Kobler-Spängler-Briefe von 1871: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Brief vom 22. September 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ==== | ==== Brief vom 22. September 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ==== | ||
[[Datei:Briefumschlag vom 22. September 1871 1.JPG|thumb| Briefumschlag vom 22. September 1871, Vorderseite.]] | |||
[[Datei:Briefumschlag vom 22. September 1871 2.jpg|thumb| Briefumschlag vom 22. September 1871, Rückseite.]] | |||
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Poststempel "Mödling 22.9…" [verwischt], rückseitig "…burg Stadt" [verwischt]; hinten zusätzlich unterschrieben "DSpängler // Mödling" und 10 kr-Marke; kleines rotes Lacksiegel "F Sp". - "Fräul." [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10."; [unterstrichen, quer:] "Recommandirt" und "232". Ein Bogen, zum Teil eng und flüchtig beschrieben; [Ergänzung]:<br /> | Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Poststempel "Mödling 22.9…" [verwischt], rückseitig "…burg Stadt" [verwischt]; hinten zusätzlich unterschrieben "DSpängler // Mödling" und 10 kr-Marke; kleines rotes Lacksiegel "F Sp". - "Fräul." [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10."; [unterstrichen, quer:] "Recommandirt" und "232". Ein Bogen, zum Teil eng und flüchtig beschrieben; [Ergänzung]:<br /> | ||
''Mödling 22. Sept 1871 // Meine liebe Fanny! // Deinen lieben Brief habe ich vorgestern richtig erhalten, u. ich danke ich [!] Dir herzlichst dafür; es freute mich sehr, dß Du so rasch geschrieben, es freute mich insbesondere auch, dß Du die versprochene Anschrift gebrauchst, u. Dir auch im schriftl Verkehre das treuliche "du" so geläufig geworden ist. // Ich muß nun um Entschuldigung bitten, dß ich erst heute Deinen Brief beantworte, also einen Tag später als ich es Gepflogenheit zwischen uns ist; allein, da ich vorgestern über Land mußte u. gestern wieder unerwartet viele Parteien kamen, so fand ich gestern unmöglich Zeit'' […] – Er hat eine Correspondenzkarte gesendet. Er "fügt sich" mit Hinblick auf die Vermählung und wird den Winter allein zubringen müssen. Er bekam weitere Glückwunschbriefe (zur Verlobung) und zitiert daraus. Er müsse u. a. aufpassen, dass er nicht "unter den Pantoffel" gerate. Er war noch nicht wieder in Wien und hat weder etwas ''von Gut[t]enberg, noch von Angermay[e]r'' gesehen oder gesprochen. Er fragt nach weiteren Fotografien und ist gespannt auf das "Gruppenbild". Er schickt zwei Fotografien von Mödling [liegen nicht bei]. Er schreibt diese Zeilen [zum Teil sehr flüchtig] in der Kanzlei, während er ein Protokoll diktiert. ''Mit herzlichem Gruße u Kuße Dein // treuer // DSpängl'' [quer, klein:] An die Großmutter Grüße […]. Dem Brief liegt eine Visitenkarte bei: Dr Franz Spängler // k. k. Gerichtsadjunct. | ''Mödling 22. Sept 1871 // Meine liebe Fanny! // Deinen lieben Brief habe ich vorgestern richtig erhalten, u. ich danke ich [!] Dir herzlichst dafür; es freute mich sehr, dß Du so rasch geschrieben, es freute mich insbesondere auch, dß Du die versprochene Anschrift gebrauchst, u. Dir auch im schriftl Verkehre das treuliche "du" so geläufig geworden ist. // Ich muß nun um Entschuldigung bitten, dß ich erst heute Deinen Brief beantworte, also einen Tag später als ich es Gepflogenheit zwischen uns ist; allein, da ich vorgestern über Land mußte u. gestern wieder unerwartet viele Parteien kamen, so fand ich gestern unmöglich Zeit'' […] – Er hat eine Correspondenzkarte gesendet. Er "fügt sich" mit Hinblick auf die Vermählung und wird den Winter allein zubringen müssen. Er bekam weitere Glückwunschbriefe (zur Verlobung) und zitiert daraus. Er müsse u. a. aufpassen, dass er nicht "unter den Pantoffel" gerate. Er war noch nicht wieder in Wien und hat weder etwas ''von Gut[t]enberg, noch von Angermay[e]r'' gesehen oder gesprochen. Er fragt nach weiteren Fotografien und ist gespannt auf das "Gruppenbild". Er schickt zwei Fotografien von Mödling [liegen nicht bei]. Er schreibt diese Zeilen [zum Teil sehr flüchtig] in der Kanzlei, während er ein Protokoll diktiert. ''Mit herzlichem Gruße u Kuße Dein // treuer // DSpängl'' [quer, klein:] An die Großmutter Grüße […]. Dem Brief liegt eine Visitenkarte bei: Dr Franz Spängler // k. k. Gerichtsadjunct. | ||