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| | Zeitzeugen wissen von weiterer bühnenreifen Episoden während seiner Amtszeit als Präsident, Veranstalter und Manager, die mehr als drei Jahrzehnte dauerte. Vorzugsweise ließ er sich mit "''Herr Direktor''" ansprechen. Fast jeden Siegertypen und jede Rennveranstaltung nahm Löwinger für sich in Anspruch "erfunden" zu haben. "''Ohne mich und meine Rennen''", so der ständig mit qualmender Zigarre anzutreffende Löwinger (und vom Rauch halb zugeschwollenem linken Auge) "''wären die alle zu nix gekommen, ich hab sie doch bei mir starten lassen und so erst berühmt gemacht.''" | | Zeitzeugen wissen von weiterer bühnenreifen Episoden während seiner Amtszeit als Präsident, Veranstalter und Manager, die mehr als drei Jahrzehnte dauerte. Vorzugsweise ließ er sich mit "''Herr Direktor''" ansprechen. Fast jeden Siegertypen und jede Rennveranstaltung nahm Löwinger für sich in Anspruch "erfunden" zu haben. "''Ohne mich und meine Rennen''", so der ständig mit qualmender Zigarre anzutreffende Löwinger (und vom Rauch halb zugeschwollenem linken Auge) "''wären die alle zu nix gekommen, ich hab sie doch bei mir starten lassen und so erst berühmt gemacht.''" |
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| − | Auch Österreichs Rennsport-Journalisten - Heinz Prüller, Helmut Zwickl, Höfer oder Rottensteiner - wären wären ohne ihn "''nichts, gar nichts, was hätten's denn auch schreiben solln ohne all meine schönen Rennen?''" Dazu muss man wissen, dass die Rennsport-Journalisten ehrfürchtig jedes Mal sich akkreditieren lassen mussten und dabei häufig wie Deppen behandelt wurden. Dazu eine beispielhafte Episode: "''Wer sind Sie, was wollen Sie, für wen schreiben Sie''", fuhr Löwinger sogar ihm bekannte Journalisten an. Er spielte dabei seine Macht aus. Wenn es um Freikarten für eine Begleitperson des Journalisten ging meinte er barsch "''Kaufens dem Hasen a Stehplatz-Korten''". Selbst vor großen Rennställen und berühmten Piloten hatte Löwinger keinen Respekt. Teams und Fahrer mussten sich oft mit lächerlichen Startgelder zufrieden geben. So zerre er eigenhändig den amerikanischen Rennfahrer Masten Gregory aus dem Auto - Sieger von Le Mans 1965 zusammen mit Jochen Rindt - weil der als ''Pole-Position''-Starter eines Sportwagenrennens ohne gültigen Parkschein ins Fahrerlager seines Salzburgrings einfahren wollte. | + | Auch Österreichs Rennsport-Journalisten - Heinz Prüller, Helmut Zwickl, Höfer oder Rottensteiner - wären wären ohne ihn "''nichts, gar nichts, was hätten's denn auch schreiben solln ohne all meine schönen Rennen?''" Dazu muss man wissen, dass die Rennsport-Journalisten ehrfürchtig jedes Mal sich akkreditieren lassen mussten und dabei häufig wie Deppen behandelt wurden. Dazu eine beispielhafte Episode: "''Wer sind Sie, was wollen Sie, für wen schreiben Sie''", fuhr Löwinger sogar ihm bekannte Journalisten an. Er spielte dabei seine Macht aus. Wenn es um Freikarten für eine Begleitperson des Journalisten ging meinte er barsch "''Kaufens dem Hasen a Stehplatz-Korten''". Selbst vor großen Rennställen und berühmten Piloten hatte Löwinger keinen Respekt. Teams und Fahrer mussten sich oft mit lächerlichen Startgelder zufrieden geben. So zerre er eigenhändig den amerikanischen Rennfahrer Masten Gregory aus dem Auto - Sieger von Le Mans 1965 zusammen mit Jochen Rindt - weil der als ''Pole-Position''-Starter bei der [[Eröffnung des Salzburgrings 1969]] ohne gültigen Parkschein ins Fahrerlager seines Salzburgrings einfahren wollte. |
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| | "Pickerl", Parkscheine und Eintrittskarten waren im Leben von Willy Löwinger ein Kapitel für sich. All diese Begehrlichkeiten hatte er stets in eine braunen Köfferchen bei sich, das er keine Sekunde aus der Hand gab: Musste er aufs Klo gehen, nahm er es mit und während er im Hotelzimmer schlief, hatte er es unter seinem Kopfkissen versteckt. Als der junge [[Formel V|Formel-V]]-Debütant Niki Lauda am Salzburgring seine Eintrittskarte für das Fahrerlager verloren hatte und kleinlaut um Ersatz bat, meinte Löwinger zu Lauda: "''Wannst jetzt niederkniest und sogst, Herr Präsident, i bin a Trottel, weil i mei Korten verlorn hob, dann kriegt a neie.''" Notgedrungen kniete Lauda nieder. | | "Pickerl", Parkscheine und Eintrittskarten waren im Leben von Willy Löwinger ein Kapitel für sich. All diese Begehrlichkeiten hatte er stets in eine braunen Köfferchen bei sich, das er keine Sekunde aus der Hand gab: Musste er aufs Klo gehen, nahm er es mit und während er im Hotelzimmer schlief, hatte er es unter seinem Kopfkissen versteckt. Als der junge [[Formel V|Formel-V]]-Debütant Niki Lauda am Salzburgring seine Eintrittskarte für das Fahrerlager verloren hatte und kleinlaut um Ersatz bat, meinte Löwinger zu Lauda: "''Wannst jetzt niederkniest und sogst, Herr Präsident, i bin a Trottel, weil i mei Korten verlorn hob, dann kriegt a neie.''" Notgedrungen kniete Lauda nieder. |
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