Frauentragen: Unterschied zwischen den Versionen

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Ein mehr als 300 Jahre altes Marienbild wird dieser Tage in Haushalte von Oberndorf getragen. Es soll Glück und Segen bringen und an die biblische Herbergsuche erinnern.
Ein mehr als 300 Jahre altes Marienbild wird dieser Tage in Haushalte von [[Oberndorf]] getragen. Es soll Glück und Segen bringen und an die biblische Herbergsuche erinnern.


Die "Frauenbildtragerinnen" sind seit zwei Jahren Katharina Niederreiter und fünf bis sechs Mädchen in schwarzen Röcken mit rotem Saum. Um die Schultern haben sie so genannte Schalktücher geschlagen, wie sie in früheren Zeiten von Bäuerinnen getragen worden sind. Die Köpfe zieren schwarze Tücher.
Die "Frauenbildtragerinnen" sind seit zwei Jahren Katharina Niederreiter und fünf bis sechs Mädchen in schwarzen Röcken mit rotem Saum. Um die Schultern haben sie so genannte Schalktücher geschlagen, wie sie in früheren Zeiten von Bäuerinnen getragen worden sind. Die Köpfe zieren schwarze Tücher.


Der Brauch des "Frautragens" ist eher im Gebirge bekannt. In Oberndorf an der Salzach wird er schon seit den frühen Jahren des vorigen Jahrhunderts gepflogen - und überlebte auch den Zweiten Weltkrieg.
Der Brauch des "Frautragens" ist eher im Gebirge bekannt. In Oberndorf an der [[Salzach]] wird er schon seit den frühen Jahren des [[20. Jahrhundert|vorigen Jahrhunderts]] gepflogen - und überlebte auch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]].


Friedrich Lepperdinger bemerkt in seinem Buch über den Initiator und Wiederbegründer des "Frautragens" und anderer Oberndorfer Bräuche, Hermann Rasp ( 1984), dass die Nazizeit auch das Ende der Brauchtumspflege im Ort gebracht hatte. "Als kleiner Rest wurde lediglich das Frauenbildtragen in kleinem Kreise weiter gepflegt. Frau und Herr Rasp mit Tochter Maria besuchten in der Adventzeit mit dem Bild ihre Nachbarn und hielten sogar in so schwerer Zeit dieses Brauchtum aufrecht."
Friedrich Lepperdinger bemerkt in seinem Buch über den Initiator und Wiederbegründer des "Frautragens" und anderer Oberndorfer Bräuche, Hermann Rasp (1984), dass die Nazizeit auch das Ende der Brauchtumspflege im Ort gebracht hatte. "Als kleiner Rest wurde lediglich das Frauenbildtragen in kleinem Kreise weiter gepflegt. Frau und Herr Rasp mit Tochter Maria besuchten in der Adventzeit mit dem Bild ihre Nachbarn und hielten sogar in so schwerer Zeit dieses Brauchtum aufrecht."


Der Volksschullehrer Rasp kannte das Frautragen aus einem Theaterstück "Alpenweihnacht in alter Zeit" von Professor J. Prast aus dem Borromäum. Darin waren alte Schöffleutbräuche wie Anglöckeln, Sternsingen und eben das Frauentragen szenisch zusammengefasst.
Der Volksschullehrer Rasp kannte das Frautragen aus einem Theaterstück "Alpenweihnacht in alter Zeit" von Professor J. Prast aus dem [[Borromäum]]. Darin waren alte Schöffleutbräuche wie Anglöckeln, Sternsingen und eben das Frauentragen szenisch zusammengefasst.


Bis zu 150 Haushalte werden im Advent von der Gruppe besucht. Mit dem Erlös werden Sozialeinrichtungen unterstützt.
Bis zu 150 Haushalte werden im Advent von der Gruppe besucht. Mit dem Erlös werden Sozialeinrichtungen unterstützt.