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| | Flora, Ceres, sowie Pomona und Vesta stehen bei den Göttinnen für die vier Jahreszeiten, bei den Göttern Apollo, Merkur, Bacchus und Saturn. Die vier Jahreszeiten weisen - wie auch die Monatszwerge des Zwergengartens - als Vanitassymbole auf die Vergänglichkeit aller Dinge. Die Symbolik ist aber bewusst vielschichtig und soll zum Nachdenken anregen. | | Flora, Ceres, sowie Pomona und Vesta stehen bei den Göttinnen für die vier Jahreszeiten, bei den Göttern Apollo, Merkur, Bacchus und Saturn. Die vier Jahreszeiten weisen - wie auch die Monatszwerge des Zwergengartens - als Vanitassymbole auf die Vergänglichkeit aller Dinge. Die Symbolik ist aber bewusst vielschichtig und soll zum Nachdenken anregen. |
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| | Die Bildhauer waren | | Die Bildhauer waren |
| | * [[Bartholomäus von Opstal]] (Bacchus, Jupiter, Herkules, Merkur), | | * [[Bartholomäus von Opstal]] (Bacchus, Jupiter, Herkules, Merkur), |
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| | * [[Michael Bernhard Mandl]] (Saturn, Mars, Vulcanos) | | * [[Michael Bernhard Mandl]] (Saturn, Mars, Vulcanos) |
| | * [[Andreas Götzinger]] alle weiblichen Götterskulpturen (außer den vielleicht von Ottavio Mosto stammenden vier Göttern der Jahreszeiten) | | * [[Andreas Götzinger]] alle weiblichen Götterskulpturen (außer den vielleicht von Ottavio Mosto stammenden vier Göttern der Jahreszeiten) |
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| | Die beiden Paare ''borghesischer Fechter'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer antiken Skulptur <ref>Das innere Fechterpaar wurde von [[Andreas Götzinger]], das äußere von [[Michael Bernhard Mandl]] gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um [[1611]] gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen ''Villa Borghese'' aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im [[18. Jahrhundert]] eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike (vgl. den [http://de.wikipedia.org/wiki/Borghesischer_Fechter Wikipedia-Artikel „Borghesischer Fechter“.] </ref>. | | Die beiden Paare ''borghesischer Fechter'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer antiken Skulptur <ref>Das innere Fechterpaar wurde von [[Andreas Götzinger]], das äußere von [[Michael Bernhard Mandl]] gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um [[1611]] gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen ''Villa Borghese'' aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im [[18. Jahrhundert]] eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike (vgl. den [http://de.wikipedia.org/wiki/Borghesischer_Fechter Wikipedia-Artikel „Borghesischer Fechter“.] </ref>. |
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| − | === Balustrade === | + | === Balustraden === |
| − | Das Große Gartenparterre ist beidseits von einer barocken Balustrade mit Vasen eingefasst, die [[1689]] nach Plänen von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet worden ist. | + | Das Große Gartenparterre ist praktisch allseitig von einer barocken marmornen Balustrade mit marmornen Vasen eingefasst, die [[1689]] nach Plänen von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet worden ist. |
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| − | == Kleines Gartenparterre und das Bosquet== | + | == Kleines Gartenparterre und Bosquet== |
| | [[Bild:Mirabellgarten.jpg|thumb|Kleines Gartenparterre <br/> vom [[Rosenhügel]] aus in Richtung Altstadt]] | | [[Bild:Mirabellgarten.jpg|thumb|Kleines Gartenparterre <br/> vom [[Rosenhügel]] aus in Richtung Altstadt]] |
| | Das ''Kleine Gartenparterre'' liegt westlich von Schloss Mirabell. | | Das ''Kleine Gartenparterre'' liegt westlich von Schloss Mirabell. |
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| | : ''Hauptartikel: [[Pegasusbrunnen]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Pegasusbrunnen]]'' |
| | [[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten 01.jpg|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]] | | [[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten 01.jpg|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]] |
| − | [[Bild:Neustadt-Mirabellgarten-Pegasus.jpg|thumb|Pegasus mit Blick auf die [[Festung Hohensalzburg]]]] | + | [[Bild:Neustadt-Mirabellgarten-Pegasus.jpg|thumb|Pegasus mit Blick auf die [[Festung Hohensalzburg]] |
| | Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll. | | Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll. |
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| | Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]] am [[Kapitelplatz]], kam später auf den [[Mirabellplatz]] als Teil der [[Pferdeschwemme|''Mirabellschwemme'']] und ist seit [[1913]] als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort. | | Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]] am [[Kapitelplatz]], kam später auf den [[Mirabellplatz]] als Teil der [[Pferdeschwemme|''Mirabellschwemme'']] und ist seit [[1913]] als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort. |
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| − | === Einhörner === | + | === Einhörner und Löwen=== |
| | Das ''Kleine Gartenparterre'' ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiede-eisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau. Diese dezent gesetzte Symbolik wird heute meistens übersehen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden. | | Das ''Kleine Gartenparterre'' ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiede-eisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau. Diese dezent gesetzte Symbolik wird heute meistens übersehen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden. |
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| − | '''Einhörner - Bildergalerie'''
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| | Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 01 Einhorn.jpg |Prunkstiege im Mirabellgarten, beidseits: das Einhorn | | Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 01 Einhorn.jpg |Prunkstiege im Mirabellgarten, beidseits: das Einhorn |
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| | Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 04 Einhorn rechts.jpg |Einhorn, rechts der Prunkstiege | | Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 04 Einhorn rechts.jpg |Einhorn, rechts der Prunkstiege |
| | </gallery> | | </gallery> |
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| | + | [[Datei:Mirabellgarten Steinerne Löwen 01.jpg|thumb|allegorisches Sinnbild: <br/> ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo)]] |
| | + | Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">Quelle [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref> |
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| | + | Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo). Vorrangig stehen sie aber für das Salzburger Wappentier. |
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| | === Verborgene Frauen === | | === Verborgene Frauen === |
| | In der Mauer an der Westseite des ''Kleinen Gartenparterres'' sind zwei stark verwitterte Frauenköpfe einfügt. Die beiden Frauenköpfe befinden sich etwa auf Augenhöhe und sind aus leicht verwitterbarem Sandstein gefertigt, einem Material, das im nächsten Umfeld der Stadt Salzburg nicht abgebaut wird. Warum die beiden Frauenköpfe, offensichtlich Reste von einstigen Statuen in diese Mauer eingefügt wurden, ist nicht bekannt. Die zwei verborgenen Frauen werden während des Jahres meist von Laub überdeckt; nur im Winter sind die zwei verborgenen Schönheiten zu sehen. | | In der Mauer an der Westseite des ''Kleinen Gartenparterres'' sind zwei stark verwitterte Frauenköpfe einfügt. Die beiden Frauenköpfe befinden sich etwa auf Augenhöhe und sind aus leicht verwitterbarem Sandstein gefertigt, einem Material, das im nächsten Umfeld der Stadt Salzburg nicht abgebaut wird. Warum die beiden Frauenköpfe, offensichtlich Reste von einstigen Statuen in diese Mauer eingefügt wurden, ist nicht bekannt. Die zwei verborgenen Frauen werden während des Jahres meist von Laub überdeckt; nur im Winter sind die zwei verborgenen Schönheiten zu sehen. |
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| − | ''''Verborgenen Frauen''''
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| | Datei:Verborgene Frau 01 Mirabellgarten.jpg|'Verborgene Frau' Nr. 01 im Mirabellgarten | | Datei:Verborgene Frau 01 Mirabellgarten.jpg|'Verborgene Frau' Nr. 01 im Mirabellgarten |
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| | Datei:Verborgene Frau 02 Mauer Mirabellgarten.jpg |Suchbild 'Verborgene Frau' Nr. 02 | | Datei:Verborgene Frau 02 Mauer Mirabellgarten.jpg |Suchbild 'Verborgene Frau' Nr. 02 |
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| − | === Löwen ===
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| − | [[Datei:Mirabellgarten Steinerne Löwen 01.jpg|thumb|allegorisches Sinnbild: <br/> ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo)]]
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| − | Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">Quelle [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref>
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| − | Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo).
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| | ===Susannabrunnen=== | | ===Susannabrunnen=== |