Salzburger Glockenspiel: Unterschied zwischen den Versionen
~~~~ |
Trennung zwischen Glockenspiel (Technik) und Glockenspielturm (Gebäude) |
||
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
{{#ev:youtube|m1p_JV9DBUU|280|right|Restaurierung 2010 <br/> 3 min 4 sek Video}} | {{#ev:youtube|m1p_JV9DBUU|280|right|Restaurierung 2010 <br/> 3 min 4 sek Video}} | ||
[[Datei:Glockenspielturm Neue Residenz 01.jpg|thumb|Glockenspielturm und Neue Residenz am Residenzplatz]] | [[Datei:Glockenspielturm Neue Residenz 01.jpg|thumb|Glockenspielturm und Neue Residenz am Residenzplatz]] | ||
[[Datei:Glockenspiel B.jpg|thumb|Blick aus dem Glockenspielturm.]] | [[Datei:Glockenspiel B.jpg|thumb|Blick aus dem Glockenspielturm.]] | ||
Das '''Glockenspiel''' befindet sich auf dem [[Salzburger Glockenspielturm|Glockenspielturm]] der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] am [[Residenzplatz]] in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]]. Es steht gemeinsam mit den anderen Teilen des Residenzgebäudes unter [[Denkmalschutz]]. | |||
Das '''Glockenspiel''' befindet sich auf dem | |||
== Einleitung == | == Einleitung == | ||
| Zeile 15: | Zeile 12: | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Um [[1695]] kaufte Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] von dem Glockengießer [[Melchior de Haze]] aus Antwerpen in den [[Niederlande|Niederlanden]] die 35 Glocken. Diese waren zwischen [[1688]] und [[1689]] gegossen worden, das besagen deren Inschriften: "''Melchior de Haze Antverpiae me fecit''", "''1688''" oder "''1689''". Die Glocken waren eigentlich für die Stadt und Festung Breda in Nordbrabant bestimmt gewesen. Weil ein Brand den dortigen Glockenturm vernichtet hatte, waren die Glocken zu kaufen. Die Glocken kamen [[1696]] auf dem Landweg nach Salzburg, ein schwerer, langer und teurer Transport. Die schwerste Glocke wiegt etwa 300 Kilogramm, die kleinste etwa fünf Kilogramm. Die 35 Glocken wiegen insgesamt vier Tonnen. | Um [[1695]] kaufte Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] von dem Glockengießer [[Melchior de Haze]] aus Antwerpen in den [[Niederlande|Niederlanden]] die 35 Glocken. Diese waren zwischen [[1688]] und [[1689]] gegossen worden, das besagen deren Inschriften: "''Melchior de Haze Antverpiae me fecit''", "''1688''" oder "''1689''". Die Glocken waren eigentlich für die Stadt und Festung Breda in Nordbrabant bestimmt gewesen. Weil ein Brand den dortigen Glockenturm vernichtet hatte, waren die Glocken zu kaufen. Die Glocken kamen [[1696]] auf dem Landweg nach Salzburg, ein schwerer, langer und teurer Transport. Die schwerste Glocke wiegt etwa 300 Kilogramm, die kleinste etwa fünf Kilogramm. Die 35 Glocken wiegen insgesamt vier Tonnen. | ||
Nachdem die Glocken mit ihren Hämmern und der Klaviatur in Salzburg angekommen waren, fehlten noch die Uhr und der Mechanismus zum Antrieb des Glockenspiels. Die Herstellung und Aufstellung weiterer wichtiger Bestandteile, so des Wellbaumes, des Hammerwerkes samt den Federn, Drahtwerk, Zungen, Stacheln, die die Hämmer treiben, und allem | Nachdem die Glocken mit ihren Hämmern und der Klaviatur in Salzburg angekommen waren, fehlten noch die Uhr und der Mechanismus zum Antrieb des Glockenspiels. Die Herstellung und Aufstellung weiterer wichtiger Bestandteile, so des Wellbaumes, des Hammerwerkes samt den Federn, Drahtwerk, Zungen, Stacheln, die die Hämmer treiben, und allem Zubehör verzögerten sich aber noch viele Jahre. | ||
[[1698]] unternahm der Salzburger Großuhrmachermeister [[Jeremias Sauter]] eine Informationsreise über die Technik von Glockenspielen in die Niederlande. | [[1698]] unternahm der Salzburger Großuhrmachermeister [[Jeremias Sauter]] eine Informationsreise über die Technik von Glockenspielen in die Niederlande. | ||
| Zeile 30: | Zeile 25: | ||
Gegen Ende [[1703]] erklang das Salzburger Glockenspiel zum ersten Mal. | Gegen Ende [[1703]] erklang das Salzburger Glockenspiel zum ersten Mal. | ||
[[1873]] baute der Salzburger Uhrmachermeister [[Johann Baptist Fischer]] neben der Antriebsmechanik eine Uhr ein, die mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung das Spielwerk des Glockenspiels automatisch auslöste. | [[1873]] baute der Salzburger Uhrmachermeister [[Johann Baptist Fischer]] neben der Antriebsmechanik eine Uhr ein, die mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung das Spielwerk des Glockenspiels automatisch auslöste. | ||
Uhrmachergesellen kurbelten 250 Jahre lang drei Mal täglich das Zuggewicht im Antriebswerk in die Höhe. Ende der [[1960er]]-Jahre wurde ein Elektromotor und eine elektrische Uhr zu deren Auslösung eingebaut. | Uhrmachergesellen kurbelten 250 Jahre lang drei Mal täglich das Zuggewicht im Antriebswerk in die Höhe. Ende der [[1960er]]-Jahre wurde ein Elektromotor und eine elektrische Uhr zu deren Auslösung eingebaut. | ||
=== Der Stiftungsbrief von 1702 === | === Der Stiftungsbrief von 1702 === | ||
Damit der Betrieb des Glockenspiels gewährleistet werden könnte, | Damit der Betrieb des Glockenspiels gewährleistet werden könnte, errichtete Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein eine gut dotierte Stiftung. | ||
<center>„'''''Wür Johann Ernst </center> | <center>„'''''Wür Johann Ernst </center> | ||
| Zeile 57: | Zeile 46: | ||
=== Ein Anekdote des Jahres 1854 === | === Ein Anekdote des Jahres 1854 === | ||
Als im April [[1854]] der junge Kaiser [[Franz Joseph I.|Franz Joseph]] seiner Braut, der bayrischen Prinzessin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]], nach Salzburg | Als im April [[1854]] der junge Kaiser [[Franz Joseph I.|Franz Joseph]] seiner Braut, der bayrischen Prinzessin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]], nach Salzburg entgegengereist war, weilte sie hier mit ihren Eltern in der Neuen Residenz, während er gegenüber im Regierungsgebäude, d. h. der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] abstieg. Von dort begab der Kaiser in großer Uniform mittags zu seiner Braut. Das Glockenspiel aber spielte scherzhaft „Wie ich jüngst verwichen / bin zum Dirndl g'schlichen...". Die Bevölkerung, jubelte dem jugendlichen Bräutigam und Kaiser umso mehr zu; der Jubel und das Glockenspiel begleiteten den Kaiser.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19091120&query=%22Glockenspiel%22&seite=18 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 20. November 1909, Seite 18</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19420425&query=%22Glockenspiel%22&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, 25. April 1942, Seite 6</ref> | ||
== Restaurierungen == | == Restaurierungen == | ||
| Zeile 112: | Zeile 101: | ||
190 Stufen führen vom Raum der Rundbogen-Arkaden hinauf zum Aussichtspunkt. Für gehbehinderte Personen ist ein Aufstieg in diesem historischen Turm nicht möglich. Bei jeder Führung können aus Platzgründen höchstens zwanzig Personen teilnehmen. | 190 Stufen führen vom Raum der Rundbogen-Arkaden hinauf zum Aussichtspunkt. Für gehbehinderte Personen ist ein Aufstieg in diesem historischen Turm nicht möglich. Bei jeder Führung können aus Platzgründen höchstens zwanzig Personen teilnehmen. | ||
== Bilder == | == Bilder == | ||
| Zeile 147: | Zeile 128: | ||
{{SORTIERUNG:Glockenspiel, Salzburger}} | {{SORTIERUNG:Glockenspiel, Salzburger}} | ||
[[Kategorie:Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | ||
[[Kategorie:Altstadt]] | |||
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]] | [[Kategorie:Salzburgs Schätze]] | ||
[[Kategorie:Architektur]] | [[Kategorie:Architektur]] | ||
[[Kategorie:Denkmalschutz]] | [[Kategorie:Denkmalschutz]] | ||
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]] | [[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]] | ||
[[Kategorie:Technik]] | [[Kategorie:Technik]] | ||
[[Kategorie:Tourismus]] | [[Kategorie:Tourismus]] | ||
[[Kategorie:Video]] | [[Kategorie:Video]] | ||