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==Geschichte==
 
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Graf [[Siegfried von Spanheim]] errichtete auf dem Erbgut seiner Gattin Hildburg, der Tochter des letzten Grafen von [[Tengling]], um [[1130]] die Burg Lebenau. Der Erbauer und seine Nachkommen nannten sich fortan nach der Burg "Grafen von Lebenau“. Es handelte sich dabei vermutlich um einen von einer Mauer umgebenen Wohnturm. Von diesem Platz aus beherrschten sie mit Unterstützung ihrer Gefolgsleute und Dienstmannen ein Jahrhundert lang das Gebiet an beiden Ufern der Salzach. Die Burg diente vor allem zur Überwachung der Schifffahrt auf der Salzach. Die [[Grafen von Lebenau]] verwalteten kein räumlich geschlossenes Gebiet, wie etwa eine Amtsgrafschaft, sondern bauten ihre Herrschaft auf dem Besitz von eigenen Gütern und Lehensgütern auf. Der Kernbereich dieser Herrschaft, die "Lebenau“, umfasste das Gebiet um den Lebenauer Bach, etwa vom [[Abtsdorfer See|Abtsee]] bis Fridolfing und den Lebenauer Forst, der sich bis vor Laufen erstreckte. Durch dieses Gebiet führte die wichtige [[Salzhandelsstraße]] aus [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] in Richtung Norden (in etwa die heutige B 20). Im südlich der Burg gelegenen Weiler Höfen lag der große Wirtschaftshof der Grafen.  
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Graf [[Siegfried von Spanheim]] errichtete auf dem Erbgut seiner Gattin Hildburg, der Tochter des letzten Grafen von [[Tengling]], um [[1130]] die Burg Lebenau. Der Erbauer und seine Nachkommen nannten sich fortan nach der Burg "Grafen von Lebenau". Es handelte sich dabei vermutlich um einen von einer Mauer umgebenen Wohnturm. Von diesem Platz aus beherrschten sie mit Unterstützung ihrer Gefolgsleute und Dienstmannen ein Jahrhundert lang das Gebiet an beiden Ufern der Salzach. Die Burg diente vor allem zur Überwachung der Schifffahrt auf der Salzach. Die [[Grafen von Lebenau]] verwalteten kein räumlich geschlossenes Gebiet, wie etwa eine Amtsgrafschaft, sondern bauten ihre Herrschaft auf dem Besitz von eigenen Gütern und Lehensgütern auf. Der Kernbereich dieser Herrschaft, die "Lebenau", umfasste das Gebiet um den Lebenauer Bach, etwa vom [[Abtsdorfer See|Abtsee]] bis Fridolfing und den Lebenauer Forst, der sich bis vor Laufen erstreckte. Durch dieses Gebiet führte die wichtige [[Salzhandelsstraße]] aus [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] in Richtung Norden (in etwa die heutige B 20). Im südlich der Burg gelegenen Weiler Höfen lag der große Wirtschaftshof der Grafen.  
    
Ursprünglich besaßen die [[Grafen von Lebenau]] die [[Hochgerichtsrecht]]e in ihrem Gebiet östlich der Salzach. Durch den Erwerb wichtiger Ämter und Hoheitsrechte vergrößerten sie im Laufe der Zeit ihren Einfluss. Sie wurden Vögte (Rechtsbeistand, Sachwalter) des [[Salzburger Domkapitel|Salzburger Domstiftes]], des [[Benediktinerkloster Seeon|Benediktinerklosters Seeon]] (nördlich des [[Chiemsee]]s) und vermutlich auch der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]. Nach dem Aussterben der Grafen von [[Tengling]] und [[Burghausen]] erhielten sie [[1168]] deren Erbe. Im Jahre [[1211]] übernahmen die Lebenauer auch die Verwaltung und Gerichtsbarkeit im vormaligen Herrschaftsgebiet der [[Edelfreien von Haunsberg]]. Mit dem Tod von Bernhard, Graf von Lebenau, am [[17. April]] [[1229]] erlosch das Geschlecht.  
 
Ursprünglich besaßen die [[Grafen von Lebenau]] die [[Hochgerichtsrecht]]e in ihrem Gebiet östlich der Salzach. Durch den Erwerb wichtiger Ämter und Hoheitsrechte vergrößerten sie im Laufe der Zeit ihren Einfluss. Sie wurden Vögte (Rechtsbeistand, Sachwalter) des [[Salzburger Domkapitel|Salzburger Domstiftes]], des [[Benediktinerkloster Seeon|Benediktinerklosters Seeon]] (nördlich des [[Chiemsee]]s) und vermutlich auch der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]. Nach dem Aussterben der Grafen von [[Tengling]] und [[Burghausen]] erhielten sie [[1168]] deren Erbe. Im Jahre [[1211]] übernahmen die Lebenauer auch die Verwaltung und Gerichtsbarkeit im vormaligen Herrschaftsgebiet der [[Edelfreien von Haunsberg]]. Mit dem Tod von Bernhard, Graf von Lebenau, am [[17. April]] [[1229]] erlosch das Geschlecht.  
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Der Salzburger [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensburg]] und Herzog Ludwig I. von Bayern verhandelten daraufhin um das Erbe. Der Herzog sicherte sich das bedeutende Burghausen, der Erzbischof erhielt das Herrschaftsgebiet der Lebenauer. Im ersten [[Vertrag von Erharting]] von [[1254]] wurde diese Einigung offiziell besiegelt. Aus dem Herrschaftsgebiet der Grafen von Lebenau haben sich westlich der Salzach das salzburgische [[Pfleggericht Tittmoning]] entwickelt, östlich davon die Pfleggerichte [[Unterlebenau]] und [[Haunsberg]]. Die [[Burg Lebenau (Laufen)|Feste Lebenau]] wurde zum erzbischöflichen Gerichtssitz, deren [[Pfleger]] seit [[1403]] überliefert sind. Nach einem Brand wurde die Burg [[1428]] von dem [[Geschlecht der Tumperger]] instand gesetzt. Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ließ die Burg [[1506]] renovieren und erweitern. Dabei wurde der wohl aus dem 12./[[13. Jahrhundert]] stammende Wohnturm abgebrochen. Im Zuge dessen brachte man auch das "Rübenwappen“ des Fürsterzbischofs über dem Tor an. In einer Beschreibung aus dem Jahre [[1612]] wird eine Wasserleitung von einer Quelle bei der über 800 Meter westlich gelegenen [[St. Koloman in der Lebenau|St.-Kolomann-Kirche]] zur Burg erwähnt.
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Der Salzburger [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensburg]] und Herzog Ludwig I. von Bayern verhandelten daraufhin um das Erbe. Der Herzog sicherte sich das bedeutende Burghausen, der Erzbischof erhielt das Herrschaftsgebiet der Lebenauer. Im ersten [[Vertrag von Erharting]] von [[1254]] wurde diese Einigung offiziell besiegelt. Aus dem Herrschaftsgebiet der Grafen von Lebenau haben sich westlich der Salzach das salzburgische [[Pfleggericht Tittmoning]] entwickelt, östlich davon die Pfleggerichte [[Unterlebenau]] und [[Haunsberg]]. Die [[Burg Lebenau (Laufen)|Feste Lebenau]] wurde zum erzbischöflichen Gerichtssitz, deren [[Pfleger]] seit [[1403]] überliefert sind. Nach einem Brand wurde die Burg [[1428]] von dem [[Geschlecht der Tumperger]] instand gesetzt. Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ließ die Burg [[1506]] renovieren und erweitern. Dabei wurde der wohl aus dem 12./[[13. Jahrhundert]] stammende Wohnturm abgebrochen. Im Zuge dessen brachte man auch das "Rübenwappen" des Fürsterzbischofs über dem Tor an. In einer Beschreibung aus dem Jahre [[1612]] wird eine Wasserleitung von einer Quelle bei der über 800 Meter westlich gelegenen [[St. Koloman in der Lebenau|St.-Kolomann-Kirche]] zur Burg erwähnt.
    
Als der Gerichtssitz [[1608]] von Lebenau nach Laufen verlegt wurde, begann der allmähliche Verfall des Gebäudes. Lediglich unter dem Eindruck des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] wurde die Burg nochmals [[1620]] und [[1646]] instand gesetzt. Im Jahre [[1700]] kaufte der Wirt des nahen Weilers Lebenau die Hofmeierschaft und [[1715]] die gesamte Burg. Er ließ die Gebäude nach und nach abtragen und verwendete die Steine als Baumaterial. Nach einem Bericht aus dem Jahre [[1839]] waren noch Mauerreste vorhanden, heute ist oberirdisch von der Burg Lebenau nichts mehr zu sehen.
 
Als der Gerichtssitz [[1608]] von Lebenau nach Laufen verlegt wurde, begann der allmähliche Verfall des Gebäudes. Lediglich unter dem Eindruck des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] wurde die Burg nochmals [[1620]] und [[1646]] instand gesetzt. Im Jahre [[1700]] kaufte der Wirt des nahen Weilers Lebenau die Hofmeierschaft und [[1715]] die gesamte Burg. Er ließ die Gebäude nach und nach abtragen und verwendete die Steine als Baumaterial. Nach einem Bericht aus dem Jahre [[1839]] waren noch Mauerreste vorhanden, heute ist oberirdisch von der Burg Lebenau nichts mehr zu sehen.