Schach-Landesverband Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
Hager (Diskussion | Beiträge) |
Hager (Diskussion | Beiträge) |
||
| Zeile 30: | Zeile 30: | ||
'''Frühe Zeiten'''<br /> | '''Frühe Zeiten'''<br /> | ||
Die Schachspielszene, neben Würfel... im Codex Buranus aus dem Spätmittelalter, bzw. die Lieder der carmina burana um 1320 dürften nach der Forschung im großen Salzburger Metropolitanumkreis entstanden sein. Offenbar ein gewisser mitteleuropäischer Reflex auf das Buch der Spiele (ohne Titel, bzw. libros de los juegos) von 1284 (1321 altspanische Zeit) von König Alfons X., El Sabio (dem Weisen) in Sevilla, im christlichen Spanien, in dem viele alte arabische Mansuben, aber auch schon einige europäische Neuerungen verarbeitet werden. Oder die offene Frage, ob das Strategiespiel doch weit früher schon über Italien oder Byzanz kam. Natürlich war auch das Schach-Buch von Jacobus de Cessollis "über die Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen durch das Schachspiel" aus dem Spätmittelalter in Abschriften in Salzburg vorhanden. Im Schatz-Durchhaus in der Getreidegasse wurden | Die Schachspielszene, neben Würfel... im Codex Buranus aus dem Spätmittelalter, bzw. die Lieder der carmina burana um 1320 dürften nach der Forschung im großen Salzburger Metropolitanumkreis entstanden sein. Offenbar ein gewisser mitteleuropäischer Reflex auf das Buch der Spiele (ohne Titel, bzw. libros de los juegos) von 1284 (1321 altspanische Zeit) von König Alfons X., El Sabio (dem Weisen) in Sevilla, im christlichen Spanien, in dem viele alte arabische Mansuben, aber auch schon einige europäische Neuerungen verarbeitet werden. Oder die offene Frage, ob das Strategiespiel doch weit früher schon über Italien oder Byzanz kam. Natürlich war auch das Schach-Buch von Jacobus de Cessollis "über die Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen durch das Schachspiel" aus dem Spätmittelalter in Abschriften in Salzburg vorhanden. Im Schatz-Durchhaus in der Getreidegasse wurden bei Bauarbeiten einige Holz-Schachfiguren aus dem 16./17. Jhd. gefunden (SN 20.4.1996, Salzburg Mueum). Das Festungsmuseum zeigt ein altes Spielbrett. Auch zur Mozartzeit wird in Salzburg Schach gespielt (siehe: chessbase Artikel). Im weiteren geht es aber nur um organisiertes Turnierschach, Klubschach, und wird somit ein Zeitsprung vollzogen. <br /> | ||
| Zeile 47: | Zeile 47: | ||
<br /> | <br /> | ||
Im Frühjahr [[1910]], im Jahr des WM-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, wird die Salzburger Schachgesellschaft | Im Frühjahr [[1910]], im Jahr des WM-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, wird die Salzburger Schachgesellschaft (nach Nichtuntersagungsbescheid) am 27.3.1910 gegründet. Die gründende Versammlung erfolgte dann am 30.4.1910 im Hotel Mirabell. Das Proponentenkommitee der Interessierten traf sich zuvor schon am 3.3. im [Café Krimmel]].(Quelle zB. auch: Sportliche Rundschau Nr. 97, S 8, vom 30.4.1910). §1 "Der Zeck der Gesellschaft ist, Schachfreunden (Herren und Damen) einen Vereinigungspunkt und Gelegenheit zur Übung und sachgemäßen Fortbildung im Schachspiele zu bieten und alle Mittel..". | ||
Der Meisterspieler Staatsbahn Ing. Josef Hrdina (1882-1914), Baumeister und Gemeinderat Joseph Christoph (1842-1913), der Sieger des kleinen Stadtturniers von 1878/79, und | Der Meisterspieler Staatsbahn Ing. Josef Hrdina (1882-1914), Baumeister und Gemeinderat Joseph Christoph (1842-1913), der Sieger des kleinen Stadtturniers von 1878/79, und Bahninspektor Adolf Mehrer (1853-) sind die Initatoren und wurden am 21.6.1912 bei der Versammlung im Mozartstübchen des Stieglkeller Ehrenmitglieder der Salzburger Schachgesellschaft, und erhielten Ehrendiplome vom Salzburger Maler Prof. F. Kulstrunk gestaltet (Quelle: SVBL 26.6.1912).<br /> | ||
Der "Mehrer des Schach´s" wurde erster Obmann, kam aber schon ab 1912 beruflich nach Wien, Hrdina nach Tirol, wo er dann Innsbrucker Klubmeister wurde. | Der "Mehrer des Schach´s" wurde erster Obmann, kam aber schon ab 1912 beruflich nach Wien, Hrdina nach Tirol, wo er dann Innsbrucker Klubmeister wurde. | ||
Viele Lehrer (Amannshauser, Barth,...), Schuldirektoren, Beamte, auch Bahn-und Postbeamte, Gewerbetreibende | Viele Lehrer (Amannshauser, Barth,...), Schuldirektoren, Beamte, auch Bahn-und Postbeamte, Gewerbetreibende, Dachdeckermeister Otto Kunstmann,.. Adjunkt, Primarius, einige Offiziere, ein Fotograph (Carl P. Wagner, der aber bald nach Innsbruck ging),. Morawetz, Kuhn, Juristen .. Landesrat Dr. Tischlinger, finden sich berufsmäßig in der Mitgliederliste und den ersten Jahren aus anfangs 37 Personen. (Vielleicht bessere Spieler aus dem Arbeiterstand hätten sich damals die teuren Standes-Cafes und Klubgebühren gar nicht leisten können. Von denen wurde noch eher lose in Gasthäusern gespielt. Dazu fehlen aber Aufzeichnungen.) | ||
(Vielleicht bessere Spieler aus dem Arbeiterstand hätten sich damals die teuren Standes-Cafes und Klubgebühren gar nicht leisten können | |||
Am 12. Juni 1910 finden im Gasthaus zur Rose und im Herbst in Bayern große Mannschaftsvergleichskämpfe gegen das bayrische [[Traunstein]] (und später gegen [[Trostberg]]) statt. Großmeister R. Spielmann u. Schapiro werden dazu engagiert. Der Initator der SGS, der Meisterspieler Ing. Josef Hrdina, erringt am 23.7.1911 sogar die bayrische Meisterwürde am 3. bayrischen Schachkongress (17.-23.7. 1911) in München (für das bayrische Traunstein spielend) und erhält den Prinzregenten Ehrenpreis. <br /> | Am 12. Juni 1910 finden im Gasthaus zur Rose und im Herbst in Bayern große Mannschaftsvergleichskämpfe gegen das bayrische [[Traunstein]] (und später gegen [[Trostberg]]) statt. Großmeister R. Spielmann u. Schapiro werden dazu engagiert. Der Initator der SGS, der Meisterspieler Ing. Josef Hrdina, erringt am 23.7.1911 sogar die bayrische Meisterwürde am 3. bayrischen Schachkongress (17.-23.7. 1911) in München (für das bayrische Traunstein spielend) und erhält den Prinzregenten Ehrenpreis. <br /> | ||
| Zeile 81: | Zeile 80: | ||
'''Motzko''': Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der [[1920er]] Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist [['''Franz Motzko''']] (* 1868, † 1929; Motzko Variante in der Spanischen Eröffnung).<br /> | '''Motzko''': Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der [[1920er]] Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist [['''Franz Motzko''']] (* 1868, † 1929; Motzko Variante in der Spanischen Eröffnung).<br /> | ||
Gegen die Bayern wird oftmals gekämpft, waren auch bahnmäßig günstig erreichbar, auch zwei Mal gegen Wels, so lange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt. 1926 gibt es ein kleines 17 rundiges Turnier beim sogenannten "Athletik-Sportklub", (SAK 1914 | Gegen die Bayern wird oftmals gekämpft, waren auch bahnmäßig günstig erreichbar, auch zwei Mal gegen Wels, so lange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt. 1926 gibt es ein kleines 17-rundiges Turnier beim sogenannten "Athletik-Sportklub", (unklar ob der SAK 1914, oder doch die Vorwärts-Maxglaner/ oder Itzlinger gemeint waren), das der Zöllner Kahler gewinnt. | ||
<br /> | <br /> | ||
'''Stadtteile, Bezirke'''<br /> | '''Stadtteile, Bezirke'''<br /> | ||
Diese Klubs in den Stadtteilen, bzw. Gemeinden [[Maxglan]] gegründet 1934, [[Itzling]] 1935 (bei beiden wurde Jahre früher | Diese Klubs in den Stadtteilen, bzw. Gemeinden [[Lehen]] schon 1933, [[Maxglan]] gegründet 1934, [[Itzling]] 1935 (bei beiden wurde aber schon Jahre früher in Spielzirkeln oder im Rahmen des ATSV gespielt) und auch ein Schachzirkel zumindest Anfang der 1930er in [[St. Johann im Pongau]] im damaligen Cafe´ Moser, und später beim Taxenbacherwirt an der Wagreinerstrasse, folgen, mit den späteren Pongauer Spielern Andraske, Rechberger, Leitner, Holleis,..<br /> | ||
Im November [[1909]] wird sogar schon in [[Tamsweg]] ([[Lungau]]) eine Schachvereinsgründung beim Gast-und Kafffeehaus Brandl von vielen Spielern zeitungsmäßig erwähnt (Obmann Dr. Franz Schierl). Aufgrund der Abgelegenheit und Entfernung gab es aber dann keine bekannten Schach-Kontakte zur Stadt-Salzburg. Im Jan. 1912 findet in Hallein mit 7 TN ein kleines lokales Turnier statt. .. <br /> | Im November [[1909]] wird sogar schon in [[Tamsweg]] ([[Lungau]]) eine Schachvereinsgründung beim Gast-und Kafffeehaus Brandl von vielen Spielern zeitungsmäßig erwähnt (Obmann Dr. Franz Schierl). Aufgrund der Abgelegenheit und Entfernung gab es aber dann keine bekannten Schach-Kontakte zur Stadt-Salzburg. Im Jan. 1912 findet bereits in Hallein mit 7 TN ein kleines lokales Turnier statt. .. <br /> | ||
'''Nach dem 1. Weltkrieg: Landes-Vergleichskämpfe.'''<br /> | '''Nach dem 1. Weltkrieg: Landes-Vergleichskämpfe.'''<br /> | ||
Bereits am 23. Okt. 1921 gab es in Vöcklabruck den ersten Wettkampf gegen Oberösterreich auf 16 Bretter | Bereits am 23. Okt. 1921 gab es in Vöcklabruck den ersten Wettkampf gegen Oberösterreich auf 16 Bretter (Linzer Tagespost v. 25.10.)<br /> | ||
'''Ab 1923''' existiert eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in [['''Bischofshofen''']] mit den Eisenbahnern August Maggi und Jakobek, die auch am 9. Mai 1926 am zweiten Vergleichskampf Salzburg geg. OÖ in Vöcklabruck auf 14 Bretter teilnehmen. Alle anderen waren von der Schachgesellschaft. <br /> | '''Ab 1923''' existiert eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in [['''Bischofshofen''']] mit den Eisenbahnern August Maggi und Jakobek, die auch am 9. Mai 1926 am zweiten Vergleichskampf Salzburg geg. OÖ in Vöcklabruck auf 14 Bretter teilnehmen. Alle anderen waren von der Schachgesellschaft. <br /> | ||
'''Die damaligen Salzburger Spieler''':<br /> | '''Die damaligen Salzburger Spieler''':<br /> | ||
August Maggi (ATSV Bischofshofen), Wilhelm Ullrich, Franz Motzko, Hopfinger, Alois Laschenky, der Student Erich Flir, Dr. Baldi, Dr. Hlawatschek, Dr. Günther, Jakobek (Bischofshofen), Czaika, Dr. Trubik, Kulm. (Major Kirchtaler hatte 1921 teilgenommen).<br /> | August Maggi (ATSV Bischofshofen), Wilhelm Ullrich, Franz Motzko, Hopfinger, Alois Laschenky, der Student Erich Flir, HR Dr. Baldi, Dr. Hlawatschek, Dr. Oskar Günther, Jakobek (Bischofshofen), Czaika, Dr. Trubik, Kulm. (Major Kirchtaler hatte 1921 teilgenommen).<br /> | ||
Beim erneuten Schachwettkampf in Attnang gegen OÖ am 17.4.1929: Erich Flir, Alois Laschensky, Willhelm Ullrich, Linnerth, Pagler, Dr. Günther, Czaika, Hopfinger, Karl Mayr, Otto Kunstmann, Koberz, Brünner, Siegel, Kucher, Dr. Hlawatschek, Kaltner, Schwarz. | Beim erneuten Schachwettkampf in Attnang gegen OÖ am 17.4.1929: Erich Flir, Alois Laschensky, Willhelm Ullrich, Linnerth, Pagler, Dr. Günther, Czaika, Hopfinger, Karl Mayr, Otto Kunstmann, Koberz, Brünner, Siegel, Kucher, Dr. Hlawatschek, Kaltner, Schwarz. | ||
<br /> | <br /> | ||
| Zeile 123: | Zeile 120: | ||
1910 bis in die [[1930er]] sind der Beamte Alois [[Laschensky], Willhelm Ulrich, A. Maggi, Walter Kolneder und in den 1930ern Karl Mayr die besten heimischen Spieler.<br /> | 1910 bis in die [[1930er]] sind der Beamte Alois [[Laschensky], Willhelm Ulrich, A. Maggi, Walter Kolneder und in den 1930ern Karl Mayr die besten heimischen Spieler.<br /> | ||
1933 wird der damalige Salzburger Landesmeister Richard Wallaschek (der von Wels kam) 4. bei der österreichischen Staatsmeisterschaft, im folgenden Jahr 3.<br /> | 1933 wird der damalige Salzburger Landesmeister Richard Wallaschek (der von Wels kam) 4. bei der österreichischen Staatsmeisterschaft, im folgenden Jahr 3.<br /> | ||
Ab 1928 kam stud. Erich Flir, in späteren Jahren einer der Besten, als "Zugroaster" von Tirol nach Salzburg und wirkte weit über seinen 80er in der Liga. Sein dortiger Vater Walter Flir (1881-1957) war Meisterspieler, als Jüngster einer der Mitbegründer des ISK (1904), sogar Bayrischer Meister zu Kulmbach 1920 und Trainingspartner des späteren Weltklassespielers Erich Eliskases.<br /> | Ab 1928 kam stud. Erich Flir, in späteren Jahren einer der Besten, als "Zugroaster" von Tirol nach Salzburg und wirkte weit über seinen 80er in der Liga. Sein dortiger Vater Walter Flir (1881-1957) war Meisterspieler, als Jüngster einer der Mitbegründer des ISK (1904), sogar Bayrischer Meister zu Kulmbach 1920 und Trainingspartner des späteren Weltklassespielers Erich Eliskases.<br /> | ||
''''''1929 und 1932'''''' fanden anläßlich des 25-jährigen Linzer Jubiläums, neben dem Wettkampf zwischen dem (späterem) GM Erich Eliskases gegen Rudolf Spielmann Vergleichskämpfe der Salzburger mit dem Linzer Schachverein auf 17 Bretter statt (Linzer Tagespost v. 17.4.1929, bzw. 9/1932, mit Auflistung der Spieler). So wurde bei den Ansprachen 1929 die Not der damaligen Profi- Schachmeister beklagt und eine Schach-Notgemeinschaft gefordert. Im Nov. 1935: Vergleichskampf gegen Wels. | ''''''1929 und 1932'''''' fanden anläßlich des 25-jährigen Linzer Jubiläums, neben dem Wettkampf zwischen dem (späterem) GM Erich Eliskases gegen Rudolf Spielmann Vergleichskämpfe der Salzburger mit dem Linzer Schachverein auf 17 Bretter statt (Linzer Tagespost v. 17.4.1929, bzw. 9/1932, mit Auflistung der Spieler). So wurde bei den Ansprachen 1929 die Not der damaligen Profi- Schachmeister beklagt und eine Schach-Notgemeinschaft gefordert. Im Nov. 1935: Vergleichskampf gegen Wels. | ||
'''1936:''' In der ersten Republik fanden in Salzburg ab 1936 Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, dem SK Itzling (9,5), der Salzburger Schachgesellschaft (8,5) und dem SK Maxglan (6), organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft, statt. Die Itzlinger mit Berger, Leeb, Lehner, Reinegger, Weilguni,...Die SG stellte | '''1936:''' In der ersten Republik fanden in Salzburg ab 1936 Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, dem 1. SK Itzling (9,5), 2. der Salzburger Schachgesellschaft (8,5) und 3. dem SK Maxglan (6), organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft, statt. Die Itzlinger mit Berger, Leeb, Lehner, Reinegger, Weilguni,..siegten. Die SG stellte allerdings nur die zweite Garnitur auf. Der SK Lehen (1936) nahm noch nicht daran teil. | ||
Im Ständestaat wurden aber die früheren Arbeitervereine (ASV, ATSV,..) die teils schon kleine inoffizielle Schachsektionen hatten, wie die Itzlinger und Maxlaner, aufgelöst und Mitte der 1930er teils neu als eigene Schachvereine gegründet. <br /> | Im Ständestaat wurden aber die früheren Arbeitervereine (ASV, ATSV,..) die teils schon kleine inoffizielle Schachsektionen hatten, wie die Itzlinger und Maxlaner, aufgelöst und Mitte der 1930er teils neu als eigene Schachvereine gegründet. <br /> | ||
| Zeile 139: | Zeile 134: | ||
Dieser ÖSV wurde erst nach dem 1. Weltkrieg am 12. Dezember 1920 gegründet (Österreichischer Schachverein), und waren- wegen politischer Spannungen in dieser Zeit- dann auch nicht alle österreichischen Schachvereine dabei. | Dieser ÖSV wurde erst nach dem 1. Weltkrieg am 12. Dezember 1920 gegründet (Österreichischer Schachverein), und waren- wegen politischer Spannungen in dieser Zeit- dann auch nicht alle österreichischen Schachvereine dabei. | ||
1921 wurde | 1921 wurde auch dem Bayrischen Schachbund bis 1924 beigetreten, weil dann 1922/23 Salzburger Spieler an dessen Bewerben (Bayrische Meisterschaft 1922 in Innsbruck) teilnahmen. | ||
Auch erfolgte wieder ein Austritt aus dem ÖSV. In der Salzburger Schachgesellschaft wurde in den nächsten Jahren mehrfach der Wechsel diskutiert, im Ausschuß zwar beschlossen, dann doch nicht umgesetzt. Es waren nur teils politische Überlegungen maßgeblich. Es hatte ja auch seine Vorteile, weil man so doch an den nahen bayrischen Bewerben (Einzelmeisterschaft) mitspielen konnte. (Quellen dazu: Süddeutsche Schachblätter). Erst 1927 wurde nach 1921 letztlich dem österreichischen Verband beigetreten. <br /> | |||
In der ersten Republik gab es noch keinen Salzburger Landesverband. Dieser wurde 1927 von der SG zwar angedacht, aber dann wurde diese Koordinationsfunktion in den 1930ern mittels einer Arbeitsgemeinschaft der drei Vereine SG, Maxglan und Itzling erledigt.<br /> | In der ersten Republik gab es noch keinen Salzburger Landesverband. Dieser wurde 1927 von der SG zwar angedacht, aber dann wurde diese Koordinationsfunktion in den 1930ern mittels einer Arbeitsgemeinschaft der drei Vereine SG, Maxglan und Itzling erledigt.<br /> | ||
| Zeile 150: | Zeile 145: | ||
Bekannte Schachzirkel, aber noch nicht Vereine, gab es damals zudem schon in Hallein, Radstadt, Schwarzach, Saalfelden (Bericht von Präs. HR Ritter v. Hoch beim ersten Landestag im Febr. 1951). | Bekannte Schachzirkel, aber noch nicht Vereine, gab es damals zudem schon in Hallein, Radstadt, Schwarzach, Saalfelden (Bericht von Präs. HR Ritter v. Hoch beim ersten Landestag im Febr. 1951). | ||
Die Zeller hatten sich aber bald wieder verabschiedet und folgte später dafür der Werksport-und Kulturverein Kaprun aus dem Pinzgau . | Die Zeller hatten sich aber bald wieder verabschiedet und folgte später dafür der Werksport-und Kulturverein Kaprun aus dem Pinzgau . | ||
(Anmerkung: Historisch betrachtet (Holzarbeiterklub, Itzlinger, ESV, ASK,....) ist zu bemerken, dass in den 1950ern offenbar die Arbeiterschaft/ die starke Bau-Holzarbeitergewerkschaft (unter Minister Olah) und Sozialdemokraten ( | (Anmerkung: Historisch betrachtet (Holzarbeiterklub, Itzlinger, ESV, ASK,....) ist zu bemerken, dass in den 1950ern offenbar die Arbeiterschaft/ die starke Bau-Holzarbeitergewerkschaft (unter Minister Olah) und Sozialdemokraten (bzw. die Baumeister?) stark aufgerüstet hatten und die Mitbeteiligung am Staatsgeschehen (und auch am Schach) forderten).<br /> | ||
Seit Herbst 1950 (7. Oktober) läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft.<br /> | Seit Herbst 1950 (7. Oktober) läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft.<br /> | ||
| Zeile 161: | Zeile 156: | ||
Der junge Deutsche Klaus Junge aber schlug sogar 1942 den 50-jährigen WM Aljechin (1892-1946) in einer der jeweils beiden Partien, was die Presse als größte Sensation in der Geschichte des Schach´s feierte. 1943 war Junge an der Front und nahm nicht mehr teil. Parallell dazu wurde im Juni 1942 auch ein europäischer Schachbund unter nat. Deutscher Führung mit dessen damaligen Verbündeten und einigen Unabhängigen gegründet, der mit Kriegsende aber erlosch.<br /> | Der junge Deutsche Klaus Junge aber schlug sogar 1942 den 50-jährigen WM Aljechin (1892-1946) in einer der jeweils beiden Partien, was die Presse als größte Sensation in der Geschichte des Schach´s feierte. 1943 war Junge an der Front und nahm nicht mehr teil. Parallell dazu wurde im Juni 1942 auch ein europäischer Schachbund unter nat. Deutscher Führung mit dessen damaligen Verbündeten und einigen Unabhängigen gegründet, der mit Kriegsende aber erlosch.<br /> | ||
'''Das | '''Das Internationale Turnier Bad Gastein 1948'''<br /> | ||
1948, vom 25. Mai bis 20. Jun. fand, eigentlich unglaublich, nur drei Jahre nach dem Krieg, im Kurort Bad Gastein bereits ein Internationales Schachturnier statt, das der schwedische IM Eric Lundic gewann, vor dem Franzosen Nicolas Rossolimo und dem Ungarn Pal Benkö. Dazu gibt es zB. auch eine österreichische Sonderbriefmarke/ bzw. Stempel. Die Organisation erfolgte vom Wiener Ing. Gerhard Bruckner. Das Gästeturnier (B-Turner) gewann der Badener Albert Lounek. (Quelle auch: online Chronik des Schachklubs Baden bei Wien). <br /> | 1948, vom 25. Mai bis 20. Jun. fand, eigentlich unglaublich, nur drei Jahre nach dem Krieg, im Kurort Bad Gastein bereits ein Internationales Schachturnier statt, das der schwedische IM Eric Lundic gewann, vor dem Franzosen Nicolas Rossolimo und dem Ungarn Pal Benkö. Dazu gibt es zB. auch eine österreichische Sonderbriefmarke/ bzw. Stempel. Die Organisation erfolgte vom Wiener Ing. Gerhard Bruckner. Das Gästeturnier (B-Turner) gewann der Badener Albert Lounek. (Quelle auch: online Chronik des Schachklubs Baden bei Wien). <br /> | ||
| Zeile 172: | Zeile 167: | ||
'''Entwicklung ab den 1950ern'''<br /> | '''Entwicklung ab den 1950ern'''<br /> | ||
1950 teilte sich die Schachgesellschaft in die Spielstätten und Vereine [[Café Posthof]] und Café Mozart. 1953/1954 erfolgt Teilnahme am Mitropa-und Westropacup. DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart und Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den [[1950er]] 1960er die besten Spieler. Schon 1950/51 gibt es vielfache Vergleichskämpfe insbesondere von Mozart gegen Venedig, Rom, Schachring-Zürich, auf 25 Bretter gegen Traunstein (mit Chiemgauern verstärkt), in Bad-Gastein gegen den Kärntner Meister ESV-Admira-Villach und Wels. <br /> | 1950 teilte sich die Salzburger Schachgesellschaft in die Spielstätten und Vereine [[Café Posthof]] und Café Mozart (Erster Salzburger Schachklub 1910- später erfogte der Zusatz Mozart). 1953/1954 erfolgt Teilnahme am Mitropa-und Westropacup mit recht guten Ergebnissen. DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart und Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den [[1950er]] 1960er die besten Spieler. Schon 1950/51 gibt es vielfache Vergleichskämpfe insbesondere von Mozart gegen Venedig, Rom, Schachring-Zürich, auf 25 Bretter gegen Traunstein (mit Chiemgauern verstärkt), in Bad-Gastein gegen den Kärntner Meister ESV-Admira-Villach und Wels. <br /> | ||
1958 wird K. Schatzl, der Oberkellner vom Cafe´Glockenspiel, der aber beim Verein Posthof spielt, Landesmeister (dazu gibt es zB. einen amüsanten Artikel vom Salzburger Literaten H. Müller im SN online-Archiv). | 1958 wird K. Schatzl, der Oberkellner vom Cafe´Glockenspiel, der aber beim Verein Posthof spielt, Landesmeister (dazu gibt es zB. einen amüsanten Artikel vom Salzburger Literaten H. Müller im SN online-Archiv). Am 19. Juli 1959 gab es in Seekirchen ein schönes Schachfest mit 8erMannschaften und 30-Minuten Kurzzeit-Partien.<br /> | ||
Der Halleiner Schachklub wird 1953 gegründet, es wird aber schon einige Jahre zuvor gespielt (Chronik des SK Hallein). | Der Halleiner Schachklub wird 1953 gegründet, es wird aber schon einige Jahre zuvor gespielt (Chronik des SK Hallein). | ||
Im Dezember 1955 wird der '''ASK''' als '''Arbeiterschachklub''' u.a. von Kurt Berger gegründet, der aber quasi ein Nachfolger des früheren Itzlinger Klubs (1935) /bzw. der ASV-Amateuere, ATSV, ESV-Sektion war, aber auch einige Spieler der früheren Lehener-und Maxglaner Vereine der 1930er umfasste. | Im Dezember 1955 wird der '''ASK''' als '''Arbeiterschachklub''' u.a. von Kurt Berger gegründet, der aber quasi ein Nachfolger des früheren Itzlinger Klubs (1935) /bzw. der ASV-Amateuere, ATSV, ESV-Sektion war, aber auch einige Spieler der früheren Lehener-und Maxglaner Vereine der 1930er umfasste. Die ASKler sehen sich aber mehr als Nachfolger der Maxglaner und residieren nun nach dem früheren Sternbrau in Maxglan Mi. beim Wastlwirt. | ||
Der ASK, nun der "Allgemeine Schachklub", hat heute ein sehr lebendiges Klubleben, zumal sich viele Spieler in das Internet und zum Notebook verzogen haben. Hallein (1953), Seekirchen (1955 als Sektion des Sportklubs, 1995 eigener Verein), Oberndorf-Laufen, Mattighofen (1961), u.a folgten. Im Pinzgau führte damals Kaprun mit seinem Vorkämpfer Weikl u. Puchner. Auch das oö. Bad Ischl (1936) spielte ab 1959 lange Zeit beim Salzburger Verband, Oberndorf-Laufen gründete sich 1959. | Der ASK, nun der "Allgemeine Schachklub", hat heute ein sehr lebendiges Klubleben, zumal sich viele Spieler in das Internet und zum Notebook verzogen haben. Hallein (1953), Seekirchen (1955 als Sektion des Sportklubs, 1995 eigener Verein), Oberndorf-Laufen, Mattighofen (1961), u.a folgten. Im Pinzgau führte damals Kaprun mit seinem Vorkämpfer Weikl u. Puchner. Auch das oö. Bad Ischl (1936) spielte ab 1959 lange Zeit beim Salzburger Verband, Oberndorf-Laufen gründete sich 1959.<br /> | ||
Ab 1966 gab es, ausgehend vom Schachklub Freilassing, Grenzlandturniere. In der Saison 1969/70 wurde die Landesliga eingeführt. Bis dahin wurde nur in einer ersten und 2. Klasse gespielt. Ab 1973 folgten die neuen Bewerbe Landes-Blitzmeisterschaft und Landescup (ASK Chronik)<br /> | |||
'''In den 1970ern''' prägen die Mozartler W. Klimitschek, H. Peterwagner, und die Ranshofner J. Ager, Prameshuber und W. Hackbarth das Schach, um nur einige gute zu nennen. Der engagierte Werksportverein-ATSV Ranshofen war 1971 von OÖ zum Salzburger Verband gestoßen (1998 umgegründet). Obmann Wolfgang Hackbarth wollte der damals | '''In den 1970ern''' prägen die Mozartler W. Klimitschek, H. Peterwagner, und die Ranshofner J. Ager, Prameshuber und W. Hackbarth das Schach, um nur einige gute zu nennen. Der engagierte Werksportverein-ATSV Ranshofen war 1971 von OÖ zum Salzburger Verband gestoßen (1998 umgegründet). Obmann Wolfgang Hackbarth wollte der damals wohl der starken VÖST-Linz ausweichen und witterte in Salzburg offenbar mehr Beute. Zudem war es auch leichter erreichbar. Er hatte großen Anteil an der Gründung der Staatsliga (nun Bundesliga).<br /> | ||
Im Café Mozart wird in den 1970/1980ern vor allem Blitzschach gespielt (zB. W. Löffler, Peterwagner, Flir´s, Hamberger, oder die "berüchtigten" Blitzer Gold, Moser, Kopp,...) und Partien analysiert. Auch der bekannte Pianist Friedrich Gulda fand sich manchmal zum Blitzspiel ein, oder das Playboy-und Penthousegirl Brigitta C., die sogar sehr beachtliche 1840 nat. Elo und den WMK Titel errang. Damals kamen auch etliche Gewerbetreibende der Innenstadt ins Cafe Mozart zum Spiel und sponserten bei den Blitzturnieren schöne Preise. Durch die Ausdünnung des Gewerbes und die internationalen Ketten hat sich das nun etwas verflüchtigt. | Im Café Mozart wird in den 1970/1980ern vor allem täglich Blitzschach gespielt (zB. W. Löffler, Peterwagner, Flir´s, Hamberger, oder die "berüchtigten" Blitzer Gold, Moser, Kopp,...) und Partien analysiert. Auch der bekannte Pianist Friedrich Gulda fand sich manchmal zum Blitzspiel ein, oder das Playboy-und Penthousegirl Brigitta C., die sogar sehr beachtliche 1840 nat. Elo und den WMK Titel errang. Damals kamen auch etliche Gewerbetreibende der Innenstadt ins Cafe Mozart zum Spiel und sponserten bei den Blitzturnieren schöne Preise. Durch die Ausdünnung des Gewerbes und die internationalen Ketten hat sich das nun etwas verflüchtigt. | ||
Im Turnierschach entwickelt sich weltweit ab den 1970ern das Elosystem, eine variierende Messung der Spielstärken. <br /> | Im Turnierschach entwickelt sich weltweit ab den 1970ern das Elosystem, eine variierende Messung der Spielstärken. <br /> | ||
GM Paul Keres kam 1970 erneut. Der frühere Weltklassespieler GM Salo Flohr gab 1976 Gastvorstellungen. | GM Paul Keres kam 1970 erneut. Der frühere Weltklassespieler GM Salo Flohr gab 1976 Gastvorstellungen. | ||
Zur Zeit von Verbandspräsident Karl Groiss ( bzw. von WM Bobby Fischer), kam es in den 1970-1980er Jahren zu einigen neuen Vereinsgründungen und starker Aufwärtsentwicklung. Bischofshofen mit dem jungen J. Klinger, das 4x um die 1980er Cup-Finalist war, ASK, Hallein, Salzburg Süd,....Inter wurde 1973, Salzburg-Süd 1979 gegründet. | Zur Zeit von Verbandspräsident Karl Groiss ( bzw. von WM Bobby Fischer), kam es in den 1970-1980er Jahren zu einigen neuen Vereinsgründungen und starker Aufwärtsentwicklung. Bischofshofen mit dem jungen J. Klinger, das 4x um die 1980er Cup-Finalist und Westligameister war, ASK, Hallein, Salzburg Süd,....Inter wurde 1973, Salzburg-Süd 1979 gegründet. In den 80/90erern wirkte der USK Uttendorf hervorragend in der Westliga (spätere Bundesliga-B) mit seinen Spitzen Hahn und Feichtner. Der Landesverband fur 1978 nach Ägypten und folgend mit 50 Leuten zu einem Freundschaftskampf und Ausflug nach Moskau.<br /> | ||
Die Vereine Munderfing (OÖ), Mattighofen, Radstadt organisiserten schöne Mannschafts-Blitz, bzw. Kurzzeit-Turniere. Seekirchen schon im | Die Vereine Munderfing (OÖ), Mattighofen, Radstadt organisiserten schöne Mannschafts-Blitz, bzw. Kurzzeit-Turniere. Seekirchen schon im Juli 1959 einen Fuball-Kegel-Schachbewerb. Die drei Stadtvereine: ASK, Inter u. Mozart in den 1970-8Oern Fußball-Schach Kombibewerbe, Bad Ischl Schach-Schirennen. Also kam auch der Spaß und Körpersport manchmal nicht zu kurz.<br /> | ||
Vom Herbst 1984 bis 1996 gab es ein eigenes Schach-Haus des Verbandes, das im Oktober 1984 mit einem Simultan des "Zauberers von Riga", dem Kombinationskünstler Ex WM Michael Tal eingeweiht wurde. | Vom Herbst 1984 bis 1996 gab es ein eigenes Schach-Haus des Verbandes, das im Oktober 1984 mit einem Simultan des "Zauberers von Riga", dem Kombinationskünstler Ex WM Michael Tal eingeweiht wurde. | ||
| Zeile 203: | Zeile 199: | ||
In der Verbandszeitung SIS, den Mozart Kurzchroniken, der beachtlichen Chronik des SC Neumarkt mit allen Daten zu den einzelnen Vereinsgründungen (Hrsg.: Dr. Martin Egger, 2015), der ASK-Klubzeitung und der 60-Jahre ASK-Chronik und im SLV- Internet-Archiv sind die weitere historische Entwicklung ab 1984, insbesondere die Einzel-und Mannschafts-Landesmeisterschaften oder CUP-Bewerbe abgebildet. | In der Verbandszeitung SIS, den Mozart Kurzchroniken, der beachtlichen Chronik des SC Neumarkt mit allen Daten zu den einzelnen Vereinsgründungen (Hrsg.: Dr. Martin Egger, 2015), der ASK-Klubzeitung und der 60-Jahre ASK-Chronik und im SLV- Internet-Archiv sind die weitere historische Entwicklung ab 1984, die Verbands-Funktionäre, insbesondere die Einzel-und Mannschafts-Landesmeisterschaften oder CUP-Bewerbe abgebildet. | ||
== Einige gute Salzburger Spieler == | == Einige gute Salzburger Spieler == | ||