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| − | '''Georg Nikolaus Nissen''' (* [[22. Jänner]] [[1761]] in Hadersleben, dänisch ''Haderslev'', [[Dänemark]]; † [[24. März]] [[1826]] in der [[Stadt Salzburg]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-dompfarre/STBV/?pg=30 Sterbebuch der Dompfarre Salzburg, Band V, S. 52.]</ref> war dänischer Diplomat, zweiter Ehemann von von [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]]s Witwe [[Constanze Nissen|Constanze]] und Verfasser einer Mozart-Biographie. | + | [[Datei:Grabmal von Constanze Mozart.jpg|thumb|Schaugrab, das der Mozart-Enthusiast [[Johann Evangelist Engl]] (* 1835; † 1921) errichten ließ.]] |
| | + | '''Genovefa von Weber''', geborene Brenner (* [[2. Jänner]] [[1764]] in Oberdorf im Allgäu, Hochstift [[Augsburg]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/augsburg/marktoberdorf/3-TH/?pg=85 Taufbuch der Pfarre Marktoberdorf, Band III, S. 165.]</ref>; † [[13. März]] [[1798]] in Salzburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-blasius/STB1/?pg=185 Sterbebuch der Pfarre Salzburg-St. Blasius, Band I, S. 68.]</ref> war eine deutsche Opernsängerin und Schauspielerin. |
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| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Georg Nicolaus (Nikolaus) Nissen wurde am 22. Jänner 1761 im dänischen Hadersleben geboren und starb am 24. März 1826 in Salzburg; begraben wurde er auf den [[Sebastiansfriedhof]] (Grab seiner Frau Constanze, verwitwete Mozart).
| + | Genovefa Brenner war die Tochter von Marcus Brenner und seiner Frau Victoria, geborene Hindelang.<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/augsburg/marktoberdorf/3-TH/?pg=125 Trauungsbuch der Pfarre Marktoberdorf, Band III, S. 37.]</ref> Sie war Schülerin des Wiener Gesangslehrers Vincenzo Righini. |
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| − | Nissens Vater, Jens Nissen (* 1729; † 1768) war Kaufmann in Hadersleben. Er heiratete am 17. März 1758 in Vilstrup (wenige Kilometer südlich von Hadersleben) Anna Elisabeth Zoëga (* 1723 in Vilstrup; † 20. Februar 1784 in Hadersleben). Ihre Mutter war Cäcilia Fabricius (* 1. Mai 1693 in Loit, dänisch ''Løjt''; † in Vilstrup am 1. Mai 1755).
| + | Seit [[1785]] war sie verheiratet<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/01-unsere-liebe-frau-zu-den-schotten/02-36/?pg=67 Trauungsregister von 1. Mai 1784 bis 18. Oktober 1787 der Pfarre 01. Wien, Unsere Liebe Frau zu den Schotten, S. 66.]</ref> mit dem Hoftenoristen und Theaterdirektor [[Franz Anton von Weber]], mit dem sie drei Kinder hatte: |
| | + | * [[Carl Maria von Weber|Carl Maria]] (* [[18. November]] [[1786]] in Eutin, [[Deutschland#Schleswig-Holstein|Holstein]]; † [[5. Juni]] [[1826]] in London, [[Großbritannien]]), |
| | + | * Georg Friedrich Carl (* August 1789 in Kassel, [[Deutschland#Hessen|Hessen]]; † 20. September 1789 in Meiningen, [[Deutschland#Thüringen|Thüringen]]) und |
| | + | * Maria Adelheid Antonia (* 14. Juni 1797 in Hildburghausen, [[Deutschland#Thüringen|Thüringen]]; † 29. Dezember 1798 in [[München]]). |
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| − | Die Vorfahren von Jens Nissen sind nicht bekannt, aber diese dänische Familie aus Südjütland stammt nicht aus dem Adel (siehe Nissens Adelstitel). Allerdings entstammt Nissens Mutter einer interessanten Familie. Ihr Vater (also G. N. Nissens Großvater mütterlicherseits) war Georg Jürgen (Jørgen) Arten Zoëga (* 1. April 1693 in Vilstrup; † 5. November 1755 ebenda). Die Zoëgas waren eine aus [[Italien]] stammende Familie, wohl adelig, die in Dänemark hoch angesehen war<ref>siehe Hinweise auf der Diskussionsseite</ref>. Über einen berühmten Vetter, den Naturwissenschaftler und Archäologen Georg (Jørgen) Zoëga (* 1755; † 1809), hatte Nissen Material zu einer Biographie gesammelt.
| + | Da ihr Mann Direktor einer Theaterkompanie war, trat sie in den folgenden Jahren an zahlreichem Bühnen auf, zuletzt am von [[Johann Wolfgang von Goethe]] geleiteten Weimarer Hoftheater. [[1797]] übersiedelte die Familie in die [[Stadt Salzburg]], wo Franz Anton von Weber eine Anstellung als Schauspieldirektor fand. Dort verstarb Genovefa von Weber wenige Monate später und wurde auf dem [[Sebastiansfriedhof]] beigesetzt. |
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| − | === Nissen als Diplomat === | + | == Quellen == |
| − | Nissen studierte in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen Rechtswissenschaft. Bald wurde er dänischer Gesandter in [[Regensburg]], dem damaligen Sitz des Reichstags. Ab 1793 lebte er in [[Wien]] als dänischer Legationssekretär. Er sprach fließend Griechisch und Latein, als Diplomat auch Französisch, Italienisch, Englisch und natürlich Deutsch und seine Muttersprache, Dänisch. Vom Wesen her wird er als akribisch bis pedantisch, aber ungeheuer fleißig beschrieben.
| + | * Pisarowitz, Karl Maria: ''Weber, Familie'', in: Friedrich Blume (Hrsg.): ''Musik in Geschichte und Gegenwart, Band 14, Kassel (Bärenreiter) 1968, Sp. 323-326. |
| − | | + | * [[Heinz Schuler|Schuler, Heinz]]: ''Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte. Biographie und Kommentare''. Wilhelmshaven (Noetzel) 1998. |
| − | === Nissen und Constanze ===
| + | * [https://www.geni.com/people/Genoveva-Weber/6000000023723561618 www.geni.com] |
| − | Bereits [[1793]] lernte er die Witwe W. A. Mozarts, Constanze Mozart, kennen. Doch erst 16 Jahre später, [[1809]], heirateten sie im Dom von Pressburg, slowakisch ''Bratislava'' ([[Ungarn]]) - Nissen war [[Evangelische Kirche|evangelisch]] und konnte daher nicht im katholischen Wien heiraten. In der Zwischenzeit war er ihr Sekretär. Er half Constanze bereits bei der Ordnung des Nachlasses Mozarts und schrieb die gesamte Nachlasskorrespondenz für sie. Nur unterzeichnen musste sie selbst.
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| − | Bereits [[1810]] zog das Paar nach Dänemark, wo es bis [[1820]] blieb. Da beide kränklich waren, zogen sie in den Süden, nach Mailand in [[Italien|Lombardo-Venetien]], wo auch Constanzes Sohn [[Karl Thomas Mozart|Karl]] lebte. Von Mailand zogen sie weiter nach Turin, der Hauptstadt des Königreichs [[Italien|Sardinien-Piemont]], und kehrten aber wieder nach Mailand zurück. Erst im Frühjahr [[1824]] kamen sie nach Salzburg. Die Tafel in der [[Churfürststraße]] in der Salzburger [[Altstadt]] an der Seite des [[Café Tomaselli|Cafés Tomaselli]] ist somit dreifach falsch, da sie als Datum 1820 anführt und den nicht vorhandenen Adelstitel führt. Und auch ihre Kinder haben darin nie gewohnt. Franz Xaver kam [[1821]] erstmals nach Salzburg und besuchte seine Tante [[Nannerl]], seine Mutter hingegen erst Jahre später. Sein älterer Bruder Karl kam überhaupt erst Jahre später nach Salzburg<ref>Quelle Leserbrief in den [[Salzburger Nachrichten|SN]] vom 1. Februar 2011 von [[Horst Erwin Reischenböck]], Stadtführer in Salzburg</ref>.
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| − | === Nissen als Mozart-Biograf ===
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| − | Nissen verfasste [[1823]]/[[1824|1824]] eine umfangreiche Mozart-Biografie, die dann nach seinem Tod von Johann Heinrich Feuerstein, einem Arzt aus Pirna bei Dresden, [[1828]] fertig gestellt und bei Breitkopf & Härtel publiziert wurde. Für die Erstellung der Biographie investierte Nissen viel Zeit und auch Geld, da er andere Leute für Aufgaben bezahlte.
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| − | === Nissens Adelstitel ===
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| − | Der Adelstitel war eine Erfindung seiner Frau Constanze. Vermutlich erhoffte sie sich dadurch einen besseren Verkauf der Mozart-Biographie. - G. N. Nissen war dänischer Diplomat; es war in seiner Zeit nicht unüblich, besonders mit einer höheren Stellung im Militär oder im diplomatischen Dienst, dem Familiennamen ein „von“ hinzuzufügen. Immerhin war er dänischer Staatsrat und Ritter des Dannebrog-Ordens und wurde wahrscheinlich von anderen „dienstlich“ durchaus mit „von“ angeredet. Allerdings heißt es auch [in der dänischen Wikipedia.dk ], als Nissen nach 1790 seine erste Anstellung als einziger Mitarbeiter des dänischen Gesandten, dem Herzog von Holstein, beim deutschen Reichstag in Regensburg hatte, dass er nur geringen Lohn bekam (wie damals üblich für Diplomaten), aber eben als Nicht-Adeliger weitgehend mittellos war. 1793 wurde er dann Legationssekretär in Wien und 1805 dort selbst diplomatischer Vertreter Dänemarks. Es spielt vielleicht auch hinein, dass es (ohne nachweisbare Verbindung zu G. N. Nissen) eine dänische Familie Nissen oder Nissen-Benzon in Südjütland gab, die 1710 geadelt wurde. „Nissen“ (Sohn des Nis, Niels) ist in Südjütland ein häufiger und verbreiteter Name.
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| − | == Werk ==
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| − | * ''Biographie W. A. Mozarts. Nach Originalbriefen, Sammlungen alles über ihn Geschriebenen, mit vielen neuen Beylagen, Steindrücken, Musikblättern und einem Facsimile'' (Vierter Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1828 ISBN 3487045486; Neuherausgabe: Hildesheim, 1986)
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| − | ** ''Biographie W.A. Mozarts.'' Mit einem Vorwort von [[Rudolph Angermüller]]. Georg Olms Verlag, Hildesheim Zürich New York, 1991. 4. unveränderter Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1828 | |
| − | ** ''Biographie W.A.Mozarts – Kommentierte Ausgabe.'' Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Rudolph Angermüller. Georg-Olms-Verlag, Hildesheim 2010. ISBN 978-3-487-08493-0
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| − | == Ehrungen == | + | == Einzelnachweise == |
| − | Georg Nikolaus Nissen war königlich dänischer Staatsrat und Ritter des Dannebrog-Ordens.
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| − | Die [[Georg-Nikolaus-von-Nissen-Straße]] in Salzburg-[[Gneis]] wurde [[1948]] nach ihm benannt.
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| − | == Literatur ==
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| − | * Berger, Ludwig: ''Die unverhoffte Lebensreise der Constanze Mozart: aus den verlorenen Aufzeichnungen des Königlich-Dänischen Wirklichen Etats-Raths Georg Nikolaus von Nissen.'' Tübingen 1955.
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| − | * Carstens, Carsten Erich: [http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Nissen,_Nicolaus ''Nissen, Nicolaus''.] In: ''Allgemeine Deutsche Biographie'' (ADB). Band 23, Leipzig 1886, S. 703 f.
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| − | == Quellen ==
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| − | * [http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.n/n755102.htm aeiou Österreich]
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| − | * [[Salzburger Nachrichten]], 21. Jänner 2011, Gespräch mit Mozartforscher [[Rudolph Angermüller]]
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| | <references/> | | <references/> |
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| − | {{SORTIERUNG:Nissen, Georg}} | + | {{SORTIERUNG:Weber, Genovefa von}} |
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