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==Brutverbreitung in Salzburg==
 
==Brutverbreitung in Salzburg==
Im Land Salzburg kommen nur mehr wenige Brutpaare vor. Die Wahrheit liegt zwischen einem und zehn Brutpaaren. Der Drosselrohrsänger gilt daher hier als akut gefährdet. Dem Ornithologen [[Viktor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen]] war der Drosselrohrsänger [[1877]] nur als [[Durchzügler]] bekannt. Es ist denkbar, dass die Art Salzburg vielleicht erst in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s im Zuge von Arealausweitungen wie beginnende Eutrophierung und vermehrtes Schilfwachstum erreicht hat. Ab den [[1950]]er-Jahren liegen jedenfalls aus dem Salzburger Alpenvorland Bruthinweise vor. Brutnachweise gelangen erst ab den [[1960]]er-Jahren, wobei in den [[1970]]er-Jahren sogar ein Brutnachweis im [[Natur- und Europaschutzgebiet Zeller See]] – Seehöhe 760 Meter – gelungen ist. In den [[1990]]er-Jahren verschwand die Art fast völlig, was mit dem großräumigen Schilfbestandsrückgang zusammenhängt. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Anzahl der Brutzeitbeobachtungen wieder zu und zwar besonders im wiedervernässten [[Weidmoos]]. Hier konnten im Jahr [[2007]] drei Brut-Reviere festgestellt werden.
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Im Land Salzburg kommen nur mehr wenige Brutpaare vor. Die Wahrheit liegt zwischen einem und zehn Brutpaaren. (In ganz Österreich gibt es 1000 bis maximal 3000 Brutpaare.) Der Drosselrohrsänger gilt daher hier als akut gefährdet. Dem Ornithologen [[Viktor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen]] war der Drosselrohrsänger [[1877]] nur als [[Durchzügler]] bekannt. Es ist denkbar, dass die Art Salzburg vielleicht erst in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s im Zuge von Arealausweitungen wie beginnende Eutrophierung und vermehrtes Schilfwachstum erreicht hat. Ab den [[1950]]er-Jahren liegen jedenfalls aus dem Salzburger Alpenvorland Bruthinweise vor. Brutnachweise gelangen erst ab den [[1960]]er-Jahren, wobei in den [[1970]]er-Jahren sogar ein Brutnachweis im [[Natur- und Europaschutzgebiet Zeller See]] – Seehöhe 760 Meter – gelungen ist. In den [[1990]]er-Jahren verschwand die Art fast völlig, was mit dem großräumigen Schilfbestandsrückgang zusammenhängt. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Anzahl der Brutzeitbeobachtungen wieder zu und zwar besonders im wiedervernässten [[Weidmoos]]. Hier konnten im Jahr [[2007]] drei Brut-Reviere festgestellt werden.
 
   
 
   
 
Von allen Rohrsängern ist der Drosselrohrsänger am stärksten von im Wasser stehenden, starkhalmigen Röhrichtbeständen des wasserseitigen Bereichs von Verlandungszonen abhängig. Durch Zerstörung und Beeinträchtigung von Röhrichtbeständen größerer Stillgewässer und Störungen von der Wasserseite durch Freizeitnutzungen kommt es zu den größten Lebensraumverlusten, woraus sich die Verantwortung des Menschen für den Bestand zweifelsfrei ablesen lässt. Maßnahmen zum Schutz dieser Art sind daher der Schutz bestimmter Gebiete, die Erhaltung seeseitiger Verlandungszonen mit Wasserschilf und Schilfinseln und das Verhindern von Beeinträchtigungen durch Freizeit- und Erholungsnutzungen mittels gewässerseitiger Ruhezonen.
 
Von allen Rohrsängern ist der Drosselrohrsänger am stärksten von im Wasser stehenden, starkhalmigen Röhrichtbeständen des wasserseitigen Bereichs von Verlandungszonen abhängig. Durch Zerstörung und Beeinträchtigung von Röhrichtbeständen größerer Stillgewässer und Störungen von der Wasserseite durch Freizeitnutzungen kommt es zu den größten Lebensraumverlusten, woraus sich die Verantwortung des Menschen für den Bestand zweifelsfrei ablesen lässt. Maßnahmen zum Schutz dieser Art sind daher der Schutz bestimmter Gebiete, die Erhaltung seeseitiger Verlandungszonen mit Wasserschilf und Schilfinseln und das Verhindern von Beeinträchtigungen durch Freizeit- und Erholungsnutzungen mittels gewässerseitiger Ruhezonen.
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
*[[Leopold Slotta-Bachmayr|Slotta-Bachmayr, Leopold]], [[Medicus, Christine]], [[Stadler, Susanne]]: Rote Liste der gefährdeten Brutvögel des Bundeslandes Salzburg, Naturschutzbeiträge 38/12, HG Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 13/02 – Naturschutzfachdienst, Salzburg 2012, S. 29 und S. 136.   
 
*[[Leopold Slotta-Bachmayr|Slotta-Bachmayr, Leopold]], [[Medicus, Christine]], [[Stadler, Susanne]]: Rote Liste der gefährdeten Brutvögel des Bundeslandes Salzburg, Naturschutzbeiträge 38/12, HG Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 13/02 – Naturschutzfachdienst, Salzburg 2012, S. 29 und S. 136.   
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