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| | === Natürliche ortsgebundene Heilvorkommen === | | === Natürliche ortsgebundene Heilvorkommen === |
| − | Der (Rechts-)Begriff des natürlichen ortsgebundenen Heilvorkommen ist im österreichischen Bundesgesetz über [[Krankenanstalt]]en und [[Kuranstalt]]en, StF: BGBl. Nr. 1/1957 idgF definiert. <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010285 vgl. KaKuG § 42a (2) und § 2 (2) lit.c) e contrario]</ref> Im Landesrecht der österreichischen Bundesländer wird der (Rechts-)Begriff, sowie die Voraussetzungen für eine Anerkennung als natürliches ortsgebundenes Heilvorkommen näher ausgeführt, zB § 1 ff u. § 8 Salzburger Heilvorkommen- und Kurortgesetz, StF: [[LGBl]] Nr 101/1997 (WV) idgF, sowie Anhang 1, 2 und 3 dieses Gesetzes.<ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10001039 Salzburger Heilvorkommen- und Kurortge-setz(S.HVK)]</ref> | + | Der (Rechts-)Begriff eines 'natürlichen ortsgebundenen Heilvorkommen' ist im österreichischen Bundesgesetz über [[Krankenanstalt]]en und [[Kuranstalt]]en, StF: BGBl. Nr. 1/1957 idgF definiert <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010285 vgl. KaKuG § 42a (2) und § 2 (2) lit.c) e contrario]</ref>. Im Landesrecht der österreichischen Bundesländer wird der (Rechts-)Begriff, sowie die Voraussetzungen für eine Anerkennung als natürliches ortsgebundenes Heilvorkommen näher ausgeführt, zB § 1 ff u. § 8 Salzburger Heilvorkommen- und Kurortgesetz, StF: [[LGBl]] Nr 101/1997 (WV) idgF, sowie Anhang 1, 2 und 3 dieses Gesetzes <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10001039 Salzburger Heilvorkommen- und Kurortge-setz(S.HVK)]</ref>. |
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| − | Eine Liste der in Österreich anerkannten, natürlichen ortsgebunden Heilvorkommen hat der Österreichische Heilbäder- und Kurorteverband (ÖHKV) - erstmals seit 28 Jahren (Stand 2015) - aktualisiert und neu veröffentlicht unter wissenschaftlicher Leitung von Univ. Prof. Dr. Wolfgang Marktl.<ref>[http://www.kurfibel.at/heilvorkommen/aufzählung-der-ortsgebundenen-heilvorkommen.html www.kurfibel.at/ortsgebundene Heilvorkommen in Österreich]</ref> | + | Eine Liste der in Österreich anerkannten, natürlichen ortsgebunden Heilvorkommen hat der Österreichische Heilbäder- und Kurorteverband (ÖHKV) unter wissenschaftlicher Leitung von Univ. Prof. Dr. Wolfgang Marktl - erstmals seit 28 Jahren (Stand 2015) - aktualisiert und neu veröffentlicht <ref>[http://www.kurfibel.at/heilvorkommen/aufzählung-der-ortsgebundenen-heilvorkommen.html www.kurfibel.at/ortsgebundene Heilvorkommen in Österreich]</ref>. |
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| − | In [[Bad Gastein]] besteht das natürliche ortsgebundene [[Heilvorkommen]] aus natürlich schwach mineralisierten und von Natur aus heißen [[Wasser]] (= [[Thermalwasser]]). Das Thermalwasser tritt mit ca. 46° Grad Celsius aus 17 gefassten Quellen am Fuße des [[Badberg]]es aus. Insgesamt gibt es 44 Quellen. Im Thermalwasser ist zusätzlich das schwach radioaktive Edelgas Radon-222<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radon de.wikipedia.org/ Radon]</ref> <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radon-Zerfallsprodukte de.wikipedia.org/ Radon-Zerfallsprodukte/Radon-222]</ref> gelöst. <ref>[http://www.gastein.com/de/thermen-gesundheit/gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-thermalwasser http://www.gastein.com/gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-thermalwasser]</ref> <br />Für Badekuren verwendet man Thermalwasser mit einem Radongehalt von mehr als 370 Bq/kg. | + | In [[Bad Gastein]] besteht das natürliche ortsgebundene [[Heilvorkommen]] aus natürlich schwach mineralisierten und von Natur aus heißen [[Wasser]] (= [[Thermalwasser]]). Das Thermalwasser tritt mit ca. 46° Grad Celsius aus 17 gefassten Quellen am Fuße des [[Badberg]]es aus. Insgesamt gibt es 44 Quellen. Im Thermalwasser ist auch das schwach radioaktive Edelgas Radon-222<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radon de.wikipedia.org/ Radon]</ref> <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radon-Zerfallsprodukte de.wikipedia.org/ Radon-Zerfallsprodukte/Radon-222]</ref> gelöst <ref>[http://www.gastein.com/de/thermen-gesundheit/gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-thermalwasser http://www.gastein.com/gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-thermalwasser]</ref>. <br /> Für Badekuren verwendet man Thermalwasser mit einem Radongehalt von mehr als 370 Bq/kg. |
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| − | Das Element Radon ist erst seit etwa [[1923]] als solches bekannt. Zuvor, um [[1900]] wurde die Radium-Emanation entdeckt. [[1908]] wurde erstmals eine ausreichende Menge als Gas isoliert und seine Dichte bestimmt. Etwa ab [[1930]] wurden die Wirkungen des Elementes Radon näher erforscht. | + | Das Element Radon ist seit etwa [[1923]] als solches bekannt. Zuvor, um [[1900]] wurde die Radium-Emanation entdeckt. [[1908]] wurde erstmals eine ausreichende Menge als Gas isoliert und seine Dichte bestimmt. Etwa ab [[1930]] wurden die Wirkungen des Elementes Radon näher erforscht. |
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| − | Das „heilende Baden“ hat historisch in Bad Gastein eine lange Tradition. Ein Bad ''in der Gastein'' wird erstmals [[1350]] erwähnt und ist ein regulärer Badebetrieb ist seit der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s nach [[Fritz Gruber]] nachweisbar. | + | Das „heilende Baden“ hat historisch in Bad Gastein eine lange Tradition. Ein Bad ''in der Gastein'' wird erstmals [[1350]] erwähnt und ist ein regulärer Badebetrieb seit der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s nach [[Fritz Gruber]] nachweisbar. |
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| | Eine Kur kann von Gesunden und Kranken angewendet werden. Im [[Fremdenverkehr]] spielen [[Kur]]en eine nicht unbedeutende Rolle. | | Eine Kur kann von Gesunden und Kranken angewendet werden. Im [[Fremdenverkehr]] spielen [[Kur]]en eine nicht unbedeutende Rolle. |
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| − | Bad Gastein ist ein sogenannter Real-Kurort, d. h. er ist bereits allgemein als Heilbad und Kurort angesehen worden, bevor Gesetze die Voraussetzungen dazu reglementierten. Das gleiche gilt für die Quellen, die sogenannte Real-Heilquellen sind. Die Quellen und ihre Nutzung werden jedoch durch die Behörden regelmäßig wasserhygienisch überwacht. | + | Bad Gastein ist ein sogenannter 'Real-Kurort', d. h. er ist bereits allgemein als Heilbad und [[Kurort]] angesehen worden, bevor Gesetze die Voraussetzungen dazu reglementierten. Das gleiche gilt für die Quellen, die sogenannte Real-Heilquellen sind. Die Quellen und ihre Nutzung werden jedoch durch die Behörden regelmäßig wasserhygienisch überwacht. |
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| | === Ärztliche Anordnung und Aufsicht=== | | === Ärztliche Anordnung und Aufsicht=== |
| − | Die Gasteiner Kur darf nur auf ''ärztliche Anordnung'' und nur unter ''ärztlicher Aufsicht'' angewendet werden. <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010285 vgl. KaKuG § 42a (2)]</ref> <br /> | + | Die Gasteiner Kur darf nur auf ''ärztliche Anordnung'' und nur unter ''ärztlicher Aufsicht'' angewendet werden <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010285 vgl. KaKuG § 42a (2)]</ref>. <br /> |
| − | Auf Grund der besonderen Eigenschaften des Gasteiner Radon-Thermalwassers ist bei der Anwendung auf die ''' Dosierung ''' (Badedauer, Anwendungsdauer) genau zu achten und sind medizinische Kontra-Indikationen (z. B. Fehlfunktionen und Krankheiten der Schilddrüse) unbedingt vom Arzt vorher zu prüfen und die ärztlichen Anordnungen vom Kurpatienten bei den Anwendungen zu beachten. | + | Auf Grund der besonderen Eigenschaften des Gasteiner Radon-Thermalwassers ist bei der Anwendung auf die ''' Dosierung ''' (Badedauer, Anwendungsdauer) genau zu achten und sind medizinische Kontra-Indikationen (z. B. Krankheiten und Fehlfunktionen der Schilddrüse) unbedingt vom Arzt vorher zu prüfen und die ärztlichen Anordnungen vom Kurpatienten bei den Anwendungen zu beachten. |
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| | === Kurmittel und Anwendungsform === | | === Kurmittel und Anwendungsform === |
| − | Das typische Gasteiner Thermalbad ist baulich als klassische ''römische Wanne'' ausgeführt; d.h. als Senke, mit einem Abstieg zu einer Unterwasser–Sitzbank (= Senkbad ). Das natürlich heiße [[Thermalwasser]] wird mit gekühltem Thermalwasser auf die vorgeschriebene und verträgliche Badetemperatur individuell gemischt. Ergänzend kann eine Druckstrahl-Massage während der Badezeit angewendet werden. | + | Das typische Gasteiner Thermalbad ist baulich als klassische ''römische Wanne'' ausgeführt; d.h. als Senke, mit einem Abstieg zu einer Unterwasser–Sitzbank (= Senkbad oder Sitzbad). Das natürlich heiße [[Thermalwasser]] wird mit gekühltem Thermalwasser auf die vorgeschriebene und verträgliche Badetemperatur individuell gemischt. Ergänzend kann eine Druckstrahl-Massage während der Badezeit angewendet werden. |
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| − | In dem der gesamte Körper im Thermalwasser versenkt oder soweit untergetaucht wird, dass nur mehr der Kopf heraus sieht, wird über die Haut und den Körper eine maximale Kontaktoberfläche zum ortsgebundenen Kurmittel, dem wirksam heilenden ''agens'', hergestellt. Dazu kommt, dass Radon sehr flüchtig ist. Es hat ein höheres spezifisches Gewicht als die Luft. Daher sammelt sich das Radon in hoher Konzentration über der Wasseroberfläche an. Es entweicht rasch aus dem Thermalwasser und ist nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche in der dort wabernden Dunstglocke im Wasserdampf gefangen, bevor es entweder zerfällt oder rasch nach oben entweicht. In dem Kopf und Nase zusätzlich genau in diese Dunstglocke hinein gehalten werden, kann das natürliche Edelgas Radon zusammen mit der Atemluft in die Lungen eingeatmet werden. Dort geht es zum Teil in den Blutkreislauf über. Vice-versa wird es über die Atmung wieder ausgeschieden. Nach ungefähr 3 Stunden ist das natürliche Edelgas Radon jedenfalls vollständig abgebaut. | + | In dem der gesamte Körper im Thermalwasser versenkt und soweit untergetaucht wird, dass nur mehr der Kopf heraus sieht, wird über die Haut und den Körper eine maximale Kontaktoberfläche zum ortsgebundenen Kurmittel, dem wirksam heilenden ''agens'' hergestellt. Dazu kommt, dass Radon sehr flüchtig ist. Es hat ein höheres spezifisches Gewicht als die Luft. Daher sammelt sich das Radon in hoher Konzentration über der Wasseroberfläche an. Es entweicht rasch aus dem Thermalwasser und ist nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche in der dort wabernden Dunstglocke im Wasserdampf gefangen, bevor es entweder zerfällt oder rasch nach oben entweicht. In dem Kopf und Nase zusätzlich genau in diese Dunstglocke hinein gehalten werden, kann das natürliche Edelgas Radon zusammen mit der Atemluft in die Lungen eingeatmet werden. Dort geht es zum Teil in den Blutkreislauf über. Vice-versa wird es über die Atmung wieder ausgeschieden. Nach ungefähr 3 Stunden ist das natürliche Edelgas Radon jedenfalls vollständig abgebaut. |
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| | === Medizinische und physiologische Wirkungen === | | === Medizinische und physiologische Wirkungen === |
| | Die biologische Halbwertzeit von Radon-222 beträgt nur 15 bis 20 Minuten. Die physikalische Halbwertszeit von Radon-222 ist etwa 3 bis 4 Stunden. <br /> | | Die biologische Halbwertzeit von Radon-222 beträgt nur 15 bis 20 Minuten. Die physikalische Halbwertszeit von Radon-222 ist etwa 3 bis 4 Stunden. <br /> |
| − | In den menschlichen Körper gelangt Radon-222 über die Haut und die Atmung (Lunge). Radon-222 ist ein Alphastrahler und wirkt direkt auf die Zellen, das Bindegewebe, die Muskeln und Knorpeln ein und es stimuliert die Zellen zur Ausschüttung von entzündungshemmenden Zytokinen.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Zytokin de.wikipedia.org/ Zytokin]</ref> <br /> | + | In den menschlichen Körper gelangt Radon-222 über die Haut und die Atmung (Lunge). Radon-222 ist ein Alphastrahler und wirkt direkt auf die Zellen, das Bindegewebe, die Muskeln und Knorpeln ein und es stimuliert die Zellen zur Ausschüttung von entzündungshemmenden Zytokinen <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Zytokin de.wikipedia.org/ Zytokin]</ref>. <br /> |
| − | Wärme bzw. Hyperthermie <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperthermie de.wikipedia.org/ Hyperthermie]</ref> sind wichtige Verstärkungsfaktoren. Sie stimulieren den Kreislauf und steigern die Durchblutung. Durch Hyperventilation<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperventilation de.wikipedia.org/ Hyperventilation]</ref> kommt es sogar zu vermehrter Radonaufnahme. <br /> | + | Wärme bzw. Hyperthermie <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperthermie de.wikipedia.org/ Hyperthermie]</ref> sind wichtige Verstärkungsfaktoren. Sie stimulieren den Kreislauf und steigern die Durchblutung. Durch Hyperventilation <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperventilation de.wikipedia.org/ Hyperventilation]</ref> kommt es sogar zu vermehrter Radonaufnahme. <br /> |
| − | Das gesundheitsförderliche Durchwärmen des Körpers und die gezielte Überwärmung des Körpers auf 38 Grad Celsius und mehr (= Therapeutische Hyperthermie<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Therapeutische Hyperthermie de.wikipedia.org/ Therapeutische Hyperthermie]</ref> ) führt dazu, dass das Radon-222 in den tieferen Schichten des menschlichen Körpers verstärkt, insbesondere auf Muskulatur und Skelett, einwirken kann. <br /> | + | Das gesundheitsförderliche Durchwärmen des Körpers und die gezielte Überwärmung des Körpers auf 38 Grad Celsius und mehr (= Therapeutische Hyperthermie <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Therapeutische Hyperthermie de.wikipedia.org/ Therapeutische Hyperthermie]</ref> ) führt dazu, dass das Radon-222 in den tieferen Schichten des menschlichen Körpers verstärkt, insbesondere auf Muskulatur und Skelett, einwirken kann. <br /> |
| | Der Körper versucht nun, die überschüssige Wärme durch eine Aktivierung des Kreislaufs sofort an die Körperoberfläche zu bringen, sodass durch Gefäßerweiterung und vermehrte Sauerstoffzufuhr die im Körper und den Organen befindlichen Schadstoffe und abgelagerten Schlacken vermehrt abtransportiert werden. Das natürliche Edelgas Radon regt zudem durch seinen kurzzeitigen Strahlenreiz den Stoffwechsel der Zellen besonders an. | | Der Körper versucht nun, die überschüssige Wärme durch eine Aktivierung des Kreislaufs sofort an die Körperoberfläche zu bringen, sodass durch Gefäßerweiterung und vermehrte Sauerstoffzufuhr die im Körper und den Organen befindlichen Schadstoffe und abgelagerten Schlacken vermehrt abtransportiert werden. Das natürliche Edelgas Radon regt zudem durch seinen kurzzeitigen Strahlenreiz den Stoffwechsel der Zellen besonders an. |
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| | : '''Intensiv''' wirkende Kurmittel sind: | | : '''Intensiv''' wirkende Kurmittel sind: |
| | * Radon-Thermalbad (Sitzbad) | | * Radon-Thermalbad (Sitzbad) |
| − | * Einfahrt in den [[Gasteiner Heilstollen]] („Heilstollen-Therapie“ )<ref>[http://www.gasteiner-heilstollen.com/de/heilstollen-therapie.html Gasteiner-heilstollen / Heilstollen-Therapie]</ref> | + | * Einfahrt in den [[Gasteiner Heilstollen]] („Heilstollen-Therapie“ ) <ref>[http://www.gasteiner-heilstollen.com/de/heilstollen-therapie.html Gasteiner-heilstollen / Heilstollen-Therapie]</ref> |
| | * Unterwassertherapie (mit Einzel- oder Gruppengymnastik, mit Druckstrahlmassage) | | * Unterwassertherapie (mit Einzel- oder Gruppengymnastik, mit Druckstrahlmassage) |
| | * Dunstbad | | * Dunstbad |
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| | == Indikationen == | | == Indikationen == |
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| − | Für die Gasteiner Kur sind folgende Indikationen anerkannt<ref>[http://www.gastein.com/de/thermen-gesundheit/gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-indikationsliste www.gastein.com/ gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-indikationsliste]</ref><ref>[http://www.badehospiz.at/indikationen.html webseite: Kurtherme Ba-dehospiz]</ref>: <br /> | + | Für die Gasteiner Kur sind folgende Indikationen anerkannt <ref>[http://www.gastein.com/de/thermen-gesundheit/gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-indikationsliste www.gastein.com/ gasteiner-kur/radontherapie/gasteiner-indikationsliste]</ref> <ref>[http://www.badehospiz.at/indikationen.html webseite: Kurtherme Ba-dehospiz]</ref> : <br /> |
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| | === Erkrankungen des Bewegungsapparates === | | === Erkrankungen des Bewegungsapparates === |
| | : chronisch entzündliche rheumatische Erkrankungen: | | : chronisch entzündliche rheumatische Erkrankungen: |
| | * Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) bzw. Spondylarthropathien <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Spondylitis ankylosans de.wikipedia.org/ Spondylitis ankylosans]</ref> | | * Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) bzw. Spondylarthropathien <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Spondylitis ankylosans de.wikipedia.org/ Spondylitis ankylosans]</ref> |
| − | * Arthritis psoriatica<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Arthritis psoriatica de.wikipedia.org/ Arthritis psoriatica]</ref> | + | * Arthritis psoriatica <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Arthritis psoriatica de.wikipedia.org/ Arthritis psoriatica]</ref> |
| | * Rheumatoide Arthritis (Chronische Polyarthritis) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheumatoide Arthritis de.wikipedia.org/ Rheumatoide Arthritis]</ref> | | * Rheumatoide Arthritis (Chronische Polyarthritis) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheumatoide Arthritis de.wikipedia.org/ Rheumatoide Arthritis]</ref> |
| − | * Fibromyalgie<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Fibromyalgie de.wikipedia.org/ Fibromyalgie]</ref> | + | * Fibromyalgie <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Fibromyalgie de.wikipedia.org/ Fibromyalgie]</ref> |
| | * Weichteilrheumatismus | | * Weichteilrheumatismus |
| | : degenerative Erkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule: | | : degenerative Erkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule: |
| − | * Arthrosen<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Arthrose de.wikipedia.org/ Arthrose]</ref> und Polyarthrosen <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Polyarthrose de.wikipedia.org/ Polyarthrose]</ref> | + | * Arthrosen <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Arthrose de.wikipedia.org/ Arthrose]</ref> und Polyarthrosen <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Polyarthrose de.wikipedia.org/ Polyarthrose]</ref> |
| | * Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen | | * Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen |
| − | * Degenerative Diskopathie<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Diskopathie de.wikipedia.org/ Diskopathie]</ref> (Bandscheibenschaden) | + | * Degenerative Diskopathie <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Diskopathie de.wikipedia.org/ Diskopathie]</ref> (Bandscheibenschaden) |
| − | * Polyneuropathien<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Polyneuropathie de.wikipedia.org/ Polyneuropathie]</ref> | + | * Polyneuropathien <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Polyneuropathie de.wikipedia.org/ Polyneuropathie]</ref> |
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| | === Erkrankungen der Atemwege === | | === Erkrankungen der Atemwege === |
| − | * Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Chronisch obstruktive Lungenerkrankung de.wikipedia.org/ Chronisch obstruktive Lungenerkrankung]</ref> | + | * Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Chronisch obstruktive Lungenerkrankung de.wikipedia.org/ Chronisch obstruktive Lungenerkrankung]</ref> |
| − | * Asthma bronchiale<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Asthma de.wikipedia.org/ Asthma]</ref> | + | * Asthma bronchiale <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Asthma de.wikipedia.org/ Asthma]</ref> |
| − | * Heuschnupfen<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Heuschnupfen de.wikipedia.org/ Heuschnupfen]</ref> | + | * Heuschnupfen <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Heuschnupfen de.wikipedia.org/ Heuschnupfen]</ref> |
| − | * Chronische Sinusitis<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Sinusitis de.wikipedia.org/ Sinusitis]</ref> | + | * Chronische Sinusitis <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Sinusitis de.wikipedia.org/ Sinusitis]</ref> |
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| | === Erkrankungen der Haut === | | === Erkrankungen der Haut === |
| | * Verzögerte Wundheilung | | * Verzögerte Wundheilung |
| − | * Ulcus cruris<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ulcus_cruris de.wikipedia.org/ Ulcus cruris]</ref> | + | * Ulcus cruris <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ulcus_cruris de.wikipedia.org/ Ulcus cruris]</ref> |
| − | * Neurodermitis<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Neurodermitis de.wikipedia.org/ Neurodermitis]</ref> | + | * Neurodermitis <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Neurodermitis de.wikipedia.org/ Neurodermitis]</ref> |
| − | * Psoriasis vulgaris<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Psoriasis de.wikipedia.org/ Psoriasis]</ref> | + | * Psoriasis vulgaris <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Psoriasis de.wikipedia.org/ Psoriasis]</ref> |
| − | * Sklerodermie<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Sklerodermie de.wikipedia.org/ Sklerodermie]</ref> | + | * Sklerodermie <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Sklerodermie de.wikipedia.org/ Sklerodermie]</ref> |
| | * Periphere Durchblutungsstörungen leichten Grades <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Durchblutungsstörung de.wikipedia.org/ Durchblutungsstörung]</ref> | | * Periphere Durchblutungsstörungen leichten Grades <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Durchblutungsstörung de.wikipedia.org/ Durchblutungsstörung]</ref> |
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| | == Kontraindikation == | | == Kontraindikation == |
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| − | Die Kontraindikation<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Kontraindikation de.wikipedia.org/ Kontraindikation]</ref> oder Gegenanzeige ist ein Umstand, der die Anwendung eines diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens bei an sich gegebener Indikation in jedem Fall verbietet oder nur unter strenger Abwägung sich dadurch ergebender Risiken zulässt.<br /> | + | Die Kontraindikation <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Kontraindikation de.wikipedia.org/ Kontraindikation]</ref> oder Gegenanzeige ist ein Umstand, der die Anwendung eines diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens bei an sich gegebener Indikation in jedem Fall verbietet oder nur unter strenger Abwägung sich dadurch ergebender Risiken zulässt. <br /> |
| | Für die Anwendungen der Gasteiner Kur sind folgende Kontraindikationen bekannt: | | Für die Anwendungen der Gasteiner Kur sind folgende Kontraindikationen bekannt: |
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| − | * Akute Infekte und Infektionskrankheiten<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Infektionskrankheit de.wikipedia.org/ Infektionskrankheit]</ref> | + | * Akute Infekte und Infektionskrankheiten <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Infektionskrankheit de.wikipedia.org/ Infektionskrankheit]</ref> |
| − | * Krankheitszustände mit schweren Funktionseinschränkungen verschiedener Organsysteme<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Organsystem de.wikipedia.org/ Organsystem]</ref> (Herz-. Leber-, Nieren insuffizienz)<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/insuffizienz de.wikipedia.org/ insuffizienz]</ref> | + | * Krankheitszustände mit schweren Funktionseinschränkungen verschiedener Organsysteme <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Organsystem de.wikipedia.org/ Organsystem]</ref> (Herz-. Leber-, Nieren insuffizienz) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/insuffizienz de.wikipedia.org/ insuffizienz]</ref> |
| − | * Akute Psychose<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Psychose de.wikipedia.org/ Psychose]</ref> | + | * Akute Psychose <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Psychose de.wikipedia.org/ Psychose]</ref> |
| − | * aktive Krebserkrankung (Rücksprache mit dem behandelnden Arzt)<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Krebserkrankung de.wikipedia.org/ Krebserkrankung]</ref> | + | * aktive Krebserkrankung (Rücksprache mit dem behandelnden Arzt) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Krebserkrankung de.wikipedia.org/ Krebserkrankung]</ref> |
| − | * Schwangerschaft<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaft de.wikipedia.org/ Schwangerschaft]</ref> | + | * Schwangerschaft <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaft de.wikipedia.org/ Schwangerschaft]</ref> |
| − | * unbehandelte Überfunktion der Schilddrüse Hyperthyreose<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperthyreose de.wikipedia.org/ Hyperthyreose]</ref> | + | * unbehandelte Überfunktion der Schilddrüse Hyperthyreose <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperthyreose de.wikipedia.org/ Hyperthyreose]</ref> |
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| | == Grundlagen == | | == Grundlagen == |
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| | 1936 forschte Dr. von Wikullil, Chefarzt im [[Kurtherme Badehospiz | Badehospiz]] über Therapieerfolge mit dem Senkbad. Er führte ähnliche Studien durch, die schon Dr. Ludwig Wick, Arzt im Badehospiz, zwischen 1900 und 1920 durchgeführt hatte. <br /> | | 1936 forschte Dr. von Wikullil, Chefarzt im [[Kurtherme Badehospiz | Badehospiz]] über Therapieerfolge mit dem Senkbad. Er führte ähnliche Studien durch, die schon Dr. Ludwig Wick, Arzt im Badehospiz, zwischen 1900 und 1920 durchgeführt hatte. <br /> |
| | In den [[1950er]] und [[1960er]] war Univ. Prof. Dr. [[Ferdinand Schleminzky]] der Leiter im Forschungsinstitut. Ab 1952 fanden in der neu errichteten Unterwassertherapiestation im [[Kurtherme Badehospiz | Badehospiz]] medizinisch-wissenschaftliche Studien in Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck unter Leitung von Dr. Halhuber, Dr. Inama und Dr. Günther statt. <br /> | | In den [[1950er]] und [[1960er]] war Univ. Prof. Dr. [[Ferdinand Schleminzky]] der Leiter im Forschungsinstitut. Ab 1952 fanden in der neu errichteten Unterwassertherapiestation im [[Kurtherme Badehospiz | Badehospiz]] medizinisch-wissenschaftliche Studien in Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck unter Leitung von Dr. Halhuber, Dr. Inama und Dr. Günther statt. <br /> |
| − | 1970 wurde eine Kooperation mit dem Forschungszentrum Seibersdorf (heute: Austrian Institute of Technology<ref>[http://www.ait.ac.at/ offizielle Homepage /Austrian Institute of Technology]</ref> ) eingegangen und spezielle Studien und Forschungen zur Wirkung der alpha-Strahlung im Radon bis 1980 durchgeführt. Zuletzt wurde auch der spezielle Einfluss der Höhenlage erforscht. <br /> | + | 1970 wurde eine Kooperation mit dem Forschungszentrum Seibersdorf (heute: Austrian Institute of Technology <ref>[http://www.ait.ac.at/ offizielle Homepage /Austrian Institute of Technology]</ref> ) eingegangen und spezielle Studien und Forschungen zur Wirkung der alpha-Strahlung im Radon bis 1980 durchgeführt. Zuletzt wurde auch der spezielle Einfluss der Höhenlage erforscht. <br /> |
| | 1978 erklärten Univ. Prof. Dr. Braunsteiner und Univ. Prof. Dr. Robert Günther, dass die erste Phase Forschungen über die medizinischen Wirkungen der Gasteiner Kur abgeschlossen sind. Die medizinischen Erfolge der Gasteiner Kur am Kurpatienten gelten seither als wissenschaftlich nachgewiesen. <br /> | | 1978 erklärten Univ. Prof. Dr. Braunsteiner und Univ. Prof. Dr. Robert Günther, dass die erste Phase Forschungen über die medizinischen Wirkungen der Gasteiner Kur abgeschlossen sind. Die medizinischen Erfolge der Gasteiner Kur am Kurpatienten gelten seither als wissenschaftlich nachgewiesen. <br /> |
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| − | 1978 wurde eine Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann-Institut<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hanusch-Krankenhaus offizielle Homepage /Ferdinand Hanusch-Krankenhaus/ Ludwig Boltzmann-Institut für Leukämieforschung]</ref> | + | 1978 wurde eine Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann-Institut <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hanusch-Krankenhaus offizielle Homepage /Ferdinand Hanusch-Krankenhaus/ Ludwig Boltzmann-Institut für Leukämieforschung]</ref> |
| | eingegangen. Die Forschungen wurden auf die angewandte Bäderkunde, sowie die Klimaheilkunde erweitert und dieser in Richtung fortgesetzt. <br /> | | eingegangen. Die Forschungen wurden auf die angewandte Bäderkunde, sowie die Klimaheilkunde erweitert und dieser in Richtung fortgesetzt. <br /> |
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| | Über das Forschungsinstitut Gastein Tauernregion sind etwa 500 wissenschaftliche Beiträge in medizinischen Fachzeitschriften dokumentiert. | | Über das Forschungsinstitut Gastein Tauernregion sind etwa 500 wissenschaftliche Beiträge in medizinischen Fachzeitschriften dokumentiert. |
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| − | Das Edelgas Radon, dem lange Zeit eine Krebs erregende Wirkung nachgesagt wurde, ist das '' geeignete Mittel '' im Kampf gegen Schmerzen und zur Schmerzlinderung, das Beheben von funktioniellen Bewegungseinschränkungen und einer Verminderung des Medikamentenverbrauches, meinte Univ. Prof. Dr. [[Peter Deetjen]], emeritierter Vorstand des Physiologischen Instituts der Universität Innsbruck und Leiter des Forschungsinstituts Gastein Tauernregion, anlässlich des 12. [[Gasteiner Symposium]], Morbus Bechterew, vom 23. bis 25. September 2004.<ref >[http://www.gasteiner-heilstollen.com/pdf/einl_morbus.pdf Morbus Bechterew Symposium, Bad Gastein 2004]</ref> | + | Das Edelgas Radon, dem lange Zeit eine Krebs erregende Wirkung nachgesagt wurde, ist das '' geeignete Mittel '' im Kampf gegen Schmerzen und zur Schmerzlinderung, das Beheben von funktioniellen Bewegungseinschränkungen und einer Verminderung des Medikamentenverbrauches, meinte Univ. Prof. Dr. [[Peter Deetjen]], emeritierter Vorstand des Physiologischen Instituts der Universität Innsbruck und Leiter des Forschungsinstituts Gastein Tauernregion, anlässlich des 12. [[Gasteiner Symposium]], Morbus Bechterew, vom 23. bis 25. September 2004 <ref >[http://www.gasteiner-heilstollen.com/pdf/einl_morbus.pdf Morbus Bechterew Symposium, Bad Gastein 2004]</ref>. |
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| | === Dr. Hermann Greinwald === | | === Dr. Hermann Greinwald === |
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| | : ''medizinische Schriften und Bücher''. | | : ''medizinische Schriften und Bücher''. |
| | * Phlebologische Indikationen der Gasteiner Kur – '''Ulcus cruris''' von Dr. Hermann Greinwald, | | * Phlebologische Indikationen der Gasteiner Kur – '''Ulcus cruris''' von Dr. Hermann Greinwald, |
| − | : 1966 erschienen im Zentralblatt für Phlebologie, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft und der Schweizerischen Gesellschaft für Phlebologie<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Phlebologie de.wikipedia.org/ Phlebologie]</ref>, Verlag Hans Huber, Bern, Schweiz | + | : 1966 erschienen im Zentralblatt für Phlebologie, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft und der Schweizerischen Gesellschaft für Phlebologie <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Phlebologie de.wikipedia.org/ Phlebologie]</ref>, Verlag Hans Huber, Bern, Schweiz |
| | * Phlebologische Indikationen der Gasteiner Kur das '''postthrombotische Syndrom''' von Dr. Hermann Greinwald, | | * Phlebologische Indikationen der Gasteiner Kur das '''postthrombotische Syndrom''' von Dr. Hermann Greinwald, |
| | : 1967 erschienen im Zentralblatt für Phlebologie, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft und der Schweizerischen Gesellschaft für Phlebologie, Verlag Hans Huber, Bern, Schweiz | | : 1967 erschienen im Zentralblatt für Phlebologie, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft und der Schweizerischen Gesellschaft für Phlebologie, Verlag Hans Huber, Bern, Schweiz |
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| | : '''Recherche''' beim Universität Innsbruck, Medizinische Fakultät in der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol. <br /> | | : '''Recherche''' beim Universität Innsbruck, Medizinische Fakultät in der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol. <br /> |
| | : ULB - Publikationsdatenbank: [http://www.ait.ac.at/publikationen AIT-Publikation] | | : ULB - Publikationsdatenbank: [http://www.ait.ac.at/publikationen AIT-Publikation] |
| − | :: '''Suche''' nach "Bad Gastein" bzw. "Badgastein" in do. Publikations-Datensätzen<ref>[http://search.obvsg.at/primo_library/libweb/action/search.do?ct=Next+Page&pag=nxt&pageNumberComingFrom=1&dscnt=0&vl(1UI0)=contains&frbg=&scp.scps=scope%3A(UIB_O_SFX)%2Cscope%3A(UIB)%2CUIB_EBSCO%2Cprimo_central_multiple_fe&tab=default_tab&dstmp=1445503577406&srt=rank&ct=search&mode=Basic&&dum=true&indx=1&vl(freeText0)=badgastein&vid=UIB&fn=search Suche "Bad Gastein" bzw. "Badgastein"]</ref> | + | :: '''Suche''' nach "Bad Gastein" bzw. "Badgastein" in do. Publikations-Datensätzen <ref>[http://search.obvsg.at/primo_library/libweb/action/search.do?ct=Next+Page&pag=nxt&pageNumberComingFrom=1&dscnt=0&vl(1UI0)=contains&frbg=&scp.scps=scope%3A(UIB_O_SFX)%2Cscope%3A(UIB)%2CUIB_EBSCO%2Cprimo_central_multiple_fe&tab=default_tab&dstmp=1445503577406&srt=rank&ct=search&mode=Basic&&dum=true&indx=1&vl(freeText0)=badgastein&vid=UIB&fn=search Suche "Bad Gastein" bzw. "Badgastein"] </ref> |
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| | : ''' '' Treffer '': ''' in Publikations-Datensätzen: nach Datum: '''aufsteigend''' sortiert, Titel: '''fett''' hervorgehoben: <br /> | | : ''' '' Treffer '': ''' in Publikations-Datensätzen: nach Datum: '''aufsteigend''' sortiert, Titel: '''fett''' hervorgehoben: <br /> |
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| | == Fazit == | | == Fazit == |
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| − | Die Gasteiner Kur ist ausreichend wissenschaftlich erforscht. Dies betrifft ihre physiologischen und medizinischen Wirkungen, die Wirksamkeit des Heilmittels, ebenso die besondere Rolle des Edelgases Radon und insbesondere die möglichen Risiken in Zusammenhang mit bestimmten Krankheiten. Medizinisch sind einige absolute Kontra-Indikationen bekannt, weshalb die Gasteiner Kur nur auf ''ärztliche Anordnung'' und nur unter ''ärztlicher Aufsicht'' angewendet werden darf. | + | Die Gasteiner Kur ist wissenschaftlich ausreichend erforscht. Dies betrifft ihre physiologischen und medizinischen Wirkungen, die Wirksamkeit des Heilmittels, ebenso die besondere Rolle des Edelgases Radon und insbesondere die möglichen Risiken in Zusammenhang mit bestimmten Krankheiten. Medizinisch sind einige absolute Kontra-Indikationen bekannt, weshalb die Gasteiner Kur nur auf ''ärztliche Anordnung'' und nur unter ''ärztlicher Aufsicht'' angewendet werden darf. |
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| − | Die auf der Seite 'Radonbaneologie' in Wikipedia<ref>siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Radonbalneologie Radonbalneologie]</ref> nicht näher ausgeführten Bedenken und genannten Risiken einer angeblichen Gefährdung durch Radon<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radon de.wikipedia.org/ Radon]</ref> bzw. durch Radongas haben ihre Ursache wahrscheinlich in der generell begründeten Vorsicht beim Umgang mit radioaktiven Elementen (Strahlenschutz<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenschutz de.wikipedia.org/ Strahlenschutz]</ref> ), sowie der im Umweltschutz<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Umweltschutz de.wikipedia.org/ Umweltschutz]</ref> tatsächlich bekannten und nachgewiesen negativen Wirkung von Radon als Sickergas in Gebäuden <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radonmessung de.wikipedia.org/ Radonmessung]</ref> <ref>[http://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/0/5/4/CH1238/CMS1253800995913/radoninformation1.pdf www.bmgf.gv.at/ Radoninformation]</ref> , insbesondere in Kellern<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radonschutz de.wikipedia.org/ Radonschutz]</ref>. <br /> | + | Die auf der Seite 'Radonbaneologie' in Wikipedia <ref>siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Radonbalneologie Radonbalneologie]</ref> nicht näher ausgeführten Bedenken und genannten Risiken einer angeblichen Gefährdung durch Radon <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radon de.wikipedia.org/ Radon]</ref> bzw. durch Radongas haben ihre Ursache wahrscheinlich in der generell begründeten Vorsicht beim Umgang mit radioaktiven Elementen (Strahlenschutz <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenschutz de.wikipedia.org/ Strahlenschutz]</ref> ), sowie der im Umweltschutz <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Umweltschutz de.wikipedia.org/ Umweltschutz]</ref> tatsächlich bekannten und nachgewiesen negativen Wirkung von Radon als Sickergas in Gebäuden <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radonmessung de.wikipedia.org/ Radonmessung]</ref> <ref>[http://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/0/5/4/CH1238/CMS1253800995913/radoninformation1.pdf www.bmgf.gv.at/ Radoninformation]</ref> , insbesondere in Kellern <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Radonschutz de.wikipedia.org/ Radonschutz]</ref>. <br /> |
| − | In der Radonbalneologie, der Radontherapie, dem Radonbad oder der Radoninhalationskur, ist die therapeutische Anwendung von Thermalwasser, in dem das natürliche schwach radioaktive Edelgas Radon enthalten ist, als medizinische '''Behandlungsmethode''' und als Therapiekonzept für bestimmte Indikationen weithin ''' anerkannt ''' und wird deshalb diese Therapieform in Heilbädern<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Heildbad de.wikipedia.org/ Heilbad]</ref> und Heilstollen<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Heilstollen de.wikipedia.org/ Heilstollen (Speläotherapie)]</ref> durch [[Kurmedizin]] und Schulmedizin<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin de.wikipedia.org/ Schulmedizin]</ref> fortgesetzt und breit eingesetzt. <br />
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| − | Die gesetzlichen Sozialversicherungen sind durch die Gesetze dazu verpflichtet, dass nur anerkannte Heilverfahren finanziert werden und haben im Sinne einer Garantenstellung darauf zu hinzuwirken, dass nur anerkannte Heilverfahren in der [[Kurmedizin]] und der Rehabilitation<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Rehabilitation de.wikipedia.org/ Rehabilitation]</ref> zur Anwendung gelangen. Die Sozialversicherung ist auch Betreiber einer großen Anzahl von eigenen Kur- und Reha-Einrichtungen.
| + | In der Radonbalneologie, der Radontherapie, dem Radonbad oder der Radoninhalationskur, ist die therapeutische Anwendung von Thermalwasser, in dem das natürliche schwach radioaktive Edelgas Radon enthalten ist, als medizinische '''Behandlungsmethode''' und als Therapiekonzept für bestimmte Indikationen weithin ''' anerkannt ''' und wird deshalb diese Therapieform in Heilbädern <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Heildbad de.wikipedia.org/ Heilbad]</ref> und Heilstollen <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Heilstollen de.wikipedia.org/ Heilstollen (Speläotherapie)]</ref> durch [[Kurmedizin]] und Schulmedizin <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin de.wikipedia.org/ Schulmedizin]</ref> fortgesetzt und breit eingesetzt. <br /> |
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| − | Die Gesundheitsbehörde(n)<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitsbehörde de.wikipedia.org/ Gesundheitsbehörde]</ref> müsste(n) aktiv einschreiten und behördliche Maßnahmen setzen, wenn ihnen nennenswerte Risiken bekannt wären, eine akute Gesundheitsgefährdung von Kurgästen und Patienten zu erwarten wäre oder tatsächlich gegebenen ist. Behördlich werden Kuranstalten regelmäßig kontrolliert; jährlich durch regelmäßige Nachprüfung der Wasserhygiene und mehrjährig im Zuge der sanitären Aufsicht. | + | Die gesetzlichen Sozialversicherungen sind durch die Gesetze dazu verpflichtet, dass nur anerkannte Heilverfahren finanziert werden und haben im Sinne einer Garantenstellung darauf zu hinzuwirken, dass nur anerkannte Heilverfahren in der [[Kurmedizin]] und der Rehabilitation <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Rehabilitation de.wikipedia.org/ Rehabilitation]</ref> zur Anwendung gelangen. Die Sozialversicherung ist auch Betreiber einer großen Anzahl von eigenen Kur- und Reha-Einrichtungen. |
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| − | Bad Gastein ist ein sogenannter Real-Kurort, dh. er ist bereits allgemein als Heilbad und Kurort angesehen worden, bevor Gesetze die Voraussetzungen dazu reglementierten. Das gleiche gilt für die Quellen, die sogenannte Real-Heilquellen sind. Konsequenterweise ist die Gasteiner Kur eine Real-Heilbehandlung bzw. Real-Therapieverfahren. | + | Die Gesundheitsbehörde(n) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitsbehörde de.wikipedia.org/ Gesundheitsbehörde]</ref> müsste(n) aktiv einschreiten und behördliche Maßnahmen setzen, wenn ihnen nennenswerte Risiken bekannt wären, eine akute Gesundheitsgefährdung von Kurgästen und Patienten zu erwarten wäre oder tatsächlich gegebenen ist. Behördlich werden Kuranstalten regelmäßig kontrolliert; jährlich durch regelmäßige Nachprüfung der Wasserhygiene und mehrjährig im Zuge der sanitären Aufsicht. |
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| | + | Bad Gastein ist ein sogenannter 'Real-Kurort', dh. er ist bereits allgemein als Heilbad und [[Kurort]] angesehen worden, bevor Gesetze die Voraussetzungen dazu reglementierten. Das gleiche gilt für die Quellen, die sogenannte Real-Heilquellen sind. Konsequenterweise ist die Gasteiner Kur eine Real-Heilbehandlung bzw. Real-Therapieverfahren. |
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| | Es steht Bad Gastein jederzeit frei, um eine staatliche Anerkennung ihres ortsgebundenen natürlichen Heilvorkommens anzusuchen. Der Status als Real-Kurort wird jedenfalls bewusst aufrecht gehalten. | | Es steht Bad Gastein jederzeit frei, um eine staatliche Anerkennung ihres ortsgebundenen natürlichen Heilvorkommens anzusuchen. Der Status als Real-Kurort wird jedenfalls bewusst aufrecht gehalten. |