Kobler-Spängler-Briefe von 1871: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Brief vom 19. und 20. November 1871 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler == | ==== Brief vom 19. und 20. November 1871 von Fanni Schlegel an Franz Spängler ==== | ||
Brief vom 19. und 20. November 1871 von Fanni Schlegel, [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich | |||
''19. 11. dito 8 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Mit aufrichtiger Freude empfing ich zur gewohnten Stunde deinen lieben Brief für welchen ich dir bestens danke. Ich fühle mich sehr geschmeichelt von deiner Versicherung, daß dir, tro[t]z des vielen Schreibens, welches deine Stellung mit sich bringt, der Briefwechsel mit mir nicht zur Beschwerde wird. Ich wünsche mir auch, daß dir meine Briefe eben solche Freude machen mögen, wie die deinen mir. Dabei muß ich auch bemerken, daß mein "ich darf nicht mehr weiter schreiben nur so gemeint war, daß ich mir selbst nicht mehr erlaubte, weiter zu schreiben, sondern mich verpflichtet fühlte eine Arbeit zur Hand zu nehmen. In dem Punkte des Schreibens ist meine Großmutter ganz tolerant Sie sieht eben gut genug ein, daß unser lebhafter brieflicher Verkehr die einzige Entschädigung für unser Getrenntsein ist. Es ist schon recht gut, daß keines von uns im Kaukasus ist! – Heute über 5 Wochen um diese Zeit sind wir hoffentlich recht glücklich und froh beisammen. Wie viel werden wir uns zu sagen haben! Wenn nur dein Hr: College gewiß gesund wird. – Seit dem Sturm vom Mittwoch [Großmutter ärgerlich] der aber am Donnerstag noch ein ziemlich heftiges Nachspiel hatte, ist die Luft wieder rein, und sind Großmutter und ich wieder auf dem gewohnten freundlichen Fuße. Ob ich an den besprochenen unangenehmen XXX ganz unschuldig bin, wage ich nicht zu entscheiden, meine Sanftmut, weißt du, ist eben nicht unbesiegbar, aber für falsch halte ich mich wirklich selbst nicht, und hoffe, du wirst dich dereinst von meiner Wahrheitsliebe überzeugen. Doch das klingt fast wie Selbstlob, ich hoffe, du wirst es nicht so auf[fassen.] – | ''19. 11. dito 8 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Mit aufrichtiger Freude empfing ich zur gewohnten Stunde deinen lieben Brief für welchen ich dir bestens danke. Ich fühle mich sehr geschmeichelt von deiner Versicherung, daß dir, tro[t]z des vielen Schreibens, welches deine Stellung mit sich bringt, der Briefwechsel mit mir nicht zur Beschwerde wird. Ich wünsche mir auch, daß dir meine Briefe eben solche Freude machen mögen, wie die deinen mir. Dabei muß ich auch bemerken, daß mein "ich darf nicht mehr weiter schreiben nur so gemeint war, daß ich mir selbst nicht mehr erlaubte, weiter zu schreiben, sondern mich verpflichtet fühlte eine Arbeit zur Hand zu nehmen. In dem Punkte des Schreibens ist meine Großmutter ganz tolerant Sie sieht eben gut genug ein, daß unser lebhafter brieflicher Verkehr die einzige Entschädigung für unser Getrenntsein ist. Es ist schon recht gut, daß keines von uns im Kaukasus ist! – Heute über 5 Wochen um diese Zeit sind wir hoffentlich recht glücklich und froh beisammen. Wie viel werden wir uns zu sagen haben! Wenn nur dein Hr: College gewiß gesund wird. – Seit dem Sturm vom Mittwoch [Großmutter ärgerlich] der aber am Donnerstag noch ein ziemlich heftiges Nachspiel hatte, ist die Luft wieder rein, und sind Großmutter und ich wieder auf dem gewohnten freundlichen Fuße. Ob ich an den besprochenen unangenehmen XXX ganz unschuldig bin, wage ich nicht zu entscheiden, meine Sanftmut, weißt du, ist eben nicht unbesiegbar, aber für falsch halte ich mich wirklich selbst nicht, und hoffe, du wirst dich dereinst von meiner Wahrheitsliebe überzeugen. Doch das klingt fast wie Selbstlob, ich hoffe, du wirst es nicht so auf[fassen.] – | ||
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''20 Nov: ¾ auf 8 Uhr. Ich füge nur noch einen freundlichen Morgengruß bei und die Bitte, behalte mich lieb. Es umarmt dich, du Lieber deine aufrichtige Fanni. – Grüße von Großmutter und Vater. Ich bin sehr einverstanden, wenn mein künftiger Haushalt zuweilen vom k. Jagdamt versorgt wird.'' | ''20 Nov: ¾ auf 8 Uhr. Ich füge nur noch einen freundlichen Morgengruß bei und die Bitte, behalte mich lieb. Es umarmt dich, du Lieber deine aufrichtige Fanni. – Grüße von Großmutter und Vater. Ich bin sehr einverstanden, wenn mein künftiger Haushalt zuweilen vom k. Jagdamt versorgt wird.'' | ||
"Abt Eder": neben einem Partezettel für Peter Paul Eder († 1851), Hallein, und Maria Th.Eder († 1865) liegt ein Gruß "Zum XVI. Geburtstage" von "Benediktiner P. Albert Eder" | "Abt Eder": neben einem Partezettel für Peter Paul Eder († 1851), Hallein, und Maria Th.Eder († 1865) liegt ein Gruß "Zum XVI. Geburtstage" von "Benediktiner P. Albert Eder", später Erzbischof von Salzburg [[Franz de Paula Albert Eder]], als "Freund und Bruder" [Franz Spängler, siehe: Briefe 1853 (und 1876, 1883) und öfter]. | ||
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