniere wurden dort abgehalten. Zuletzt wurde allerdings mehr gewürfelt, bis es mangels Geld für Investitionen eingestellt wurde.<br /> | ||
'''Salzburger Open:''' DI Gerhard Herndl gibt die Halleiner Schachzeitung, mit Robert Rettenbacher die Verbandszeitung SIS heraus und organisierte '''ab 1986 das Halleiner Schach-Open'''. Dieses setzte sich durchgehend im Werfen (-Tenneck) und Schwarzacher Open fort.<br /> | |||
'''Salzburger Open:''' DI Gerhard Herndl gibt seit 1984 die Halleiner Schachzeitung, mit Robert Rettenbacher die Verbandszeitung SIS heraus und organisierte '''ab 1986 das Halleiner Schach-Open'''. Dieses setzte sich durchgehend im Werfen (-Tenneck) und Schwarzacher Open fort.<br /> | |||
1992: Jörg Kraschl Jugendstaatsmeister U-18 | 1992: Jörg Kraschl Jugendstaatsmeister U-18 | ||
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'''2016''': Der neue SLV-Präsident MAS Rudolf Berti und Kassier Günter Vorreiter, organisieren in St. Johann i.P. mit dem bewährten Turnierleiter DI Gerhard Herndl hervorragend die österreichischen Staatsmeisterschaften.<br /> | '''2016''': Der neue SLV-Präsident MAS Rudolf Berti und Kassier Günter Vorreiter, organisieren in St. Johann i.P. mit dem bewährten Turnierleiter DI Gerhard Herndl hervorragend die österreichischen Staatsmeisterschaften.<br /> | ||
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2016 Emanuel Frank wird hervorragender 2. beim Open von Neumarkt (70 Teilnehmer).<br /> | 2016 Emanuel Frank wird hervorragender 2. beim Open von Neumarkt (70 Teilnehmer).<br /> | ||