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[[Datei:Leopoldskroner Weiher, südliche Ansicht.JPG|thumb|Leopoldskroner Weiher, südliche Ansicht]]
 
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Der '''Leopoldskroner Weiher''' ist ein dreizehn Hektar großes stehendes Gewässer in der [[Riedenburg]], also südlich des [[Mönchsberg]]es im Stadtgebiet von [[Salzburg]].
 
Der '''Leopoldskroner Weiher''' ist ein dreizehn Hektar großes stehendes Gewässer in der [[Riedenburg]], also südlich des [[Mönchsberg]]es im Stadtgebiet von [[Salzburg]].
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== Geografie ==
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Der Weiher liegt auf 431 [[m ü. A.]], ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle beim [[Schloss Leopoldskron]] rund 220 m breit.
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
 
Weiher oder Teich? In den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] aus dem Jahr [[1891]] ist dokumentiert, dass Teiche stets künstlich angelegt sind,  so auch der ''Weiher'' Leopoldskron.<ref name="Fugger">In den [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1891&page=317&size=26 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde] beschreibt [[Eberhard Fugger]] den Unterschied zwischen Teich und Weiher aus seiner - aber z. T. bis heute umstrittenen  - Sicht. Die [http://www.pfenninger.at/gewaesser/  Peter-Pfenninger-Schenkung Liefering] schreibt ''Teiche''.</ref> Allerdings sind in Salzburg (und wohl auch mitteleuropaweit) praktisch alle flachgründigen Weiher ebenfalls künstlich angelegt.  
 
Weiher oder Teich? In den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] aus dem Jahr [[1891]] ist dokumentiert, dass Teiche stets künstlich angelegt sind,  so auch der ''Weiher'' Leopoldskron.<ref name="Fugger">In den [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1891&page=317&size=26 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde] beschreibt [[Eberhard Fugger]] den Unterschied zwischen Teich und Weiher aus seiner - aber z. T. bis heute umstrittenen  - Sicht. Die [http://www.pfenninger.at/gewaesser/  Peter-Pfenninger-Schenkung Liefering] schreibt ''Teiche''.</ref> Allerdings sind in Salzburg (und wohl auch mitteleuropaweit) praktisch alle flachgründigen Weiher ebenfalls künstlich angelegt.  
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Über den Leopoldskroner Weiher war 1891 nur sehr wenig bekannt. Schon als Fürsterzbischof Leopold Anton Graf Firmian 1736 das Schloss Leopoldskron errichten ließ, hat der Weiher bereits lange Zeit bestanden. Das Schloss wurde an jener Stelle errichtet, auf der schon [[1622]] genanntes Weiherhäuschen stand. Der große Weiher lässt sich in seiner Geschichte bis ins späte [[Mittelalter]], d. h. in die Jahrzehnte vor 1500 zurückverfolgen. Die Meinung </ref> Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974</ref> der Weiher wäre ein Rest eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit durch das Abschmelzen des [[Salzachgletscher]]s im [[Salzburger Becken]] gebildet hätte, lässt sich nicht aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] diente er lange auch als Fischweiher.
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Über den Leopoldskroner Weiher war 1891 nur sehr wenig bekannt. Schon als Fürsterzbischof Leopold Anton Graf Firmian 1736 das Schloss Leopoldskron errichten ließ, hat der Weiher bereits lange Zeit bestanden. Das Schloss wurde an jener Stelle errichtet, auf der schon [[1622]] genanntes Weiherhäuschen stand. Der große Weiher lässt sich in seiner Geschichte bis ins späte [[Mittelalter]], d. h. in die Jahrzehnte vor 1500 zurückverfolgen. Die Meinung,<ref>[[Josef Hübl]]: [[Heimatkunde Stadt Salzburg]], [[Salzburger Druckerei]], Ausgabe Mai 1974</ref> der Weiher wäre ein Rest eines riesigen Sees, der sich nach der [[Eiszeit]] durch das Abschmelzen des [[Salzachgletscher]]s im [[Salzburger Becken]] gebildet hätte, lässt sich nicht aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] diente er lange auch als Fischweiher.
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[[Schloss Leopoldskron]] mit dem Leopoldskroner Weiher wurde in seiner langen Geschichte oftmals abgebildet, unter anderem auch [[1825]] vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf seinem Salzburg-Panorama<ref>vgl. [http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Datei:Sattler_Panorama,_Leopoldskron-Moos,_Untersberg.jpg  Bild| Blick nach Süden]</ref>.
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[[Schloss Leopoldskron]] mit dem Leopoldskroner Weiher wurde in seiner langen Geschichte oftmals abgebildet, unter anderem auch [[1825]] vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf seinem Salzburg-Panorama.<ref>vgl. [http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Datei:Sattler_Panorama,_Leopoldskron-Moos,_Untersberg.jpg  Bild| Blick nach Süden]</ref>  
    
=== (Militär-)Schwimmschule ===
 
=== (Militär-)Schwimmschule ===
 
[[1818]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Weihers, [[Leopold Graf von Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule <ref>[http://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:1550|427773.7|294464.3|mp2.png|k%2bk%20Schwimmschule&redliningid=glgaw0kbyhr51gbvogn3xp0r im Menü links, ganz unten "Basisdaten" anklicken →  "Franciszäischer Kataster" anklicken]</ref>.  
 
[[1818]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Weihers, [[Leopold Graf von Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule <ref>[http://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:1550|427773.7|294464.3|mp2.png|k%2bk%20Schwimmschule&redliningid=glgaw0kbyhr51gbvogn3xp0r im Menü links, ganz unten "Basisdaten" anklicken →  "Franciszäischer Kataster" anklicken]</ref>.  
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Diese k. k. Schwimmschule wurden vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Die Anlage war im Sommer eine Schwimmschule und im Winter eine Eislaufbahn. Nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft <ref> Es gab noch keine Kühlschränke; daher wurden im Winter Eisblöcke auf Seen und Weihern geschnitten und an Brauereien und Wirte verkauft, die sie in Eiskellern lagerten, um so auch im Sommer ihre Getränke kühlen zu können </ref>.
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Diese k. k. Schwimmschule wurden vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Die Anlage war im Sommer eine Schwimmschule und im Winter eine Eislaufbahn. Nebenbei wurde das Eis zur [[Bier#Bierkühlung|Bierkühlung]] an Wirte verkauft.
 
   
Immer wieder kam es mit der Familie [[Firmian]], in deren Eigentum der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen <ref>siehe auch [https://www.stadt-salzburg.at/jpg/leopoldskron_schwimmschule_1890_00395295.jpg Stadtarchiv: Carl von Frey, Leopoldskron, Schwimmschule, 1890]</ref> auf, weil ihm die jährliche Pacht von 5.000 [[Gulden]] zu teuer wurde.
 
Immer wieder kam es mit der Familie [[Firmian]], in deren Eigentum der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen <ref>siehe auch [https://www.stadt-salzburg.at/jpg/leopoldskron_schwimmschule_1890_00395295.jpg Stadtarchiv: Carl von Frey, Leopoldskron, Schwimmschule, 1890]</ref> auf, weil ihm die jährliche Pacht von 5.000 [[Gulden]] zu teuer wurde.
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Das Füttern von Wasservögeln ist nicht gestattet, weil größere Vogelansammlungen in Verbindung mit nicht gefressenem Futter in dem sehr seichten Gewässer zur Nährstoffanreicherung führt und im Sommer damit zu Tierseuchen führt. 2015 starben hier im Hochsommer in kurzer Zeit über 30 Stockenten sowie verschiedene andere Wasservögel.
 
Das Füttern von Wasservögeln ist nicht gestattet, weil größere Vogelansammlungen in Verbindung mit nicht gefressenem Futter in dem sehr seichten Gewässer zur Nährstoffanreicherung führt und im Sommer damit zu Tierseuchen führt. 2015 starben hier im Hochsommer in kurzer Zeit über 30 Stockenten sowie verschiedene andere Wasservögel.
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Von 2013 bis 2015 wurde das stark verlandete Ufer im Südosten des Weihers als Lebensraum für seltene [[Amphibien]] aber auch als attraktiver Naherholungsraum  neu gestaltet. Im Herbst 2016 wurde dort darauf ein neuer Spazierweg und zur Fahrbahn hin ein neuer durchgehender Grünstreifen mit Stieleichen angelegt. Damit führt seit dem Herbst 2016 wieder ein attraktiver Rundweg um den gesamten Weiher, der nur im Bereich des Schlossparks Leopoldskron (Privatbesitz) nicht entlang des Seeufers verläuft.
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Von 2013 bis 2015 wurde das stark verlandete Ufer im Südosten des Weihers als Lebensraum für seltene [[Amphibien]] aber auch als attraktiver Naherholungsraum  neu gestaltet. Im Herbst 2016 wurde dort darauf ein neuer Spazierweg und zur Fahrbahn hin ein neuer durchgehender Grünstreifen mit Stieleichen angelegt. Damit führt seit dem Herbst 2016 wieder ein attraktiver Rundweg um den gesamten Weiher, der nur im Bereich des [[Schlosspark Leopoldskron|Schlossparks Leopoldskron]] (Privatbesitz) nicht entlang des Seeufers verläuft.
    
== Verkehr ==
 
== Verkehr ==
 
Die westlich des Weihers entlang führende [[König-Ludwig-Straße]] ist von der [[Firmianstraße]] bis zur Einmündung des [[Zwieselweg]]s ein Erholugnsweg und daher für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.
 
Die westlich des Weihers entlang führende [[König-Ludwig-Straße]] ist von der [[Firmianstraße]] bis zur Einmündung des [[Zwieselweg]]s ein Erholugnsweg und daher für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.
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== Sehenswertes ==
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== Am Weiher zu sehen ==
 
* [[Schloss Leopoldskron]]  
 
* [[Schloss Leopoldskron]]  
 
* [[Nepomuk-Statue am Leopoldskroner Weiher]]
 
* [[Nepomuk-Statue am Leopoldskroner Weiher]]
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== Daten ==
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Der Weiher liegt auf 431 [[m ü. A.]], ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle (Schloss Leopoldskron) rund 220 m breit.
      
== Weblink ==
 
== Weblink ==