Kobler-Spängler-Briefe von 1871: Unterschied zwischen den Versionen

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==== Brief vom 8. und 9. Oktober 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
==== Brief vom 8. und 9. Oktober 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
[[Datei:Briefumschlag vom 9. Oktober 1871 1.JPG|thumb| Briefumschlag vom 9. Oktober 1871, Vorderseite.]]
[[Datei:Briefumschlag vom 9. Oktober 1871 2.JPG|thumb| Briefumschlag vom 9. Oktober 1871, Rückseite.]]
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Poststempel "Mödling 9/10", rückseitig "Salzburg Stadt 10/10 9-10 Früh 71"; kleines rotes Lacksiegel "F Sp". - ''Fräulein'' [unterstrichen:] ''Fanny Schlegel'' // [unterstrichen:] ''Salzburg // Marktpla[t]z 10 II. Sto[c]k''. Ein Bogen und ein Blatt; [Ergänzung]; // = Absatz; / = Seitenwechsel; XX = unleserlich:<br />
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Poststempel "Mödling 9/10", rückseitig "Salzburg Stadt 10/10 9-10 Früh 71"; kleines rotes Lacksiegel "F Sp". - ''Fräulein'' [unterstrichen:] ''Fanny Schlegel'' // [unterstrichen:] ''Salzburg // Marktpla[t]z 10 II. Sto[c]k''. Ein Bogen und ein Blatt; [Ergänzung]; // = Absatz; / = Seitenwechsel; XX = unleserlich:<br />
''Mödling 8 Oct 1871 // Ab[en]ds 10 Uhr // Meine liebe Fanny // Heute ist es ein Monat, dß ich Dich, lieber Scha[t]z, meine Braut nennen darf, u. spätestens in einem halben Jahr von je[t]zt hoffe ich Dich auch meine liebe Frau nennen zu können. Hast Du jenen Zettel noch, wo ich in Salzburg aufschrieb, wie Deine Visitenkarte dann lauten wird, wenn Du meine Frau bist? Du hast mich zwar damals: "Kindskopf" gescholten, aber dennoch hoffe ich recht zu behalten.'' [unterstrichen:] '' "Es bleibt dabei!" Es ist zwar dieß das "Wort der Frau", warum soll es aber nicht auch einmal das des Mannes sein? Besonders wenn es zugleich auch das Deine ist!'' […] – Er hat das Paketchen zur Post gebracht; sie hat es hoffentlich schon. Ihr Brief hat ihm große Freude gemacht; er freut sich darauf, sie in Wien zu sehen. Er schließt mit "herzlichem Gute Nacht" und "Morgen Fortse[t]zung" / ''Montag 9 Oct 1871 // 1 Uhr Nachm. // Ich werde sehen diesen Brief heute noch aufzugeben, schon deshalb, XX ja schon dieser Brief in Deinen Händen ist, desto eher auch ich XX Brief von Dir erhalte.''
''Mödling 8 Oct 1871 // Ab[en]ds 10 Uhr // Meine liebe Fanny // Heute ist es ein Monat, dß ich Dich, lieber Scha[t]z, meine Braut nennen darf, u. spätestens in einem halben Jahr von je[t]zt hoffe ich Dich auch meine liebe Frau nennen zu können. Hast Du jenen Zettel noch, wo ich in Salzburg aufschrieb, wie Deine Visitenkarte dann lauten wird, wenn Du meine Frau bist? Du hast mich zwar damals: "Kindskopf" gescholten, aber dennoch hoffe ich recht zu behalten.'' [unterstrichen:] '' "Es bleibt dabei!" Es ist zwar dieß das "Wort der Frau", warum soll es aber nicht auch einmal das des Mannes sein? Besonders wenn es zugleich auch das Deine ist!'' […] – Er hat das Paketchen zur Post gebracht; sie hat es hoffentlich schon. Ihr Brief hat ihm große Freude gemacht; er freut sich darauf, sie in Wien zu sehen. Er schließt mit "herzlichem Gute Nacht" und "Morgen Fortse[t]zung" / ''Montag 9 Oct 1871 // 1 Uhr Nachm. // Ich werde sehen diesen Brief heute noch aufzugeben, schon deshalb, XX ja schon dieser Brief in Deinen Händen ist, desto eher auch ich XX Brief von Dir erhalte.''