Kobler-Spängler-Briefe von 1871: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 461: Zeile 461:


''Otto Luoise [!] und der kleine Otto küßen dich recht herzlich. Fräulen Rosalie und viele Bekannte.''
''Otto Luoise [!] und der kleine Otto küßen dich recht herzlich. Fräulen Rosalie und viele Bekannte.''
<hr>
==== Brief vom 28. und 29. Oktober 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Poststempel "Mödling 29/10", rückseitig "Wien…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 30/10 9-10 früh 71"; kleines rotes Lacksiegel "F Sp". - [unterstrichen:] ''Frl. Fanny Schlegel'' // [unterstrichen:] ''Salzburg // Marktpla[t]z 10 // II. Sto[c]k''. Zwei Bögen; [Ergänzung]; // = Absatz; / = Seitenwechsel; XX = unleserlich:<br />
''Mo[ö]dling 28/10 1871 // 10 Uhr Ab[en]ds // Meine liebe Fanny! // Dießmal bin ich nicht dazu gekommen, vor Einlangen Deines Briefes bereits zu schreiben anzufangen, u. auch heute komme ich erst je[t]zt spät Abends dazu, Dir, mein lieber Scha[t]z zu schreiben.'' […] Er dankt ihr für einen Brief und für die Fotografien, und er ist nicht eifersüchtig, wenn sie ein Foto von ihr an Dr. Hanisch<ref>Dr. Hanisch wird sonst nur erwähnt in einem ihrer Briefe vom 1. und 2. Juli 1871.</ref> weitergibt. Aber er gesteht, dass er diesen zu einem gewissen Zeitpunkt beunruhigend als Mitbewerber um sie empfunden hat. Er hofft, in den Weihnachtsferien nach Salzburg kommen zu können. Er bestätigt ihr, dass sie keine Merkmale eines Teufelchens habe, sondern, mit einem Gedicht von Klopstock, eher die eines freundlichen Engels, der ihn liebend begleiten soll. Er versteht, dass die Großmutter sie ungern gehen lässt; auch ihr wird der Abschied von der gewohnten Umgebung schwerfallen. Doch es ist menschliche Bestimmung, Vater und Mutter zu verlassen. Ihre Freundin Emma wird ja auch über kurz oder lang heiraten.
[zweiter Bogen:] Er denkt, dass sie auch später regelmäßig bei der Großmutter in Salzburg verweilen wird; es soll keine große Trennung sein. ''Doch es schlägt 11 Uhr, ich gehe zu Bette, und werde doch dort die 2 Geibelschen Gedichte lesen. Schlafe wo[h]l, u. träume von mir! // 29/10 1871 ½ 8 früh // Ich komme soeben aus der Messe'' […] Er hat an sie im Gebet gedacht. Er hat noch kurz in der Kanzlei zu tun, dann fährt er nach Wien, um sich von der Arbeit der Woche zu erholen. Die Wohnung Nr. X wird er gegen 1/4jährliche Kündigung und Vorauszahlung zum 1. Februar mieten. Er wird dann selbst dort einziehen, wird sein Bett dorthin senden lassen. Dann kann auch anderes aus Salzburg allmählich anrücken, und sie wird Ende April als Hausfrau einziehen. Er freut sich auf Salzburg; sie wird ja nicht vorher herunterkommen (nach Wien). ''Lebe nun recht wo[h]l, grüße mir die Großmutter, u. schreibe mir recht bald wieder. Es umarmt Dich im Geiste // Dein // treuer Franz''
<hr>
<hr>