Wildbad Aigen: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Wildbad Aigen''' im [[Aigner Park]] in der ehemaligen Gemeinde [[Aigen (Gemeinde)|Aigen]] nahe der [[Stadt Salzburg]] ist eine nicht mehr bestehende [[Heilquelle]] im Sinne der heute gültigen rechtlichen Grundlage für die Anerkennung als Heilquelle im [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]], dem ''Salzburger Heilvorkommen- und Kurortegesetz 1997'', StF: [[LGBl]] Nr 101/1997 (WV) i.d.g.F. <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10001039 vgl. S.HVK (Geltende Fassung; Rechtsinformationssystem)]</ref> Diese Quelle war als Bitterquelle schon im Spätmittelalter stark ausgelaugt und enthielt im Lauf der Jahrhunderte immer weniger und noch weniger Bittersalz. | Das '''Wildbad Aigen''' im [[Aigner Park]] in der ehemaligen Gemeinde [[Aigen (Gemeinde)|Aigen]] nahe der [[Stadt Salzburg]] ist eine nicht mehr bestehende [[Heilquelle]] (im Sinne der heute gültigen rechtlichen Grundlage für die Anerkennung als Heilquelle im [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]], dem ''Salzburger Heilvorkommen- und Kurortegesetz 1997'', StF: [[LGBl]] Nr 101/1997 (WV) i.d.g.F. <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10001039 vgl. S.HVK (Geltende Fassung; Rechtsinformationssystem)]</ref>) Diese Quelle war als Bitterquelle aber schon im Spätmittelalter stark ausgelaugt und enthielt im Lauf der Jahrhunderte immer weniger und noch weniger Bittersalz. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Die dortige Bitterquelle galt seit dem [[Mittelalter]] als heilkräftig, sodass auch das [[Kuren|Heilbad]] ausgebaut wurde. Ihre tatsächliche Heilkraft war aber seit jeher umstritten. | Die dortige Bitterquelle galt seit dem [[Mittelalter]] als heilkräftig, sodass auch das [[Kuren|Heilbad]] ausgebaut wurde. Ihre tatsächliche Heilkraft war aber seit jeher umstritten. | ||
Am [[10. Juli]] [[1524]] veröffentlichte der Augsburger Dr. Zangmaister eine kleine Broschüre über die Eigenschaften und den Gebrauch der Quelle des Wildbads Aigen. Der Titel lautete: | Am [[10. Juli]] [[1524]] veröffentlichte der Augsburger Dr. Zangmaister eine kleine Broschüre über die Eigenschaften und den Gebrauch der Quelle des Wildbads Aigen. Der Titel lautete: | ||
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Dann schreibt Zangmaister, dass eine Kur, die 21 Tage dauern sollte, heilend bei "''Schwindel, Reissen und Stechen des Gehirnes, so aus kalten Winden und Feuchtigkeit entspringt, bei Verstopfung des Gehirnes (!), für blödes dunkles Gesicht, für den halben Schlag, für Völle und Enge der Brust, für bösen, misstauigen angeblasenen Magen, der Milz ist es sonderlich dienstlich u.s.w.''" | Dann schreibt Zangmaister, dass eine Kur, die 21 Tage dauern sollte, heilend bei "''Schwindel, Reissen und Stechen des Gehirnes, so aus kalten Winden und Feuchtigkeit entspringt, bei Verstopfung des Gehirnes (!), für blödes dunkles Gesicht, für den halben Schlag, für Völle und Enge der Brust, für bösen, misstauigen angeblasenen Magen, der Milz ist es sonderlich dienstlich u.s.w.''" | ||
1594 wurde darauf jedenfalls eine Ducklegung eines Traktates über die angebliche oder tatsächliche Heilkraft dieses Wassers unterbunden. | |||
Hinsichtlich der Badedauer rät er täglich das Bad wärmer zu nehmen, nach einer Stunde baden ins Bett gehen und schwitzen und die tägliche Badezeit soll nicht länger als drei Stunden sein. | Hinsichtlich der Badedauer rät er täglich das Bad wärmer zu nehmen, nach einer Stunde baden ins Bett gehen und schwitzen und die tägliche Badezeit soll nicht länger als drei Stunden sein. | ||
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Der bedeutende Salzburger Chronist [[Lorenz Hübner]] schrieb später "''Aigen ward einst nach dem [[Wildbad Gastein]] am meisten besucht. | Der bedeutende Salzburger Chronist [[Lorenz Hübner]] schrieb später "''Aigen ward einst nach dem [[Wildbad Gastein]] am meisten besucht. | ||
[[1862]] gab es ein gemauertes Badehaus mit sechs Badezimmern, daneben ein gemauertes Wohnhaus für Kurgäste mit größtenteils ebenerdigen Zimmern, insgesamt zwölf. | [[1862]], genauer seit den Jahren nach 1800 gab es ein gemauertes Badehaus mit sechs Badezimmern, daneben ein gemauertes Wohnhaus für Kurgäste mit größtenteils ebenerdigen Zimmern, insgesamt zwölf. | ||
== Die Quelle == | == Die Quelle == | ||
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== Zum Park, in dem sich die Quelle befand == | == Zum Park, in dem sich die Quelle befand == | ||
Die erste Parkanlage entstand unter [[Franz Josef Waldherr]], der das Gut und das Wildbad [[1727]] kaufte. Unter dem nächsten Besitzer, [[Basil Optatus von Amann]], wurden Badeanlagen und Park erweitert, der Landschaftsraum mit Brücken und Wege ausgestattet und dabei Denkmäler, Altäre, aber auch eine "Einsiedelei" und ein "Grabhügel" errichtet. | Die erste Parkanlage entstand wohl unter [[Franz Josef Waldherr]], der das Gut und das Wildbad [[1727]] kaufte. Unter dem nächsten Besitzer, [[Basil Optatus von Amann]], wurden Badeanlagen und Park erweitert, der Landschaftsraum mit Brücken und Wege ausgestattet und dabei Denkmäler, Altäre, aber auch eine "Einsiedelei" und ein "Grabhügel" errichtet. | ||
Um [[1780]] entstand in der Zeit der Aufklärung der englische Landschaftsgarten östlich von [[Schloss Aigen]], der unter dem Domherrn [[Ernst Fürst Schwarzenberg]] [[1804]] deutlich ausgebaut wurde und bald mit seiner Kanzel und anderen Aussichtspunkten, seinen Grotten, Schluchten, Wasserfällen, bewaldeten Hängen mit verschwiegenen Wieseninseln, verschlungenen Wegen und Brücken international Berühmtheit erlangte. Der Park mit seinen Wegen, Aussichtspunkten, Grotten und Wasserfällen stellt ein überaus wichtiges Denkmal der Gartenkunst des frühen [[19. Jahrhundert]]s dar. | Um [[1780]] entstand in der Zeit der Aufklärung der englische Landschaftsgarten östlich von [[Schloss Aigen]], der unter dem Domherrn [[Ernst Fürst Schwarzenberg]] [[1804]] deutlich ausgebaut wurde und bald mit seiner Kanzel und anderen Aussichtspunkten, seinen Grotten, Schluchten, Wasserfällen, bewaldeten Hängen mit verschwiegenen Wieseninseln, verschlungenen Wegen und Brücken international Berühmtheit erlangte. Der Park mit seinen Wegen, Aussichtspunkten, Grotten und Wasserfällen stellt ein überaus wichtiges Denkmal der Gartenkunst des frühen [[19. Jahrhundert]]s dar. | ||
==Die "Schau Plätze Aigner Park" == | ==Die "Schau Plätze Aigner Park" == | ||
Heute erinnern an verschiedenen Stellen von [[Dr. Reinhard Medicus]] ehrenamtlich | Heute erinnern an verschiedenen Stellen (von [[Dr. Reinhard Medicus]] ehrenamtlich gestaltet) Informationstafeln an die Zeit, als das Schloss Aigen ein Kurort war: | ||
*Der '''Badquell-Platz mit der einstigen Bitterquelle''' | *Der '''Badquell-Platz mit der einstigen Bitterquelle''' | ||