Kobler-Spängler-Briefe von 1871: Unterschied zwischen den Versionen
→Postkarte vom 6. Oktober 1871 von Fanni Schlegel an Franz Spängler: neuer Brief ~~~~ |
→Brief vom 6. und 7. Oktober 1871 von Fanni Schlegel an Franz Spängler: neuer Brief ~~~~ |
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''Aber den Pantoffel hast du, glaube ich, nicht zu fürchten, da habe ich viel mehr Aussicht, darunter zu kommen. Also heute Abend beginne ich, zwei Geibelsche Gedichte zu lesen. Ich komme je[t]zt wenig zum Lesen und auch wenig zum Arbeiten. Es werden die le[t]zten schönen Tage zum Ausgehen benützt. / Wenn ich die noch bestellten Fotografien habe, muß ich anfangen die verschiedenen Briefe zu beantworten, die nach meiner Verlobungsanzeige eintrafen. Bis Minna fort sein wird, werde ich gar nicht anfangen zu schreiben, aber dann benütze ich die nun schon langen Abende. Dann werde ich auch deine lieben Briefe wieder in Ordnung beantworten können. // Für heute werde ich nun auch schließen und dafür meine Nähmaschine etwas in Bewegung setzen. Minna ist mit ihrem Papa heute auf dem Tannberge. // Meine gestrige Correspondenzkarte hast du hoffentlich bekommen. // Ich freue mich nun schon wieder, recht bald von dir zu hören. Hast du noch immer so viel Arbeit? Ist der neue Herr College nun endlich in Thätigkeit? // Lebe recht, recht wo[h]l es küßt dich // deine treue Fanni // Grüße v. Großmutter, den Eltern u. allen Bekannten.'' [sehr klein:] ''Keine Frau darf aus XX, dann [?] aushält ein lieb Gedanken.'' | ''Aber den Pantoffel hast du, glaube ich, nicht zu fürchten, da habe ich viel mehr Aussicht, darunter zu kommen. Also heute Abend beginne ich, zwei Geibelsche Gedichte zu lesen. Ich komme je[t]zt wenig zum Lesen und auch wenig zum Arbeiten. Es werden die le[t]zten schönen Tage zum Ausgehen benützt. / Wenn ich die noch bestellten Fotografien habe, muß ich anfangen die verschiedenen Briefe zu beantworten, die nach meiner Verlobungsanzeige eintrafen. Bis Minna fort sein wird, werde ich gar nicht anfangen zu schreiben, aber dann benütze ich die nun schon langen Abende. Dann werde ich auch deine lieben Briefe wieder in Ordnung beantworten können. // Für heute werde ich nun auch schließen und dafür meine Nähmaschine etwas in Bewegung setzen. Minna ist mit ihrem Papa heute auf dem Tannberge. // Meine gestrige Correspondenzkarte hast du hoffentlich bekommen. // Ich freue mich nun schon wieder, recht bald von dir zu hören. Hast du noch immer so viel Arbeit? Ist der neue Herr College nun endlich in Thätigkeit? // Lebe recht, recht wo[h]l es küßt dich // deine treue Fanni // Grüße v. Großmutter, den Eltern u. allen Bekannten.'' [sehr klein:] ''Keine Frau darf aus XX, dann [?] aushält ein lieb Gedanken.'' | ||
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==== Brief vom 8. und 9. Oktober 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ==== | |||
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Poststempel "Mödling 9/10", rückseitig "Salzburg Stadt 10/10 9-10 Früh 71"; kleines rotes Lacksiegel "F Sp". - ''Fräulein'' [unterstrichen:] ''Fanny Schlegel'' // [unterstrichen:] ''Salzburg // Marktpla[t]z 10 II. Sto[c]k''. Ein Bogen und ein Blatt; [Ergänzung]; // = Absatz; / = Seitenwechsel; XX = unleserlich:<br /> | |||
''Mödling 8 Oct 1871 // Ab[en]ds 10 Uhr // Meine liebe Fanny // Heute ist es ein Monat, dß ich Dich, lieber Scha[t]z, meine Braut nennen darf, u. spätestens in einem halben Jahr von je[t]zt hoffe ich Dich auch meine liebe Frau nennen zu können. Hast Du jenen Zettel noch, wo ich in Salzburg aufschrieb, wie Deine Visitenkarte dann lauten wird, wenn Du meine Frau bist? Du hast mich zwar damals: "Kindskopf" gescholten, aber dennoch hoffe ich recht zu behalten.'' [unterstrichen:] '' "Es bleibt dabei!" Es ist zwar dieß das "Wort der Frau", warum soll es aber nicht auch einmal das des Mannes sein? Besonders wenn es zugleich auch das Deine ist!'' […] – Er hat das Paketchen zur Post gebracht; sie hat es hoffentlich schon. Ihr Brief hat ihm große Freude gemacht; er freut sich darauf, sie in Wien zu sehen. Er schließt mit "herzlichem Gute Nacht" und "Morgen Fortse[t]zung" / ''Montag 9 Oct 1871 // 1 Uhr Nachm. // Ich werde sehen diesen Brief heute noch aufzugeben, schon deshalb, XX ja schon dieser Brief in Deinen Händen ist, desto eher auch ich XX Brief von Dir erhalte.'' | |||
Er berichtet von seiner Arbeit; eine Aushilfe soll Rückstände aufarbeiten. Er bemüht sich, ''immer im Curenten mit den Geschäften zu bleiben'', auch im Hinblick auf Weihnachten, ''in 11 Wochen'', damit das dann kein Hindernis ist. / […] Mina (Lorinser) ist in Salzburg; wenn sie wieder weg ist, wird sie der Fanni abgehen, aber dann können ja die Ausstattungsarbeiten weitergehen. Damit kann Fanni sich trösten […] / [beiliegendes Blatt:] […] Er lässt Schuhmacher, auf Urlaub in Salzburg, grüßen. Er hofft, zu Weihnachten acht Tage herausschlagen zu können, vom 24. 12. bis 1. 1. 1872 / […] Er sorgt sich um Lida. Grüße an die Großmutter und Fannis Vater, ebenso an die Mutter vom Franz, falls sie mit Mina dorthin kommt. Er bittet um Entschuldigung für das zweierlei Papier, er ist in Eile. ''Mit herzlichem Gruße u Kuße // Dein treuer Franz'' | |||
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