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== Theorien, Irrtümer und Fehler in Publikationen über die Hagenauer ==
 
== Theorien, Irrtümer und Fehler in Publikationen über die Hagenauer ==
In manchen Publikationen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde angenommen, dass es sich bei der bayrischen Linie und den beiden österreichischen Linien der Herren von Hagenau um verschiedene Geschlechter handeln könnte. Dies wurde aber bereits in mehreren Publikationen ab Mitte des 19. Jahrhunderts widerlegt. Ferner wurden die Hagenauer des im 12. Jahrhundert erneut übernommenen Lehens bei Braunau manchmal auch als Burgmannen der Herren von Hagenau bezeichnet, die sich nach ihrem Sitz Hagenau benannten. Manchmal erklärte man sich den Rückgang des Vorkommens der österreichischen Hagenauer in den Urkunden Mitte des 12. Jahrhunderts unter anderem damit, dass es sich hier (wiederum) um zwei unterschiedliche Geschlechter gehandelt hätte. Nämlich um das erste bedeutende Hochfreie "Grafengeschlecht" der Herren von Hagenau bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts, und danach um das zweite Edelfreie Ritter- bzw. Ministerialengeschlecht der Herren von Hagenau.  
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In manchen Publikationen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde angenommen, dass es sich bei der bayrischen Linie und den beiden österreichischen Linien der Herren von Hagenau um verschiedene Geschlechter handeln könnte. Dies wurde aber bereits in mehreren Publikationen ab Mitte des 19. Jahrhunderts widerlegt. Ferner wurden die Hagenauer des im 12. Jahrhundert erneut übernommenen Lehens bei Braunau manchmal auch als Burgmannen der Herren von Hagenau bezeichnet, die sich nach ihrem Sitz Hagenau benannten. Auch erklärte man sich den Rückgang des Vorkommens der österreichischen Hagenauer in den Urkunden Mitte des 12. Jahrhunderts unter anderem damit, dass es sich hier (wiederum) um zwei unterschiedliche Geschlechter gehandelt hätte. Nämlich um das erste bedeutende Hochfreie "Grafengeschlecht" der Herren von Hagenau bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts, und danach um das zweite Edelfreie Ritter- bzw. Ministerialengeschlecht der Herren von Hagenau. In einer neueren Publikationen sieht man auch das Geschlecht der Herren von Zelking in Niederösterreich als eine Nebenlinie der Herren von Hagenau an, die sich manchmal auch von Zelking genannt hatten, bzw. überhaupt als Zelkinger. Einige sehen die Zelkinger und die Herren von Hagenau als Abkömmlinge vom gleichen Stamm.  
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In einer neueren Publikationen sieht man auch das Geschlecht der Herren von Zelking in Niederösterreich als eine Nebenlinie der Herren von Hagenau an, die sich manchmal auch von Zelking genannt hatten, bzw. überhaupt als Zelkinger. Einige sehen sie Abkömmlinge vom gleichen Stamm. Somit gibt und gab es über die österreichischen Linien der Herren von Hagenau verschiedenste unter Historikern nicht unumstrittene Theorien. Sowohl was die Zuordnung verschiedener Familienmitglieder zu bestimmten Linien betrifft, als auch den Zeitpunkt des Verschwindens der österreichischen Linien. Die Theorien reichen von der These mehrerer unterschiedlicher Geschlechter, über den Untergang in der Ministerialität (Rückgang in den Urkunden) bzw. dem vorzeitigen Verschwinden einer Linie, bis hin zur Theorie des Weiterbestehen der niederösterreichischen Linie in dem (erst 1634 erloschenen) Geschlecht der Zelkinger.  
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Somit gab und gibt es über die österreichischen Linien der Herren von Hagenau verschiedenste unter Historikern nicht unumstrittene Theorien. Sowohl was die Zuordnung verschiedener Familienmitglieder zu bestimmten Linien betrifft, als auch den Zeitpunkt des Verschwindens der österreichischen Linien. Die Theorien reichen von der These mehrerer unterschiedlicher Geschlechter, über den Untergang in der Ministerialität (Rückgang in den Urkunden) bzw. dem vorzeitigen Verschwinden einer Linie, bis hin zur Theorie des Weiterbestehen der niederösterreichischen Linie in dem (erst 1634 erloschenen) Geschlecht der Zelkinger.  
    
Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass Ende des 15. Jahrhunderts die österreichischen Linien der Herren von Hagenau in keinen österreichischen Urkunden mehr (unter diesem Namen) zu finden sind, während die bayrische Linie jedoch weiterhin bestand. Ebenso dass die Herren von Hagenau im Gegensatz zu vielen anderen edel-freien Familien nie in den Grafenstand aufgestiegen waren. Die Hagenauer gehörten zur Klasse der Freyen (liberi), also dem Herren-Stande an, wie die Herren von Weilheim, die Herren von Stein oder die Herren von Biburg. Sie waren niemals "Grafen", wie man sie in manchen Publikation fälschlich bezeichnet hatte, oder man hatte sie gar mit den späteren Grafen Aham von Hagenau verwechselt. Einige Hagenauer trugen bis Anfang des 12. Jahrhunderts zwar die Bezeichnung "Comes", wie zum Beispiel Bischof Reginbert von Hagenau, der in einer Urkunde von 1138 als "Reginbertes Comes de Hagenow" genannt worden war. Die Bezeichnung "Comes" war damals jedoch ein nicht erblicher Amtstitel eines Lehensträgers, der sein Lehen unmittelbar vom König verliehen bekommen hatte. "Comes" kann also nicht mit dem später daraus entstandenen erblichen Grafentitel gleichgesetzt werden, der allerdings aus dem Titel "Comes" hervorgegangen war. Besonders deutlich wird dies in einer frühen Urkunde in der der Vater als comes bezeichnet wurde, hingegen aber nicht der Sohn: ''"Reginbert comes et filius eius Radolt anno 927. (Histor. Frising. und Cod.)."'' Ebenso war damals ein Burggraf eine reine Amtsbezeichnung und keine Adelstitel. Einige Hagenauer hatten ja das Amt von Burggrafen inne, ein aus dem älteren Amt des (Burg-)Vogtes hervorgegangenes Amt, durch das man zuweilen auch die Herrschaft über weitere Territorien inne haben konnte.  
 
Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass Ende des 15. Jahrhunderts die österreichischen Linien der Herren von Hagenau in keinen österreichischen Urkunden mehr (unter diesem Namen) zu finden sind, während die bayrische Linie jedoch weiterhin bestand. Ebenso dass die Herren von Hagenau im Gegensatz zu vielen anderen edel-freien Familien nie in den Grafenstand aufgestiegen waren. Die Hagenauer gehörten zur Klasse der Freyen (liberi), also dem Herren-Stande an, wie die Herren von Weilheim, die Herren von Stein oder die Herren von Biburg. Sie waren niemals "Grafen", wie man sie in manchen Publikation fälschlich bezeichnet hatte, oder man hatte sie gar mit den späteren Grafen Aham von Hagenau verwechselt. Einige Hagenauer trugen bis Anfang des 12. Jahrhunderts zwar die Bezeichnung "Comes", wie zum Beispiel Bischof Reginbert von Hagenau, der in einer Urkunde von 1138 als "Reginbertes Comes de Hagenow" genannt worden war. Die Bezeichnung "Comes" war damals jedoch ein nicht erblicher Amtstitel eines Lehensträgers, der sein Lehen unmittelbar vom König verliehen bekommen hatte. "Comes" kann also nicht mit dem später daraus entstandenen erblichen Grafentitel gleichgesetzt werden, der allerdings aus dem Titel "Comes" hervorgegangen war. Besonders deutlich wird dies in einer frühen Urkunde in der der Vater als comes bezeichnet wurde, hingegen aber nicht der Sohn: ''"Reginbert comes et filius eius Radolt anno 927. (Histor. Frising. und Cod.)."'' Ebenso war damals ein Burggraf eine reine Amtsbezeichnung und keine Adelstitel. Einige Hagenauer hatten ja das Amt von Burggrafen inne, ein aus dem älteren Amt des (Burg-)Vogtes hervorgegangenes Amt, durch das man zuweilen auch die Herrschaft über weitere Territorien inne haben konnte.  
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