Seuchenspital St. Rochus: Unterschied zwischen den Versionen
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Im [[Salzburg Landkarte#Historische Landkarten|Franziszäischen Kataster]], etwa [[1850]] ist das ''Lazareth St. Rochus'' verzeichnet<ref>[https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/(S(5kf3io3ngblqkmezgugs5lgh))/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:3427|426470.5|295319.4|mp2.png|Lazareth%20zu%20St.%20Rochus&redliningid=xmoylvgelmfnikdmncl124t5 SAGIS/Hintergrund: "Franciszäischer Kataster" anklicken]</ref>. | Im [[Salzburg Landkarte#Historische Landkarten|Franziszäischen Kataster]], etwa [[1850]] ist das ''Lazareth St. Rochus'' verzeichnet<ref>[https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/(S(5kf3io3ngblqkmezgugs5lgh))/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:3427|426470.5|295319.4|mp2.png|Lazareth%20zu%20St.%20Rochus&redliningid=xmoylvgelmfnikdmncl124t5 SAGIS/Hintergrund: "Franciszäischer Kataster" anklicken]</ref>. | ||
Version vom 15. Februar 2018, 22:10 Uhr
Die Rochuskaserne war ein Lazareth, Arbeitshaus und eine Kaserne nahe des Rochushofs in Salzburg-Maxglan.
Pestlazarett
Eine verheerende Seuche (Pest) war im Jahr 1626 der zwingende Anlass zu Errichtung eines Spitals außerhalb der Stadt. 1636 lies Fürsterzbischof Paris Lodron hier ein neues Pesthaus errichten. 1637 wurde das Pestlazarett aus dem Bereich vor dem Linzertor an die Glan übersiedelt. Das neue Lazarett sollte etwa eine Stunde Fußmarsch vom Siedlungsraum der Stadt entfernt liegen und dadurch die Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung vermindert werden. Das Pestlazarett besaß ein Lazarettbad an der Glan, seit 1640 einen Pestfriedhof und seit 1649 eine den Pestheiligen Rochus und Sebastian geweihte Kapelle.
Rochuskapelle
Im Innenhof des Lazaretts befindet sich eine achtseitige, nach Osten ausgerichtete Kapelle (Oktogon), die den beiden Pestheiligen Rochus und Sebastian gewidmet ist. Auffallend sind die großen, hochrechteckigen Fensteröffnungen mit steinernen Sohlbänken. Das schlichte Eingangsportal ist aus Konglomerat gefertigt. Die geschmiedeten Eisengitter öffnen nach außen. Das Pyramidendach übernimmt den achteckigen Grundriss des Gebäudes, während der gemauerte Glockenturm zur Quaderform (mit Schallfenstern) vereinfacht ist und mit einem geschwungenen Zeltdach, gekrönt von Kugel und Kreuz (vergoldet), schließt. [1]
Der klassizistische Altar der Kapelle im Innenhof des Lazarettes wurde 1781 von Steinmetzmeister Lorenz Valentin Stumpfegger nach Entwürfen von Wolfgang Hagenauer gefertigt. Das hochbarocke Altarblatt wurde bereits 1670 von Franz de Neve angefertigt. Es stellt die beiden Pestheiligen dar. Mit dem langsamen Erlöschen der Pestseuchen im 18. Jahrhundert wurde nach einer neuen Bestimmung für das Gebäude gesucht.
Zucht- und Arbeitshaus
Fürsterzbischof Schrattenbach baute das nicht mehr benötigte Pestspital zu einem Zucht- und Arbeitshaus um. Das Zucht- und Arbeitshaus wurde 1755 eingerichtet und hatte bis etwa 1815 Bestand. Hier wurden 'arbeitsscheue Leute', das waren Bettler, Unterstandslose und Kleinkriminelle, sowie auch 'liederlicher Leute' (Dirnen) eingesperrt und mussten sich ihre Verpflegung selbst erarbeiten. Eine marmorne Tafel mit der Inschrift „Abstine aut autine“ (Meide oder leide, genauer: "Meide (die Straftat) oder leide (die Folgen)" erinnert das damalige Zucht- und Arbeitshaus.
Auf der Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland aus 1797 ist das Arbeitshaus verzeichnet.[1]
Im Franciszäischen Kataster, etwa 1815, ist das Lazareth St. Rochus verzeichnet[2].
Rochuskaserne
Nach 1816 wurde das Gebäude als Kaserne genutzt, kurzzeitig war es auch Notlazarett. Von 1887 bis 1898 diente es als Kaserne für die k.k. Landwehr. Damals waren etwa 100 bis 150 Soldaten stationiert. In der Zeit des Nationalsozialismus war in der Rochuskaserne die Hunde Ersatz- und Ausbildungsstaffel 18 untergebracht.
Im Franziszäischen Kataster, etwa 1850 ist das Lazareth St. Rochus verzeichnet[3].
Stieglbrauerei
1901 wurde das Gebäude an die Stieglbrauerei verkauft. Im heutigen "Ökonomiegebäude" waren und sind vornehmlich Stallungen für die Ochsen und Rösser, sowie die Remisen für die Kutschen untergebracht, mit denen die Stieglbrauerei bis heute Bier in Holzfässern ausliefert. Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist dort auch ein Mitarbeiter- und Seminarbereich eingerichtet.
Quellen
- Reinhard Medicus
- Führung, 525 Jahr-Jubiläum der Stieglbrauerei, 18. Juni 2017