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Dieser Bahnabschnitt wurde nach der zweiten Tochter von Kaiser [[Franz Joseph I.]], Erzherzogin Gisela Luise Marie von Österreich (* [[12. Juli]] [[1856]]; † [[27. Juli]] [[1932]]), benannt.
 
Dieser Bahnabschnitt wurde nach der zweiten Tochter von Kaiser [[Franz Joseph I.]], Erzherzogin Gisela Luise Marie von Österreich (* [[12. Juli]] [[1856]]; † [[27. Juli]] [[1932]]), benannt.
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Ein Konsortium (Centralbank, Graf Gatterburg sowie Freiherren von Bartenstein u. A.) besaß bereits Vorkonzessionen für die Errichtung einer Bahn von Salzburg bis St. Johann in Tirol - Kundl sowie [[St. Johann im Pongau]] - Rottenmann (Steiermark). Nun sollte die ''Giselabahn'' das Bindeglied zwischen der bereits bestehenden Kaiser-Franz-Josefs-<ref>von Wien über Gmünd nach Prag sowie über Budweis und Pilsen nach Eger</ref>, der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-]] und der <span style="color:green">Kronprinz-Rudolf-Bahn</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Rudolfsbahn]]</ref> werden. Erbaut wurde sie von [[Karl Freiherr von Schwarz|Karl Freiherrn von Schwarz]]. Der [[Landespräsident]] von Salzburg, [[Sigmund Graf von Thun-Hohenstein]], unterstützte die Errichtung dieser Eisenbahnlinie.  
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Ein Konsortium (Centralbank, Graf Gatterburg sowie Freiherren von Bartenstein u. A.) besaß bereits Vorkonzessionen für die Errichtung einer Bahn von Salzburg bis [[St. Johann in Tirol]] - [[Kundl]] sowie St. Johann im Pongau - <span style="color:green">Rottenmann</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Rottenmann]]</ref>{{ennswiki}}<ref></ref> ([[Steiermark]]). Nun sollte die Giselabahn das Bindeglied zwischen der bereits bestehenden Kaiser-Franz-Josefs-<ref>von Wien über Gmünd nach Prag sowie über Budweis und Pilsen nach Eger</ref>, der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-]] und der <span style="color:green">Kronprinz-Rudolf-Bahn</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Rudolfsbahn]]</ref> werden. Erbaut wurde sie von [[Karl Freiherr von Schwarz|Karl Freiherrn von Schwarz]]. Der [[Landespräsident]] von Salzburg, [[Sigmund Graf von Thun-Hohenstein]], unterstützte die Errichtung dieser Eisenbahnlinie.  
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Das erste Teilstück war die [[Salzburg-Halleiner-Bahn]], die am [[15. Juli]] [[1871]] eröffnet wurde. Am [[10. November]] [[1872]] wurde das Teilstück Hallein bis [[Bischofshofen]] eröffnet.
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Das erste Teilstück war die [[Salzburg-Halleiner-Bahn]], die am [[15. Juli]] [[1871]] eröffnet wurde. Am [[10. November]] [[1872]] wurde das Teilstück Hallein bis [[Bischofshofen]] in Betrieb genommen. Am [[7. Juli]] [[1875]] erfolgte die erste Probefahrt von Bischofshofen bis [[Taxenbach]].<ref>"Die Presse", Ausgabe 8. Juli 1875 in [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apr&datum=18750708&seite=3&zoom=33&query=%22Giselabahn%22&ref=anno-search ANNO Seite 3]</ref>, am [[30. Juli]] 1875 wurde sie dann offiziell eröffnet. Mit der Fertigstellung dieses Teilstückes gab es eine lückenlose Bahnverbindung zwischen den europäischen Weltstädten Paris - Zürich - Innsbruck - Salzburg - Wien - Budapest bis nach Istanbul.
 
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Am [[7. Juli]] [[1875]] erfolgte die erste Probefahrt von Bischofshofen bis [[Taxenbach]].<ref>"Die Presse", Ausgabe 8. Juli 1875 in [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apr&datum=18750708&seite=3&zoom=33&query=%22Giselabahn%22&ref=anno-search ANNO Seite 3]</ref>, am [[30. Juli]] 1875 wurde sie dann endgültig eröffnet.  
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Mit der Fertigstellung dieses Teilstückes gab es eine lückenlose Bahnverbindung zwischen den europäischen Weltstädten Paris - Zürich - Innsbruck - Salzburg - Wien - Budapest bis nach Istanbul.
      
=== Eröffnung 1875 ===
 
=== Eröffnung 1875 ===
Am Freitag, den 30. Juli 1875 wurde um 06:30 Uhr die ''Gebirgsbahn'', die ''Erzherzogin-Giselabahn'' mit einer Festfahrt mit etwa 50 Personen eröffnet. Unter den Festgästen waren die Minister [[Auersperg]], [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Lasser]] und Handels[[minister]] Ritter von Chlumecký, Statthalter Graf Thun, [[Landespräsident]] [[Sigmund Graf Thun-Hohenstein]], ''Baurath'' [[Karl Freiherr von Schwarz|Baron Schwarz]] und der Salzburger [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] Dr. [[Ignaz Harrer]].
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Am Freitag, den 30. Juli 1875, wurde um 06:30 Uhr die "Gebirgsbahn", die "Erzherzogin-Giselabahn", mit einer Festfahrt mit etwa 50 Personen eröffnet. Unter den Festgästen waren die Minister [[Auersperg]], [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Lasser]] und Handels[[minister]] Ritter von Chlumecký, Statthalter Graf Thun, Landespräsident Sigmund Graf Thun-Hohenstein, Baurat Baron Schwarz und der Salzburger [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] Dr. [[Ignaz Harrer]].
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Die erste Fahrt führte von Salzburg über [[Hallein]] und [[Bischofshofen]] nach <span style="color:green">Selzthal</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Selzthal]]</ref> im [[Ennstal]], wo ein Bahnknoten mit der Rudolfsbahn ist. Nicht ganz klar ist in der Quelle, ob es sich um zwei Züge handelte oder ob jener von Selzthal wieder zurück über Bischofshofen weiter die Giselabahn befuhr. Jedenfalls schreibt die [[Salzburger Chronik]] von der Fahrt über [[Lend]], [[Taxenbach]] nach [[Zell am See]]. Dort fand ein ''Diner'' im ''Gasthof zur Post'' statt.  
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Die erste Fahrt führte von Salzburg über Hallein und Bischofshofen nach <span style="color:green">Selzthal</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Selzthal]]</ref> im [[Ennstal]], wo ein Bahnknoten mit der Rudolfsbahn bestand. Nicht ganz klar ist in der Quelle, ob es sich um zwei Züge handelte oder ob jener von Selzthal wieder zurück über Bischofshofen weiter die Giselabahn befuhr. Jedenfalls schreibt die "[[Salzburger Chronik]]" von der Fahrt über [[Lend]], Taxenbach nach [[Zell am See]]. Dort fand ein ''Diner'' im Gasthof zur Post statt.  
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Am Samstag, den [[31. Juli]] setzten die Festgäste ihre Fahrt über [[Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]], [[Hochfilzen]], [[Fieberbrunn]], St. Johann in Tirol nach Kitzbühel fort, wo der Zug um 08:30 Uhr eintraf. In [[Wörgl]] schließlich erreichte der Zug die Anschlussstelle an die ''Nordtiroler-Linie''. Die Rückfahrt führte wieder auf der Giselabahn-Strecke nach Salzburg, wo der Zug um 20 Uhr eintraf. Dort begaben sich die Gäste in den [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Salzburger Kursalon]], wo um 21 Uhr von Baron Schwarz ein Bankett eröffnet wurde.  
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Am Samstag, den [[31. Juli]], setzten die Festgäste ihre Fahrt über [[Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]], [[Hochfilzen]], [[Fieberbrunn]], St. Johann in Tirol nach [[Kitzbühel]] fort, wo der Zug um 08:30 Uhr eintraf. In Wörgl erreichte der Zug schließlich die Anschlussstelle an die "Nordtiroler-Linie". Die Rückfahrt führte wieder auf der Giselabahn-Strecke nach Salzburg, wo der Zug um 20 Uhr eintraf. Dort begaben sich die Gäste in den [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Salzburger Kursalon]], wo um 21 Uhr von Baron Schwarz ein Bankett eröffnet wurde.  
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Zitat aus der Quelle ''Salzburger Chronik'': ''Sein'' [Baron Schwarz'] ''Hoch galt dem Verleiher der Konzession, Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef. Ein dreimaliges Hoch brauste durch den Saal unter dem Klingen der Champagnergläser und den stets ergreifenden Tönen unserer Volkshymne. ... Die Unterhaltung setzte sich hierauf in engeren Zirkeln gemüthlich fort, und endete das in allen Theilen gelungene Fest der Bahn-Eröffnung erst spät - oder früh, wie man's nehmen will.''
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Zitat aus der Quelle "Salzburger Chronik": <blockquote>''Sein'' [Baron Schwarz'] ''Hoch galt dem Verleiher der Konzession, Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef. Ein dreimaliges Hoch brauste durch den Saal unter dem Klingen der Champagnergläser und den stets ergreifenden Tönen unserer Volkshymne. ... Die Unterhaltung setzte sich hierauf in engeren Zirkeln gemüthlich fort, und endete das in allen Theilen gelungene Fest der Bahn-Eröffnung erst spät - oder früh, wie man's nehmen will.''</blockquote>
    
=== Zweites Gleis ===
 
=== Zweites Gleis ===
Der Ausbau der der 125 Kilometer langen Strecke [[Schwarzach-St. Veit Bahnhof (Haltestelle)|Schwarzach-St. Veit Bahnhof]]–Wörgl zur zweigleisigen Strecke durch Errichtung des zweiten Gleis wurde zwischen dem Frühjahr [[1913]] und dem Sommer [[1915]] ausgeführt.<blockquote>"''Die kaum zweieinhalb jährige Bauzeit, mit welcher der Bautermin vollständig eingehalten wurde, bedeutete eine um so anerkennenswertere Leistung, als in die Bauperiode der Eintritt in kriegerische Ereignisse fiel und der Bau vom Anfang an ohne Unterbrechung des Verkehres durchgeführt wurde. Die Schwierigkeiten, die sich daraus ergaben, sind von der Bauleitung durch geschickte Ausnützung der Kräfte überwunden worden, obwohl bedeutende technische Leistungen, wie der Bau der Moosbachbrücke, die Herstellungen in den [[Salzach]]-Engen, die Arbeiten im [[Ofenauer Tunnel (Salzburg-Tiroler-Bahn)|Ofenauer Tunnel]], der Bau neuer Tunnels im schwierigen Gelände, die Fundierung neuer Brückenpfeiler usw. zu vollbringen waren. Die Kosten, die der Bau des zweiten Geleises erforderte, beziffern sich auf 52 Millionen [[Krone]]n. Mit dem Ausbau des zweiten Geleises Schwarzach-St. Veit—Wörgl wurde die ganze Strecke Salzburg—Wörgl, bzw. Innsbruck zweigeleisig, was dem Verkehr insgesamt und Verbesserungen im Fahrplan zustatten kam.''" Zitat Quelle Ende<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vvb&datum=19150901&seite=4 ANNO], Vorarlberger Volksblatt, 1. September 1915, Seite 4</ref></blockquote>
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Der Ausbau der der 125 Kilometer langen Strecke [[Schwarzach-St. Veit Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Schwarzach-St. Veit]]–Wörgl zur zweigleisigen Strecke durch Errichtung des zweiten Gleis wurde zwischen dem Frühjahr [[1913]] und dem Sommer [[1915]] ausgeführt.<blockquote>''Die kaum zweieinhalb jährige Bauzeit, mit welcher der Bautermin vollständig eingehalten wurde, bedeutete eine um so anerkennenswertere Leistung, als in die Bauperiode der Eintritt in kriegerische Ereignisse fiel und der Bau vom Anfang an ohne Unterbrechung des Verkehres durchgeführt wurde. Die Schwierigkeiten, die sich daraus ergaben, sind von der Bauleitung durch geschickte Ausnützung der Kräfte überwunden worden, obwohl bedeutende technische Leistungen, wie der Bau der Moosbachbrücke, die Herstellungen in den [[Salzach]]-Engen, die Arbeiten im [[Ofenauer Tunnel (Salzburg-Tiroler-Bahn)|Ofenauer Tunnel]], der Bau neuer Tunnels im schwierigen Gelände, die Fundierung neuer Brückenpfeiler usw. zu vollbringen waren. Die Kosten, die der Bau des zweiten Geleises erforderte, beziffern sich auf 52 Millionen [[Krone]]n. Mit dem Ausbau des zweiten Geleises Schwarzach-St. Veit—Wörgl wurde die ganze Strecke Salzburg—Wörgl, bzw. Innsbruck zweigeleisig, was dem Verkehr insgesamt und Verbesserungen im Fahrplan zustatten kam.''<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vvb&datum=19150901&seite=4 ANNO], "Vorarlberger Volksblatt", 1. September 1915, Seite 4</ref></blockquote>
    
=== Ereignis ===
 
=== Ereignis ===
 
{{#ev:youtube|pDRDheMACrg|280|right|Zugunfall Februar 2020,  ein-Minuten-Video}}
 
{{#ev:youtube|pDRDheMACrg|280|right|Zugunfall Februar 2020,  ein-Minuten-Video}}
Am Montagnachmittag, den [[3. Februar]] [[2020]] wurde ein Pkw von einem Zug im Bereich des Bahnübergangs [[Kuchl]]-[[Moos (Kuchl)|Moos]] rund 100 Meter mitgeschleift. Der Pkw-Lenker kam bei der Kollision ums Leben, die Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Die Tauernstrecke zwischen Golling und Hallein musste für mehrere Stunden gesperrt werden.  
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Am Montagnachmittag, den [[3. Februar]] [[2020]], wurde ein Pkw von einem Zug im Bereich des Bahnübergangs [[Kuchl]]-[[Moos (Kuchl)|Moos]] rund 100 Meter mitgeschleift. Der Pkw-Lenker kam bei der Kollision ums Leben, die Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Die Bahnstrecke zwischen [[Golling an der Salzach]] und Hallein musste für mehrere Stunden gesperrt werden.  
    
=== Brückenbauten ===
 
=== Brückenbauten ===